Gedanken zu Beltane-Ein Nachtrag von Solveig

Beltane ist ein Fest des Lebens, der Fruchtbarkeit, des Sieges der Sonne über Kälte und Nacht.
Endgültig hat nun der Sommer über den Winter triumphiert (auch wenn sich das heute wettermäßig nicht so anfühlt). Der Sonnengott ist zum geschlechtsreifen Jüngling herangewachsen und stellt sich der Herrschaft über das Land. Die jungfräuliche Göttin erwartet ihn, um Neues zu schaffen. Erde und Sonne stehen in inniger Verbindung.
Die Welt ist für die heilige Hochzeit bereit.

Leichtigkeit greift um sich.
Die Zeit des Mangels und des Sparens ist vorbei. Nun werden wir wieder von der Natur direkt versorgt und müssen nicht länger auf das Eingemachte zurückgreifen.
Die Freude, dass der Winter überstanden ist, sollte uns zu einem ausgelassenen Fest inspirieren.

Heute Abend reiten Hexen auf ihren Besen rund um den Brocken. In ihrem Gefolge findet sich ein wilder Reigen von Elfen, Menschenfrauen und Geistern. Sie alle wollen Teil haben an der wieder erwachten Lebensfreude.
In alten Überlieferungen werden diese Frauen als ungezähmt und kraftvoll beschrieben – die Ur-Frau, die ihre Gefühle lebt und stolz ihren Mann erwählt.

Wikipedia berichtet: „Der anfangs fröhliche, später immer ekstatischer werdende Kulttanz entfachte eine gemeinsame Trance, in der es möglich war, aus der ganz „normalen Realität“ auszusteigen und Kontakt mit der Anderswelt zu bekommen sowie Energien in sich zu entfachen.“
Wozu diese Energien wohl gebraucht wurden?

Die Alten haben getanzt, sind über das Feuer gesprungen und dann…

Das könnten wir auch tun … aber ich fürchte, da macht keiner mit.
Gesellschaftliche Regeln und unser modernes Selbstverständnis stehen einer wilden Beltane-Feier entgegen.
Doch wir dürfen uns zumindest vorstellen, wie das früher einmal abgelaufen sein könnte. Und dürfen uns – ganz ohne die anerzogene Scham – an der gedanklichen Bilderwelt erfreuen.
Damit wäre ein erster Schritt gemacht … zu einer ekstatischen Beltanefeier.

In diesem Sinne: Feuer frei zum Drüberspringen!

 

© Martyn Pattison; Quelle: Wikimedia.org (klick Bild)

11.05.2015 – Editorial

Hallo zusammen,

die Zeit fliegt nur so vorbei.
Kaum haben wir die Frühlings-Tag-und Nachtgleiche gefeiert stand nun auch schon Beltaine vor der Tür, und mit ihm der Beginn des (Früh)Sommers.

Die Natur breitet die Fülle ihrer Farbenpracht vor uns aus.
Vögel verbreiten ihren wundervollen Gesang, und hier und da, wenn auch lang nicht mehr so viel wie früher, summen und brummen die emsigen, feinflügligen Völker der Bienen und Hummeln.
Der ekstatische Tanz der Göttlichen, von Göttin und Gott, lässt auch uns erblühen, und erfüllt uns mit neuer Lebenslust, Wonne und Freude, und lädt uns dazu ein, an diesem Reigen teil zu haben.

Endlich ist  das Leben aus dem Schlaf des Winters erwacht und durchpulst uns mit neuer Kraft und Energie.

Ganz im Geiste dieser lebensfrohen und kraftvollen Zeit freue ich mich sehr, Euch heute zwei Artikel von Solveig präsentieren zu können, in denen sie mit uns ihre Gedanken zu Beltane und eine Elemente-Segnung für ein Handfastig-Ritual teilt.
Das heutige Update ist Dank Zeitmangel und Krankheit ein wenig außer der Reihe, aber ich hoffe, dass wir Euch bald wieder regelmäßiger mit Lesefutter versorgen können 😉 , und hoffen dabei natürlich auch von Input und Beiträge bildlicher und schriftlicher Art von Euch! 🙂

