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Devi Mahatmya Stotra Ashtakam

Das Devi Mahatmya gehört neben der Shrimad Devi Bhagavatam Purana zu den wichtigsten Schriften der Shaktas, den VerehrerInnen der Göttin im Sanatana Dharma.
Das Devi Mahatmyam besteht aus 13 „Gesängen“/Hymnen, die einen Teil der Markandeya-Purana bilden, einer Schrift die (wie im Grunde alle Puranas) in Dialogform geschrieben wurde.
Die Hymnen des Devi Mahatmyam beschreiben einerseits die Herrlichkeit der Göttin und andererseits Ihren Kampf gegen Unwissenheit und Übel in der Welt, das durch verschiedene Asuras (1) , Gegenspieler der Devas (2), versinnbildlicht wird.
Dabei spielen verschiedene „Inkarnationen“ der Göttin (meist Durga oder Kali) eine Rolle.
Diese Hymnen spielen in der Verehrung der Göttin und bei Ihren Ritualen eine sehr wichtige Rolle. So werden sie in Auszügen oder auch komplett rezitiert, bzw. gesungen.
Navratri, die neun heilgen Nächte der Göttin, die (je nach Pfad) vier bis fünfmal im Jahr stattfinden, sind eine Zeit, in der traditionell das Devi Mahatmyam rezitiert wird.
In welcher Weise dies geschieht, ist ebenfalls nach Tradition und Pfad recht unterschiedlich. Doch darauf werd ich in anderen Artikeln eingehen.
Da das Rezitieren des gesamten Devi Mahatmyams einen nicht zu unterschätzenden Zeitaufwand bedeutet (vor allem wenn man bedenkt, was für vorbereitende Maßnahmen ggf. noch vorgenommen werden), ist eine beliebte Variante die Rezitation des Devi Mahatmya Stotra Ashtakam.
Diese Hymne fasst die Geschichten, die in den dreizehn Kapiteln des Devi Mahatmya erzählt werden in einem Oktett zusammen (in der Übersetzung lässt es sich jedoch leider nicht umsetzen).

Passend zum jetzigen Frühlings-Navratri möchte ich Euch gern eine deutsche Übersetzung präsentieren.
Die Übersetzung des Devi-Mahatmyam von Sanskrit in Englisch von P.R. Ramachander findet Ihr im Übrigen hier KLICK.


Lakshmeese yoga nidhram prabhajathi bhujaga
Deesa thalpe sadad pad
Vuthpannaou dhanavou thachra vana mala mayangaou
Madhum kaidabham cha
Drustwa bheethasya dhathu stuthibira binutham,
Masu thou nasayantheem
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Vishnu auf der Schlange Shesha, Brahma auf dem Lotus, Adi-Shakti und die Asuras Madhu und Kaidabha Quelle: exoticindiaart.com (Klick a. Bild)

Einstmals,
als der Gebieter Lakshmis
im tiefen Yoga-Schlaf versunken war
auf Seinem furchteinflößenden Schlangenbett,
und die urzeitlichen Dämonen Madhu und Kaidabha,
hervorkamen aus Seinem Ohrenschmalz
und Brahma, den Schöpfer, zum Erzittern brachten,
Erhörtest Du, Oh Durga, Seine Gebete
und tötestest sie beide.
Und so falle ich zu Deinen Füßen
für die Lösung all meiner großen Probleme.

 

Yudhe nirjithya daithya stribhuvanamakilam,
Yastha deeyeshu dishnyai,
Shwasthapya swan vidheyan swayamagama Abhasou,
Sakratham vikramena,
Tham saamapthyaptha mithram mahisha mapi niha
Thyasya moordhathi roodam,
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Durga als Mahishasuramardini; Künstler: unbekannt, frühes 16.Jhd.; Quelle: wikimedia.org (Klick a.Bild)

Als der große Dämon Mahisha,
der Indra, den Herrn aller Devas, im Kampf besiegte,
und durch seine Fähigkeiten alle drei Welten zu seinen Sklaven machte,
und seine Untergebenen einsetze, um über sie zu herrschen,
tötestest Du, Durga, ihn zusammen mit seiner Armee,
seinen Ministern und Freunden.

Und so falle ich zu Deinen Füßen
für die Lösung all meiner großen Probleme.

 

Viswothpathi pranasa sthithi vihruthi pare,
Devi Gora marari,
Thrasath thratham kulam na punarapi cha maha
Sankadeshwi diseshu,
Avirbhooya purasthadithi chararana namath,
Sarva geervana vargam,
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Hey, Göttin Durga,
Die Du im Akt der Schöpfung versunken bist
in der Erschaffung, Erhaltung und Zerstörung des Universums,
Hey, Göttin,
die Du die Verkörperung des Lichtes bist,
die Götter und Devas appelierten an Dich:
„Du hast uns vor der Gefahr errettet,  Mutter,
die der große Rakshasa (3) mit seinem Krieg darstellte,
und wir beten, dass Du unsere Früchte
in Zukunft ebeso rettest, wie heute.“
Und Du pflichtetest Ihnen bei.
Und so falle ich zu Deinen Füßen
für die Lösung all meiner großen Probleme.

 

Hanthum Shumbham Nishumbam tridasa gana nutham, Hemadolam himadri,
Aarudaam vyuda darpan yudhi nihatha vathim,
Dhoomra drik chanda mundane,
Chamundakhyamdhadanam upasamitha maha,
Raktha beejopasargam,
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Dem Gebet der Göttern beipflichtend
kamst Du zu den verschneiten Bergen,
auf einer goldenen Schaukel
und tötetest die stolzen Dämonen von Shumbha und Nishumba,
nachdem Du Dhommraksha, Chanda und Munda getötet hattest.
Du wurdest gerufen udn gepriesen als Chamunda,
und Du tötetest auch die große Übel Rakthabeeja,
Und so falle ich zu Deinen Füßen,

für die Lösung all meiner großen Probleme.

