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Mantra, Chant & Affirmation-Ein Versuch der Unterscheidung (Teil 2)

Im ersten Teil dieser Reihe habe ich eine sehr grobe Gegenüberstellung der drei Begriffe gemacht, nun möchte ich etwas in die Tiefe gehen.

Der Chant

Wortherkunft:
engl.:
„chant“ = „(feierlicher) Gesang, Kirchenlied, (Lob)Preis, Singsang
to chant“ = „(ab)singen“, „(rhthmisch oder im Sprechchor) rufen“.
Die ethymologischen Wurzeln vom englischen „(to) chant“ liegen wiederum im Altfranzöschen „chanter“ („singen“, „feiern“, „preisen“), die ihrerseits wiederum vom Lateinischen „cantare“ („singen“) abstammen. (1)

Definition:
Ein Chant ist demnach eigentlich erst einmal ein rhythmischen Sprechen oder Singen von Wörtern, Sätzen oder Tönen, die häufig ein oder zwei Tonhöhen umfassen. Er kann daher bloß Melodie oder auch nur  (rhythmisch) Gesprochen sein.
Chants können sich in der Ausgestaltung Melodie sehr stark unterscheiden. Sie kann sehr einfach gestaltet sein und nur ein paar wenige Noten enthalten, sie kann aber auch höchst komplex sein, wie z.B. bei Gregorianischen Chants.

Die deutsche  Wikipedia (2)  definiert das Chanten „im engeren Sinne“ als

das Singen von religiösen Liedern oder Mantren als religiöse Praxis

und „im weitersten Sinne“ als:

das Singen einfacher Melodien, bzw. das melodische Sprechen von Texten − oft in Verbindung mit Körperbewegung, Trommeln oder auch Tanz.

Sie unterscheidet das Chanten vom „professionellen Singen“ wie z.B. in einem Chor darin, dass das Chanten „leistungsfrei“ sei und es dabei

nicht um musikalische Perfektion oder Kunst

gehe, sondern

darum, durch länger andauerndes Wiederholen und die Konzentration auf den Chant und die Gruppe soziale, gesundheitsfördernde und transzendente Wirkungen zu entfalten.

Wenn eine „gesundheitsfördernde“ Wirkung, beispielsweise zur Stressreduktion, im Fordergrund steht, wird heute auch gern der Begriff „Heilsingen“ verwendet.

 

Verschiedene Varianten des Chantens
Unter dem Begriff „Chant“ fallen heute, wie wir sehen können, viele verschiedene Dinge.
Sie können nicht nur religös-spiritueller Natur sein, sondern auch völlig profan.
So gehören Sprechchöre von Fußballfans, die ihre Mannschaft anfeuern ebenso in diese Kategorie, wie Proklamationen auf Demonstrationen oder gar die Rufe eines Auktionators.

 

Chant und Chanting als Teil der relgiösen und spirituellen Praxis
Schaut man sich in der religös-spirituellen Welt um, dann finden wir Chants auf sämtlichen Pfaden.
In den abrahamitischen Religionen ebenso wie im Buddhismus, Hinduismus oder auch Stammesrelgionen oder im (Neu)Heidentum (z.B. Wicca).
Dabei findet natürlich zwangsweise auch eine Überschneidung mit dem Mantra statt, dass „gechantet“ wird. Doch dazu mehr an entsprechender Stelle.

Der Chant ist jedoch nicht auf das Mantra beschränkt.
Darunter fällt auch das Rezitieren von heiligen Texten (oder Ausschnitten davon),  Gottesnamen  und ähnliches.

Wie das Gebet kann (muss allerdings nicht 😉 ) das Chanten einen wesentlichen Bestandteil der persönlichen Glaubens-und Religionsausübung, oder der Praxis einer ganzen Gruppe ausmachen.
Manche betrachten das Chanten auch explizit als ein Werkzeug oder Mittel, um die spirituelle Entwicklung eines_r Einzelnen  oder einer Gruppe zu fördern.