LG
Siat

Vom Wesen ägyptischer Tempel (Teil 4) von Merienptah

Religiöse Landkarte
Zusammengefasst stellen Grundriss und Aufbau eines Tempels also einen ganzen Kanon von kosmischen Regeln dar.
So ist der Tempel also vom Eingang zum Allerheiligsten nach einer „imaginären“ Ost-West-Achse ausgerichtet, die dem Sonnenlauf folgt.
Nebeneingänge für Priester, also die Wege für den täglichen Kultablauf, liegen im rechten Winkel zu dieser göttlichen Achse und bilden eine weltliche Nord-Süd-Achse, die sich an der Fließrichtung des Nils orientiert, der in Kemet ja die Hauptverkehrsader der menschlichen Welt darstellt.
Der Fussboden des Tempels steigt vom Hof zum Allerheiligsten in mehreren Stufen, an den Urhügel erinnernd, an und mit der Erhöhung des Bodens nimmt die Höhe der Decken und Durchgänge ab. Der Boden symbolisiert die fruchtbare Erde und die Decke den sternenübersäten Himmel. Tragende Teile wie Säulen und Türstürze stellen die Vegetation dar, die vom Boden in den Himmel wächst und somit beide Sphären miteinander verbindet.
Das Allerheiligste mit der Kultbildkammer liegt auf der Mittelachse im hinteren Tempelbereich am weitesten vom Eingang entfernt.
Die Götterbarke wird in einem Kultraum vor dem Allerheiligsten aufbewahrt und die täglichen Opferhandlungen finden davor in einem eigenen Raum statt.
Fenster gibt es nicht um der chaotischen Außenwelt keinen Weg ins Innere zu bieten, somit ist das Innere des Heiligtums, außer bei Heiligtümern des Sonnenkultes, immer in Dunkelheit gehüllt.
Auch müssen bei den Ritualen immer erst die äußeren Türen verschlossen werden, bevor die Inneren geöffnet werden können um keinen direkten Durchgang von außen nach innen zu ermöglichen.
Und zu guter Letzt ist der Tempel noch von einer oder mehreren Mauern umschlossen, die ihn komplett von der Außenwelt abschotten und jeden unbefugten Blick ins Innere verwehren. Auch darf der Tempel niemals von Unbefugten betreten werden, nur die Priesterschaft hat Zugang zu seinem Inneren.
Und innerhalb der Priesterschaft entscheidet der Priestergrad wie weit sich der Priester dem „Sitz der Gottheit“ nähern darf.

Amun-Tempel Luxor
Am Tempel von Luxor sieht man gut wie der Dromos eines kemetischen Tempels aussehen sollte. Eine Allee von Sphingen und Baumreihen begleiten die Strasse, die direkt auf die durch einen Pylon gebildete Tempelfront führt. Vor dem Tempel stehen Obelisken (einer fehlt hier) und verschiedene Statuen…

Zugang zum Allerheiligsten haben nur die ranghöchsten Priester und deren direkte Stellvertreter, aber das genauer zu erläutern würde jetzt auch zu weit führen.

Bereits die Grundsteinlegung eines kemetischen Tempels ist ein mythologisierter Vorgang und Gegenstand eines uralten Rituals, das unter Anwesenheit und Mithilfe der Göttin Seschat selbst ausgeführt wird.
Mit dem „Spannen des Strickes“ wird Ausrichtung und Umriss des zu gründenden Baues bestimmt.
Unter den Ecken werden Grundsteinbeigaben verborgen, die den Bau vor bösen Einflüssen von außen bewahren sollen. Diese beigaben bestehen aus Gefäßen mit Opfergaben wie Speiseopfern, übelabwehrenden Amuletten und Modellwerkzeugen. Dazu kommen auch Täfelchen mit dem Namen des Tempels, seines Besitzers und des Erbauers.
Nach der Vollendung des Baues wird dann die kultische Reinigung des Tempelgeländes vollzogen und mit der Zeremonie der „Mundöffnung“ die magische Verlebendigung des Baues und seine Verwandlung in einen Achet, einen Götterhorizont, bewirkt.
Erst damit erlangt der Bau seinen funktionsfähigen Zustand als Wohnstätte der Götter und kann an seinen Herrn übergeben werden.
Wichtig dabei ist auch die „Taufe“ des Tempels, denn jedes Heiligtum hat einen eigenen Namen.