Durga tötet Rakthabeeja, während Kali sein Blut trinkt. Quelle: exoticindiaart.com (Klick Bild)

 

Brahmesa skanda Narayana kiti,
Narasimhendra Shakthi swa bruthya,
Kruthwa hathwa nisumbam jitha vibutha ganam,
Trasitha sesha lokam,
Eki bhooyada shumbham rana sirasi niha
Tyasithamatha Gadgaam,
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Du tötestest Shumbha,
der über alle Devas herrschte,
in dem Du die Shaktis von Brahma,
Skanda, Narayana, Narashima,
Varaha und Indra zu Deinen Gehilfinnen machtest
und dann alle in Dir vereintest.
Und Du tötestest Nishumbha in einem schrecklichen Krieg
Und so falle ich zu Deinen Füßen,
für die Lösung all meiner großen Probleme.

Saptamatrika; Quelle: exoticindiaart.org (Klick Bild)

 

 

Uthpanna nandajethi swayam avani thale,
Shumbamanyam Nishumbham,
Bramaryakya Arunakhyam punarapi janani,
Durgamakhyam nihanthum,
Bheema, Sakambareethi, truti tharipu Gata,
Raktha danthethi Jaa thaam,
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Du wurdest als Tochter des Königs Nanda geboren,
Auf dieser Heiligen Erde,
um die Rakhasas Shumbha und Nishumba zu töten,

Bhramaramba (Bhramari), Mutter der Bienen; Quelle: Maa Vaishnavi.com (Klick Bild)

und Du wurdest als Biene geboren, um den Asura Aruna zu töten
und wieder wurdest Du geboren, als Heilige Durga,
um den Asura zu töten, der Durgama genannt wurde.
Du warst berühmt als Bheema, als Du die Asuras in Deiner Raserei verschlangst.
Du warst bekannt als Sakambhari, als Du Speise auf Deinem Körper wachsen liest, für die tausenden Verhungernden,
während einer großen Hungersnot.
Und Du warst auch bekannt under Rakthadantha,
weil Du die Asuras Vipra und Chitha verschlangst.
Und so falle ich zu Deinen Füßen,
für die Lösung all meiner großen Probleme.

Shatakshi/Sakambhari, die Göttin mit unzähligen Augen, die den Menschen Wasser und Nahrung brachte, damit sie nicht verhungern. Quelle: exoticindiaart.com (Klick Bild)

 

Tri giunyaanam gunaanaam anusarana kala
Keeli naanavatharai,
Tri lokya trana seelaam dhanuja kula vanee,
Vahnee leela saleelaam,
Deveem sachinma mayeem tham vit haritha vinamath,
Sathree vargaaapavargaam,
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Du bist alle drei Gunas in einer vereint,
Du spielst Dein göttliches Spiel in verschiedenen Gestalten,
Du achtest auf alle drei Welten,
Du raffst kinderleicht die Asuras hinweg,
mit der Heftigkeit eines Wirbelsturmes in einem Wald
Du bist die Verkörperung von allem, was gut ist
für die, die sich vor Deinen Füßen in Demut verneigen
Du gewährst ihnen alles, was sie ersehnen
hier und danach.
Und so falle ich zu Deinen Füßen,
für die Lösung all meiner großen Probleme.

 

Navdurga4
Durga und die sieben Matrika; Künstler/Artist: unbekannt

Simharoodam trinethraam kara thala vilasath,
Sankha chakrasi ramyam,
Bhakthabeeshta pradathreem ripu madana kareem,
Sarva lokaika vandhyam,
Nana alankara yuktham sasi yutha makutam,
Syamalangeem krusangeem,
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Sie, die auf einen Löwen reitet. Sie, die drei Augen hat.
Sie, die ein Muschelhorn und das Wurfrad mit bezaubernder Anmut trägt.
Sie, die die Bitten Ihrer Verehrer erfüllt.
Sie, die Ihre Feinde vernichtet.
Sie, die in allen Welten verehrt wird.
Sie, die in Vollkommenheit gekleidet ist.
Sie, die den  Mond an Ihrer Krone trägt.
Sie, die von schwarzer Farbe ist
Sie, die von schlanker Gestalt ist.
Ich falle zu Deinen Füßen,
für die Lösung all meiner Probleme.

 

Trayaswa swamin ithi tri bhuvana janani,
Prarthana twayya partha,
Palyanth abhyarthanayam bhagawathi sisava,
Kinnvananya jananya,
Tathubhyam syannamasyethya vanatha vibhdha,
Ahladhi veeksha visargam,
Durgam deveem prapadye saranamaha,
Masesha apadan unmoolanaya.

Adi-Parashakti und die Trimurti (Dreiheit) von Brahma, Vishnu und Shiva als Ihre Kinder. Künstler/Artist: unbekannt;
Adi-Parashakti und die Trimurti (Dreiheit) von Brahma, Vishnu und Shiva als Ihre Kinder. Künstler/Artist: unbekannt;

„Es besteht keine Notwendigkeit, oh Durga, Dich zu bitten
uns zu beschützen und zu retten,
denn hat die Mutter, von der sie allein abhängen,
jemals ein Bitten gebraucht.
Und so grüßen wir Dich“,
so beten die Götter zu Dir.
Und so falle ich zu Deinen Füßen,
für die Lösung all meiner großen Probleme.

 

Etham santha padanthu sthavam akhila vipa,
Jjala thoolana labham,
Hrinmoha dwantha bhanu prathima makhilam,
Sankalpa kalpa dru kalpam,
Dowrgam dowargathya goratha pathu hina kara,
Prakhya mam ho gajendra,
Sroni panchasya desyam Vipula bhayadha
Kaalahitha tharkshya prabhavam.

Lass dieses Gebet an die Göttin Durga sein
wie ein Wind für ein Baumwoll-Bündel der Sünden
wie eine Sonne für den stockdunklen Verstand
wie der alle Wünsche erfüllende, göttliche Baum,
wie der kalte Mond für die glühende Hitze der Not,
wie ein Löwe vor der Elefantenherde der Sünden,
und wie ein furchterregender Adler vor dem König der Kobras.
Rette uns vor allen Gefahren,
und lass dieses von allen Verehrern immer gesungen werden.

 

 

Adi-Parashakti; Künstler/Artist: unbekannt.
Adi-Parashakti; Künstler/Artist: unbekannt.

 


 

1- „Dämonen“; Gegenspieler der Devas mit eifersüchtige und neidische Charakter, die gegen die lichtvollen Devas kömpfen.

