1. Forum
  2. Artikel
  3. Unsere Forenregeln
  4. FAQ
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Allgemein
  • Alles
  • Allgemein
  • Artikel
  • Seiten
  • Forum
  • FAQ
  • Erweiterte Suche
  1. PanPagan-Das Portal für Heiden | Mehr als nur ein Forum
  2. Artikel
  3. Allgemein

Zeitgemäßes Opfern (Lesezeit ca. 3 Min.)

  • Vingiana
  • 7. November 2021 um 18:04
  • 568 Mal gelesen
  • 19 Antworten
  • 4 Minuten

Eigentlich dachte ich das diese Zeiten vorbei wären, oder klar sein sollte, das man sich als paganer Mensch mit Umweltverschmutzung auseinander setzt. Aber das war ja wohl nichts.

Als ich vor ein paar Tagen an einem Kraftort besuchte, fand ich dort wieder einmal Kerzenwachsreste, verschimmelte Lebensmittel, Wollfäden und anderen Zivilisationsmüll.

Zugegeben opfern ist immer eine reichlich persönliche Sache. Aber gerade weil nicht nur man selbst, sondern auch diverse örtliche Geistwesen und Gottheiten involviert sind, sollte man auch mal weiter denken. Von der Natur selbst ganz zu schweigen. Selbstverständlich sollte auch sein, das man sein Opfer Tun im im Hier und Jetzt auch mal reflektiert. Keiner fragt sich, wie sein hübsches Ritual Arrangement nach ein paar Tagen aussieht. Offenbar herrscht zudem immer noch die Ansicht, das gerade Teelichter komplett abbrennen müssen. So lange wartet natürlich keiner vor Ort, erst recht nicht um die Reste anschließend mitzunehmen.

Will man so was Mutter Erde zumuten?! Ich hätte nicht gedacht das wir immer noch in einer Zeit leben in der über zeitgemäßes opfern diskutiert werden muss. Wie wichtig ist uns die Natur in dieser Hinsicht wirklich?

Was kann man also tun? Was man zuhause macht ist ja noch eine Sache, hier kann man Kerzen, Kekse, Wein, Räucherwerk etc. sachgemäß entsorgen und ich behaupte jetzt mal, das die meisten das auch tun. In der Natur hingegen scheint der gute Wille dem Verstand dann aber ein Schnippchen zu schlagen und man übernimmt einfach die zuhause gewohnte Opferzeremonie ohne weiter nachzudenken.

Ein Bekannter von mir ist Archäologe, sogar hier ist diese Thematik erstaunlicherweise schon angekommen. Spätestens wenn alte Tempel Überreste unserer Vorfahren als Quelle der Kraft wiederentdeckt werden. Grundsätzlich sei das kein Problem meinte mein Bekannter, solange es sich um organisches Material handelt. Alles andere müsste mühsam von Stadtreinigung und Forstamt beseitigt werden. Es landet dann dort ,wo´s für viele der Ritual-Spaß aufhört: im Müll. Einige dieser archäologischen Stätten sind deshalb schon für Besucher wieder gesperrt. Hinweisschilder auf Wanderwegen zum Schutz dieser Plätze wieder demontiert.

Mein Bekannter fragte mich, was z.B. eine römische Göttin deren Tempel Überreste man mitten im Wald besuchen kann von halb abgebrannten Kerzengläsern mit toten Insekten drin hat. Ich konnte nur mit einem „ich weiß es auch nicht“ antworten. Oder die vielen lieben Menschen, die immer noch gut gemeinte Kuchenstücke, Kekse, Brot und Met in den Wald tragen? Deutschland hat mittlerweile 2,8 Millionen Kinder die in Armut leben. Wie wäre es stattdessen mal als Opfergabe nen Tag bei der Tafel zu arbeiten oder seine ehrenamtlichen Dienste bei einer Suppenküche für Obdachlose anzubieten. So was kommt bei Gottheiten und der Geisterwelt ganz bestimmt gut an - egal wie der persönliche Pantheon aussieht.