Nach der Namensgebung kann der normale Kultbetrieb im Tempel beginnen, der an jedem Tag nach dem gleichen Muster abläuft.
Das häufigste Ritual ist das täglich dreimal vollzogene Kultbildritual. Es hat seinen Ursprung in den Diensthandlungen der Dienerschaft im herrschaftlichen Haushalt und umfasst die vollständige Versorgung des Kultbildes, also des Hausherren, von seiner Reinigung und Bekleidung bis zur Versorgung mit Speise und Trank.
Weitere tägliche Rituale sind das Morgenritual, bei dem die Gottheit geweckt wird und bei der das „Tagesprogramm“ durchgegangen wird (wie ein Briefing des Hauspersonals in einem herrschaftlichen Anwesen) sowie das Abendritual bei dem der Hausherr des Tempels das „Tagesresümee“ zieht und für die Nacht vorbereitet wird.

Der Kalender Kemets ist so angefüllt mit Götterfesten, dass die Routine der täglichen Zeremonien sehr häufig durch besonders festliche Handlungen bereichert wird. Dies sind insbesondere das 5 Tage andauernde Neujahrsfest, das Eintreffen der Nilschwemme, das Hervorkommen der Sopdet, das 17 tägige Opetfest, das Sokarfest, das große Ipipfest, das schöne Fest vom Wüstental und zu guter Letzt die Epagomenen, die letzten fünf Tage des Jahres.
Dazu kommen noch die monatlich stattfindenden Reinigungsfeste, die Feste zum Jahreskreis und unzählige weitere Feiertage wie die tempelinternen Mysterienspiele zu Ehren des Osiris, bei denen der gewaltsame Tod und die Auferstehung des Osiris szenisch dargestellt werden.
Bei derartigen feierlichen Anlässen werden auch die Kultbilder aus dem Tempelinneren ans Tageslicht gebracht und auf Prozessionen durch ihre Herrschaftsgebiete geführt.
Heutzutage beschränken sich derartige Prozessionen auf Umrundungen des Tempelhauses innerhalb des Tempelbezirkes, in alter Zeit führten sie durch die ganze Stadt und einige sogar über noch größere Distanzen.

Zu diesen Anlässen werden die Kultbilder aus ihrem steinernen Naos herausgehoben und in einen kleinen hölzernen Tragschrein oder in die Kajüte einer tragbaren Götterbarke platziert.
An langen Tragestangen kann diese schwere Barke von einer größeren Anzahl Priester angehoben und aus dem Tempel ins Freie getragen werden. Diese Barke muss während der Prozession in bestimmten Abständen auf vorbereiteten Sockeln abgestellt werden um den tragenden Priestern und der „reisenden Gottheit“ eine Verschnaufpause zu gewähren. Dies sind die bereits erwähnten Barkenstationen, in denen der Gottheit auch Opfergaben (Erfrischungen) dargebracht werden.
Diese Feste werden auch von Musik und Tanz begleitet um die Gottheit auf ihrer Reise zu unterhalten.

Der normale Tagesablauf im Tempel ist neben den Kulthandlungen natürlich weitaus weniger festlich und von ganz alltäglichen und weltlichen Arbeiten geprägt.
Die Hauptaufgabe der Priesterschaft besteht in der Vorbereitung der Opfergaben und der Reinigung der Tempelräume und des Kultgeschirrs, also ganz normaler Hausarbeit. Weiterhin müssen die Außenanlagen und Gärten gepflegt und die Gebäude instand gehalten werden. Von diesen Tätigkeiten leitet sich auch die geläufigste Amtsbezeichnung der Priester Hem-netjer, also „Gottesdiener“ ab.
Weiterhin wird in der Tempelschule, die zum Tempelarchiv gehört, die nächste Generation der Priesterschaft ausgebildet. Dort werden auch unsere alte Schriften aufbewahrt, restauriert oder gegebenenfalls erneuert in dem sie kopiert werden.
Somit ist ein Tempel auch eine Bibliothek und ein Wissensspeicher.
Und in der angeschlossenen Tempelwerkstatt werden von den Priestern Kultgeschirr und Ritualgegenstände hergestellt, die für den täglichen Betrieb vonnöten sind sowie Grabstelen für das kemetische „Volk“ und andere Gegenstände des Totenkultes.

Karnak-Tempel
In einer anderen Halle des Karnaktempels sieht man wie die Decke dunkelblau bemalt ist um den Himmel zu symbolisieren…

Der gesamte Tempelbezirk ist also keinesfalls ein Gebetshaus für Gläubige sondern ein verkleinertes Modell der Welt oder gar des Kosmos und ein lebendiger und geschäftiger Ort des Kultbetriebes und des täglichen Lebens in dem die Priesterschaft, als Dienerschaft der Gottheit, dafür Sorge trägt, dass es dem Hausherrn an nichts mangelt und dieser sich somit seiner Aufgabe im Immerwährenden Schöpfungsprozess widmen kann.