2-sanskr. wörtl.: „Gott“; es handelt sich hierbei nach verschiedenen Vorstellungen um Götter/Göttinnen (=Devis), die dem höchsten Göttlichen dienen, die dem Rad der Wiedergeburt unterworfen sind und/oder um Halbgötter

3-Dämonen bzw. nächtliche Geister, die häufig in Tiergestalt oder Mischwesen zwischen Menschen und Tieren erscheinen. Obwohl sie in der Regel von bösem Wesen sind und Menschen und Göttern eher feindlich gesonnen sind, können verschiedene Rakshasas auch das gute Unterstützen und sich als besonders tugendhaft und kultiviert zeigen.

Gedanken zu Zerstörung und Terror im Namen Gottes

Was in den letzten Wochen durch die Nachrichten ging, ließ mir immer wieder den Satz: „Das hatten wir doch schon mal, nur unter anderem Banner.“  in den Kopf schießen.

Bild: dpa Quelle: SPON (Klick auf´s Bild, um zum Artikel zu kommen)

Videos und Bilder, die Anhänger des Islamischen Staates dabei zeigen, wie sie unwiederbringlich antike (Kult)Stätten und (Kultur)Schätze zerstören, gingen um die Welt.
Und dabei ist sicherlich nicht nur der archäologische und touristische Wert beklagenswert.

So spricht der HERR Zebaoth:
Die Mauern der großen Babel sollen untergraben und ihre hohen Tore mit Feuer angesteckt werden, daß der Heiden Arbeit verloren sei, und daß verbrannt werde, was die Völker mit Mühe erbaut haben.
-Jeremia 51, 58

Nimrod, Ninive, Al-Hadra. Dazu zahlreiche Artefakte in einem Museum in Mossul.
Die (m.E. berechtigte) Sorge geht um, dass auch Babylon zu einem Opfer der IS werden könnte, wie wohl auch zahlreiche weitere Stätten, die bisher (noch) verschont geblieben sind.
Ein „Kultur-Vandalismus“, wie ihn die Medien nennen, mit dem sich die Islamisten in guter Gesellschaft mit ihren abrahamitischen Brüdern befinden.

Die Intention dahinter ist der christlicher Missionare und Kreuzfahrer früherer und auch neuerer Zeit, oder gar den jüdischen Eroberungszügen im Namen Gottes, nicht unähnlich:

Mohammad bei der Zerstörung der Götterbildnisse der Kaaba; L’Histoire Merveilleuse en Vers de Mahomet, 11. Jhd.; Quelle: wikimedia. org

Die Vernichtung von Götzen, von Zeugnissen (in diesem Fall) vor-islamischer Kultur und Religion, die als „falsch“ betrachtet und, „freundlich“ ausgedrückt, für Irrlehren gehalten werden.
Schließlich gibt es „keinen Gott, außer Allah“!
Doch dieser Name ist austauschbar.

Mich berühren diese Bilder, Berichte und Geschehnisse auf eine recht eigentümliche Weise.
Vielleicht, weil sie mir eine Ahnung davon verschaffen, wie das „jüdische Volk“ und später auch christliche Kreuzfahrer und Missionare gewütet haben (könnten).

Gideon zerstört mit seiner Armee den Altar und das Abbild des Gottes Baal; Künstler/Artist: Maerten van Heemskerck; Quelle: wikimedia.org

Die zahlreichen Gebote und Aufrufe des abrahamitischen Gottes zu Zerstörung von „Götzen“, dem „Niederbrennen heiliger Haine“ usw. sind vielfältig, und beschränken sich, wenn man sich die Bibel betrachtet, nicht nur auf das Buch Jeremias.
Auch in den Büchern Moses´ finden wir ähnliches Häppchen, wie z.B. dieses:

Und der HERR redete mit Mose in dem Gefilde der Moabiter an dem Jordan gegenüber Jericho und sprach: Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den Jordan gegangen seid in das Land Kanaan, so sollt ihr alle Einwohner vertreiben vor eurem Angesicht und alle ihre Säulen und alle ihre gegossenen Bilder zerstören und alle ihre Höhen vertilgen, daß ihr also das Land einnehmet und darin wohnet;
– 4. Moses 33, 50-53

Und in den Chroniken wird z.B. über König Josiah, einem Sohn Davids, berichtet:

Denn im achten Jahr seines Königreichs, da er noch jung war, fing er an zu suchen den Gott seines Vaters David, und im zwölften Jahr fing er an zu reinigen Juda und Jerusalem von den Höhen und Ascherabildern und Götzen und gegossenen Bildern und ließ vor sich abbrechen die Altäre der Baalim, und die Sonnensäulen obendrauf hieb er ab, und die Ascherabilder und Götzen und gegossenen Bilder zerbrach er und machte sie zu Staub und streute sie auf die Gräber derer, die ihnen geopfert hatten, und verbrannte die Gebeine der Priester auf ihren Altären und reinigte also Juda und Jerusalem, dazu in den Städten Manasses, Ephraims, Simeons und bis an Naphthali in ihren Wüsten umher. Und da er die Altäre und Ascherabilder abgebrochen und die Götzen klein zermalmt und alle Sonnensäulen abgehauen hatte im ganzen Lande Israel, kam er wieder gen Jerusalem.
– 2. Chronik 34, 3-5

Christlicher „Vandalismus“ an den Externsteinen, Teuteburger Wald, Deutschland; Quelle: wikimedia.org

Dieses sind nur ein paar ausgewählte Beispiele.
Die „Brüderlichkeit im Geiste“ von Judentum, Christentum und Islam lässt sich auch in dieser Hinsicht deutlich erkennen.
Und blicken wir uns weiter in der Geschichte um, beschäftigen uns mit der Eroberung der „Neuen Welt“ (und die gewaltsame Missionierung ihrer Ureinwohner) oder setzen uns auch mit der zum Teil gewaltsame Ausbreitung des Christentums auch in unseren Breiten auseinander, sind die Parallelen doch ziemlich ernüchternd und ja, auch ein wenig beunruhigend.