Oder wie wäre es stattdessen mal ein Musik zu opfern, dazu braucht man nicht mal ein Instrument, wer nicht singen kann (oder will) und auch für Instrumente zu ungeschickt ist, kann es auch mal mit Landart versuchen. Zeichnet eure Gebete doch mal mit einem Stock in die Erde und wer gern tanzt – jetzt wäre die Gelegenheit. All diese Dinge wurden schon von unseren Vorfahren praktiziert. Es sind also nicht mal neue Vorschläge. Was ist uns also wichtiger, eine evtl. überkommene Tradition oder zeitgemäße neue Ideen? Stillstand ist immer dem Tod geweiht. Das wussten auch schon unsere Vorfahren.

  • Nächster Artikel Menschenopfer (Teil 1 einer Artikelreihe von Agnosco) (Lesezeit ca. 5 Min.)

Antworten 19

Vingiana
8. November 2021 um 09:22

wie steht ihr zu diesem Thema?

 Erzsucher
8. November 2021 um 10:59

Hallo Vingiana,

also ich stimme Dir 100%ig zu. Angesichts der ohnehin großen Zerstörungen, die der Mensch in der Natur anrichtet, befürworte ich ganz allgemein den Weg des "minimal impact" beim individuellen Aufenthalt draußen. Dazu gehört für mich die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln (wenn immer möglich), Achtsamkeit beim Laufen ohne Herumgetrampel und lautem Gerede und natürlich, dass man keinen Müll irgendwo hinwirft.

Bei Kultplätzen sollten diese Regeln noch verstärkt im Bewusstsein verankert sein. Als Opfergaben keine problematischen Stoffe und Dinge zurück zu lassen, müsste selbstverständlich sein. Wie Du vorschlägst, könnten die Opfer auch nicht-materieller und nicht-lokaler Art sein, oder man wählt Dinge aus, die für die Natur unproblematisch sind, weil sie selbst natürlichen Ursprungs und unschädlich sind.

Wir sind oft in einer schon von den Neandertalern genutzten Kulthöhle zu Besuch und ärgern uns auch immer über die zurückgelassenen Wachsreste, Teelicht-Aluhüllen und Plastikgrablichtreste. Wir sammeln das dann immer in einer Mülltüte ein, die Verschmutzungen am Fels und den Sinterformationen lassen sich aber leider nicht mehr beseitigen.......

LG

Erzsucher

Vingiana
8. November 2021 um 16:27
Zitat von Erzsucher

Wir sind oft in einer schon von den Neandertalern genutzten Kulthöhle zu Besuch und ärgern uns auch immer über die zurückgelassenen Wachsreste, Teelicht-Aluhüllen und Plastikgrablichtreste. Wir sammeln das dann immer in einer Mülltüte ein, die Verschmutzungen am Fels und den Sinterformationen lassen sich aber leider nicht mehr beseitigen.......

LG

Erzsucher

in solchen Fällen kann man dann abwarten wann diese Plätze ganz geschlossen werden. Ist sogar schon mit den Externsteinen passiert bis sie gesäubert waren....

 Siat
15. November 2021 um 00:21

Es ist immer wieder ein aktuelles Thema.

Wenn wir an unseren Plätzen Rituale abhalten, und z.B. Tee- oder Grablichter verwenden, dann werden sie eben auch wieder mitgenommen.
Prinzipiell hätte ich persönlich tatsächlich nichts dagegen, wenn Kerzen an einem heiligen Ort brennen.

Das haben sie schon immer. Egal ob es sich dabei um Öl-, Talk- oder eben Wachskerzen handelt. Da kommt allerdings auch ein riesiges ABER: Die Voraussetzung dafür wäre (!!!), dass an diesen Orten jemand wäre, der auch ein Auge darauf hat. Insbesondere in Zeiten, in denen Trockenheit vorherrscht! (Und leider gibt es selbst unter Heiden Vollpf... Intelligente, die es für eine tolle Idee halten, selbst in trockenen Zeiten Kerzen brennend stehen zu lassen. :boese10:

Was das Argument mit den Insekten und dem "was haben die Göttlichen davon?" anbelangt. Nun, ganz ehrlich? Das sehe ich reichlich pragmagtisch. Seit der Mensch das Feuer entdeckt (und auch für religiöse Zeremonien verwendet!) hat, sterben u.a. Insenkten darin. Das klingt jetzt vielleicht erst mal reichlich unsensibel, aber das ist leider eine Tatsache. Das daher als "Argument" gegen Feuer (und Kerzen) verwenden zu wollen, ist m.E. reichlich mager und unsinnig. Zumal wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Mensch (egal ob in Ritualen in Höhlen oder in Tempeln) immer Feuer verwendet hat, um im Finsteren sehen zu können (so bald er mit dem Feuer "umgehen" konnte).

Was Speiseopfer anbelangt... Ich sehe die schon seit einiger Weile SEHR kritisch. Nicht allein wegen dem Thema "Nahrungsmittelverschwendung", sondern auch, weil nicht alles, was man in der Natur auch hinterlässt z.B. auch zuträglich für Tiere ist, die sie dann natürlich auch fressen!

Wenn ich etwas draußen opfern möchte (was mittlerweile nicht mehr so häufig vorkommt, weil sich meine Verehrung der Göttlichen in der Tat mehr an meinem Altar zu Hause abspielt), dann greife ich auf Dinge zurück, die unbedenklich sind.

Das können z.B. eigens gebackene Muffins oder Kekse (z.B. aus gemahlenen Nüssen) ohne Zuckerzugabe und Triebmittel sein, unbedenkliches Obst oder Gemüse, oder einfach Vogelfutter.

Was auch so eine Sache ist, sind Rauchopfer. Viele verwenden Räucherstäbchen, die sie dann einfach irgendwo hinstecken und dann auch stehen lassen. Oder Räucherkohle, von der sie die Reste dann halt auch einfach stehen lassen oder "wegkippen". :rolleyes:

Auch da sollte man etwas umdenken, bzw. sich gründlich informieren, was denn in der Räucherkohle (besonders der selbstentzündlichen) so drin ist, und was es so ggf. in der Natur anstellt.

Mittlerweile gibt es auch da zum Glück Alternativen, nicht die Umwelt belasten, z.B. getrockneter Kuhdung, wie er beim vedisch-hinduistischen Homam verwendet wird. Ja... Man braucht dann halt ein wenig Geduld bis es brennt bzw. glüht... :rolleyes: Aber nu.


Grundsätzlich kann ich es gut verstehen, dass Menschen das Bedürfnis haben, ihren Göttlichen durch Opfer-oder auch Votivgaben zu ehren. Ich finde es gut, dass es auch immer mehr Menschen tun.

Allerdings braucht es auf jeden Fall viel, viel mehr Achtsamkeit dabei, und zwar vom Anfang bis zu seinem Ende.


Erst mal auf die Kürze so weit von mir. :smile:

LG

Siat

Vingiana
15. November 2021 um 09:55
Zitat von Siat

Was das Argument mit den Insekten und dem "was haben die Göttlichen davon?" anbelangt. Nun, ganz ehrlich? Das sehe ich reichlich pragmagtisch. Seit der Mensch das Feuer entdeckt (und auch für religiöse Zeremonien verwendet!) hat, sterben u.a. Insenkten darin. Das klingt jetzt vielleicht erst mal reichlich unsensibel, aber das ist leider eine Tatsache. Das daher als "Argument" gegen Feuer (und Kerzen) verwenden zu wollen, ist m.E. reichlich mager und unsinnig. Zumal wenn man sich in Erinnerung ruft, dass Mensch (egal ob in Ritualen in Höhlen oder in Tempeln) immer Feuer verwendet hat, um im Finsteren sehen zu können (so bald er mit dem Feuer "umgehen" konnte).

