02. 08. 2015- Editorial

Hallo zusammen,

mit dem Erntefest Lughnassadh beginnt die Zeit der Ernte, des Abschiednehmens und des Loslassens.
In diesem Jahr wurde es sogar begleitet mit einem „Blue Moon“, einem zweiten Vollmond innerhalb eines Monats, der von uns alle vier Jahre beobachtet werden kann.

Blue Moon Juli 2015 © Siat
Blue Moon Juli 2015
© Siat

Die Hundstage, die heißesten Tage des Jahres, die ihren Namen dem sogenannten „Hundsstern“ Sirius verdanken, haben sich hier in unseren breiten wieder angekündigt und werden uns wohl auch noch in den nächsten Wochen begleiten.
Zumindest in dieser Woche, in der auch wieder Temperaturen bis an die 40°C gemeldet sind, darf ich mich an meinem Urlaub erfreuen, und ich hoffe, das auch einige von Euch die Tage etwas ruhiger angehen lassen könnt 🙂 .

In unserem heutigen (von der Zeit recht späten 😉 ) Update haben wir Euch zwei Neuigkeiten für das Forum anzukündigen:
Ab jetzt ist das Forum über die verschlüsselte Verbindung HTTPS aufrufbar, und Ihr habt darüber hinaus auch jetzt die Möglichkeit, das PanPagan über Tapatalk zu nutzen.
Mehr entnehmt Ihr bitte unserem Artikel „Neuerungen für das PanPagan“.

Außerdem findet Ihr heute den dritten Teil von Merienptahs Artikelreihe „Von der Schöpfung der Welt“, die uns diesmal nach Memphis und Karnak entführt, und mit ihren „Gedanken zu Lughnasad“ lässt uns Solveig noch einmal einen Rückblick auf das Erntefest halten.
Vielen Dank an die beiden für ihre Artikelspenden!

Wir wünschen Euch auch diesmal viel Vergnügen beim Lesen, eine gesegnete und wundervolle Erntezeit, die für Euch reich ausfallen möge und freuen uns natürlich auch auf Eure Kommentare, Anregungen und vielleicht auch auf den einen oder anderen Beitrag!

LG
Siat

Neuerungen für das PanPagan

Hallo zusammen,

es gibt ein zwei Neuerungen, über die wir Euch gerne in Kenntnis setzen möchten:

SSL-Verschlüsselung fürs Forum und fürs Blog
Sowohl das Forum als auch das Blog können ab jetzt über eine verschlüsselte Verbindung aufgerufen werden.
Ähnlich wie beim Online-Banking oder auf anderen Sites könnt Ihr ab jetzt also nicht nur über HTTP gehen, sondern auch über HTTPS, und somit Euer Surfen bei uns im Forum und auf dem Blog sicherer gestalten.

Derzeit fehlt uns allerdings das Kleingeld um ein Zertifikat bei einer der offizellen und sehr kommerziellen Zertifizierungsstellen zu kaufen, so dass wir einfach ein selbstsigniertes Zertifikat verwenden.
Wenn Ihr also das Forum über https://www.panpagan.com/forum_neu/ oder das Blog über https://www.panpagan.com/forum_neu/ppwp/ aufruft, erhaltet Ihr die Meldung, daß dieses Zertifikat nicht verifiziert werden kann und deshalb mit Vorsicht zu genießen sei.
Das könnt Ihr ignorieren, als Ausnahmeregel akzeptieren und weiter klicken.

 

Tapatalk
Für alle, die über ein mobiles Gerät auf das Forum zu greifen, gibt es jetzt auch die Möglichkeit, das Pan über Tapatalk aufzurufen.
Bei Tapatalk handelt es sich um ein Programm, mit dem Ihr über eine einzelne App u.a. auf die Beiträge verschiedener Foren zugreifen könnt und darüber hinaus noch einige andere Features bietet.