Zerstörung der Irminsul durch Karl den Großen; Künstler: Heinrich Leutemann; Quelle: Wikimedia.org

Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir die Fresse ein

So uncharmant dieses Sprichwort auch ist, so wahr ist es leider auch hinsichtlich abrahamitischer (und ja, z.T. auch (neu)heidnischer) Religionen.
Der Kampf um den „wahren Glauben“, die „wahre Religion“, und ja, auch um Gläubige (um deren „Seelenheil“/“Wohl“ man sich bemüht glaubt) ist vielleicht so alt wie der Monotheismus, bzw. die abrahamitischen Religionen.
Dabei schrecken die (fundamentalistischen) Anhänger, obwohl sie Brüder im Geiste sind, natürlich auch nicht davor zurück, dem anderen „die Wahrheit (TM)“ abzusprechen, und sie für sich zu beanspruchen.
Juden gegen Christen und Moslems. Moslems gegen Christen und Juden. Christen gegen Juden und Moslems. Und natürlich geht es auch munter untereinander weiter. Christen sprechen Christen den „wahren Glauben“ ab, sowie es Juden und Moslems ebenfalls untereinander tun.

Ein irrsinniges Rad, was sich immer weiter und weiter dreht und dabei natürlich auch noch alles mit zu reißen sucht, was nicht abrahamitisch ist, und undifferenziert als „Heiden“ oder „Ungläubige“ betitelt wird.
Es ist ein (religiöser) Wahnsinn, dessen Wurzeln m.E. im Anspruch liegen, DIE Wahrheit (TM) für alle Völker der Welt zu sein, die diese bedingungslos und ohne zu hinterfragen zu akzeptieren hätten. Wenn nicht… Dann warten wahlweise Schwert oder Steine auf einen.
Es mutet dann doch etwas zynisch an, wenn die Anhänger dann von einer „Religion des Friedens“ und von einem „liebenden Gott“ sprechen.

Die Zerstörung von (Kult)Stätten, Schriften, Statuen usw. stellt m.E.  den Versuch dar, die entsprechenden Götter, ihre Kulte und die Religion aus dem Gedächtnis der Menschen zu tilgen.
Wobei es mir scheint, dass es nicht nur ausschließlich um das „Aus dem Gedächtnis tilgen“ zu gehen scheint, sondern auch um das Auslöschen entsprechender Identität, die sich im Kult, aber auch in der Kunst und natürlich der Schrift wiederspiegelt.

Gewalt, in welcher Form auch immer, ist tief verwurzelt in den abrahamitischen Religionen und ihren Heiligen Schriften.
Da braucht man sich nur die Zeit zu nehmen, und sich die Bücher mal komplett durchzulesen und nicht in einer selektiven Weise, wie es von allen Vertretern heute gern gemacht wird. Fundamentalisten, Anhänger, die bereit sind wirklich ALLES für ihren Glauben und ihre Religion zu tun, gibt es bei allen drei.
Und wer sich wachen Auges umsieht, der wird recht schnell bezüglich christlicher (und jüdischer) Extremisten fündig, die z.B. von Amerika aus versuchen, hier in Deutschland und anderen Ländern der EU Fuß zu fassen und Anhängerschaft zu rekrutieren.
Ein sehr eindrucksvolles Beispiel dafür ist „The Call“.

Ich habe immer wieder den Eindruck, dass der „Frieden der Religionen“,  den wir hier in Europa und dem Westen haben, ein recht zerbrechlicher ist.
Uns hier in DE hilft mit sicherlich auch, dass wir im Grundgesetz die Religionsfreiheit fest verankert haben, auch wenn grade „wir“ Heiden da heute noch immer mal wieder unsere Problemchen in der Gesellschaft wahrnehmen.
Was sicherlich nicht hilfreich ist, so meine ich, ist der unsägliche Gotteslästerungsparagraph, weil er vor allen Dingen einseitig zu Gunsten des Christentums ausgelegt und angewendet wird, und andere Glaubenswege davon ausgenommen scheinen.
Würde es etwas ändern, wenn er für alle gelten würde?
Hm, ich kann es natürlich nicht sagen, doch ich denke, es würde zumindest dazu führen, dass sich ein Weg nicht gegenüber eines anderen benachteiligt fühlen würde.
„Gleiches Recht für alle!“, wie es so schön heißt.
Die andere Möglichkeit wäre, ihn komplett abzuschaffen, was mir angesichts des Themas „Meinungsfreiheit“ eigentlich als die sinnvollste Lösung erscheint. Doch ich bin etwas ab vom Thema.

Wenn ich mir die Bilder in den Medien betrachte, dann habe ich den Eindruck durch ein Fenster zurück in der Zeit zu blicken.
Auch wenn viele Christen und Juden davor zurück schrecken, so ist es einfach eine Tatsache, dass sie ganz genau denselben Schrecken, genau dieselbe Zerstörung, denselben Terror und dasselbe Leid in die Welt gebracht haben, wie heute ihre islamistischen Brüder.
Sie unterscheiden sich nur darin, dass die Mittel damals etwas andere waren als heute.
Doch egal, wie sie ausgetragen werden und wurden.
„Dreckig“ war und ist jeder dieser Eroberungszüge, auch wenn sie im Namen Gottes geführt werden.
Ich fühle mich ein wenig zurück gesetzt in die Zeit, in der erst Juden und dann Christen Andersgläubige verteufelten, ihre Heiligtümer und Bildnisse zerstörten und entweihten, die Priesterschaft und Anhänger der entsprechenden Pfade ermordeten, Frauen vergewaltigten und stahlen, was sie nur tragen konnten.

Heute ist eine andere Zeit. Wir haben eine Welt, die einwenig wie ein Puzzel zusammen gesetzt wird.
Wir haben hier im „Westen“ das unglaubliche Glück, dass wir die Aufklärung hatten und sich wahnsinnig viel in den Kirchen entwickelte.
Wir dürfen auch bei all dem Schrecken und Terror ebenso nicht vergessen, dass nicht alle Moslems den Islamisten der IS identisch sind, ebenso wenig, wie jeder Christ ein evangelikaler Fundamentalist ist, der dazu bereit ist als Kreuzfahrer die „barbarischen Moslems“ niederzumetzeln.

Ich selber habe in diesem Artikel natürlich auch stark vereinfach von „den“ Moslems, Juden und Christen geschrieben.
So einfach stellt sich das aber im Licht der Realität  betrachtet natürlich nicht.
Auch Christentum, Judentum und Islam bestehen alle aus unzähligen Strömungen und überall gibt es sowohl gemäßigte wie auch radikale Ansichten und Ausrichtungen.

Gefahr geht m.E. von jeglicher Art von Fundamentalismus und Radikalismus aus, und es ist unsere Aufgabe, egal welchen Pfad wir gehen, diesbezüglich achtsam zu sein und diesen entgegen zu treten.