Klar sind Insekten auch schon vor einigen tausend Jahren im Feuer verglüht - nur - da gab es auch noch genug. Mit dem momentanen Insektensterben braucht gerade das Opfern ein gründliches Update. Es mag sein das in 100 Jahren die Natur wieder so in Ordnung ist das wir uns Kerzen im Wald und Rücksichtslosigkeit gegenüber Wildtieren leisten können. Im Moment ist das nicht der Fall. Interessant das du die Waldbrandgefahr bemerkst, dir Insekten in diesem Zusammenhang aber egal zu sein scheinen. Als es noch keine anderen Möglichkeiten gab war das Feuer ganz sicher nötig um etwas zu sehen oder sich zu wärmen. Momentan halt ich die LED Taschenlampe für ehrlicher, weil ich sie auch ich mit ihr eine direkte Verbindung zwischen hier und jetzt und der Geisterwelt habe. Anders würde das aussehn wenn ich einen Ofen oder Kamin hätte, hier könnte man traditioneller arbeiten, wenn man wollte.

Zitat von Siat

Grundsätzlich kann ich es gut verstehen, dass Menschen das Bedürfnis haben, ihren Göttlichen durch Opfer-oder auch Votivgaben zu ehren. Ich finde es gut, dass es auch immer mehr Menschen tun.

Allerdings braucht es auf jeden Fall viel, viel mehr Achtsamkeit dabei, und zwar vom Anfang bis zu seinem Ende.

Und genau diese Achtsamheit fehlt mir bei den meisten. Viele opfern wie vor 2000 Jahren und sind auch noch stolz drauf. Solange das alles noch Sinn gemacht hatte, war das auch ok. Wenn damals ein Huhn für eine Gottheit sein Leben ließ fehlte das der Familie. Was viele heute so opfern, ist selten etwas das ihnen hinterher wirklich fehlt. Das ist einer der Gründe warum ich opfern grundsätzlich kritisch gegenüber stehe, es wird viel zu wenig darüber nachgedacht. Einmal darüber was und warum ich es opfere, dann über den Zusammenhang und Kontext unserer moderen Zeit im hier und jetzt und schon gar nicht darüber was hinterher damit passiert. So wird opfern immer mehr zum zumüllen der ohnehin schon kaputten Natur. Das bringt mich zu einem Erlebnis das ich mal vor mittlerweile fast 20 Jahren hatte:

Im Wald sah ich jemanden beim opfern. Er wollte gerade gehen. Ich fragte ihn warum er seine Opfergaben nicht wieder mitnimmt. Er sagte " ich kann doch den Göttern nicht erst was opfern, und es dann wieder mitnehmen". Ich fragte dann " warum opferst du überhaupt etwas das man hinter mitnehmen müßte?! " Darauf wußte er keine Antwort. Da sind wir wieder bei der von dir zitierten Achtsamkeit.

 Siat
15. November 2021 um 13:46

Hallo Vingiana,

Zitat von Vingiana

l. Interessant das du die Waldbrandgefahr bemerkst, dir Insekten in diesem Zusammenhang aber egal zu sein scheinen

Interessant ist, was Du in meine Worte hineininterpretierst. :zwink:

Aber ja, ich mache mir um Insekten tatsächlich ein kleines bisschen weniger Gedanken.

Was zum einen damit zusammenhängt, dass man seine Kerzen tatsächlich (relativ) Insektensicher machen kann, zum anderen feiern wir ein mal im Jahr mit Freunden an einem bestimmten Platz zu Samhain in der Nacht. Also ja, ich böser Mensch mache mir da tatsächlich etwas weniger Gedanken um Insekten als um Waldbrände.

Und falls (!) ich mal ein Feueropfer (!) in der Natur darbringe, dann verwende ich dazu Kampfer, der, je nach Menge, innerhalb kürzester Zeit verbrennt.

Ansonsten halte ich mich bei etwaigen Opferungen in der Natur, wie gesagt, an Lebensmittel oder selbstgemachte Speisen, die tier- und umweltverträglich sind.

Da ich mich allerdings NICHT wirklich naturreligiös (was man auch immer unter diesem schwammigen Begriff verstehen möchte) bezeichne und meine Opferrituale an die Göttlichen vorwiegend an meinem Hausschrein/-altar stattfinden, kommen Opferungen in der Natur oder Rituale, die das Verwenden von Kerzen nötig machen würden, bei mir tatsächlich eher selten vor. :panik5:

Zitat von Vingiana

Das ist einer der Gründe warum ich opfern grundsätzlich kritisch gegenüber stehe, es wird viel zu wenig darüber nachgedacht. Einmal darüber was und warum ich es opfere, dann über den Zusammenhang und Kontext unserer moderen Zeit im hier und jetzt und schon gar nicht darüber was hinterher damit passiert.