Der Tempel ist die von der Außenwelt abgeschirmte Wohnstatt der Gottheit, vergleichbar mit einer herrschaftlichen Privatresidenz, einem königlichen Palast, in dem der Hofstaat den täglichen Ablauf und die Versorgung des Königs gewährleistet und kein Ort für „das Volk“ welches diesen Ort nicht betreten darf.
Das unterscheidet die kemetischen Tempel von dem was man sich heutzutage unter einem Tempel vorstellt, in dem die Gläubigen sich dem Göttlichen nähern und ihre Gebete verrichten, ähnlich einer christlichen Kirche. Mit einem solchen öffentlichen Kultbau hat der kemetische Tempel rein gar nichts gemeinsam.

Dies soll nun erst mal genug sein und einen kleinen Türspalt öffnen um doch mal einen neugierigen Blick in unsere für die Augen der Öffentlichkeit verschlossenen Heiligtümer gewähren.
In unseren Tempeln läuft entgegen aller Gerüchte nichts Geheimnisvolles und Okkultes ab, sie sind normale religiöse Bauten mit ihrem ganz eigenen Innenleben und Kultablauf, mit eigener Priesterschaft und eigenen Gesetzen und Regeln, der Außenwelt verschlossen aber dennoch nicht entrückt.

Damals wie heute, der Nil in Ägypten

Pflanzensteckbrief: Sanddorn

Deutscher Name:
Sanddorn

Sanddorn; Photo: Svdmolen; Quelle: wikipedia.org.

Synonyme:
Audorn, Fasanenbeere, Rote Schlehe, Haffdorn, Dünendorn, Sandbeere, Griesbeere

Englischer Name:
Sea Buckthorn

Synonyme:
Sallow Thorn, Willow-thorn, Wirwivvle, Wyrvivle

Botanischer Name:
Hippophae rhamnoides

Familie:
Ölweidengewächse (Elaeagnaceae)

Etymologie:
„Hippophae“ leitet sich vom Lateinischen „hippóphaes“ ab Plinius beschreibt es als eine „Wolfsmilch-Art mit starken Dornen“, und hat seine Wurzeln  vermutlich im Griechischen.

Bei Dioskurides können wir den Begriff „hippophaés“ finden,  der soviel wie „eine nicht näher bezeichnete Gruppe/Sippe“ bedeutet.
Er weist auf die Verwandtschaft zu den Worten „hippóphaiston“ (bedeutet dasselbe und wurde wird von Theophrastos genannt) und das spätgriechische Wort „hippópheos“ hin.
Ethymologisch wahrscheinlich scheint, dass sich der Begriff auf das griechische „phéos“ zurück verfolgen lässt, das soviel wie „eine stachelige Sippe (Sarcopoterium spinosum)“ bedeutet. Allerdings schweigen sich zu der Etymologie des Wortes die Handbücher der Etymologen aus, und es bleibt im Dunkeln, welche Sippe mit diesen Namen gemeint war und wie diese zu deuten ist.
Noch weniger sagen die Handbücher zum Zusammenhang des Wortes  mit dem Wort „hippós“ („Pferd“), und dem Zusammenhang zwischen Tier und Strauch.
Der Forscher Carl von Linné scheint den antiken Namen ausschließlich in Hinblick auf seine dornbewehrten Äste und Zweige gedeutet und dann auf den in der Antike in Südeuropa unbekannten Sanddorn übernommen zu haben.

Der Wortbestandteil „rhamnoides“ leitet sich vom Lateinischen „rhamnus“ und vom griechischen „-oeidés“ („ähnlich“) ab:
lat. „rhamnus“ = „Kreuzdorn“ (Rhamnus sp.)
Dieser Name lässt sich auch wieder bei Plinius nachweisen.
Auch hier scheinen die Wurzeln des Lateinischen ebenfalls im Griechischen zu liegen.
Theoprastos, Dioskurides u.a. ist für den Kreuzdorn „rhamnos“ überliefert, so dass die Verwandtschaft der Begriffe sehr nahe liegend ist. Allerdings lässt sich die Etymologie des griechischen Wortes „rhamnos“ lässt nur sehr schwer nachvollziehen.
In die ethymologischen (Hand)Wörterbücher lassen eine Verwandtschaft mit dem sprachwissenschaftlich rekonstruierten Wort „*rhábnos“ mit den griechischen Wörtern „rhábdos“ („Rute, Gerte“ ) und „thámnos“ („Busch, Strauch“) vermuten.

