Gedanken zu Lughnassad von Solveig

Lughnasad ist das zweite Jahreskreis-Fest, an dem wir für reiche Ernte danke sagen.
Das Getreide ist eingebracht, die goldgelben Körner lagern sicher in der Scheune (oder im Silo, wo die Mäuse ihren Anteil nicht wegstehlen können). Die Bauern haben Anlass, ein fröhliches Fest zu feiern, denn eine wichtige Etappe in ihrem Anbaujahr ist bewältigt.
Ein wichtiger Teil der überlebenswichtigen Wintervorräte ist sicher unter Dach und Fach.

Anfang August merkt man deutlich, dass die Tage kürzer werden. Wir dürfen immer noch sommerliche Hitze genießen (zumindest diejenigen, die es gerne heiß mögen).
Tage wie den heutigen nennt man nicht umsonst umgangssprachlich Hundstage. Dennoch ist die Richtung klar: es geht auf den Herbst zu. Insofern ist Lugnasad nicht nur ein Fest der Fülle, sondern auch des Abschiednehmens.

Der keltische Sonnengott Lugh steht für die Glut der Reife. Einerseits lässt er die Feldfrüchte reifen und gibt dem Obst die restliche Süße. Andererseits ist Luhg auch der Terminator, der das satte Grün des frühen Sommers beendet.

Das Getreide, zunächst als Keimling geboren, nährt in seinem „Tod“ den Menschen. Nicht umsonst wird der Tod als Schnitter dargestellt, dem die Menschen wie reife Ähren zu Füssen fallen.

Von der Schöpfung der Welt (Teil 2) von Merienptah

Neunheit von Iunu
Nachdem Schu und Tefnut erwachsen waren wurden sie die Eltern von Geb, der Erde, und dessen Schwester und Gemahlin Nut, dem Himmel. Damit waren die Götter der bedeutenden Naturaspekte definiert.
Geb und Nut wurden von ihrem Vater Schu getrennt, der sich zwischen sie stellte und somit das real existierende kosmische Weltbild schuf; also die Erde über die sich der sternübersäte Himmel wölbt, beide voneinander getrennt durch die Luft.
Geb und Nut bekamen fünf Kinder, Haroeris, also Horus den Älteren, Isis und Osiris, sowie Nephthys und Seth.
Horus, der Archetyp der Könige Kemets war dann in der 5. Göttergeneration der Sohn von Isis und Osiris.

Die Zahl Neun in dieser Neunheit von Iunu könnte wiederum eine Anspielung auf den Zahlenkosmos der kemetischen Sprache sein, denn die Neun, ist das Produkt aus einer Multiplikation der Drei (Mehrzahl) mit sich selbst.
Drei mal drei, also die Mehrzahl multipliziert mit der Mehrzahl, ergibt die Allheit des Ganzen.
Man legt demzufolge in den Mythen auch mehr Wert auf die Zahl Neun als solche als auf die genaue Bestimmung der neun Götter, denn zu den Urgöttern der Neunheit gehören eigentlich elf:
Atum, Schu, Tefnut, Geb, Nut, Haroeris, Isis, Osiris, Nephthys, Seth und Horus.
In manchen Fällen wird auch noch Ra als zwölfter Gott dazu gestellt oder er ersetzt Atum in der Aufzählung der Neunheit, wobei Haroeris, Horus oder auch Ra abwechselnd in einigen Darstellungen den im Osirismythos verfemten Seth ersetzen und sonst nicht aufgeführt werden.
Auf jeden Fall werden immer nur neun Götter aufgezählt wenn von der Neunheit von Iunu gesprochen wird, obwohl einige Posten dabei wohl variabel zu besetzen sind, während andere nicht austauschbar sind.