Die Fragen sind doch ganz generell erst einmal: Was versteht man denn eigentlich unter einem Opfer? Was verbindet man damit? WARUM WILL man überhaupt WAS auch immer opfern?

Das sind eigentlich Fragen, mit denen sich die meisten Heiden meiner Meinung nach viel zu wenig auseinandersetzen.

Man hat es vielleicht irgendwo gelesen oder mitbekommen, das andere Opfern, und dann macht man es einfach, weil "Heid" es halt einfach so macht und weils zum "Heide-Sein" einfach dazu gehört.

Und dann kommt es eben zu solchen Situationen, die Du oben beschrieben hast:
Die meisten können dann eben selbst auf die Frage nach dem "Warum opferst du überhaupt (dieses oder jenes)?" überhaupt keine (vernünftige) Antwort geben.

Du schreibst zuvor:

Zitat von Vingiana

Viele opfern wie vor 2000 Jahren und sind auch noch stolz drauf. Solange das alles noch Sinn gemacht hatte, war das auch ok. Wenn damals ein Huhn für eine Gottheit sein Leben ließ fehlte das der Familie. Was viele heute so opfern, ist selten etwas das ihnen hinterher wirklich fehlt.

Nun ja, aber da übersiehst Du einen nicht ganz unwesentlichen Punkt:

Tiere (oder auch andere Speise-/Nahrungsopfer) sind nie einfach nur so geopfert und dann "weggeschmissen" (na, ok... formuliere ich es etwas "heiliger": in der Natur als Opfergabe liegen gelassen) worden. Sie wurden in der Regel (außer vielleicht bei bestimmten Riten oder in Bezug zu bestimmten Gott- oder Wesenheiten) verzehrt. Entweder von der zuständigen Priesterschaft oder eben von der Gemeinschaft, die der Gottheit die Opfer darbrachte.

Und dafür findet man genügend Belege in den Schriftkulturen damals (z.B. Kemet) und selbst noch heute (z.B. Shinto, Vedismus/Hinduismus oder auch bei Naturvölkern). Und ich bin mir reichlich sicher, dass man auch davon ausgehen kann, dass es in weiter zurückreichende Zeiten nicht anders gewesen ist.
Dafür waren Tiere oder Nahrungsmittel einfach viel zu kostbar. Wie gesagt: Bestimmte Riten mögen da eine Ausnahme gebildet haben (z.B. bei Begräbniszeremonien), aber verschwendet wurden Tiere und Nahrungsmittel selbst für Opfergaben sicherlich nicht.


Du schreibst: So lange das alles auch noch sinn machte, war das auch ok.

Die Frage ist doch aber immer: Was für ein Sinn steckt überhaupt in einem Opfer? Da sind wir wieder bei den Fragen, die ich vorher oben schrieb.

Bei Dir scheint die übliche (und bei uns im Westen so nervend verbreitete) Denke dahinter zu stecken, dass Opfer halt immer etwas kostbares gewesen sein muss, dass dann halt "weg" war, anderes hätte man den Göttern ja schließlich nicht geopfert.

Das ist meiner Meinung nach falsch und viel zu kurz gedacht, weil diese Denke sich eben nicht mit den vielen verschiedenen Aspekten des "Warum werden Opfer überhaupt dargebracht?" beschäftigt.
Tägliche Opfer, um z.B. eine Gottheit zu speisen und stärken, "Dankopfer", "Bittopfer", "Sühneopfer" und und und. All das sind Aspekte, die damit zusammenhängen (können), und die natürlich auch mitbestimmen (können), wie mit den Opfergaben selbst umgegangen wird.

Und ja: welche:r Heid:in macht sich da heute die Mühe, sich damit überhaupt auseinander zu setzen?