 

Quelle: Kritisches Netzwerk.de

 

Siat

 

 


 

Quellen und weiterführende Links:
Bad news about Christianity-Cultural Vandalism
Spiegel Online.de
World Socialist Website-IS zerstört antike Stätten bei Mossul
Frankfurter Rundschau (Online)
Zeit Online
Bibel Online

 

Videos (Beispiele, die zur weiteren Recherche anregen mögen)

Mantra, Chant & Affirmation-Ein Versuch der Unterscheidung (Teil 4)

Nachdem wir uns im zweiten  und dritten Teil dieser Artikelreihe mit den Begriffen des Chants und der Affirmation auseinandergesetzt haben, möchte ich mich dem etwas komplexen Thema „Mantra“ widmen.

मन्त्र Mantra

Wortherkunft
Der Begriff stammt aus dem Sanskrit, bei der es sich, ganz grob gesagt, um eine alt-indische Sprache handelt, die auch heute noch gesprochen wird.
Die Übersetzung des Wortes ist sehr vielfältig. So kann es:

  • (Bann)Spruch
  • (vedische) Hymne oder eine Opferformel
  •  heiliger Text oder ein heilge Spruch
  • Gebet oder Lobpreis
  • Geheimnis
  • Zauber/Amulett
  • mystische Verse
  • heilige Formel, die an jede individuelle Gottheit gerichtet ist/sein kann

bedeuten.
Doch die wohl bekannteste Übersetzung ist „Instument des Denkens“ oder „des Geistes“.

Die Ursprünge des Wortes werden meist auf die Wurzel मन् (man) und auf das Präfix  त्र (tra) zurückgeführt.

मन् (man) lässt sich dabei einerseits auf das Verb मन्यते (manyate) als auch auf मन (mana), मान (mAna) bzw. मना (manA) zurück führen, deren Bedeutungen sich im weitesten Sinne um das Denken, Erkennen, Verstehen, Wissen drehen.

Verb: मन्यते (manyate)

  • (nach) denken (an/über)
  • vorstellen
  • wahrnehmen
  • mit den/allen Sinnen erfassen
  • das Herz/die Gedanken auf etwas richten
  • begreifen/erfassen/verstehen
  • wissen
  • glauben
  • anbieten
  • anbeten
  • hoffen/wünschen
  • (ver)ehren

Substantive: मन (mana), मान (mAna) bzw. मना (manA)

  • Gedanke/Denken/Geist
  • Vorstellung
  • Sicht
  • Glauben
  • Idee
  • Hingabe
  • Anhaftung
  • Stolz
  • Ehre
  • Selbst-Respekt
  • Wunsch
  • Überlegung

Das Präfix wird, wie bereits gesagt, in der Regel auf das Wort त्र (tra) zurückgeführt. Dieses wiederum kann auf zwei unterschiedliche Wurzeln zurück geführt werden.
Die eine steht mit der Wortwurzel त्र (tra) in ganz direkter Verbindung zu dem Verb त्राति (trAti) und dem Substantiv त्रा (tra).
Die andere über die Verben तरति (tarati)तरुते (tarute)तितर्ति (titarti) und तारयति (tArayati) mit der Wortwurzel तॄ  (tRR).

Verb: राति (trAti)

  • retten
  • bewahren
  • erhalten
  • schützen
  • befreien
  • auffangen

Substantiv: त्रा (tra)

  • Verteidiger
  • (Be)Schützer

Verben रति (tarati), तरुते (tarute), तितर्ति (titarti) und तारयति (tArayati) besitzen im Ganzen dieselbe Bedeutung:

  • schwimmen
  • verrichten/ausführen
  • führen durch/über
  • durchkommen
  • durchdringen
  • erreichen
  • retten
  • entkommen
  • flüchten
  • erfüllen
  • überwinden
  • bewältigen
  • bezwingen/-siegen
  • durch-/überqueren
  • ein Ende/Ziel erreichen
  • segeln über
  • befreien (von)
  • (hin)über(ge)leiten

 

Definition
„Mantra“ zu definieren ist mindestens genauso schwierig, wie den Begriff (direkt) zu übersetzen.

Ursprünglich, und sehr oberflächlich betrachtet, handelt es sich bei einem Mantra um einen (zu rezitierenden) Vers aus den Veden (und anderen Schriften, wie z.B. den Puranas), was es faktisch zu einem Stück „vedischer Poesie“ macht.
Die heiligen Schriften  sind in einer bestimmten Weise und nach einem bestimmten Versmaß geschrieben, um das Auswendiglernen zu erleichtern.


Sprache ist das Wesen des Menschseins

Letztlich basiert alles, was wir als Menschen denken und letztlich werden und sind, auf dem Ausdruck in Sprache und Schrift. Eine funktionierende Gesellschaft ohne (irgendeine Form von ) Sprache bzw. Kommunikation wäre überhaupt nicht möglich.
Egal um was es geht: Alles kann erst dann „ins Sein“ kommen, wenn es gerufen und damit ausgedrückt wird.
Die Wichtigkeit von Klang und Sprache finden wir in fast allen Kulturen.
So z.B. im alten Kemet, wo Hu und Sia den (göttlichen) Ausspruch und den Verstand/die Einsicht/Erkenntnis als Gottheiten personifizieren, die jeder Gottheit und jedem Menschen innewohnen und ohne die das Wirken nicht möglich wären.
Dies zieht sich weiter bis in die abrahamitischen Religionen, wo wir in der Bibel den Ausspruch finden: „Im Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“ (Joh. 1, 1)

 

Mantra als Macht und Energie-tragender Klang
Worte, und damit natürlich die Sprache, sind (wie alles andere auch) Schwingung.
Wenn wir etwas sagen, entstehen zwangsläufig Schwingungen in Form von Tönen, bzw. Klang/Lauten, deren (Aus)Wirkung wir beobachten können.
Bevor sich die Sprache(n) entwickelte(n), kommunizierten unsere Vorfahren über Laute, die im Laufe der Zeit mit bestimmten „Wirkungen“ oder „Dingen“ in Verbindung gebracht wurden.
Das wir wissen, welche Schwingung (welcher Laut/Klang) was bedeutet, verdanken wir im Grunde der Tatsache, dass diese irgendwann mal mit bestimmten Dingen verknüpft wurden.