Stammbaum
Wie dem auch sei, die sogenannte heliopolitanische Neunheit wurde im Laufe der Zeit zum Vorbild für die meisten anderen Zentren Kemets, deren Kosmogonien sich mehr oder weniger stark an der von Iunu orientierten und die für ihre Götterlehren ähnlich aufgebaute familiäre Beziehungen ersannen.
Im Laufe der Jahrtausende versuchte man immer wieder diese Kosmogonie an die aktuelle Situation und die Gegebenheiten der Zeit anzupassen, so dass mach fremder Götterkult in dieses bereits bestehende Weltbild integriert wurde.
Allerdings wurden diese Importkulte nie vollständig von der heliopolitanischen Kosmogonie assimiliert und ihre Widersprüche blieben bis heute nebeneinander bestehen ohne jedoch den Wahrheitsgehalt der Geschichte in Frage zu stellen.

Ein Beispiel für diese nebeneinander stehenden Faktoren der heliopolitanischen Kosmogonie ist beispielsweise die Herkunft des Gottes Atum selbst.
In einigen Darlegungen ist der „Selbsterschaffene“ lediglich der Sohn des zum Urgott erhöhten Urozeans Nun.
Oder auch die Rolle des Gottes Ra innerhalb dieser Kosmogonie ist ein gutes Beispiel für verschiedene Sichtweisen auf das gleiche Thema. In den meisten Fällen wird Ra als „das junge Auge des Atum“ beschrieben, aber andere Versionen berichten davon dass, als der Urhügel aus den Fluten des Nun auftauchte auf diesem eine Lotosknospe sprieß, in der der junge Sonnengott Ra saß.
Um diesen Widerspruch über den Schöpfer der solar ausgerichteten Lehre von Iunu auszuräumen verbanden sich Ra und Atum schon sehr früh zum solaren Allgott Ra-Atum, der in seiner Gesamtheit auch als Universal-Sonnengott Chepre-Ra-Atum auftreten kann, wobei er alle Aspekte des helipolitanischen Sonnenkultes in sich vereint; Chepre als junge, wiedergeborene Sonne; Ra, die kraftvolle Mittagssonne und Atum, die alte Sonne des Abends.

Nachdem nun die Neunheit die Schöpfung in Gang gesetzt hatte, begann das Goldene Zeitalter der vieltausendjährigen Götterherrschaft.
Als erster Gott herrschte Atum (in anderen Versionen Ra) über die Erde, der später die Erde verließ und die Herrschaft an Geb übertrug, diesem folgte der ältere Horus nach.
Nachdem auch Haroeris sich in den Himmel aufschwang übernahm Osiris die Herrschaft auf der Welt.
In diese Zeit fällt der sogenannte Osirismythos.
Nach der Ermordung des Osiris übernahm Seth zeitweise die Herrschaft bis er von Horus, dem Sohn der Isis vom Thron verdrängt wurde.
Nach der Herrschaft des Horus übernahm der Mondgott Thot die Herrschaft, welche er dann an die Göttin Maat, die letzte Vertreterin der göttlichen Dynastie auf Erden, abtrat.
Maat übergab dann nach ihrer Regierung den Thron an die Menschen weiter, die als legitime Nachfolger die Herrschaft gemäß den Gesetzen der Maat und in ihrem Namen ausüben sollten.

Jede dieser Gottheiten, die jeweils (bis auf Seth) für viele tausend Jahre über die Erde herrschten, fügte der Schöpfung neue Faktoren zu, so wurden weitere Götter geboren, der Zeitbegriff definiert, der physische Tod als Endpunkt der irdischen Existenz festgelegt, Landschaften geformt, Pflanzen geschaffen sowie die Tiere und Menschen belebt und bevölkerten von nun an die Welt.
So entstand in vielen tausend Jahren, wie viele es genau waren sagt keine der Mythen, die Welt die wir kennen.