Braucht man ja auch nicht, schließlich ist man, wie die ach so naturreligösen Vorfahren auch, ach so naturreligiös und deswegen hat man in der Natur irgendwelche Opfergaben für die Gottheiten des Ortes und/oder die Naturgeister dazu lassen. Das hätten die Altvorderen ja schließlich auch schon so gemacht. Ja, neee... Schon klar :rolleyes: :nee: :fool:

Ja, ich bin da mittlerweile ziemlich bissig, weil mich manches Gerede über: "Wir sind ja ach so tolle naturverbundene und naturreligiöse Heiden in der echt trve-evil-Nachfolge unserer hoch naturverbundenen und die Natur ehrenden Vorfahren" einfach nur noch nervt. Und ja, das zieht sich eben halt auch in das Thema "Opfern", weil auch da einfach zu viel Quatsch kursiert, auch in Hinblick auf historische Tatsachen, zumindest soweit es tatsächlich Quellen dazu gibt.

Da reicht z.B. ein Blick nach Kemet, wo sich in den Tempelaufzeichnungen vom Amun-Tempel sehr genaue Angaben über die täglichen Opfergaben an Amun finden lassen.

Aber back to Topic.

Opfer müssen etwas sein, das einem hinterher fehlt? Da würde mich mal interessieren, warum Du der Meinung bist, dass das so zu sein hat?


Und noch mal kurz dazu:

Zitat von Vingiana

Momentan halt ich die LED Taschenlampe für ehrlicher, weil ich sie auch ich mit ihr eine direkte Verbindung zwischen hier und jetzt und der Geisterwelt habe.

Für DICH und DEINE Zwecke mag das vielleicht so sein, für andere ist es aber nicht der Fall. Ich würde eine gräßliche LED-(Taschen)Lampe z.B. überhaupt nich als "ehrlicher" betrachten. Das fängt z.B. schon allein bei der Herstellung sowohl der LED-"Birne" als auch den Batterien und allem anderen an (siehe z.B. Aluminium und Abbau seltener Erden und die damit verbundene Umweltzerstörung und -vergiftung)... :panik5:

Zeitgemäße Anpassung kann halt auch so seine Tücken haben. Nicht alles was auf den ersten Blick ach so toll "grün", "umwelt"-und "naturschonend" oder sowas erscheinen mag, ist es bei näherer Betrachtung auch tatsächlich. :panik5:

Letztendlich kann man aber auch bei der Suche nach Alternativen nur dann sinnvolle Antworten finden, wenn man sich überhaupt erst einmal mit dem "Wieso? Weshalb? Warum?" auseinandersetzt.

Für mich z.B. mag zwar LED für reine Beleuchtung taugen, für bestimmte rituelle Handlung in meiner religiösen Praxis allerdings eher nicht. Dafür trägt sowohl das Licht als auch die Lampe selbst, nicht dies entsprechende "Symbolik" in sich. Elektisches Licht hat nun mal (für mich) sowohl energetisch als auch symbolisch eine vollkommen andere "Signatur" (wenn ich mal etwas "abgespacet" esoterisch rüberkommen darf :zwink: ) und auch Bedeutung, als Feuer.


Ehm... Eigentlich könnte ich noch weiter drauf eingehen... Aber ich glaube, ich belasse es erst einmal dabei.

Auf jeden Fall ist es ein sehr spannendes Thema, über das sich Heiden wirklich mehr Gedanken machen sollten. Ich glaube, da sind wir uns einig. :zwink:

Danke, dass Du es aufgebracht hast. :smile:


LG

Siat

 Sternenwoelfin
15. November 2021 um 14:59

Die Auseinandersetzung mit dem Wie, Weshalb und Warum des Opferns scheint mir ein sehr wichtiger Punkt zu sein über den sich viel zuviele Heiden keine Gedanken machen. Mir erscheint die Praxis des Opferns oft eher als eine Geschäft: Ich opfere etwas und die Gottheit gibt dann (was gewünscht wurde). Mit einer solchen Haltung mache ich mir natürlich auch keine Mühe darüber nachzudenken was mit dem geschieht das man als Opfer zurück lässt.