Es gibt, je nach Pfad, ganz unterschiedliche Methoden oder „Arten“ des Chantes. Z.B. der Obertongesang tibetischer Mönche oder das Kirtan, ein Wechselgesang zwischen einem Vorsänger und „Antwortenden“, das vor allem durch die Bhakti-Bewegung der ISKCON in unseren westlichen Breiten bekannt geworden ist.
Allerdings ist das Kirtan natürlich nicht auf die ISKCON beschränkt sondern stellt eine Praxis dar, die generell im Sanatana-Dharma (3) aber z.B. auch dem Sikhismus bekannt und verbreitet ist.

Der Chant kann darüber hinaus Teil eines Rituals, eines „Gottesdienstes“ oder einer Andacht sein, muss es aber nicht zwangsweise.

 

Chants im (Neu)Heidentum und als Teil magisch-spiritueller Praxis
Innerhalb des (Neu)Heidentum erfreuen sich diverse neue und alte Chants großer Beliebtheit.
Sie bilden einen z.T. nicht ganz unerheblichen Teil bei Jahreskreisfesten, Übergangsritualen oder anderen Feierlichkeiten, Ritualen und/oder anderen Treffen.
Zumindest ist es meine Beobachtung, die sicherlich nicht generalisierbar ist, und sich auch von Gruppierung zu Gruppierung, oder auch persönlicher Präferenz stark unterscheidet/unterscheiden können.

Chants helfen vor, während und nach Ritualen dabei, die Gruppe auf das Ritual einzustellen, Energien aufzubauen,  zu fokussieren, auszurichten und schließlich auch zu lenken.
Mit ihrer Hilfe können aufgerufene Energien auch wieder geerdet werden und die Mitglieder einer Gruppe wieder in das „Hier und Jetzt“ (zurück) geholt werden .
Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig.

Im Gegensatz zu Mantren die, wie wir noch sehen werden, von Natur aus eigene Energie(n) besitzen und quasi „geladen“ sind, sind Chants eher „Gefäße“, dazu geeignet („Fremd“- bzw. „Eigen“-) Energien „einzufangen“, zu bündeln, zu halten und zu lenken.
Sie wirken, so gesehen, nicht aus sich selbst heraus, sondern durch und mit Energien, die in sie hineingegeben werden.

Allerdings ist meiner Erfahrung nach auch zu beachten, dass nicht jeder gleich „gut“ auf Chants „anspringt“ .
Das kann an unterschiedlichen Dingen liegen. Sei es, dass die entsprechende Person sich einfach unwohlfühlt, bisher noch keine Erfahrungen mit Chants gesammelt oder sich schlicht nich fallen und „gehen“ lassen kann.

 

Wirkung von Chants
Chants wirken meiner bisherigen Erfahrung nach, vor allem durch die Komponenten Rhythmus, Metrum und Tempo.
Worte sind, wie bereits oben geschrieben, nicht zwingend notwendig, können aber natürlich für den/die eine_n oder andere_n hilfreich sein.
Eine ebenfalls nicht unerhebliche Rolle kann ggf. auch die Tonlage spielen.

Wichtig ist darüber hinaus der Sinn und Zweck, der mit einem Chant verfolgt werden soll.
Für das Aktivieren und die Steigerung eines Energieflusses, nützt es z.B. wenig, das Tempo generell langsam und getragen zu gestalten, sondern es muss (oder sollte 😉 ) sich, dem anpassend, von langsam zu schnell steigern, dann einen Augenblick auf dem Höhepunkt gehalten werden um dann abgegeben und wieder zurück gebracht zu werden, bzw. den Rest der aufgerufenen und gesammelten Energie wieder zu Erden.
Für Letzteres ist z.B. wiederum ein schnelles, „zackiges“ und aufputschendes Tempo kontraproduktiv.