 

Viele Grüße und weiterhin viel Spaß
Euer PanPagan-Team

Von der Schöpfung der Welt (Teil 3) von Merienptah

Eine dritte sehr weit verbreitete Schöpfungsgeschichte ist die Kosmogonie von Memphis

…, dem alten Mennefer, der königlichen Residenzstadt am Südende des Nildeltas, dem Schnittpunkt von Ober- und Unterägypten. Dieser etwas jüngere Mythos knüpft an die heliopolitanische Schöpfungsgeschichte an, behauptet aber darüber hinaus, dass der memphitische Gott Ptah, auch Ptah-Tatenen genannt, dem Sonnegott Re-Atum vorausgehe und das Ptah es war, der Atum und letztendlich die anderen Götter sowie alles andere durch „Herz und Zunge“, also die Macht von Geist und Wort, geschaffen habe.
Der Ausdruck spielt auf die bewusste Planung der Schöpfung und ihre Ausführung durch rationales Denken und Sprechen an.
Sie ist das früheste Beispiel für die sogenannte Lehre des „Logos“, in der die Welt durch kreative Rede einer Gottheit Gestalt annimmt.

Ptah, der „Herr des Schicksals“ wird darin zum Ursprungspunkt der gesamten Schöpfung und die Gottheiten der heliopolitanischen Neunheit zu dessen Manifestationen erklärt.
In einer anderen Version dieser Geschichte ist Ptah nicht Tatenen, der personifizierte Urhügel, sondern der Urozean Nun selbst.
Im System von Memphis ist Atum demnach nur der Vollstrecker von Ptahs Willen, der die Befehle des großen Gottes verstand und ausführte. Auch verlor Atum seine alleinige Stellung innerhalb der Schöpfung, denn ihm, der Sonne, wurde Thot als Gott des Mondes beigestellt, ebenso Seschat, die ordnende Kraft der Mathematik sowie die beiden Schwestern Maat und Isfet, die Ordnung und das Chaos.

Bis auf den Unterschied im Urschöpfer, den der memphitische Mythos in Ptah sieht, ist der weitere Verlauf des Schöpfungsprozesses dem der etwas älteren heliopolitanischen Kosmogonie nahezu gleich. Bedingt durch die räumliche Nähe der beiden Städte (die Kultzentren von Memphis und Heliopolis sind nur ca. 30 km voneinander entfernt) ist eine gegenseitige Beeinflussung dieser beiden uralten Mythen nicht ausgeschlossen.

 

Eine weitere Kosmogonie entstand zu Beginn
des Mittleren Reiches in Theben, dem alten Waset

Um der Heimatstadt der Königsfamilie des wiedervereinten Kemet nach den Wirren und den religiösen Krisen der ersten Zwischenzeit auch in kultischer Hinsicht den ihr gebührenden Glanz und auch die Vorrangstellung vor allen anderen Städten einzuräumen, ersannen die Priester des Stadtgottes Amun einen eigenen Schöpfungsmythos.
In dieser Version der Geschichte werden Versatzstücke der Kosmogonien von Heliopolis und Hermopolis miteinander vermischt.
Amun, als bereits bekanntes Mitglied der hermopolitanischen Achtheit wird dort zum „ältesten der Acht“, der durch seinen eigenen Willen die Schöpfung in Gang setzt und den Urhügel aus dem Urozean hebt. Dort erscheint der Sonnengott (entweder in einem Ei, oder der Lotosblüte – da gibt es verschiedene Versionen), mit dem sich Amun zu Amun-Ra verbindet.
Daraufhin setzt sich die Schöpfung ganz gemäß der alten Kosmogonien von Heliopolis, Hermopolis oder Memphis fort, die sich ja im weiteren Ablauf der Geschehnisse nicht wirklich voneinander unterscheiden.
Durch die Verschmelzung der verborgenen Urkraft des Amun von Hermopolis, der solaren Aspekte des heliopolitanischen Schöpfergottes Ra sowie der willentlichen Schöpfungskraft des Ptah von Memphis entstand ein nahezu transzendenter Universalschöpfer. Amun „der älteste der Alten“, „der alles sieht und hört“, „der überall gleichzeitig sein kann“.
Als Nisut-netjeru, „König der Götter“ wird Amun von da an im ganzen Land verehrt, sein Kult überstrahlte, sicherlich auch durch die Königsfamilie forciert, innerhalb weniger Jahrzehnte alle anderen Götter Kemets und sein Tempel in Theben wuchs im folgenden Jahrtausend zu einem der bis heute größten sakralen Gebäudekomplexe der Welt an. Zusammen mit den benachbarten Bezirken des alten Lokalgottes Month und dem der Göttin Mut ist der Tempelkomplex von Karnak mit zirka 41 Hektar etwa so groß wie die Vatikanstadt in Rom.