In dieser Gattung werden alle Bäume und Sträucher zusammen gefasst, die meist dornenbewehrte Äste und Zweige tragen.

 

Vorkommen:
Der Sanddorn ist in Europa und Asien sehr weit verbreitet.
So findet er sich natürlich wachsend an Küsten auf Dünen, in den Alpen und dem Alpenvorland, am Bodensee und im südlichen Rheintal auf Felsschutthalten und Flussschotter, wobei er im allgemeinen sandigen Boden bevorzugt und dementsprechend besonders an Böschungen und den Ufern von Seen und Bächen zu finden ist.
Allerdings zieht er mittlerweile auch vermehrt in Gärten und Parkanlagen als Zierbaum ein.
Die ursprüngliche Heimat des Sanddorns ist Nepal. Eiszeitliche Verschiebungen führten dann zu seiner weiteren Verbreitung.

Die Wurzeln des Sanddorns eignen sich besonders gut für die Befestigung von Böschungen und losen Böden, so dass der Sanddorn mittlerweile auch bewusst zur Befestigung von Dünen, aber auch an Autobahn-und Straßenböschungen gepflanzt wird.

Mit der Fülle seiner Beeren leuchtender Sanddorn-Busch; Quelle: Wikimedia.org (klick Bild)

Aussehen:
Der Sanddorn ist ein kleiner bis mittelgroßer Strauch, der allerdings auch zu einem Baum wachsen und dann zwischen 3-6m hoch werden kann.
Seine Wurzeln sind sehr tief im Boden verankert, wobei von der Hauptwurzel kriechende Wurzelausläufer ausgehen.
Charakteristisch für den Sanddorn sind seine dornenbewehrten Äste und Zweige, sowie die im Herbst orange leuchtenden Beeren.
Die Rinde des Sanddorns ist in der Regel glatt, doch kann sie, wenn der Baum älter wird, Risse bekommen und abblättern.

Blütezeit:
April

Erntezeit:
September/Oktober

Männliche Blüten des Sanddorns; Quelle: wikipedia.org (Klick Bild)

Blätter:
Die Blätter des Sanddorns ähneln denen der Weide. Sie sind lancettenförmig, und an der Unterseite weißsilbrig behaart, während die Oberseite kahl und von graugrüner Farbe ist. Sie sind wechselständig und werden zwischen 5 und 6 cm lang.

Blüten:
Die sehr unscheinbaren und leicht zu übersehenden Blüten sind 2-häusig verteilt. Sie erscheinen vor dem Ausschlagen des Laubes und besitzen keine Kronblätter.
Der Sanddorn trägt sowohl männliche als auch weibliche Blüten, die graugrün bzw. grünbraun sind.

Weibliche Blüten des Sanddorns; Quelle: wikipedia.org (klick Bild)

Früchte:
Die orangrot leuchtenden Beeren sind Scheinbeeren, die aus dem Fruchtknoten entstehen, der von seiner fleischig gewordenen Kelchröhre umschlossen wird. Sie gehören damit zu den Steinfruchtartigen.
Sie sind eiförmig und zwischen 2-8 mm lang.
Da sie sehr nah an den Zweigen ansetzen und sich nur schwer lösen lassen, können die Beeren beim Sammeln sehr leicht zerquetscht werden.

Verwendete Teile:
Die reifen Beeren

Inhaltsstoffe:

  • Vitamin C (je nach Reife und Herkunft zwischen 0,2 und 0,9% pro 100g Fruchtfleisch)
  • Provitamin A, Vitamine der B-Gruppe (B12, das sonst fast ausschließlich in Fleisch vorkommt), Vitamin F, E und P
  • Zucker, Flavanoide, Mineralstoffe, Anthocyane.

Die Samen enthalten darüber hinaus sehr fettreiches Öl.

Zubereitungen:
Getrocknet als Zugabe in Tees oder Müsli. Frisch verarbeitet zu Marmeladen oder Gelees, Beerensaft sowie als Mus.