Chants können für ganz verschiedene Zwecke verwendet werden, die sich im weitesten Sinn auch mit denen von Mantren überschneiden können.
Neben dem Erwecken und Lenken von Energie kann mit ihrer Hilfe Trance eingeleitet, Visionen hervorgerufen, evoziert oder/und invoziert werden.
Sie können die Gemeinschaft und die Verbundenheit stärken und haben einen sehr starken Einfluss auf die Emotionen.
Nicht zuletzt helfen sie natürlich auch dabei, die Gedanken und auch die Atmung (positiv) zu beeinflussen.

 

Fazit
Bei Chants handelt es sich in erster Linie um das rhythmische Sprechen und/oder Singen von Worten, Texten oder Tönen.
Unterschiedliche religiöse und spirituelle Pfade bedienen sich Chants. Einerseits um positive und angenehme Atmosphören zu schaffen, andererseits um die spirituelle (Weiter)Entwicklung zu fördern, den Geist und die Gedanken zu beruhigen und zu fokussieren.
Doch neben diesen Wirkungsbereichen können Chants auch in unterschiedlicher Weise auf rituell-magischer Ebene eingesetzt werden. Z.B. bei der Erweckung, Steigerung, Speicherung und dem Loslassen von Energie.

Auch wenn sie sich von Mantren und ihren Wirkungsweisen z.T. erheblich unterscheiden, so sind sie hervorragende Werkzeuge, mit denen es sich lohnt sich näher auseinander zu setzen und spielerisch mit ihnen zu experimentieren.

 

 

Beispiele für populäre heidnische Chants

Element Chant
The earth
The air
The fire
The water
Return, return, return, return

 

Goddess Chant
Isis
Astarte
Diana
Hekate
Demeter
Kali
Inanna

 

Triple Goddess Chant
Honored maiden huntress Artemis, Artemis,
New moon come to us.

Silver shining wheel of radiance, radiance,
Mother come to us.

Honored queen of wisdom Hecate, Hecate
Old One come to us.

 

Ende Teil 2
Siat


1-Online Etymology Dictionary
2-Wikipedia: Chanting
3-Eigenname des Hinduismus

Mantra, Chant & Affirmation-Ein Versuch der Unterscheidung (Teil 1)

Es fällt mir immer wieder auf, dass die Begriffe „Chant“, „Mantra“ und „Affirmation“ sehr gern bunt durcheinander gewürfelt und z.T.  synonym füreinander verwendet werden.
Besonders in der magisch-heidnisch-esoterischen „Szene“.

Dass sie sich tatsächlich unterscheiden, dass ein Chant nicht unbedingt ein Mantra, ein Mantra nicht unbedingt ein Chant oder gar eine Affirmation sein muss, ist den wenigstens bekannt und bewusst, oder wird manchmal auch schlicht ignoriert.

Doch was unterscheidet sie voneinander?  Was sind vielleicht ihre Gemeinsamkeiten?
Ich möchte versuchen, diesem ein wenig auf den Grund zu gehen, und vielleicht gelingt es mir, ein wenig „Licht ins Dunkle“ zu bringen.

Gemeinsamkeiten reichen nicht zur Gleichstellung
Fakt ist: Mantren, Chants und auch Affirmationen haben einige Dinge gemeinsam.
Sie haben einen (recht direkten) Einfluss auf uns und unsere Psyche, aber auch auf die eine oder andere Weise auf unsere (Um)Welt.
Und auf den ersten Blick scheint es mehr Gemeinsamkeiten zu geben als Dinge, die sie unterscheiden.

Betrachten wir Chats, Mantren und Affirmationen oberflächlich, so fällt vermutlich als hautpsächliche Gemeinsamkeit auf, dass es sich immer um Worte, Verse oder kurze Texte handelt, die ununterbrochen rezitiert werden. Entweder (laut oder leise) sprechend/murmelnd, singend oder in einem Sprechgesang .

Dies reicht vielen oftmals schon dafür, um die drei Begriffe miteinander zu vermischen, oder sie synonym für einander zu verwenden.
Doch brachtet man sie näher so kann man feststellen, dass diese Gemeinsamkeiten nicht dazu ausreichen, sie in dem Sinne gleich zustellen, dass sie Synonym für einander verwendet werden können.

