Gedanken zu Zerstörung und Terror im Namen Gottes

Was in den letzten Wochen durch die Nachrichten ging, ließ mir immer wieder den Satz: „Das hatten wir doch schon mal, nur unter anderem Banner.“  in den Kopf schießen.

Bild: dpa Quelle: SPON (Klick auf´s Bild, um zum Artikel zu kommen)

Videos und Bilder, die Anhänger des Islamischen Staates dabei zeigen, wie sie unwiederbringlich antike (Kult)Stätten und (Kultur)Schätze zerstören, gingen um die Welt.
Und dabei ist sicherlich nicht nur der archäologische und touristische Wert beklagenswert.

So spricht der HERR Zebaoth:
Die Mauern der großen Babel sollen untergraben und ihre hohen Tore mit Feuer angesteckt werden, daß der Heiden Arbeit verloren sei, und daß verbrannt werde, was die Völker mit Mühe erbaut haben.
-Jeremia 51, 58

Nimrod, Ninive, Al-Hadra. Dazu zahlreiche Artefakte in einem Museum in Mossul.
Die (m.E. berechtigte) Sorge geht um, dass auch Babylon zu einem Opfer der IS werden könnte, wie wohl auch zahlreiche weitere Stätten, die bisher (noch) verschont geblieben sind.
Ein „Kultur-Vandalismus“, wie ihn die Medien nennen, mit dem sich die Islamisten in guter Gesellschaft mit ihren abrahamitischen Brüdern befinden.

Die Intention dahinter ist der christlicher Missionare und Kreuzfahrer früherer und auch neuerer Zeit, oder gar den jüdischen Eroberungszügen im Namen Gottes, nicht unähnlich:

Mohammad bei der Zerstörung der Götterbildnisse der Kaaba; L’Histoire Merveilleuse en Vers de Mahomet, 11. Jhd.; Quelle: wikimedia. org

Die Vernichtung von Götzen, von Zeugnissen (in diesem Fall) vor-islamischer Kultur und Religion, die als „falsch“ betrachtet und, „freundlich“ ausgedrückt, für Irrlehren gehalten werden.
Schließlich gibt es „keinen Gott, außer Allah“!
Doch dieser Name ist austauschbar.

Mich berühren diese Bilder, Berichte und Geschehnisse auf eine recht eigentümliche Weise.
Vielleicht, weil sie mir eine Ahnung davon verschaffen, wie das „jüdische Volk“ und später auch christliche Kreuzfahrer und Missionare gewütet haben (könnten).

Gideon zerstört mit seiner Armee den Altar und das Abbild des Gottes Baal; Künstler/Artist: Maerten van Heemskerck; Quelle: wikimedia.org

Die zahlreichen Gebote und Aufrufe des abrahamitischen Gottes zu Zerstörung von „Götzen“, dem „Niederbrennen heiliger Haine“ usw. sind vielfältig, und beschränken sich, wenn man sich die Bibel betrachtet, nicht nur auf das Buch Jeremias.
Auch in den Büchern Moses´ finden wir ähnliches Häppchen, wie z.B. dieses:

Und der HERR redete mit Mose in dem Gefilde der Moabiter an dem Jordan gegenüber Jericho und sprach: Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den Jordan gegangen seid in das Land Kanaan, so sollt ihr alle Einwohner vertreiben vor eurem Angesicht und alle ihre Säulen und alle ihre gegossenen Bilder zerstören und alle ihre Höhen vertilgen, daß ihr also das Land einnehmet und darin wohnet;
– 4. Moses 33, 50-53

Und in den Chroniken wird z.B. über König Josiah, einem Sohn Davids, berichtet:

Denn im achten Jahr seines Königreichs, da er noch jung war, fing er an zu suchen den Gott seines Vaters David, und im zwölften Jahr fing er an zu reinigen Juda und Jerusalem von den Höhen und Ascherabildern und Götzen und gegossenen Bildern und ließ vor sich abbrechen die Altäre der Baalim, und die Sonnensäulen obendrauf hieb er ab, und die Ascherabilder und Götzen und gegossenen Bilder zerbrach er und machte sie zu Staub und streute sie auf die Gräber derer, die ihnen geopfert hatten, und verbrannte die Gebeine der Priester auf ihren Altären und reinigte also Juda und Jerusalem, dazu in den Städten Manasses, Ephraims, Simeons und bis an Naphthali in ihren Wüsten umher. Und da er die Altäre und Ascherabilder abgebrochen und die Götzen klein zermalmt und alle Sonnensäulen abgehauen hatte im ganzen Lande Israel, kam er wieder gen Jerusalem.
– 2. Chronik 34, 3-5