Leuchtende Beeren des Sanddorns; Quelle: Wikipedia.org (Klick Bild)

Anwendung in der Naturheilkunde:
Die sehr Vitamin C-reichen Beeren werden vorwiegend bei Erkältungskrankheiten und bei Fieber, sowie vorbeugend in Erkältungszeiten verwendet.
Dabei nimmt man sie in der Regel als Saft oder Mus zu sich.
Bei Fiebererkrankungen wirkt der Saft erfrischend, und stärkend auf das Immunsystem.

Medizinische Verwendung:
In der russischen Medizin soll der aus den Samen gewonnene Öl zur Behandlung von chronisch verlaufenden Hautkrankheiten, zur Wundbehandlung und bei Akne mit guten Erfolgen angewendet werden. Ebenso bei Decubitus und Verbrennungen.

Medinzisch findet ansonsten aus den Früchten gewonnene Saft oder Extrakte Anwendung.
Auf Grund des hohen Vitamin C-Gehalts vorallem zu Stärkung des Immunsystems, bei Erkältungskrankheiten, fieberhaften Infekten oder in der Rekonvaleszens, zur Stärkung des Körpers.
Auch werden dem Sanddorn eine ausgezeichnete adstringierende Wirkung nachgesagt, so dass er z.B. auch gern zur Behandlung von Durchfall-Erkrankungen oder Zahnfleischentzündungen verwendet wird.

Nebenwirkungen sind (wenn keine Allergien vorliegen) bisher nicht bekannt.

Kulinarisches:
Die sauren und sehr vitaminreichen Beeren können in vielfacher Weise genossen werden.
Sei es als Zugabe in Tees und Müslis, mit Sahne, in Joghurt oder Quark oder einfach frisch vom Baum genascht oder in Fruchtsalaten.
Ein aus getrockneten Beeren aufgegossener, eisgekühlter Tee eignet sich im Sommer besonders gut als Erfrischungsgetränk.
Daneben gelten die Marmeladen, Muse und Gelees im allgemeinen als ausgesprochene Leckereien. 😉

Sanddorn in voller Beeren-Pracht; Quelle: wikipedia.org (Klick Bild)

 

Wissenswertes im Zusammenhang mit Volkssglauben und magischer Verwedung

Verwendete Teile:
– getrockneten, reifen Beeren
– junge Blätter

Magische Eigenschaften:
Schutz, Gerechtigkeit, Klärung

Geschichte/Brauchtum:
Zweige des Sanddorns sollen gegen Hexen und Blitzschlag über Stalltüren gehängt worden sein.

Magische Verwendung:
Die Äste des Sanddorns vor das Fenster gehängt, sollen gegen negative Einflüsse und Energien schützen.
In einer Räucherung sollen Beeren und/oder Blätter des Sanddorns dabei helfen, Entscheidungen zu treffen und zu klären, welchen Weg man einschlagen soll.

Planet: Saturn
Element: Wasser
Gottheiten: Astraia, Donar

 


Quellen:
wikipedia.org
Bächthold-Stäubli, Hans: Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens
Magister Botanicus: Magisches Kreutherkompendium
Genaust, Helmut: Ethymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen
Pahlow, M. (Apotheker): Das große Buch der Heilpflanzen
Chevallier: Enzyklopädie der Heilpflanzen
Kothe, Dr. Hans W. : 1000 Kräuter

29.03.15-Editorial

Hallo zusammen,
nach  der nächtlichen Umstellung hat uns nun auch die Sommerzeit wieder.
Wirklich frühlingshaftes hat das Wetter allerdings derzeit nicht. Draußen türmen sich die Wolken und es prasseln immer wieder Regenschauer herunter.
Doch wie heißt es so schön? „April, April. Der macht halt, was er will.“ Und bis der April beginnt, sind es ja auch nur noch wenige Tage.

Für das heutige Update habe ich passend für die nasskalte Übergangszeit, in der Erkältungen  immer noch gerne lauern,  einen Pflanzensteckbrief für den Sanddorn, einem der besten Vitamin C-Lieferanten unserer Breiten.
Außerdem gibt es heute den vierten und letzten Teil von Merienptahs Artikelreihe „Vom Wesen ägyptischer Tempel“.

 

Auch heute wünschen wir Euch viel Freude beim Lesen, und natürlich freuen wir uns auf Eure Kommentare und gerne auch Beiträge für unser Blog.

 
LG
Siat