Man kann also sagen, dass fast jede größere Stadt im alten Kemet ihre eigene Schöpfungsgeschichte, oder besser gesagt, ihre eigene Version der Schöpfung hatte.
Neben den vier am weitesten verbreiteten Mythen von der Entstehung des Universums und unserer Welt von Heliopolis, Hermopolis, Memphis und Theben gibt es noch eine Vielzahl weiterer.
In Sais, dem alten Zau, der großen Stadt im westlichen Delta beispielsweise war die Urgöttin Neith, die Mutter der Götter und Schöpferin allen Seins. Sie gebar aus sich selbst heraus den Sonnengott und setzte somit den Zyklus von Tag und Nacht als Initialzündung der weiteren Schöpfung in Gang.
In Buto, der alten Doppelstadt Pe und Dep, wurden Horus von Buto mit seiner Gemahlin Uto als göttliches Schöpferpaar verehrt, aus deren Vereinigung der Urhügel entstand.
In Hierakonpolis (Nechen) standen Horus von Hierakonpolis sowie die Geiergöttin Nechbet als Urgötterpaar an der Spitze der Schöpfung. Als Nechbet-huret „Nechbet, die Geheime“ legt die Göttin das kosmische Ei aus dem der Sonnengott schlüpft.
Ganz im Süden des Landes, in Assuan, dem alten Syene verehrte man die stellare Göttin Satet als Urschöpferin und Personifizierung des Sirius-Gestirns aus dem alles Sein hervorgeht, als Universalgöttin Isis-Sothis ging sie in der griechisch-römischen Periode auf Siegeszug durch das ganze Imperium bis nach Britannien hinauf.

 

Ende Teil III

Gedanken zu Lughnassad von Solveig

Lughnasad ist das zweite Jahreskreis-Fest, an dem wir für reiche Ernte danke sagen.
Das Getreide ist eingebracht, die goldgelben Körner lagern sicher in der Scheune (oder im Silo, wo die Mäuse ihren Anteil nicht wegstehlen können). Die Bauern haben Anlass, ein fröhliches Fest zu feiern, denn eine wichtige Etappe in ihrem Anbaujahr ist bewältigt.
Ein wichtiger Teil der überlebenswichtigen Wintervorräte ist sicher unter Dach und Fach.

Anfang August merkt man deutlich, dass die Tage kürzer werden. Wir dürfen immer noch sommerliche Hitze genießen (zumindest diejenigen, die es gerne heiß mögen).
Tage wie den heutigen nennt man nicht umsonst umgangssprachlich Hundstage. Dennoch ist die Richtung klar: es geht auf den Herbst zu. Insofern ist Lugnasad nicht nur ein Fest der Fülle, sondern auch des Abschiednehmens.

Der keltische Sonnengott Lugh steht für die Glut der Reife. Einerseits lässt er die Feldfrüchte reifen und gibt dem Obst die restliche Süße. Andererseits ist Luhg auch der Terminator, der das satte Grün des frühen Sommers beendet.

Das Getreide, zunächst als Keimling geboren, nährt in seinem „Tod“ den Menschen. Nicht umsonst wird der Tod als Schnitter dargestellt, dem die Menschen wie reife Ähren zu Füssen fallen.