Christlicher „Vandalismus“ an den Externsteinen, Teuteburger Wald, Deutschland; Quelle: wikimedia.org

Dieses sind nur ein paar ausgewählte Beispiele.
Die „Brüderlichkeit im Geiste“ von Judentum, Christentum und Islam lässt sich auch in dieser Hinsicht deutlich erkennen.
Und blicken wir uns weiter in der Geschichte um, beschäftigen uns mit der Eroberung der „Neuen Welt“ (und die gewaltsame Missionierung ihrer Ureinwohner) oder setzen uns auch mit der zum Teil gewaltsame Ausbreitung des Christentums auch in unseren Breiten auseinander, sind die Parallelen doch ziemlich ernüchternd und ja, auch ein wenig beunruhigend.

Zerstörung der Irminsul durch Karl den Großen; Künstler: Heinrich Leutemann; Quelle: Wikimedia.org

Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir die Fresse ein

So uncharmant dieses Sprichwort auch ist, so wahr ist es leider auch hinsichtlich abrahamitischer (und ja, z.T. auch (neu)heidnischer) Religionen.
Der Kampf um den „wahren Glauben“, die „wahre Religion“, und ja, auch um Gläubige (um deren „Seelenheil“/“Wohl“ man sich bemüht glaubt) ist vielleicht so alt wie der Monotheismus, bzw. die abrahamitischen Religionen.
Dabei schrecken die (fundamentalistischen) Anhänger, obwohl sie Brüder im Geiste sind, natürlich auch nicht davor zurück, dem anderen „die Wahrheit (TM)“ abzusprechen, und sie für sich zu beanspruchen.
Juden gegen Christen und Moslems. Moslems gegen Christen und Juden. Christen gegen Juden und Moslems. Und natürlich geht es auch munter untereinander weiter. Christen sprechen Christen den „wahren Glauben“ ab, sowie es Juden und Moslems ebenfalls untereinander tun.

Ein irrsinniges Rad, was sich immer weiter und weiter dreht und dabei natürlich auch noch alles mit zu reißen sucht, was nicht abrahamitisch ist, und undifferenziert als „Heiden“ oder „Ungläubige“ betitelt wird.
Es ist ein (religiöser) Wahnsinn, dessen Wurzeln m.E. im Anspruch liegen, DIE Wahrheit (TM) für alle Völker der Welt zu sein, die diese bedingungslos und ohne zu hinterfragen zu akzeptieren hätten. Wenn nicht… Dann warten wahlweise Schwert oder Steine auf einen.
Es mutet dann doch etwas zynisch an, wenn die Anhänger dann von einer „Religion des Friedens“ und von einem „liebenden Gott“ sprechen.

Die Zerstörung von (Kult)Stätten, Schriften, Statuen usw. stellt m.E.  den Versuch dar, die entsprechenden Götter, ihre Kulte und die Religion aus dem Gedächtnis der Menschen zu tilgen.
Wobei es mir scheint, dass es nicht nur ausschließlich um das „Aus dem Gedächtnis tilgen“ zu gehen scheint, sondern auch um das Auslöschen entsprechender Identität, die sich im Kult, aber auch in der Kunst und natürlich der Schrift wiederspiegelt.

Gewalt, in welcher Form auch immer, ist tief verwurzelt in den abrahamitischen Religionen und ihren Heiligen Schriften.
Da braucht man sich nur die Zeit zu nehmen, und sich die Bücher mal komplett durchzulesen und nicht in einer selektiven Weise, wie es von allen Vertretern heute gern gemacht wird. Fundamentalisten, Anhänger, die bereit sind wirklich ALLES für ihren Glauben und ihre Religion zu tun, gibt es bei allen drei.
Und wer sich wachen Auges umsieht, der wird recht schnell bezüglich christlicher (und jüdischer) Extremisten fündig, die z.B. von Amerika aus versuchen, hier in Deutschland und anderen Ländern der EU Fuß zu fassen und Anhängerschaft zu rekrutieren.
Ein sehr eindrucksvolles Beispiel dafür ist „The Call“.