 

Die Ogdoade von Hermopolis
Eine weitere uralte Schöpfungsgeschichte, die im Laufe der AchtheitJahrtausende ebenfalls weite Anerkennung fand, war die der Ogdoade (Achtheit) von Hermopolis, dem alten Chemenu.
Die in Chemenu verehrte Achtheit repräsentiert die Urkräfte vor der physischen Entstehung der Welt. Die vier Urgötterpaare beschreiben daher den kosmischen Zustand vor der weltlichen Schöpfung.
Diese vier Paare bestehen aus Nun und seiner Gemahlin Naunet, die für das Urgewässer stehen; Heh und dessen Gemahlin Hehet, die die Unendlichkeit symbolisieren; Kuk und seine Gemahlin Kauket, die personifizierte Urfinsternis sowie Amun und seine Gemahlin Amaunet, die die Verborgenheit darstellen.
Diese trägen vier Urelemente; Urwasser, Unendlichkeit, Urfinsternis und Verborgenheit beinhalteten die Kraft zur Initialzündung eines Schöpfungsprozesses.

Die vier männlichen Gottheiten der Achtheit Nun, Heh, Kuk und Amun werden froschköpfig dargestellt während ihre weiblichen Pendants Naunet, Hehet, Kauket und Amaunet schlangenköpfig erscheinen.
Dies leitet sich aus einer anderen Tradition Chemenus ab, nach der die acht Urgötter mit amphibischen Lebewesen verglichen werden können, die plötzlich, wie selbsterschaffen, im Schlamm wimmeln, der alljährlich nach dem Absinken der Nilflut auftauchte.
Da sich nach dieser Vorstellung der Urhügel erst nach dem Erscheinen der Urgötter erhob, sagt man, der Urschlamm selbst habe die Götter hervorgebracht.
Die Urgötterpaare vereinigten sich und erschufen so den Urhügel Tatenen, den sie dann gemeinsam aus den Fluten des Nun hoben und somit die Schöpfung in Gang setzten.
Danach erschien eine himmlische Gans, die oft mit dem heiligen Tier des Amun gedeutet wird, und die „der große Schnatterer“ genannt wird, weil sie zuerst das Schweigen der Welt brach.
Diese Gans legte auf dem Urhügel das kosmische Ei.
Das Ei enthielt Ra, den Vogel des Lichts, der daraufhin die gesamte Welt mit allen Göttern und allem was existiert erschaffen sollte.
Eine spätere Version der Geschichte besagt, dass das kosmische Ei mit dem Sonnengott in seinem Inneren nicht von einer Gans, sondern von einem Ibis gelegt worden ist, dem heiligen Tier des Gottes Thot, der zu dieser Zeit zum höchsten Stadtgott von Chemenu aufstieg.
Diese Version der Legende besagt dass Thot, genau wie Atum in Iunu, sich selbst erschuf und „die Acht“ stellten seine Seelen dar. Aufgrund der Geschichte mit dem kosmischen Ei entstand der Brauch am Festtag zu Ehren des Sonnengottes Eier bunt einzufärben (vor allem aber grün, da das kosmische Ei grün war).

Die dritte Fassung der Kosmogonie von Hermopolis greift auf die Vorstellung der Schöpfung aus den Urwassern zurück.
Nach dieser Version erhob sich eine Lotosblume aus den Wassern des „Meeres der zwei Messer“ (so nannte man den Heiligen See im Tempelbezirk von Chemenu). Als die Blütenblätter des Lotos sich öffneten, sah man dass der Kelch ein göttliches Kind barg – den Sonnengott Ra.

Nach der vierten Version der Geschichte öffnete sich der Lotos und gab einen Skarabäus, Chepri, frei.
Dieser Skarabäus verwandelte sich dann in einen Knaben und als der Junge weinte, weil er so einsam war verwandelten sich seine Tränen in Menschen. Damit wird ausgedrückt dass die Menschen die Kinder des Sonnengottes sind.

