Zu Jul erfährt die dunkle Jahreszeit ihren Höhepunkt.
Im Norden geht in diesen Tagen die Sonne nicht auf.
Es ist der Zeitpunkt größtmöglicher Dunkelheit: der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres.
Die Wochen zwischen Samhain und Jul sind eine Zeit des Rückzugs und der Besinnlichkeit.
Innere Einkehr, gemütliche Abende bei Tee und Lebkuchen, Häuslichkeit und reduzierte Aktivitäten prägen diese Phase des Jahres – oder sollten es tun (sofern der Trubel des Weihnachtsgeschäftes dafür Raum übrig lässt).
Der Lichterschmuck in Häusern und Straßen gibt der Hoffnung Ausdruck, dass Kälte und Dunkelheit nicht ewig währen.
Noch eine ganze Weile lang bleibt es dunkel und kalt.
Diese Zeit des Jahres gehört der schwarzen Göttin, der dunklen Alten, die mit dem Knochenarmband rasselt und ein strenges Regiment führt. Das Land ist im Frost erstarrt. Die Lagervorräte schwinden allmählich. Für unsere Altvordern war der Winter eine Zeit von Hunger und Not.
Dennoch stehen wir an einem Wendepunkt: ab morgen werden die Tage länger, der Sonnengott wird wiedergeboren. Schritt für Schritt kehrt das Licht zurück.
Die Zeit zwischen den Jahren gehört Odin und der wilden Jagd, die wie Sturmesbrausen über den Nachthimmel ziehen.
Die 12 Raunächte beginnen mit der Wintersonnenwende und reichen bis zum 2. Januar.
Lasst uns Odin und seinem Geisterheer mit Rasseln, Lärmen und Tanz huldigen.
Möge die wilde Jagd alles mit sich reißen, was in unserer Welt überholt und erstarrt erscheint. Möge in ihrem Gefolge die neue Zeit Einzug halten!
Es fällt mir immer wieder auf, dass die Begriffe „Chant“, „Mantra“ und „Affirmation“ sehr gern bunt durcheinander gewürfelt und z.T. synonym füreinander verwendet werden.
Besonders in der magisch-heidnisch-esoterischen „Szene“.
Dass sie sich tatsächlich unterscheiden, dass ein Chant nicht unbedingt ein Mantra, ein Mantra nicht unbedingt ein Chant oder gar eine Affirmation sein muss, ist den wenigstens bekannt und bewusst, oder wird manchmal auch schlicht ignoriert.
Doch was unterscheidet sie voneinander? Was sind vielleicht ihre Gemeinsamkeiten?
Ich möchte versuchen, diesem ein wenig auf den Grund zu gehen, und vielleicht gelingt es mir, ein wenig „Licht ins Dunkle“ zu bringen.
Gemeinsamkeiten reichen nicht zur Gleichstellung Fakt ist: Mantren, Chants und auch Affirmationen haben einige Dinge gemeinsam.
Sie haben einen (recht direkten) Einfluss auf uns und unsere Psyche, aber auch auf die eine oder andere Weise auf unsere (Um)Welt.
Und auf den ersten Blick scheint es mehr Gemeinsamkeiten zu geben als Dinge, die sie unterscheiden.
Betrachten wir Chats, Mantren und Affirmationen oberflächlich, so fällt vermutlich als hautpsächliche Gemeinsamkeit auf, dass es sich immer um Worte, Verse oder kurze Texte handelt, die ununterbrochen rezitiert werden. Entweder (laut oder leise) sprechend/murmelnd, singend oder in einem Sprechgesang .
Dies reicht vielen oftmals schon dafür, um die drei Begriffe miteinander zu vermischen, oder sie synonym für einander zu verwenden.
Doch brachtet man sie näher so kann man feststellen, dass diese Gemeinsamkeiten nicht dazu ausreichen, sie in dem Sinne gleich zustellen, dass sie Synonym für einander verwendet werden können.
Wenn ich versuchte die Unterschiede der drei sehr kurz zu erklären, würde es vermutlich auf folgende Kurzfassungen hinauslaufen:
Chant Das rhythmische sprechen oder singen von Tönen, Worten oder auch kurzen Sätzen. Er dient im magisch-spirituellen Bereich z.B. in erster Linie dazu Energie aufzubauen, zu fokussieren und (eventuell) bei ihrer Lenkung zu unterstützen. Er kann einfache oder ganz komplexe Melodien beinhalten.
