Gedanken zum Julfest von Solveig

Zu Jul erfährt die dunkle Jahreszeit ihren Höhepunkt.
Im Norden geht in diesen Tagen die Sonne nicht auf.
Es ist der Zeitpunkt größtmöglicher Dunkelheit: der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres.

Die Wochen zwischen Samhain und Jul sind eine Zeit des Rückzugs und der Besinnlichkeit.
Innere Einkehr, gemütliche Abende bei Tee und Lebkuchen, Häuslichkeit und reduzierte Aktivitäten prägen diese Phase des Jahres – oder sollten es tun (sofern der Trubel des Weihnachtsgeschäftes dafür Raum übrig lässt).
Der Lichterschmuck in Häusern und Straßen gibt der Hoffnung Ausdruck, dass Kälte und Dunkelheit nicht ewig währen.

Noch eine ganze Weile lang bleibt es dunkel und kalt.
Diese Zeit des Jahres gehört  der schwarzen Göttin, der dunklen Alten, die mit dem Knochenarmband rasselt und ein strenges Regiment führt. Das Land ist im Frost erstarrt. Die Lagervorräte schwinden allmählich. Für unsere Altvordern war der Winter eine Zeit von Hunger und Not.

Dennoch stehen wir an einem Wendepunkt: ab morgen werden die Tage länger, der Sonnengott wird wiedergeboren. Schritt für Schritt kehrt das Licht zurück.
Die Zeit zwischen den Jahren gehört Odin und der wilden Jagd, die wie Sturmesbrausen über den Nachthimmel ziehen.
Die 12 Raunächte beginnen mit der Wintersonnenwende und reichen bis zum 2. Januar.
Lasst uns Odin und seinem Geisterheer mit Rasseln, Lärmen und Tanz huldigen.
Möge die wilde Jagd alles mit sich reißen, was in unserer Welt überholt und erstarrt erscheint. Möge in ihrem Gefolge die neue Zeit Einzug halten!

27.12.14 – Editorial

© Siat
© Siat

 

In der Stille angekommen

In der Stille angekommen
gehe ich in mich,
stehe ich zu meinen
Stärken und Schwächen,
liegen mir mein Leben
und die Liebe
am Herzen.

In der Stille angekommen,
sehe ich mich, dich, euch
und die Welt
mit anderen Augen,
mit den Augen des Herzens.

In der Stille angekommen,
höre ich auf mein Inneres,
spüre ich Geborgenheit,
lerne ich Gelassenheit,
tanke ich Vertrauen.

© Ernst Ferst
Quelle: Aphorismen.de

 

Hallo zusammen,
nach nun doch etwas längerer Zeit mal wieder ein neues Update für unser Blog.

Die Vorjul-bzw. -weihnachtszeit mit ihrem Stress und Hasten ist vergangen, wir haben die Rückkehr des neuen Lichtes zur Wintersonnenwende gefeiert und finden uns nun in den Tagen zwischen den (Kalender)Jahren wieder.

Die Rauhnächte sind für viele Heiden ein wichtiger Zeitpunkt.
Für manche ist es die Zeit, in der Frau Holle, Frau Frigga, Freya oder gar die Percht, die allein oder in Begleitung der Wilden Jagd durch das Land zieht und herumirrende Seelen mit sich nimmt.
Für andere ist es Odin der mit der Wilden Jagd durch die Lande reist.
In anderen Bereichen ist es die Percht, die das Land durchstreift.

Die Zeit der Rauhnächte ist eine Zeit der Einkehr und der Stille.
Eine Zeit der Reflexion, der Träume und Visionen.
Manche sagen, dass man in dieser Zeit besonders auf die Träume achten soll, weil sie Aufschluss über die Monate des Jahres geben würden.
Die Nächte zwischen den Jahren sollen sich ebenfalls besondes zur Wahrsagerei eignen und ebenfalls dafür, das Haus und seine Bewohner zu reinigen.

Wie auch immer Ihr die Zeit zwischen den Jahren verbringt, was auch immer in dieser Zeit für Euch wichtig ist, wir wünschen Euch, dass die Rauhnächte Euch viele Träume schenken mögen und Ihr die Kraft in ihnen finden möget, diese in diesem Jahr zu verwirklichen.

Für dieses Update hat uns freundlicher Weise Solveig wieder einen kleinen Artikel gespendet, in dem sie ihre Gedanken zur Wintersonnenwende und zum Julfest mit uns teilt.
Und in unserer Gedichte-Ecke findet Ihr heute von mir ein kleines Gedicht für Frau Holle.

Wir wünschen Euch viel Vergnügen beim Lesen und freuen uns, wie immer, über Eure Kommentare, Wünsche, Ideen oder auch den einen oder anderen Artikel aus Eurer Feder.

LG
Siat