Wenn ich versuchte die Unterschiede der drei sehr kurz zu erklären, würde es vermutlich auf folgende Kurzfassungen hinauslaufen:

Chant
Das rhythmische sprechen oder singen von Tönen, Worten oder auch kurzen Sätzen. Er dient im magisch-spirituellen Bereich z.B. in erster Linie dazu Energie aufzubauen, zu fokussieren und (eventuell) bei ihrer Lenkung zu unterstützen. Er kann einfache oder ganz komplexe Melodien beinhalten.


Affirmation

Ein positiver Glaubens-, bzw. ein „selbstbejahender Satz“. Er dient in erster Linie dazu, das Denken eines Menschen positiv zu beeinflussen/zu verändern. Es kann aber auch ein einzelnes Wort als Affirmation benutzt werden.

Mantra
(Heilige) Silben, Worte, Verse oder der Name einer Gottheit, die (laut oder leise) gesprochen, gesungen, in Gedanken rezitiert oder auch aufgeschrieben werden können.
Es dient einerseits z.B. dazu, den Geist (bzw. das Denken) zu fokussieren, zum anderen aber auch dazu, mentale und spirituelle Energien freizusetzen und bei der Meditation zu unterstützen, oder auch, um sich auf eine bestimmte Gottheit zu „konzentrieren“, diese anzurufen und/oder zu invozieren.

Diese kurze Gegenüberstellung lässt vielleicht bereits erahnen, dass die synonyme Verwendung der Begriffe fehlleitend ist.

 

Wortklauberei?
Doch warum sollte man sich überhaupt darum kümmern, wie was genannt wird?
Ist es nicht egal, ob man nun zu einem Mantra Affirmation, oder zu einem Chant Mantra sagt?

Nun ja. Eigentlich sind diese Fragen überflüssig. Ungenauigkeit und Falschinformation führen leider schon zu genügend Irritationen, Missverständnissen und dergleichen.
Und davon gibt es in „heidnisch-esoterischen Kreisen“ bereits genug.

Es ist noch niemanden bei der korrekten Verwendung von Begriffen ein Zacken aus der Krone gebrochen.
Die korrekte Verwendung von Synonymen ist selbstverständlich völlig legitim, doch aus Begriffen Synonyme zu machen, die bei genauerem Hinsehe und Beschäftigen gar nicht wirklich austauschbar sind, ist dann doch weit her geholt.

Äpfel sind ja schließlich auch keine Birnen. 😉

 

LG
Siat

Ende Teil 1

Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Wahrsagerei (Teil 2)

Wenn ich nun durch die Befragung eines Orakels einen Schimmer davon bekomme, was mich erwartet bzw. eher erwarten könnte…
Was tu ich dann mit der Info?

Im voran gegangenen Teil klang es ja bereits an:
Es ist natürlich stark davon abhängig, als was ich die Aussagen eines Orakels betrachte und wie ich mich, meinen Platz in der Welt und in der Schöpfung, und auch das Zusammenspiel zwischen Menschen, GötterInnen und Geistern sehe.
Betrachte ich mich als ausgeliefert? Den Geistern, dem Schicksal, den Göttern, den Geistern oder den Göttinnen?
Erlebe ich mich als macht-los und ohn-mächtig? Unfähig mein Leben, meine Schicksal zu beeinflussen?
Habe ich gar Angst davor, mein Leben selbst zu bestimmen weil ich befürchte gegen kosmische oder göttliche Gesetze zu verstoßen? Mir den „Zorn der Götter“ aufzuladen?
Oder bin ich der Meinung, dass wir unser Leben und Schicksal selbst bestimmen?

Wahrsagerei und (Selbst)Verantwortung

Quelle: facebook.com

Ein sehr wichtiges Thema auch in Bezug auf Orakelbefragung und Wahrsagerei ist die Verantwortung.
Diese betrifft nicht nur andere, sondern auch in einem sehr großen Umfang in erster Linie uns selbst.
Doch ob wir uns dieser Verantwortung stellen, oder sie verleugnen und uns lieber darauf zurückziehen, unser Leben von und durch andere gestalten zu lassen, statt aktive Gestalter unseres Lebens zu sein…
Das ist eine Entscheidung die kein Orakel, kein Tarot-Deck, keine Rune oder was auch immer wir befragen, für uns fällen kann.

„Erkenne dich selbst“, eine Aufforderung, die bereits am Eingang zum Orakel von Delphi gestanden haben soll, ist eine der wichtigsten „Lektionen“, die ich über die Jahre, die ich mich mit verschiedenen Orakelmethoden befasse, gelernt habe.

(Er)Kenntnis darüber zu erhalten, was die eigene Zukunft bereit hält nützt meiner Meinung nach nur dann wirklich etwas, wenn man auch gewillt ist, mit diesem Wissen zu arbeiten.
Das kann (eine große Portion) Mut erfordern, weil manche Erkenntnisse eben nicht weich gespült in Licht und Liebe sind, und diese zu verändern auch Kraft und Ausdauer verlangen, oder sie uns an unsere Grenzen bringen können.
Sie erfordert aber auch den Mut und den Willen sich mit sich selbst auseinander zu setzen.

Das bringt uns auf dem direkten Wege hin zum Thema „(Selbst)Verantwortung“ und auch zu der Frage warum man eigentlich ein Orakel befragt/befragen möchte.
„Natürlich, damit man Antworten auf seine Fragen erhält“, mag die offensichtliche Antwort darauf lauten.
Die wirklich spannende Frage, die auch direkt mit dem Thema „Verantwortung“ verbunden ist, folg fast automatisch daraus: „Was tun wir dann mit unseren Antworten? Bzw. was tun wir mit ihnen nicht?“
Lassen wir sie einfach stehen und denken nicht weiter über sie nach?
Nehmen wir sie als „Wahr-Sprüche“, die nicht hinterfrage, nicht interpretiert oder „bewegt“ werden dürfen, weil sie von den Göttern kommen und somit „sacrosanct“ sind?
Betrachten wir sie als endgültiges, unabwendbares Schicksal, dem wir ausgeliefert sind? Dem wir nur mit demütig gesenktem Haupt (oder aufrecht) begegnen, aber gegen das wir nichts tun können oder dürfen (weil wir sonst gegen den Willen der Götter handeln, die unser Schicksal bestimmen)?

Wie auch immer wir damit umgehen, was wir an Antworten erhalten, von Karten, Runen, Pendel, Witch-Boards, Menschen, die als Medien dienen usw, usf..
All´ diese befreien uns nicht von der Verantwortung selbst (und ständig) zu denken, zu handeln und mit unseren Entscheidungen, die wir auf Grundlage von welchen Hilfen auch immer fällen, zu leben.
Und sie befreien uns auch nicht von den Konsequenzen dessen was wir tun und denken, oder auch unterlassen!

Natürlich, es hält uns auch niemand davon ab, wenn wir uns hinstellen und uns als „Opfer der Umstände“ oder „des Schicksals“ sehen und betiteln wollen. Auch dies ist eine Entscheidung, die wir fällen, und die manchmal als (verlockende) „einfachste Lösung“ erscheinen kann.
Vor allen Dingen, weil wir dann jemanden (oder etwas, wie z.B. eine „Prophezeiung“) für unser „Elend“ verantwortlich machen, dem wir die „Schuld“ geben können.

Änderungen in unserem Leben, in unserem Verhalten oder wo auch immer, können wie gesagt, weder durch Karten, noch durch (das Werfen von) Runen noch durch ein anderes Medium hervorgerufen werden.
Wahrsage/Orakel-Methoden können nur Hinweise, Tips, Ratschläge u.ä. geben, aber TUN (und die Entscheidung fällen, etwas tun zu wollen oder auch nicht) können nur wir etwas.

Quelle: Facebook
Quelle: Facebook

Selbsterfüllende Prophezeihungen und Wahrsagerei
Ein weiteres manchmal etwas unterschätzes Thema, ist die Selbsterfüllende Prophezeiung:
Je mehr man davon überzeugt ist, dass das, was man aus Karten, Runen oder dergleich liest, oder von anderen Orakelmethoden vohergesagt bekommt, auch ganz genau so eintritt, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch passiert.
Wir „warten“ nur darauf, haben Angst und ändern (vielleicht auch nur minimal und unterbewusst) dadurch unserer Verhalten, unsere Handlungen und/oder Denken, was wiederum Einfluss darauf hat, was von uns wie wahrgenommen wird usw. .
Es entsteht eine Art „Kreislauf“, den wir erst dann durchbrechen können, wenn wir es auch schaffen, unser Denken zu ändern.
Das funktioniert in die eine Richtung ebenso wie in die andere. Sprich sowohl in Richtung positiver Dinger, als auch negativer.

Der verantwortungsvolle Umgang mit Orakelaussagen ist daher auch aus diesem Blickwinkel zu betrachten.  Sowohl wenn es darum geht, das man selbst ein Orakel befragt, aber auch, wenn man für andere z.B. Karten legt.
Christen legen Jesus die Worte in den Mund: „Wie du glaubst, so geschieht dir.“ Eine genaue Beschreibung dessen, was Selbsterfüllende Prophezeihungen sind.
Wenn ich jedes einzelne Wort so nehme, wie es ausgesprochen wurde, dann kann es unter Umständen sein, dass ich auch exakt genau das bekomme, egal um was es sich handelt.

Das Leben beginnt dort, wo die Angst endet (Osho)
Sein Leben selbst in die Hand zu nehmen und trotz diverser Ratschläge sich die Macht zu nehmen, über sich selbst zu bestimmen, erfordert eine Menge Mut, und die Überwindung von Ängsten, auch wenn diese sich vielleicht nicht im ersten Augenblick als Ängste offenbaren.
Unsicherheit und Angst gehören, zumindest meiner Beobachtung nach, zu den häufigsten Ursachen dafür, dass sich Menschen in die Abhängigkeit von Wahrsagern oder von Orakeln begeben.
Die Gründe, warum Unsicherheiten und/oder Ängste die Entscheidungsfähigkeit, und damit das Leben beeinflussen, können natürlich wiederum sehr vielfältig und individuell sein, weswegen sie an dieser Stelle nicht weiter besprochen werden können. Es würde den Rahmen spengen.

Orakelsprüche nicht ausschließlich als „Wahrsprüche“ zu nehmen, sondern sie in seinem Herzen oder im Kopf zu bewegen um ihre Botschaft (so) vollständig (wie möglich) zu erfassen, auch wenn sie von einem anderen Menschen kommen, ist ein Schritt dazu, die eigenen Ängste zu überwinden und sich die „Macht“ über das eigene Leben zurück zu erobern, und auch aus dem Feld der Selbsterfüllenden Prophezeihungen etwas heraus zu treten, bzw. sich bewusst zu machen, wo diese welche Wirkungen auf unser(e) Leben(sgestaltung) haben.

Siat

Tischdecke „Nil-Göttin“

Ich liebe es zu häkeln.
Diesmal habe ich mich für ein Wichtelgeschenk das erste mal an eine Tischdecke gewagt.

Das Häkelmuster gibt es kostenlos bei Ravelry und ist von Heike Maddalina. KLICK
Allerdings müsst Ihr einen Account bei Ravelry haben, um die Häkelanleitung runterladen zu können.

Das Ergebnis:

© Siat
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© Siat
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Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass man dies auch schön als Wandbehang nutzen könnte, wenn man an den oberen Rand z.B. Ösen anbringt. 🙂

 

LG
Siat