Ich habe immer wieder den Eindruck, dass der „Frieden der Religionen“,  den wir hier in Europa und dem Westen haben, ein recht zerbrechlicher ist.
Uns hier in DE hilft mit sicherlich auch, dass wir im Grundgesetz die Religionsfreiheit fest verankert haben, auch wenn grade „wir“ Heiden da heute noch immer mal wieder unsere Problemchen in der Gesellschaft wahrnehmen.
Was sicherlich nicht hilfreich ist, so meine ich, ist der unsägliche Gotteslästerungsparagraph, weil er vor allen Dingen einseitig zu Gunsten des Christentums ausgelegt und angewendet wird, und andere Glaubenswege davon ausgenommen scheinen.
Würde es etwas ändern, wenn er für alle gelten würde?
Hm, ich kann es natürlich nicht sagen, doch ich denke, es würde zumindest dazu führen, dass sich ein Weg nicht gegenüber eines anderen benachteiligt fühlen würde.
„Gleiches Recht für alle!“, wie es so schön heißt.
Die andere Möglichkeit wäre, ihn komplett abzuschaffen, was mir angesichts des Themas „Meinungsfreiheit“ eigentlich als die sinnvollste Lösung erscheint. Doch ich bin etwas ab vom Thema.

Wenn ich mir die Bilder in den Medien betrachte, dann habe ich den Eindruck durch ein Fenster zurück in der Zeit zu blicken.
Auch wenn viele Christen und Juden davor zurück schrecken, so ist es einfach eine Tatsache, dass sie ganz genau denselben Schrecken, genau dieselbe Zerstörung, denselben Terror und dasselbe Leid in die Welt gebracht haben, wie heute ihre islamistischen Brüder.
Sie unterscheiden sich nur darin, dass die Mittel damals etwas andere waren als heute.
Doch egal, wie sie ausgetragen werden und wurden.
„Dreckig“ war und ist jeder dieser Eroberungszüge, auch wenn sie im Namen Gottes geführt werden.
Ich fühle mich ein wenig zurück gesetzt in die Zeit, in der erst Juden und dann Christen Andersgläubige verteufelten, ihre Heiligtümer und Bildnisse zerstörten und entweihten, die Priesterschaft und Anhänger der entsprechenden Pfade ermordeten, Frauen vergewaltigten und stahlen, was sie nur tragen konnten.

Heute ist eine andere Zeit. Wir haben eine Welt, die einwenig wie ein Puzzel zusammen gesetzt wird.
Wir haben hier im „Westen“ das unglaubliche Glück, dass wir die Aufklärung hatten und sich wahnsinnig viel in den Kirchen entwickelte.
Wir dürfen auch bei all dem Schrecken und Terror ebenso nicht vergessen, dass nicht alle Moslems den Islamisten der IS identisch sind, ebenso wenig, wie jeder Christ ein evangelikaler Fundamentalist ist, der dazu bereit ist als Kreuzfahrer die „barbarischen Moslems“ niederzumetzeln.

Ich selber habe in diesem Artikel natürlich auch stark vereinfach von „den“ Moslems, Juden und Christen geschrieben.
So einfach stellt sich das aber im Licht der Realität  betrachtet natürlich nicht.
Auch Christentum, Judentum und Islam bestehen alle aus unzähligen Strömungen und überall gibt es sowohl gemäßigte wie auch radikale Ansichten und Ausrichtungen.

Gefahr geht m.E. von jeglicher Art von Fundamentalismus und Radikalismus aus, und es ist unsere Aufgabe, egal welchen Pfad wir gehen, diesbezüglich achtsam zu sein und diesen entgegen zu treten.

 

Quelle: Kritisches Netzwerk.de

 

Siat

 

 


 

Quellen und weiterführende Links:
Bad news about Christianity-Cultural Vandalism
Spiegel Online.de
World Socialist Website-IS zerstört antike Stätten bei Mossul
Frankfurter Rundschau (Online)
Zeit Online
Bibel Online

 

Videos (Beispiele, die zur weiteren Recherche anregen mögen)

Vom Wesen ägyptischer Tempel (Teil 2) von Merienptah

Um den Göttern das Leben im Tempel zu verschönern und ihre Schöpfungskraft sichtbar darzustellen, sind im Inneren der Umfassung Baumgärten, Blumenbeete und Teiche angelegt.

Der Dromos mit Sphingenallee vor dem 1. Pylon des Karnaktempels. Spätestens an diesem Tor war für das Volk Schluss

Diese Teiche oder Seen haben die Form von rechteckigen Becken von oft beträchtlicher Tiefe, die über Treppen begehbar und für Reinigungsrituale und Bootsfahrten der Götter vorgesehen sind.

Inmitten all dieser Anlagen steht, alle anderen Bauten überragend, das eigentliche Tempelhaus, das Hut-netjer.
Dieses Tempelhaus ist wie der innere Zwinger einer Burg nochmals von einer hohen Mauer umgeben und besitzt neben dem Mitteleingang, nur noch einen oder einige wenige kleine Seitenpforten, durch die die Priester den Tempel betreten und direkt zum heiligen Brunnen dicht neben dem Tempelhaus gelangen können.

In der Mitte der Tempelfront öffnet sich das Hauptportal.
Es führt nicht, wie man meinen könnte, in den Tempel hinein, sondern öffnet sich von innen, wenn der Gott in seiner Barke sein Haus verlässt oder wieder dorthin zurückkehrt.
Die meiste Zeit allerdings bleibt dieses große Tor fest verschlossen.
Hinter diesem Tor öffnet sich ein oftmals an zwei, drei oder allen vier Seiten von Säulenhallen umgebener Hof (Uba – „der Offene“).
Bedeutungsmäßig und gelegentlich auch formal bildet er eine Einheit mit dem dahinterliegenden Säulensaal. Denn beide Bauteile sind Erscheinungsstätten für die Götterbarken und bieten Platz für die Abhaltung raumumgreifender Kulthandlungen.
Zu diesen Ritualen werden in seltenen Fällen sogar einige Vertreter aus dem einfachen Volk zugelassen, die aus diesem Anlass bis in den Tempelhof vorgelassen werden.
Gelegentlich steht bereits in diesem Hof ein großer Opferaltar.

Der Deutung des Tempels als Ort des Urhügels gemäß erhebt sich die Rückhalle des Hofes oder der folgende Säulensaal auf einer niedrigen Terrasse.
Der Höhenunterschied zwischen Hof und Tempelhaus wird durch eine flache Rampe überbrückt um den Trägern der Götterbarke ein würdiges Herabsteigen in den Hof zu ermöglichen.
Der Weg den die Prozession durch den Säulensaal nimmt ist durch einen weiteren Säulenabstand als am Rand hervorgehoben und bei größeren Tempelbauten oftmals auch durch ein basilikal erhöhtes Mittelschiff von oben her beleuchtet.
Die Seitenbereiche des Säulensaales sind in Dämmerlicht getaucht, die nur durch die blendendweiße Bemalung der Wände etwas aufgehellt wird.

Einige Tempel besitzen seitlich neben dem Säulensaal und dem dahinter befindlichen Opfertischsaal noch Räume für die Aufbewahrung der heiligen Salben und Stoffe, die für das Kultbildritual benötigt werden. Auch sind sogenannte „Schatzkammern“, also Lagerräume für das kostbare Kultgerät seitlich der großen Hallen vorhanden und schließlich auch Treppenhäuser, die für Dachprozessionen benutzt werden.

 

Wohnung der Götter

Auf den Säulensaal folgt hinter einer weiteren Pforte der eigentliche Wohnbereich des Gottes, beginnend mit einem kleinen Saal, der gelegentlich mit zwei bis vier Säulen ausgestattet ist und als „Empfangsraum“ dient. Dieser Raum nennt sich Usechet-hotep, „Saal der Opfer“ oder. In der Mitte der Rückwand dieses Opfertischraumes öffnet sich der Durchgang zum Hauptsanktuar.
Daneben und entlang der Seitenwände befinden sich Kapellen für Gastgötter. Hier stehen die Altäre und Opfertische.
In diesem Raum, direkt vor dem Hauptsanktuar, wird das alltägliche Opferritual zelebriert, an dem auch die Gastgötter teilhaben dürfen.
Diese Gastgötter sind oft als „Neunheit“ zusammengefasst, die die neun Urgötter der Schöpfung darstellen. Sie stehen auch durch ihre Anzahl für die Gesamtheit der kemetischen Götter, denn die Zahl 9 symbolisiert im kemetischen Zahlenkontext auch die Mehrzahl der Mehrzahl, also Alles.
Zu unterscheiden sind die Gastgötter von der eigentlichen Götterfamilie des Tempels, die sich oft als Triade aus Gott, Göttin und Götterkind zusammensetzt und deren Kultstatuen demgemäß im Hauptsanktuar des Tempels untergebracht sind.
In einigen Tempelbauten wird die Funktion der Opferdarbringung und der Gastgötterversammlung auf zwei hintereinanderliegende Räume verteilt, das heißt, auf den eigentlichen Opfertischraum folgt noch ein weiterer Usechet-pesedjtiu, „Saal der Neunheit“ oder Usechet-cherit-ib, „Saal der Mitte“ genannter Raum.
In der Mitte der Rückwand dieses Raumes öffnet sich der Durchgang zum Hauptsanktuar des Herrn oder der Herrin des Tempels, der Set-weret, der „großen Stätte“ oder des „hohen Thrones“. Dieses Sanktuar ist meist der Raum für die Aufstellung der heiligen Barke. Sie ruht dort auf einem steinernen Sockel, von dem sie zum Transport leicht heruntergehoben werden kann.
Oftmals wird diese Barke durch einen eigenen, freistehenden Schrein oder Baldachin geschützt. Es gibt auch Tempelbauten, die vor dem Hauptsanktuar einen eigenen Barkensaal (Useched-wija) haben, dort ist das Hauptsanktuar in zwei hintereinanderliegende Räume aufgeteilt, meist aber wird die Götterbarke im Set-weret aufbewahrt.

    In den Ruinen des Ptah-Tempels von Karnak sieht man im Barkensanktuar vor der Statuennische den Sockel, auf dem die Barke des Gottes abgestellt wurde...
In den Ruinen des Ptah-Tempels von Karnak sieht man im Barkensanktuar vor der Statuennische den Sockel, auf dem die Barke des Gottes abgestellt wurde…

Das Kultbild der Gottheit selbst ist nicht permanent in der kleinen Kapelle untergebracht, die auf der heiligen Barke befestigt ist. Dieser Schrein ist nur für die Tempelprozessionen die Heimstatt der Gottheit. Die meiste Zeit steht das Kultbild hinter der Barke in einem eigenen, freistehenden, steinernen Naos oder in einer verschließbaren Nische in der Rückwand des Raumes.
In einigen Fällen wird es sogar in einem eigenen Kultbildraum hinter dem Sanktuar aufbewahrt.
Der Naos des Kultbildes oder der Kultbildraum Mesenet, („Geburtsstätte“) sind das Herz des gesamten Tempelkomplexes, von dem es heißt:

„Es ist unzugänglicher, als was im Himmel ist, verhüllter als die Dinge der Unterwelt, verborgender als die Bewohner des Urwassers.“

Das Sanktuar und die umliegenden Räume besitzen keine Fenster und bleiben daher permanent in Dunkel gehüllt (wie übrigens auch die Schlafzimmer altägyptischer Wohnhäuser).
Die Vorstellung, dass am Morgen die Tempeltüren geöffnet werden und somit die Sonnenstrahlen bis zum Kultbildschrein vordringen können, ist falsch. Bevor man die Türen im Inneren öffnet um in den nächsten Raum zu gelangen müssen sogar die vorderen Tempeltüren geschlossen werden.
Ausnahmen von dieser Regel bilden nur die Tempel, die dem Sonnenkult des Gottes Ra geweiht sind.
In diesen Bauten wird das Sanktuar durch in der Wand angebrachte Lichtschlitze von oben her erhellt.

 

Ende Teil 2

15.03.15 -Editorial

Quelle: sternenkreis.de

 

Hallo zusammen,

heute bereits auf der Schwelle zum nächsten Tag, doch noch das Editorial. 😉

Seit 2011 ruft der Verein Sternenkreis am 15. 03. jeden Jahres zum Hypatia-Gedenktag auf, um den Opfern durch die Heidenverfolgungen und der Hexenverbrennungen zu gedenken.
Dieses Jahr stand er im Zeichen der ganz aktueller Geschehnisse in Syrien und Irak.

Gefunden auf Facebook Quelle: Bitte auf Bild klicken.

Eine weitere sehr traurige Mitteilung kam, als bekannt wurde, dass Terry Pratchett, der Autor der wundervollen Scheibenweltromane, in denen er so viel Magie legte und beschrieb, dass manche (mit einem Augenzwinkern) auch gut als Lehrwerk für Junghexen geeignet erscheinen 😉 , im Alter von 66 Jahren verstorben war.
Nun hat er seinen letzte Reise angetreten und wird sicherlich erst einmal mit dem Tod bei einer Tasse Tee Schach spielen.
Er wird durch seine Bücher nie vergessen sein.
Ruhe in Frieden, lieber Sir.

In unserem heutigen Update findet Ihr den zweiten Teil von Merienptahs Artikelreihe „Vom Wesen ägyptischer Tempel„.
Und ich habe mir, ebenfalls im Zeichen des Hypatia-Gedenktages, ein paar „Gedanken über Zerstörung und Terror im Namen Gottes“ gemacht.

 

Wir wünschen Euch auch diesmal viel Vergnügen beim Lesen, den einen oder anderen interessanten Gedankenimpuls und freuen uns natürlich wieder auf Eure Kommentare, Gedanken oder vielleicht sogar den einen oder anderen Beitrag von Euch.

LG
Siat