Schwingung/Laut/Klang  mit bestimmten „Wirkungen“ oder Dingen in Beziehung zu setzen ist die eine Ebene.
Die andere ist die der Absicht bzw. des Zwecks.

Wird eine Schwingung mit einer Absicht verbunden, erhält diese eine zusätzliche Färbung, bzw. einen zusätzlichen (geistigen) „Bestandteil“, der das Ergebnis der beinflusst/beeinflussen kann.
Beobachten können wir das z.B. auch in unserem ganz normalen Alltag, abseits von Spiritualität und Magie, wenn wir uns unsere Verwendung von Worten, ihre Betonung usw. betrachten, mit denen wir nicht nur andere, sondern auch uns selbst beeinflussen (können). Sprechen wir etwas aus, ist es immer auch mit einer Absicht oder einem Zweck verbunden. Somit wird gleichzeitig die Schwingung dessen, was wir sagen durch das, was wir beabsichtigen (wollen) gefärbt.

Schall  und/oder Klang können wir mit einer Welle vergleichen, die von unserer Intention gefärbt wird.
Diese „Färbung“  ist mit einem Farbfilter vergleichbar, durch den das Sonnenlicht scheint, wodurch das Licht nicht mehr klar, sondern in dem spezifischen Licht erscheint.

Doch egal welche Ebene wir uns betrachten, Worte sind Energie.
Sie tragen die Macht in sich, Dinge zu bewirken und zu beeinflussen.
Das trifft auf alles zu. Mantras selbst sind in dieser Form jedoch noch spezieller.
Wir haben auf der einen Seite die generellen Bedeutungen und Übesetzungen, die mit einem Mantra verbunden sind, auf der anderen Seite jedoch dann das, was ein Mantra tatsächlich bewirkt/bewirken kann, wenn man es ausspricht.
Ähnlich, wie wir nur die Begriffe „heiß“, „Schmerz“ und „Flamme“ in eine Beziehung setzen und wirklich verstehen können, wenn wir uns an einer Flamme die Finger verbrennen, ist es auch mit Mantras.
Wir verstehen Mantras erst dann wirklich, wenn wir sie und ihre Wirkung erfahren.

 

Mantras, Bewusstsein und Körper
Von vedisch-hinduistischen Standpunkt aus betrachtet, besteht der Mensch nicht nur aus einem einzigen Bewusstsein, sondern viel mehr aus vielen verschiedenen Bewustseinsebenen, die nicht nur den physisch-materiellen Körper durchdringen, sondern auch in die verschiedenen Energiekörper und die Aura hineinreichen.
Auch jedes Organ bis hin zu den verschiedenen Körpersystemen (z.B. (Blut)Kreislaufsystem) besitzen ihr eigenes („niederes“) Bewusstsein, die dafür verantwortlich sind, dass der Mensch funktioniert. Die einzelnen Bewusstseinsebenen stehen jedoch nicht unabhängig von einander, sondern beieinflussen sich stetig untereinander, sind von einander abhängig oder/und in einer anderen Weise miteinander verbunden.
Doch solcherlei unterschiedliche Bewusstseinsebenen gibt nicht nur in unserem materiellen Körper, sondern auch in den verschiedenen Energiekörpern. Diese wiederum sind, wie die Bewusstseinsebenen des physischen Körpers, miteinander verbunden und beeinflussen auch den physischen Körper und die Bewusstseinsebenen in diesem.
So wie ein Organ-Bewusstsein einem System-Bewusstsein „untergeordnet“ ist, ist das System-Bewusstsein überlagert von Teilen unseres/r Energiekörpers. Und so geht es darüber hinaus weiter.

Da auch alles andere Schwingungen ist und aussendet, werden diese von unseren verschiedenen Bewusstseinsebenen natürlich ebenso aufgenommen und beeinflusst, was bedeutet, dass in unserem Körper, nicht nur unser „Ich“-Bewusstsein umherwabert, sondern unzählige andere Schwingungen ebenfalls in unserem Körper wirken.
Wir gehen also ständig mit allen möglichen unzählingen Dingen um uns herum in Resonanz.

Mantras, die auf Grund ganz bestimmter Begebenheiten (auf die ich noch etwas eingehen werde) von sich aus bestimmte und sehr machtvolle Schwingungen sind, wirken auf eine ähnliche Weise. Wenn wir mit ihnen arbeiten, beginnt die ihnen innewohnende Kraft über Schwingungen die anderen Schwingungen zu „löschen“ und zu „überschreiben“, bis wir schließlich von der Schwingung (und der Energie) des Mantras erfüllt werden und sich dessen Wirkung entfalten kann.
Mantras versetzen uns in einen Zustand, in dem wir komplett mit den Energien schwingen, die durch das jeweilige Mantra repräsentiert und „aufgerufen“ werden.

 

„Instument“ des Denkens oder des Geistes
Wenn man die zu Beginn zusammen getragenen Übersetzungen nimmt , dann stellt sich die Frage, warum das Wort „Mantra“ in der Regel als „Instument des Denkens“ oder „des Geistes“ bezeichnet wird, wenn die verwendeten Wurzeln „Instrument“ oder „Werkzeug“ überhaupt nicht beinhaltet.
Die Antwort liegt, so vermute ich, in der Grammatik des Sanskrit verborgen.
Sanskrit gehört zu den Sprachen, die den „Casus instrumentalis“ („Womit“-Fall) besitzen, also den Fall, der uns darüber aufklärt mit welchen Mitteln eine Handlung ausgeführt wird.
Im klassischen Sanskrit ist तृतीया विभक्ति (tRtIya vibhakti = instrumentell, als Mittel dienend) das, was die Handlung ermöglicht/unterstützt/fördert.
Dies ist, so zumindest meine Einschätzung, die einzig sinnvolle Erklärung für diesen Ansatz.

Allerdings lassen die Wurzeln des Wortes auch entsprechend andere Üerbsetzungen und Deutungen zu.
Angefangen von „Schutz des Geistes“/“Gedankenschutz“ über „Befreier des Geistes“ hin zu „etwas das den Geist erfüllt“, „Befreier von (weltlichen/gedanklichen) Anhaftungen“, „Denken, dass befreit/beschützt“ oder als etwas, mit dem man das Denken, die Anhaftungen usw. überqueren kann und dabei hilft, einen Zustand zu erreichen, in dem wir die Einsheit mit dem Göttlichen und der Schöpfung erfahren können.