Affirmation Ein positiver Glaubens-, bzw. ein „selbstbejahender Satz“. Er dient in erster Linie dazu, das Denken eines Menschen positiv zu beeinflussen/zu verändern. Es kann aber auch ein einzelnes Wort als Affirmation benutzt werden.
Mantra (Heilige) Silben, Worte, Verse oder der Name einer Gottheit, die (laut oder leise) gesprochen, gesungen, in Gedanken rezitiert oder auch aufgeschrieben werden können.
Es dient einerseits z.B. dazu, den Geist (bzw. das Denken) zu fokussieren, zum anderen aber auch dazu, mentale und spirituelle Energien freizusetzen und bei der Meditation zu unterstützen, oder auch, um sich auf eine bestimmte Gottheit zu „konzentrieren“, diese anzurufen und/oder zu invozieren.
Diese kurze Gegenüberstellung lässt vielleicht bereits erahnen, dass die synonyme Verwendung der Begriffe fehlleitend ist.
Wortklauberei? Doch warum sollte man sich überhaupt darum kümmern, wie was genannt wird?
Ist es nicht egal, ob man nun zu einem Mantra Affirmation, oder zu einem Chant Mantra sagt?
Nun ja. Eigentlich sind diese Fragen überflüssig. Ungenauigkeit und Falschinformation führen leider schon zu genügend Irritationen, Missverständnissen und dergleichen.
Und davon gibt es in „heidnisch-esoterischen Kreisen“ bereits genug.
Es ist noch niemanden bei der korrekten Verwendung von Begriffen ein Zacken aus der Krone gebrochen.
Die korrekte Verwendung von Synonymen ist selbstverständlich völlig legitim, doch aus Begriffen Synonyme zu machen, die bei genauerem Hinsehe und Beschäftigen gar nicht wirklich austauschbar sind, ist dann doch weit her geholt.
Zu Samhain sind die Schleier zwischen den Welten besonders dünn. Das Übernatürliche durchdringt die alltägliche Wirklichkeit. Wesenheiten diesseits und jenseits des Vorhanges können leichter passieren.
Samhain ist die Nacht der Begegnung zwischen Lebenden und Toten.
Das Licht hat inzwischen deutlich abgenommen, die Tage sind kurz. Die Bäume haben ihr Laub abgeworfen, viele Pflanzen haben sich in die Erde zurückgezogen. Samen ruhen gut geschützt in der Erde und warten auf den Frühling. Die Natur macht Pause.
Nebel und Regen verleiden uns das Draußen sein.
Die Zeit der Außenarbeiten ist vorbei.
Jetzt kommt die Zeit für Glühwein und Plätzchen, die Zeit, sich in geselliger Runde zu treffen, Geschichten zu erzählen und Pläne für das nächste Jahr zu schmieden.
Wir wenden unsere Aufmerksamkeit nach innen und beschäftigen uns mit den eigenen dunklen Aspekten.
Für jeden magisch Arbeitenden ist es unverzichtbar, den eigenen Schatten zu kennen und anzunehmen.
Tun wir es nicht, macht er uns zum Sklaven und bestimmt unser Leben.
Wer möchte, nimmt Kontakt auf zu den Ahnen, legt ein zusätzliches Gedeck auf oder stellt Milch, Brei, Brot und Bier unter den Hollerbusch.
Der Hollunder neben dem Haus ist ein Schwellenbaum, ein Zugang zum Reich der Hel und zu den verstorbenen Ahnen.
Wenn euch die Ahnen nicht geheuer sind, denkt an liebe Menschen, die diese Welt verlassen haben und an all das Gute, das euch mit ihnen verbindet. Vielleicht sind sie gerade jetzt an eurer Seite und stärken euch mit ihrer Kraft.
Da ist auch noch die Auseinandersetzung mit Tod, Alter und Sterben.
Für jeden kommt irgendwann die Zeit – ein Fakt, den wir gerne ausblenden.
Der Tod ist etwas Anonymes geworden. Wir schieben ihn weg, denn er macht Angst.
Diese Angst gilt es zu überwinden – auch wenn das leichter gesagt als getan ist.
Der Tod stellt einen Neubeginn dar.
Es gilt, ihm ins Auge zu sehen, ohne vor Schreck zu erstarren und das Leben zu vergessen.
Er ist fester Bestandteil des Lebens, der akzeptiert und integriert werden will.
Ein paar lose Gedanken zum Umgang mit Sterben und Tod
Samhain, das Fest zu Ehren der Verstorbenen steht unmittelbar vor der Tür.