Die Acht Urgötter tragen die Verantwortung für das Fließen des Nils, das tägliche Aufgehen der Sonne und die Inganghaltung der Schöpfung. Es heißt auch sie hätten den Lotos geschaffen, der den Sonnengott aus den Wassern trug. In diesem Fall wird wieder eine Verbindung zu den Wassern des Nun hergestellt, die immer als Quelle der Schöpfung und der Fruchtbarkeit angesehen werden.

Man sieht also dass die Mythen leicht miteinander zu vereinen sind und eher poetische Abweichungen darstellen, als einander widersprechende Lehren. Dennoch ist selbst die Lehre von Hermopolis in sich nicht ganz widerspruchsfrei.
So behaupten die Texte beispielsweise: „… aus der von den acht Göttern geschaffenen Lotosblume entstand Ra, der alle Dinge, göttliche wie menschliche, erschuf.“
Das ist ein zeitliches Paradoxon, das den modern geprägten Leser womöglich die Stirn krauslegen lässt, aber einen gläubigen Kemeten keinesfalls verwirrt. Ein linearer Zeitgedanke wie er heutzutage Allgemeingültigkeit besitzt ist Kemet fremd.

Zeit ist relativ und erst recht im Prozess der Schöpfung.

Ende Teil II

Drum prüfe wer sich (ewig) bindet… von Seòras MacTheàrlaich

In Deutschland gibt es nicht so viele “echte” Wicca-Covens, deswegen rate ich allen, die sich einem Coven anschließen möchten, sich diesen sorgfältig anzusehen und zu prüfen, ob es denn wirklich die richtige Gruppe für Dich ist.
Leider gibt es immer wieder Leute, die das breite Nichtwissen für ihre eigenen Bedürfnisse ausnutzen…

Wenn Du Dich mit Wicca bzw. dem Heidentum beschäftigst, wirst Du wahrscheinlich irgendwann eine Gruppe von Gleichgesinnten suchen.
Oft ist die erste Schwierigkeit überhaupt eine Gruppe, die sich mit Deinem Interessengebiet beschäftigt zu finden, sei es nun ein Wicca-Coven, ein Druidenorden, oder eine andere Richtung, aufzustöbern.
Nur weil es solch eine Gruppe vor Deiner Haustür gibt, bedeutet es nicht, dass dies automatisch die beste Gruppe für Dich ist – manchmal musst Du bereit sein regelmäßig zu reisen bzw. abzuwarten, ob es nicht irgendwann ein Gruppe in Deiner Nähe gibt, die mit Dir kompatibel ist.

Deshalb ist es wichtig so viel wie möglich über die Gruppe vorher zu erfahren und sich auch an unbeteiligte Dritte wenden, um objektive Informationen zu erhalten (ob nun an die Pagan Federation International oder andere Interessensgruppen).

Eine weitere Möglichkeit ist auch eine Checkliste zu benutzen, um eine Gruppe besser einschätzen zu können. Der englische Esoteriker Phil Hine hat z. B. so eine hilfreiche Liste bezüglich esoterischer Gruppen entwickelt (es gibt noch andere, z. B. die “Sektengefahr Checkliste” von Isaac Bonewits):


Einige Warnsignale
Es ist eine Sache eine magische Gruppe zu finden, aber eine Gruppe zu finden, die für Dich total passend ist, ist manchmal schwieriger. Falls Du in der Situation bist, in der Du Dich zu entscheiden versuchst, ob Du einer bestimmten Gruppe beitreten möchtest oder nicht, achte auf folgende Punkte:

  1. Scheinen die meisten Mitglieder willenlose und passive Personen zu sein, die es zulassen, dass eine willensstarke Person (oder auch zwei willensstarke Personen) den Ablauf der Gruppe dominieren?
  2. Arbeitet die Gruppe nur anhand einer bestimmen Lehrauffassung bzw. eines bestimmten Handbuchs, und gestattet nicht, dass von diesen Prinzipien abgewichen wird bzw. dass man diese in Frage stellt?
  3. Bestehen sie darauf, dass sie die beste Gruppe sind und dass alle anderen Gruppen zweitklassig sind?
  4. Besteht die Gruppe darauf, dass Du eine Anzahl von strikten Regeln einhalten musst, oder versucht sie Dein Leben außerhalb der Gruppe zu beeinflussen (z. B. dass Du bestimmte Personen meiden solltest bzw. ein bestimmtes Buch nicht lesen darfst ohne logische Begründungen zu geben)?
  5. Machen Sie es Mitgliedern schwierig, die Gruppe zu verlassen (z. B. sie drohen mit dem “Zorn der Götter”, wie viel schlechter Dein Leben sein wird, weil Du einen besonderen “Schutz” nicht mehr hättest, etc.), und falls Mitglieder die Gruppe verlassen, werden diese dann verteufelt, sprich sie werden zu Feinden der Gruppe?
  6. Stellen Sie kühne Behauptungen auf bezüglich wie viel besser Dein Leben wäre wenn Du Mitglied der Gruppe bist?
  7. Gibt es eine komplexe und starre Hierarchie, in der die führenden Mitglieder eindrucksvolle Titel haben und unantastbar erscheinen?
  8. Ermuntern sie die Mitglieder ihre Loyalität entweder dadurch zu zeigen, dass sie größere Summen Geld an die Gruppe zahlen oder einen großen Teil ihrer Freizeit für unbezahlte Arbeit für die Gruppe opfern müssen?
  9. Betonen sie andauernd den Unterschied zwischen der Gruppe und der „Außenwelt“ und sehen sich als „überlegene Eingeweihte“ und alle anderen sind Unwissende?
  10. Halten sie bei Treffen Mitglieder grundsätzlich davon ab abweichende Meinungen zu äußern und stempeln alle, die abweichen als unreif, unausgewogen oder schwach ab?

Falls Du denkst, dass die besagte Gruppe zwei oder drei der oben angegebenen Punkte erfüllt, dann sei vorsichtig.
Falls die Gruppe Deiner Meinung nach über vier dieser Charakteristiken aufweist, dann solltest Du sie vielleicht besser meiden, außer Du denkst, dass Du in solch einer Situation glücklich wärst.


Heidentum und Sex
Im Heidentum werden Sexualität und alles was dazu gehört nicht verteufelt, sondern als Bestandteil des menschlichen Lebens angesehen und sind damit positiv besetzt.

Daher ist es wichtig sich vorher darüber zu informieren, welche Praktiken es in einer Gruppe gibt. Wenn Du einer Tantragruppe beitrittst, weißt Du in der Regel vom Anfang an, dass Sexualität in irgendeiner Form eine Rolle spielen wird.

In vielen Tradtitionen, wie z. B. BTW (= British Traditional Wicca, einer initiatorischen Mysterienbewegung – z. B. Gardnerian und Alexandrian Wicca), wird jedoch NICHT erwartet, dass Du irgendwelche sexuelle Handlungen im Rahmen von einer Initiation begehst.
Wenn eine Gruppe, die sich z. B. als BTW bezeichnet, aber eine sexuelle Handlung im Rahmen eines Rituals von Dir verlangt, ist dies ein deutliches Warnsignal, und Du solltest Dich über andere Quellen absichern und auf alle Fälle Dich nicht zu etwas zwingen lassen, was Du nicht bereit bist, zu tun.

Dies ist nämlich ein sexueller Übergriff in der übelsten Form, und solche Gruppen sind besser zu meiden!

26.07.15-Editorial

Gebildbrot
Gebildbrot © Siat

 

 

Hallo zusammen,

Lughnassadh, bzw. Lammas steht vor unserer Tür.
Die ersten Ernten wurden und werden eingebracht und wir sehen das Korn in voller Reife.
Für einige ist Lammas das erste Erntefest von dreien, an dessen Ende Samhain und damit auch das Ende des heidnischen Jahreskreises steht.
Wir spüren bereits, dass die Länge der Tage abnimmt und das, obwohl uns hier die Hitze und die Dürre des Sommers ins Schwitzen bringt, der Sommer langsam seinen Abschied nimmt.
Die Schnitterin beginnt Ihre Sichel zu schwingen, und auch wir haben die Möglichkeit uns langsam wieder nach Innen zu wenden und Rückschau zu halte auf das, was wir gesät haben und was uns in diesem Jahr als Ernte wohl erwarten mag.

Wir hoffen, Euch die Zeit von Lammas bis Samhain reiche Ernte bringen möge und Ihr ein wundervolles erstes Schnitterfest feiern möget.

Mein besonderer Dank geht heute an Seòras, der uns den Artikel „Drum prüfe wer sich (ewig) bindet…“ für unser Wicca-Unterforum „Kelch uns Stab“ zur Verfügung gestellt hat, der ein sehr wichtiges Thema anspricht: Warnzeichen für missbräuchliche und manipulative Gemeinschaften. Auch wenn er sich in seinem Artikel auf Wicca-Coven bezieht, so sind sie auch in Hinblick auf andere Gruppierungen anwendbar.
„Am Ufer des Nils“ findet Ihr heute den zweiten Teil von Merienptahs „Von der Schöpfung der Welt“.
Auch an ihn für seine Artikelspende meinen herzlichsten Dank.

Wir wünschen Euch auch dieses Mal viel Vergnügen beim Lesen und freuen uns auf Eure Kommentare.

LG
Siat

Litha-Fest des Feuers, Fest des Wassers von Siat

Die Sommersonnenwende liegt hinter uns.
Doch obwohl die Tage langsam wieder kürzer werden, bringen sie doch erst die Hitze des Sommers mit sich.

Litha wird von vielen HeidInnen gefeiert als Hoch-Zeit des Jahres. Jubelnd und glücklich über den Sommer, die Kraft der Sonne und die heißen Tage.
Wir feiern die Fülle und den Reichtum, der sich vor uns ausbreitet. Freuen uns an der Süße der Früchte, an den heranwachsenden Jungtieren und der Pracht von Insekten  und Vögeln.
Die langen Sommerferien sind für die Schüler endlich in Sicht, und auch die Erwachsenen freuen sich auf die Urlaubszeit.
Sommerzeit ist Party-Zeit 😉 , und die warmen Temperaturen und der Sonnenschein laden dazu ein, die Zeit mehr in der Natur zu verbringen. – Oder aber Schutz und Kühle vor der Hitze zu finden.

Am vergangenen Wochenende wurden hier in Deutschland mit Temperaturen bis 40°C neue Hitzerekorde seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 aufgestellt.
Und weiter wird es mit den warmen Tagen gehen, auch wenn die Extremhitze ein wenig zurückgegangen ist.

 

Feuer des Lebens-Feuer der Vernichtung
Die Wärme und die Strahlen der Sonne tun uns und unserer Seele natürlich gut.
Wir feiern an Litha das Feuer, das Leben schenkt. Die Sonne mit ihrem Leben spendenden Licht und seiner Wärme, das uns und alles um uns herum aufblühen lässt.
Doch wir vergessen zu gerne, dass dieses Feuer auch seine lebensfeindliche und vernichtende Seite hat.

Hier in Franken herrscht Trockenheit.
Das Land dürstet bereits seit Monaten nach Wasser. Weder der Winter brachte mit Schnee nötige Feuchtigkeit, noch hat es im Frühling und Frühsommer ausreichend geregnet um die Erde zu durchtränken.
Die Bauern fürchten um ihre Ernten, in Wald und Flur herrscht Wald- und Grasbrandgefahr und natürlich leiden auch die Tiere unter der Dürre.
Doch auch anderswo in Deutschland sieht es nicht besser aus.
Die Gewitter und Unwetter, die uns jetzt heimsuchen bringen zwar einiges an Nass mit sich, doch es rauscht in einer Intensität vom Himmel, dass die verdorrte Erde gar nicht fähig ist, diese Massen aufzunehmen.

 

Wasser-das selbstverständliche Gut
Das Rufen des Elementes Wasser, ist für viele Heiden heute ein fester Bestandteil von Ritualen.
Ich habe mich dieses Jahr bei den Vorbereitungen für unser Litha-Ritual, was wir mit Freunden in unserem Garten feierten, aufgrund der Trockenheit dazu entschieden, nicht nur das Feuer und die Sonne, sondern auch das Wasser feiern zu wollen.

Wir leben hier in Mitteleuropa in einer Region, die (noch) unglaublich Reich an Wasser ist. Wir leben im Grunde in einem Paradies.
Diese Tatsache ist es jedoch wohl auch, die uns nur zu leichtsinnig mit diesem kostbaren Gut umgehen lässt.
Wir verschwenden es in vielfacher Weise, und nur wenige scheinen diesen Reichtum schätzen zu wissen.
In den vergangenen, sehr heißen Tagen, ist mir noch einmal besonders der Wert dieses so kostbaren Geschenkes zu Bewusstsein gekommen, und auch die (für so selbstverständlich gehaltenen) Privilegien, die wir hier in Deutschland haben:
Freier Zugang zu unvorstellbaren Mengen an Wasser.
Wir können jederzeit Waschen, eine Dusche oder ein Bad nehmen.
Wir können uns den Luxus von Wassertoiletten leisten, und von einem Abwassersystem.
Wir haben die Möglichkeit, jederzeit (!) in saubere Schwimmbäder zu gehen und erfreuen uns an Springbrunnen, Aquarien und dergleichen mehr.
Auch unsere Hygienestandards verdanken wir nicht unerheblich dem Zugang zu sauberen Wasser.

Wenn wir uns in der Welt umblicken, so ist dieser Reichtum an Wasser nicht überall gleich verteilt. Im Gegenteil.
Es gibt viele Orte in der Welt, in denen Menschen der Zugang zu frischen und vor allen Dingen sauberen Wasser verwehrt ist.
Sei es, weil es keine Brunnen und/oder Rohrsysteme gibt, oder weil Firmen wie z.B. Nestlé der Meinung sind, IHNEN stünde das Wasser zu, um damit Profit zu machen, und das der freie Zugang zu Wasser kein Menschenrecht sei.

Überall in der Welt gibt es Konflikte um den Zugang zu (Trink)Wasser, und sie werden sich in Zukunft noch mehren.

 

Die Fülle des Wassers rufen
Litha als Fest des Sommers, der Fülle und des Überflusses ist daher auch die passende Zeit, um sich des Geschenkes des Wassers bewusst zu werden und wieder diese Fülle schätzen zu lernen.

Gehen wir fort von der materiellen zu einer spirituell-„energetischen“ Ebene, und betrachten uns die Qualitäten, die mit dem Wasserelement verbunden sind, so kann man auch hier die wundervolle Verbindung zu Litha sehen.
Ich verbinde Wasser  u.a. mit Tiefe, mit Fruchtbarkeit, Lebendigkeit und Fließen. Es birgt die ganze Bandbreite von Emotionen. Sprudelnde, überquellende Freude, Lebenslust, tiefe Liebe… (und natürlich auch die „Schattenbilder“ von Eifersucht, Wut und dergleichen 😉 ).
Elemente, die man zur Zeit der Sommersonnenwende spüren und (er)leben kann und die unser Leben und Sein als Menschen ebenfalls bereichern.

So wünsche ich Euch, liebe Leser, dass Ihr in dieser Sommerzeit nicht nur das Feuer zu schätzen wisst, sondern Euch ebenso bewusst wird, welche Geschenken und welch einen Reichtum das Wasser für Euch bereit hält.

In diesem Sinne
LG & BB
Siat