Doch egal in welcher Weise man den Begriff jetzt (wörtlich) übersetzt, letzten Endes wirken Mantras wie Werkzeuge, die uns dabei helfen, das „Materielle“ zu überwinden, unser Denken zu überwinden, Stille zu werden und uns für .

Ende Teil 4


Quellen:
Spoken Sanskrit
Hindudharma-Forum

Hindupedia
Forum for Hindu awakening
Sanskrit Mantra
Wikipedia.de
Wikipedia.com

 

Imbolc

Laterne

 

Leise, leise ruft die Nacht
Flüsternd, lockend, stark mit Macht
Eisig klirrend ist die Luft
Mondlicht, silbern-glänzend, ruft

Sterne funkeln, glimmen hell
Tragen meine Füße schnell
Silberfunken tanzen sprühend
Bring´ des Wassers Lauf zum Glühen

Leise klingt das Lied der Sterne
Durch die samtig funkelnd Ferne
Öffnet Tore in den Weiten
Dringt durch alle Ewigkeiten

Zarte Energien weben
Nach des Frühlings Wärme streben
Ruf des Lebens hell erklingt
Mit Macht es an die Erde dringt

© Siat
02.Februar 2012

Mantra, Chant & Affirmation-Ein Versuch der Unterscheidung (Teil 3)

Nachdem ich das letzte Mal den Chant ein wenig näher beleuchtet habe, möchte ich mich in diesem Artikel der Affirmation zuwenden.

Affi…-Was?
Wortherkunft:
Das Wort stammt vom Lateinischen „affirmatio“, dass „Versicherung, Beteuerung“ bedeutet.
Verwendet wird dieser Begriff im Sinne einer „Bejahung“, „positive Wertung“, „Zustimmung“, „Bestärkung“, „Versicherung“ oder „Zuordnung“.

Den Begriff findet man in unterschiedlichen Bereichen wieder. Neben den spritiuellen, religiösen und esoterischen Breichen (worauf ich dann gleich zu sprechen kommen werde) findet man ihn z.B. auch in der Sprachwissenschaft, der Psychologie oder der Logik.

Affirmation in Religion, Spiritualität und Esoterik
Im Groben gesagt handelt es sich bei Affirmationen um bewusst ausgedrückte, positive (positiv formuilerte) Haltungen, die das System (d.h. den Menschen, seine Haltung, sein Handeln, seine Interaktion etc. pp. ) aus sich selbst heraus positv beeinflussen.
Mit Hilfe von Affirmationen, also positiven, sich selbst bejahenden Sätzen, die kontinuierlich ins Gedächtnis geholt werden,  wird versucht, die eigenen Gedanken umzuprogrammieren, um eine gewünschte Veränderung im Leben des „Anwenders“ herbei zu führen. „Positives Denken“ gehört z.B. ebenfalls in diese Kategorie der Affirmation.

Was eine Affirmation von Chant und Mantra unterscheidet ist, m.E. dass mit Affirmationen werden ganz konkrete Ziele verfolgt, werden, die darin bestehen, sich selbst, das eigene Verhalten und Denken (bewusst) zu verändern.
Affirmationen sind Werkzeuge, mit deren Hilfe wir unsere Denkmuster, und die mit ihnen verbundene Verhaltensmuster verändern können.
Denken, Fühlen und Handeln, diese drei bedingen sich und hängen wechselseitig voneinander ab. D.h. wenn ich mein Denken veränder(n kann), hat dies automatisch auch einen Einfluss auf mein Fühlen und Handeln.
Allerdings darf man sich dies auch nicht in der Form vorstellen, dass ich mir einen positiven Satz formuliere, den ein paar mal vor mich hinsage und *schnips* nächsten Monat ist das gewünschte Ergebnis da. U. U. kann dies eine unbestimmte Zeit in Anspruch nehmen.

 

Wie funktionieren Affirmationen überhaupt?
Der Schlüssel der Affirmationen liegt in der Wiederholung.
Unser Gehirn braucht eine gewisse Anzahl von Wiederholungen, damit es etwas lernt und sich in ihm einprägt (ich habe Zahlen gelesen von 2000 Wiederholunge aufwärts).
Im Prinzip ist das wie das Austreten eines neuen Pfades: Erst sind nur die Fußspuren im Gras vorhanden, dann wird ein Trampelpfad und schließlich ein Weg draus, und das Begehen des Pfades wird einfacher.

Durch das stete Wiederholen der Affirmation programmiert man sich also selbst und versucht so einen alten, limitierenden Glaubenssatz zu ersetzen.

Es gibt dazu verschiedene Möglichkeiten, die (individuell) verschieden gut funktionieren.
Die eine Möglichkeit ist, dass ich einfach ein anderes Verhaltensmuster haben möchte, und dementsprechend einen positiven Satz formuliere, den ich immer wieder wiederhole.
Die andere (etwas komplexere) Möglichkeit ist die, dass ich erst einmal bei mir nachforsche, was für ein Glaubenssatz-muster (es können auch mehrere sein!) mich überhaupt daran hindern, ein bestimmtes (gewünschtes) Verhalten an den Tag zu legen.
Dieser wird dann entsprechend positiv umformuliert und dann (wie oben) immer wieder wiederholt.

Allerdings gibt es bei der Formulierung und Entwicklung von Affirmationen (meiner Erfahrung nach) einige Dinge, die es sich lohnt zu beachten.

1. Vorsicht mit direkten Formulierungen
Wenn ich mich so umhöre, dann gibt es sehr viele Menschen, die der Ansicht sind, eine Affirmation müsse direkt und in der Gegenwartsform formuliert sein, damit sie auch wirksam ist.
Man müsse also sagen:

  • „Ich bin selbstbewusst.“
  • „Ich bin erfolgreich.“
  • „Ich bin liebenswert.“
  • „Ich bin schön.“

usw.

Die Wirksamkeit solcher Affirmationen hängt allerdings meiner Erfahrung nach davon ab, in wieweit ich fähig bin, meine inneren Zweifel zu überwinden.
Oder anders herum gesagt: Wird eine Formulierung wie z.B. „Ich bin schön.“ verwendet, kann diese bei vielen inneren Widerstand und Zweifel aufrufen, die die Wirkung der Affirmation verpuffen lassen können.
Gedanken wie:

  • „Ach, daran glaubst du doch selbst nicht!“
  • „Was soll den bloß der Quatsch?“
  • „Eigentlich mache ich mir doch eh nur ewas vor.“

Nähren dann mehr unsere Zweifel, und machen die Wirkung von Affirmationen ggf (fast) wirkungslos.