Die Schleier zwischen den Welten lichtet sich und es wird leichter sowohl für uns als auch für die, die vor uns gegangen sind, die Grenzen zwischen den Welten zu überschreiten.
Es ist die Zeit, in der viele von uns ihrer Verstorbenen gedenken, seien sie Heiden oder auch Christen.
Doch Samhain ist auch ein Fest, das mir das Thema der eigenen Sterblichkeit vor Augen bringt und mich darüber nachdenken lässt, wie mit dem Thema Tod und Sterben in unserer heutigen, noch immer stark christlich geprägten Gesellschaft umgegangen wird. – Und wie ich auch selbst mit diesen Themen-Bereichen umgehe.
Noch immer wird der Tod, zusammen mit dem ihm meist begleitenden Alter, aus der Mitte der Gesellschaft in die Anonymität und Einsamkeit von Krankenhäusern und/oder Pflegeeinrichtungen verdrängt.
Schönheit und Jugend verdrängen das unangenehme, „schrumpelige“ Antlitz des Alters. Teure Duftwässerchen, Raum-Deodorants und ähnliches werden gegen unangenehme Gerüche versprüht und „helle“, „lichte“ Farben gegen die Anwesenheit der Dunkelheit des Alters eingesetzt.
Die Schwäche des Körpers, das Altern, natürlich auch schwere Krankheit, und Tod sind bereiche, die in der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft, in der nur Kraft, Schönheit und „Jugend“ zählt, keinen Platz mehr haben.
In Deutschland gibt ihn nicht mehr: Den Tod, für jede/n sichtbar auf der Straße, und nur noch ganz selten Zuhause im Kreise der Familie.
Er ist „outgesourced“.
Das ewige „Mysterium Tod“
Obwohl verschiedene Wissenschaften seit Generationen daran forschen, ist der Tod noch immer ein ungelöstes Mysterium.
Vor allem was das „Danach“ anbelangt.
Bisher ist noch kein Mensch von den Toten wieder zurück gekommen und hat davon berichtet, was nach dem Tod wartet und selbst dann zweifle ich (aufgrund meines Weltbildes) daran, dass sich auch jedes „Szenario“ nach dem Tod gleicht.
Ein wenig so, wie es die Sage von Beorn erzählt:
Dieses Nicht-mit-Entschiedenheit-Wissen macht den meisten Menschen Angst oder bereitet zumindest ein gewisses Unbehangen.
Und bei manchen ist es auch so, dass sie sich viel weniger Gedanken darum machen was „danach“ kommt, sich aber sehr wohl Gedanken über die Art des Todes machen.
Auf die eine oder andere Weise.- „Leicht“ oder „angenehm“ erscheint es den wenigsten Menschen.
Die Hospitzbewegung und Sterbebegleiter
Doch es gibt natürlich auch diejenigen, die sich darum bemühen, das Sterben wieder in das Leben, in die Mitte der Gesellschaft zu bringen.
Die Hospitz“bewegung“ ist da z.B. etwas, was ich sehr bewunder und mit dem ich mich selbst seit einigen Jahren immer wieder beschäftige.
Vor einigen Jahren bin ich auch auf das Thema „Sterbeamme“/“Sterbebegleiter“ gestoßen, als die man sich mittlerweile seit einigen Jahren in einigen Standorten in Deutschland ausbilden lassen kann, wenn man sich dazu berufen fühlt, Sterbende und ihre Familien zu begleiten.
Ich finde dies sehr wichtige Prozesse und würde mir wünschen, dass diese Arbeit mehr in der Öffentlichkeit zur Sprache gebracht werden würde.
Hier in Fürth wird die Hospitzarbeit interessanter Weise auch von der Fürther Freimaurer-Loge unterstützt.
Heiden, Sterben und Tod
Selbst unter Heiden haben ich manchmal den Eindruck, dass das Thema Tod und Sterben etwas ist, das zwar eine gewissen Rolle in der/n Spiritualität/en und im/in den Weltbild/ern spielt, aber offen darüber kaum gesprochen wird.
Ich empfinde es einwenig wie ein Phänomen, vor allen Dingen wenn ich mir ins Bewusstsein rufe, dass auch „wir“ eines Tages „eingeholt“ werden.
Themen wie „wie möchte ich mein Alter verbringen“, „wie möchte ich meine letzten Tage verbringen“, „wie soll mein Begräbnis aussehen“, „Was für Richtlinien gibt es ggf. die meinen Wunsch nach einer heidnischen Beerdigung (wie auch immer sie aussehen mag) ggf. erschweren könnten“ usw. usf. werden auch für „uns“ („eines Tages“) von Belang sein.
Nicht zuletzt ist auch eine sehr große Frage, die auch in letzter Zeit in der Öffentlichkeit eine größere Rolle spielt die, nach der Art des eigenen Ablebens.
Sterbehilfe
Grade im Angesichts der heutigen medizinischen und pflegerischen Möglichkeiten, die die Zeitspanne des menschlichen Lebens immer weiter hinauszuziehen vermögen wächst auch eine gewisse Skepsis und ein gewisser Argwohn. Vor allem hinsichtlich einer durch Politiker und Konfessionen, die politischen Einfluss haben wie die christlichen Kirche, aufgedrückten „Pflicht zu Leben“.
Die immer wieder heiß hochflammende Diskussion über Sterbehilfe auch in Deutschland zeigt, dass ein Rede- und vor allen Dingen auch ein Handlungsbedarf in diese Richtung besteht, wenn die Menschen, die den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen möchten, nicht weiter gezwungen sein sollen, dafür ins Ausland zu gehen.
Wie möchte ich sterben? Und ja, WANN möchte ich gehen? Wenn mir die Hilfe durch eine fachlich ausgebildete Person, bzw. einen Arzt verweigert wird, was möchte ich dann tun?
Wie möchte ich ggf., dass meine Hinterbliebenen mein Weggehen feiern? Möchte ich etwas „hinterlassen“? Ein „Vermächtnis“, das manche Menschen als so wichtig erachten?
Samhain ist eine Zeit, die mich (und vielleicht auch andere) dazu einläd, die eigen Ängste und Grenzen bezüglich der einen Sterblichkeit und des Todes zu überwinden und sich nicht nur mit denen die Bereits gegangen sind zu beschäftigen, sondern auch mit sich selbst. Oder auch den Menschen, die an unserer Seite noch auf dieser Seite des Schleiers wandeln.
Traditionen und Bräuche
Von den vielen Traditionen und Bräuchen, die es je nach Bundesland, Bevölkerungsgruppe (und -schicht) aber auch hinduistischer Strömung gibt, möchte ich nur auf ein paar ausgewählte eingehen.
Ältestes erhaltenes Manuskript des Devi Mahatmyams auf Palmenblättern, Bihar oder Nepal, 11. Jahrhundert; Quelle: Wikipedia.de
Rezitation des Devi-Mahatmyams
Eine der wohl essenziellsten Praktikenn Navratris ist die Rezitation des kompletten Devi-Mahatmyams.
Das Devi-Mahatmyam ist eigentlich Teil der Makandeya-Purana und besteht aus dreizehn Kapiteln. Es beschreibt einerseits das Wirken der Göttin Adi-Parashaktis in unterschiedlichen Formen, aber auch, in seiner tieferen Bedeutung, die Wanderung der menschlichen Seele.
Die dreizehn Kapitel sind in drei Abschnitte unterteilt und entsprechend ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Seele und der Veränderungen auf der spirituellen Reise Maha-Kali, Maha-Lakshmi und Maha-Sarasvati zugeordnet sind. Sie stellen die Kräfte dar, die im menschlichen Geist während seiner spirituellen Reise wirken und sich in ihm manifestieren.
Die Rezitation des Devi-Mahatmyams wird meist unter Einhaltung bestimmter Regeln und Methoden begangen, die sich jedoch von Tradition zu Tradition unterscheiden.
Zu den unterschiedlichen Methoden gehören z.B.
1. die Rezitation des kompletten Textes an einem Tag (kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen)
2. die Aufteilung der Kapitel an verschiedenen Tagen:
Tag 1
Kapitel 1
Tag 2
Kapitel 2-3
Tag 3
Kapitel 4
Tag 4
Kapitel 5-8
Tag 5
Kapitel 9-10
Tag 6
Kapitel 11
Tag 7
Kapitel 12-13
3. die tägliche Rezitation nur des 2.-4. Kapitels
4. die tägliche Rezitation der Devi-Mahatmya Stothra Ashtakam, d.h. eine Zusammenfassung des Devi-Mahatmyams in acht Strophen.
Der Rezitation des Devi-Mahatmyams werden entsprechend der Wiederholungszahl unterschiedliche „Früchte“ oder Ergebnisse zugesprochen.
So soll z.B. das 3-fache wiederholen dabei helfen, sich von schwarzmagischen Einflüssen zu befreien. Fünfzehn Wiederholungen sollen zu einem angenehmen Leben und Reichtümern verhelfen und bei der Vollendung von 1000 Wiederholungen soll die Göttin Lakshmi erscheinen und allen Reichtum und Wohlstand den man sich wünschen kann, schenken.
Doch es sind dazu noch weitere Regeln zu beachten.
So z.B. dass bestimmte Manten vor und nach jedem Vers gesprochen werden sollen, oder dass vor und nach dem Lesen des Devi Mahatmyams 100 Mal das sog. Tryambaka-Mantra (1) rezitiert werden soll.
Die Möglickeiten sind da sehr sehr vielfältig.
Auch die Kombination mit einem sog. Vrata kommt vor, besonders dann, wenn man sich die Erfüllung eines bestimmten Wunsches erhofft.
Tanz
Vor allem in Gujarat und Mumbai sind Tänze Teil der Feierlichkeiten.
Der sog. Garba ist ein ritueller Tanz, der während des Pujas (dem Ritual) vor der Darbringung der heiligen Flamme zu Ehren der Göttin vorgeführt wird, und ein Kreistanz (traditionell von Frauen) um eine in einem tönerden Gefäß brennende (Öl)Lampe/Kerze oder einer Statue der Göttin ist.
Das Licht der Lampe stellt das Leben dar und den Fötus im Leib der Mutter. Der Tanz ist damit auch ein Teil der Verehrung des Lebens, der Schöpfung und der Zyklen des Seins.
Ein anderer, nach dem Puja als Teil der anschließenden Feierlichkeiten vorgeführter Tanz ist der Dandiya.
Der Dandiya war ursprünglich den Männern vorbehalten und diente dem Training von Kampftechniken z.B. mit dem Schwert.
Die heute benutzen farbenprächtigen Stäbe sind die Überbleibsel des Schwertes. Erst später kam Musik hinzu und er öffnete sich auch für Frauen.
Kalash Sthapana
Am ersten Tav von Navratri wird ein tönerdes oder metallenes Gefäß (Kalash) für den Hausschrein oder einen eigens dafür hergerichteten Altar(raum) vorbereitet, in den die Göttin invoziert wird.
Kalasha und Gersten-Schößlinge; Quelle: ekunji.com
In manchen Regionen ist es auch Brauch, auf dem Altar bzw. im Schrein etwas feuchte Erde auszubreiten und dort Getreide (meist Gerste) auszusäen, die in den neun Tagen gehegt werden, bis sie sprießen. Die Sprößlinge werden am letzten Tag sog. Prasada (2) an Familienmitglieder und/oder Teilnehmer der Heim-Puja verteilt.
In anderen Regionen werden die Sprößlinge auch in tönernden Gefäßen, in die feuchte Erde getan wurde, gezogen.
Die Verbrennung Ravanas
Einer der Bräuche am letzten Tag von Navratri ist die Verbrennung des Dämonens Ravana.
Sie symbolisiert den Sieg Ramas über den Dämonen und damit den Sieg über das Böse in der Welt.
Dazu werden z.T. riesige hölzerne Nachbildungen des Dämonenkönigs gebaut, die dann entzündet werden, doch auch im Kleinen zu Hause werden, Feuer entzündet und Nachbildungen des Dämons verbrannt.
Ein wenig erinnert diese Tradition an die Sonnenwendfeuer in unseren Breiten 😉 .
Sarasvati-Puja
Die letzten drei Tage von Navratri sind Saraswati geweiht.
An diesen Tagen finden unterschiedliche Rituale statt, um den Segen der Göttin der Weisheit, der Erkenntnis, des Lernens und der Künste zu erbitten.
Doch nicht nur Schüler, Studenten, Künstler o.a. widmen sich an diesem Tag besonders Ihrer Verehrung, sondern die Angehörigenaller Berufsgruppen.
Es ist auch die Zeit, in der Kinder zwischen 4 und 5 Jahren in einem rituellen Rahmen ihre erste Einweihung ins Schreiben und damit in den Beginn des Lernens erhalten.
Doch wie zu Beginn gesagt, dies sind nur Beispiele für die Traditionen und Bräuche, die mit Navrati in Verbindung stehen.
Auch wenn es viele Überschneidungen in den unterschiedlichen Bundesländern Indiens gibt, gibt es doch auch genauso viele Unterschiede.
Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe innerhalb des Hinduismus spielt darüber hinaus natürlich ebenso noch eine Rolle wie der gesellschaftliche Status.
Aber ich hoffe, es mir gelungen, einen kleinen Einblick in dieses wundervolle Fest zu Ehren der Großen Göttin Indiens zueröffnen.