Ohne mich jetzt mit Religionen und deren Opferpraxis gut auszukennen erscheint mir doch die wahre Intention warum ich opfere wichtig und ich denke das es viel mehr zu opfern gibt als nur Materielles. Wir können Zeit opfern, Arbeitskraft oder auch mit Verzicht, z.B. durch Fasten (danke Bruder für diesen Input). Man kann etwas an andere geben wenn es unbedingt Materie sein soll. Man kann den Schlaf opfern um eine Nacht am Altar zu beten, den Abend im teuren Restaurant auf den man sich lange gefreut hat, und mit dem Geld für den Abend Nahrungsmittel für die Tafeln kaufen, etc.

Auf was es ankommt ist die Herzenshaltung. Das Gleichnis in der Bibel von der armen Frau die ihre letzten zwei Groschen im Tempel als Opfer gab und von der Jesus sagte sie hätte mehr gegeben als all die Reichen die nur von ihrem Überfluss ein wenig abgaben zeigt eine solche Herzenshaltung auf. Wenn ich etwas opfern will dann gebe ich etwas, dass mich auch wirklich etwas kostet.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen dass die Geister und Götter sich genau ansehen was, wie, weshalb und warum gegeben wurde. Und da wird vielleicht die handgemachte oder handverzierte Kerze auf dem heimischen Altar deren Flamme den tiefen Herzensdank der Person zu den Göttern trägt sehr viel mehr wertgeschätzt als das billig Teelicht das man achtlos im Wald zurück lässt.

Es gibt noch eine Sache die vielleicht beachtenswert ist: Wenn ich etwas opfere das mich wirklich etwas kostet, wenn ich es aus vollem Herzen tue, dann kommt eine tiefe Freude mit diesem Opfer. Aus wunderbaren und nicht nachvollziehbaren Gründen schenken uns die Götter sogar etwas für unser Opfer, etwas das weit mehr wert ist als das was wir gaben oder was wir damit erbaten. (Das was wir erbitten gibts ggfs. auch noch dazu oder - wenn die Götter gnädig sind, auch nicht. Nicht alles worum wir bitten dient uns zum besten.)

Liebe Grüße

Wölfin

Vingiana
15. November 2021 um 18:38

Ich sehe das genau wie du Sternwölfin. Es gibt ja diesen Satz das Liebe sich vermehrt, wenn man sie mit anderen teilt, das gleiche gilt fürs opfern. Sofern esw, wie du es schon beschreiben hast unter bestimmten Voraussetzungen geschieht.

Vingiana
15. November 2021 um 18:55
Zitat von Siat

Opfer müssen etwas sein, das einem hinterher fehlt? Da würde mich mal interessieren, warum Du der Meinung bist, dass das so zu sein hat?

Erst einmal – gar nichts hat so zu sein wie ich es beschreiben habe, nur weil ich es beschreiben habe. Es geht auch nicht ums richtige oder falsche opfern sondern darum was unser Tun mit dritten – in diesem Fall der Umwelt und Natur macht. Klar sollte auch sein das jemand sich zwar in andere hineinversetzen kann aber dennoch nie der andere wird. Oder etwas einfacher – was dem einen sein LED Licht ist dem anderen sein Feuerchen.

Zitat von Siat

Was verbindet man damit? WARUM WILL man überhaupt WAS auch immer opfern?

Diese Frage kann sich letztlich nur jeder selbst beantworten, weshalb es in dem Artikel auch gar nicht darum gehen kann, geschweige denn in dieser Diskussion. Ich frage nach zeitgemäßem opfern, die Frage sollte also weniger warum opfere ich sondern wie kann ich das zeitgemäß umsetzen heißen. Zeitgemäß heißt in dem fall nicht auf biegen und brechen supermodern ( was immer das dann in der Praxis heißt) sondern mit dem Bewußtsein das bestimmte Dinge sich wegen unserer maroden Natur/ Umwelt als fragwürdig erweisen.

Zitat von Siat

Elektisches Licht hat nun mal (für mich) sowohl energetisch als auch symbolisch eine vollkommen andere "Signatur" (wenn ich mal etwas "abgespacet" esoterisch rüberkommen darf :zwink: ) und auch Bedeutung, als Feuer.

das stimmt völlig, du bringst es absolut auf den Punkt: wir sind nun mal täglich von genau dieser Signatur umgeben, wir haben nicht mehr den ganzen Tag Holzfeuer im Haus etc am brennen. Glücklicherweise...Es gibt (für mich) keinen Grund Gottheiten mit diesem Umstand nicht auch bei Ritualen zu konfrontieren, zumal wenn die aufladbare LED Lampe umweltfreundlicher ist.

Viele regen sich über die Abholzung und Brandrodung im Regenwald auf, benutzen aber jeden Sommer Grillkohle und machen im Garten ihre Feuerschalen an. Ich finde das eine recht verlogene Haltung.

wenn ich eine Hexe wäre, wäre ich auf jeden Fall die mit dem Staubsauger :zwinker:

 Erzsucher
15. November 2021 um 19:54
Zitat von Siat

Nicht alles was auf den ersten Blick ach so toll "grün", "umwelt"-und "naturschonend" oder sowas erscheinen mag, ist es bei näherer Betrachtung auch tatsächlich

Dem möchte ich zustimmen. Man sollte bei solchen Diskussionen nicht zu unnachsichtig mit dem Gegenüber sein, da es für den Einzelnen in vielen Fällen kaum möglich ist zu beurteilen, welche Verhaltensweise im Endeffekt den tieferen ökologischen Fußabdruck hinterlässt.

Wenn jemand im Freien ein Feuer entzündet (wobei ich jetzt mal die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen voraussetze), hat das unmittelbar einsichtige Folgen für die Umgebung. Es können Tiere beunruhigt oder geschädigt werden, es kommt zur Emission von Brandgasen etc..

Auf der positiven Seite steht die Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffs (sofern unbelastetes, naturbelassenes Holz benutzt wird).

Die LED-Lampe scheint da auf den ersten Blick ökologisch viel besser zu sein, da sie vor Ort einen wesentlich geringeren Impakt hat (das ist wie beim Elektromotor vs. Benziner). Gerade bei der LED-Lampe habe ich jedoch (wie beim Elektroauto etc.) gewisse Bauchschmerzen wegen des verborgenen ökologischen Fußabdrucks. LED-Lampen beruhen ja auf der mittels spezieller Halbleiter induzierten Lichtemission.

Diese Halbleiter basieren auf Indium-Gallium-Phosphiden und Arseniden, wobei gerade das Indium ein sehr seltenes Metall mit endlichen Vorräten ist. Derzeit verschleudern wir dieses kostbare Metall in den LED, weil es bis dato keine funktionierende Recyclingmethode gibt und in der EU 0% (!) des eingesetzten Indiums wiedergewonnen wird. Weltweit gewinnen übrigens lediglich die Japaner aktuell gewisse Mengen Indium aus Elektroschrott zurück.

Am Ende der Lebensdauer landen die LED deshalb hier stets in der Müllverbrennung oder noch schlimmer irgendwo in Afrika und die giftigen Schwermetalle verseuchen dann als Feinstäube die Umgebung. Sehr umweltfreundlich ist das nicht und ich bin deshalb wirklich betrübt darüber, dass hierzulande immer mehr der gelben Natriumdampflampen bei der Straßenbeleuchtung durch LED ersetzt werden......

LG

Erzsucher

Diskutiere mit! 9 weitere Antworten

Registrierung

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen

Kategorien (Artikel)

  1. Allgemein 5
  2. Heidnischenes Multiversum 2
  3. Tempel und Hain 5
  4. Zwischen den Welten 0
  5. Lebens- und Denkweisen 0
  6. Bibliothek 0
  7. News und Ankündigungen rund ums Forum 3
  8. Editorials 3
  9. Filter zurücksetzen
Über den Artikel diskutieren 19 Antworten, zuletzt: 21. Februar 2022 um 09:25
  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Community-Software: WoltLab Suite™