2. Verwendung von indirekter Formulierung
Aus obig genannten Grund kann es ggf. ratsam sein, die Affirmation indirekt zu formulieren und ein wenig zu „umschreiben“.
Statt: „Ich bin erfolgreich“ z.B. dann eine Formulierung zu wählen wie: „Ich erlaube mir meine Erfolge zu genießen“ oder „Ich werde jeden Tag mehr und mehr meine Erfolge erkennen.“

Für indirekte Formulierungen haben sich z.B. folgende Satzfragmente als hilfreich erwiesen:

  • „Ich kann mir erlauben…“/“Ich erlaube mir…“
  • „Ich genieße es…“
  • „Ich werde jeden Tag…“
  • „Ich darf…“/“Ich kann…“
  • „Es ist gut für mich… „
  • „… jeden Tag mehr und mehr…“
  • „… immer mehr (und mehr)…“
  • „Schon bald merke ich…“

3. Experimentieren und auf das eigene Gefühl hören
Trotz dieser obigen Empfehlungen ist es immer wichtig, auf sein eigenes Gefühl zu hören.
Jeder Mensch ist ein Individuum, und bei jedem Menschen funktionieren „(Neu) Programmierungen“ anders.
Ein „Patentrezept“ oder eine allein selig machende Wahrheit wären zwar schön, sind aber nicht existent.
Anderslautende Ansagen können getrost in die Tonne gekloppt werden. 😉
Es braucht manchmal etwas Zeit und Geduld, um die Affirmation zu finden, die „fluppt“, die anfängt, in unserem Inneren zu „schwingen“.
Das bedarf manchmal etwas Geduld.
Die Veränderung von Verhaltens- und Denkmustern ist ein Vorhaben, das viel Zeit in Anspruch nimmt und (entgegen mancher Erwartungen) nicht in einer „Nacht-und-Nebelaktion“ verändert werden können.
Es ist wichtig, dass man sich mit der gefundenen Formulierung identifizieren kann und wohlfühlt. Alles, was innere Widerstände hervorruft, ist eher als kontraproduktiv einzustufen bzw. als ein Hinweis zu betrachten, dass es eventuell noch Bereiche (also noch (ggf. verborgene) Glaubensmuster) gibt, die vorher gelöst und verändert werden müssen, damit der, den man grade bearbeiten möchte, erfolgreich gelöst werden kann.

4. Immer bei Dir selbst bleiben
Ein sehr weises Sprichwort sagt: „Du kannst andere nicht verändern, sondern nur Dich selbst.“
Affirmationen dienen letztlich nur dazu, die eigenen Gedanken zu beeinflussen. Daher bleiben Formulierungen wie:
„Mein Partner wird mich immer lieben.“
oder
„Die Nachbarin wird immer freundlicher zu mir sein.“
recht wenig, weil diese nicht in unserem Einflussbereich liegen.
Andere Menschen haben ihren eigenen Kopf und haben ihre eigenen Gedanken, die von von außen, also von uns nicht (oder nur sehr schlecht) beeinflusst werden können.
Sind Probleme mit anderen Menschen vorhanden, so ist der beste Weg, sich zu fragen: „Was hilft mir, mit der Situation besser umzugehen?“, „Wie kann ICH besser damit umgehen?“, „Was kann ICH (in dieser Situation) tun?“
Affirmationen, die aus solcher Auseinandersetzung erfolgen können, könnten z.B. sein:
„Ich komme jeden Tag besser mit meiner Nachbarin zurecht“
oder
„Ich liebe meinen Partner auf eine gesunde Art und Weise.“

 

Affirmation gefunden.-Was nun?
Um eine Affirmation einzusetzen, damit sie ihre Wirkung entfalten kann, gibt es ganz viele unterschiedliche Möglichkeiten.
Die wohl häufigste Arten, die mir bisher aufgefallen sind:

  • Singen
  • (in Gedanken) vor sich her sagen
  • immer wieder und wieder, per Hand oder am PC, nieder schreiben

Andere Möglichkeiten wären z.B.:

  • auf Zettel schreiben und diese dorthin kleben, wo man sie oft sehen kann,
  • Kollagen erstellen
  • den Bildschirmschoner damit füttern
  • auf ein T-Shirt drucken
  • aufnehmen, und sich diese Aufnahme immer wieder anhören
  • usw.

Der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Beschäftigung damit soll dazu dienen, dass man die Affirmation verinnerlicht und sie sich verselbstständigt. Dh. sich als neuer/s, positiver/s Glaubenssatz/-muster integriert.
Dabei macht es, wie oben gesagt, die stete Wiederholung.
Es dauert eben, bis sich neue Denkmuster gefestigt haben.
Und je nach „Thema“ und natürlich auch der Intensität der Aufmerksamkeit, die hinein gesteckt wird, kann sich der Zeitraum sehr unterschiedlich gestalten.

 

Fazit
Eine Affirmation dient also dazu, ganz konkret persönliche Denk-und Verhaltensmuster zu verändern.
Dies kann z.B. durch eine Zielformulierung geschehen „Ich bin erfolgreich!“/“Ich erlaube mir, meine Erfolge zu genießen.“ oder dadurch, dass ich einen bestehenden Glaubenssatz umformuliere, um dessen limitierende Wirkung in meinem Leben aufzulösen.
Affirmationen wirken auf in ganz realer Weise auf uns ein.
Und auch, wenn hier und da gewissen Leute in der Eso-/Heiden-Szene  das ganz gern annehmen und behaupten: Es wirken bei Affirmationen weder „mystische Kräfte“, noch „Gottheiten“, „Krafttiere“, „aufgestiegene Meister“, „Engel“ oder dergleichen.
Was wirkt sind dabei ganz allein wir. 😉

 

LG
Siat

 


 

Quellen und Leseempfehlungen:
Wikipedia-Affirmation
Über die Wirkung von Glaubenssätzen-Carsten Bruns
Die Arbeit mit Glaubenssätzen: Als Schlüssel zur seelischen Weiterentwicklung; Gorchowiak, Klaus & Haag, Susanne: