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Vasant Panchami, Sarasvati Ma und der Frühlingsbeginn

Ja, auch Indien (vor allen Dingen der Norden), und damit das Sanatana Dharma, kennt Frühlingsfeste.

Dazu gehören neben dem (Magha) Gupta-Navratri die Festivitäten zu Vasant Panchmi, und einige Tage später das bunte Fest der Farben, Holi.
Über Navratri, die neun Heiligen Nächte der Großen Göttin, habe ich bereits eine kleine Artikelreihe geschrieben, die Ihr HIER findet.
Heute möchte ich Euch vor allen Dingen, das Sarasvati-Puja vorstellen.

Name und Zeitpunkt
Vasant/Basant = Frühling
Panchami = 5. Tag nach Neumond
In diesem Jahr fiel dieser Tag auf den

Vasant- oder Basant-Panchami ist ein Fest, das, wie sein Name bereits sagt, am 5. Tag nach Neumond im Frühlingsmonat Magha (Januar/Februar des gregorianischen Kalenders) gefeiert wird.
Es ist das etwas „kleinere“ der beiden Frühlingsfeste, zu denen noch das Holi-Fest gehört.
Während Holi praktisch den Höhepunkt des (/der) Frühling(sfestivitäten) darstellt, so läutet Vasant Panchami die Zeit des Frühlings ein, in der die Vorbereitungen für die Festivitäten zu Holi langsam getroffen werden.
In manchen Teilen Indiens wird allerdings auch schon mit einigen diesbezüglichen Ritualen die segensreiche Zeit von Holi eingeläutet, in dem Priester z.B. mit gefärbten Wasser oder Pulver die Verehrer der Göttin Sarasvati besprengen.

Andere Namen: Shri Panchami, Sarasvati Jayanti, Sarasvati-Puja

 

Die Göttin Sarasvati-Eine Kurzvorstellung
Sarasvati Ma ist die Göttin der Weisheit, des Wissens, des Lernens, aber auch der Künste, der Poesie und Literatur, der Musik und des Gesanges, der Schrift und der Sprache.

Sie ist diejenige, die uns Menschen mit dem Reichtum von Weisheit und Erkenntnis segnet, und uns die Kreativität schenkt, mit der wir uns in Kunst, Musik und Poesie Ausdruck verleihen können.
Sie ist die Weiße Göttin, die auf einem weißen Schwan (Hamsa) reitet, der ebenso ein Symbol der Erkenntnis der Höchsten Wahrheit und/oder Realität, der Unterscheidung von „Gut“ und „Böse“, als auch des vollkommenen Wissens ist.
Neben dem Schwan ist häufig auch der Pfau Ihr Begleiter, der Stolz, Arroganz und die Einbildung auf die eigene äußere Schönheit symbolisiert, die durch Erkenntnis der wahren Natur der Dinge (=Brahman) überwunden werden.
Ihre Farbe ist das Weiß, das sowohl Reinheit, als auch Vollkommenheit (der Weisheit und des Wissens) und die vollkommene Erkenntnis und Realisation des Brahman (dh. ganz grob und kurz gesagt: der unveränderlichen, transzendenten, unendlichen und immanenten Realität, die der Ursprung aller Dinge und allen Seins ist).
Sarasvati Ma wird häufig vierarmig dargestellt, wobei Sie in zwei Händen die Vina (ein indisches Musikinstrument) und in den anderen beiden ein Buch (=Veden, linke untere Hand) und eine Mala (Gebetskette, rechte obere Hand) hält.
In den meisten Darstellungen von Ihr wird Sie neben oder in einem Gewässer dargestellt, was zum einen aus Ihrer Verbindung mit Ihrem Heiligen Fluss, der Ihren Namen trägt, zu erklären ist, zum anderen auch daraus, dass Sarasvati Ma auch eine Göttin der Fruchtbarkeit und der Fülle ist.
Sie ist Shakti von Brahma, dem Gott der Schöpfung, und gilt als „Mutter der Veden“.

Eine Form von Ihr ist Maha-Sarasvati (Höchste/Große Sarasvati), die achtarmig dargestellt wird und als eine der Formen Maha-Devis (der Großen Göttin) in Ihrer Drei-Gestalt (Tri-Murti) Maha-Kali, Maha-Lakshmi und Maha-Sarasvati gilt.
Sarasvati Jayanti und Sarasvati-Puja
An Vasant Panchami feiern wir den Geburtstag der Göttin.

Da Weiß als Lieblingsfarbe der Göttin betrachtet wird, werden Ihr vor allen Dinge in dieser Farbe dargebracht: Weiße Kleidung/Stoffe, weiße Blumen sowie Speisen und Getränke in weißer Farbe.
Aber auch Dinge in gelber Farbe (vor allem Blumen) werden Ihr dargebracht, da sie im Zusammenhang mit der Senf- und der Ringelblumenblüte stehen, die zu dieser Zeit in Teilen Indiens (v.a. Nordindien) in voller Pracht zu sehen ist und die Ankunft des Frühlings verkünden.

An diesem Tag finden im ganzen Land sowohl Zuhause als auch öffentlich große Feierlichkeiten statt.
Vor allen Dingen StudentInnen, SchülerInnen, Personen in Lehr-oder Ausbildungsberufen, aber auch Poeten, Schriftsteller, Sänger, Musiker, Wissenschaftler usw. ehren die Göttin an diesem Tag, und viele Schulen und Universitäten organisieren zu dieser Zeit eine Puja (ein Ritual).

Vasant Panchami und Sarasvati Jayanti gelten als besonders wichtige und segensreiche Zeit, um Kinder rituell auf die Schulzeit und auf das Lernen vorzubereiten, bzw. in einem Ritual den Segen der Göttin für den Beginn der Schulzeit, für Studium, Prüfungen usw. zu erbitten.
Akshar-Abhyasam oder Vidya-Arambham/Prasana ist das wohl bekannteste Ritual von Vasant Panchami, in dem Kinder das Schreiben ihres ersten Buchstabens gelehrt wird, und das ihren Eintritt in das Schulkinder-Alter markiert.
Traditionen
Sarasvati Jayanti ist voll von (regional) unterschiedlichen Traditionen und Bräuchen.
Gemein sind jedoch die Pujas, in denen die Göttin angerufen und verehrt wird.
Dabei finden sich auf dem Altar meistens auch Schulbücher, Musikinstrumente, Schreib- oder Künstlergeräte, oder auch Konto-Bücher usw., die während der Puja gesegnet werden.
Es ist ebenso üblich, an diesem Tag weder zu Lernen noch zu Lehren.

In manchen Teilen Indiens gehört das Drachen-Steigen-Lassen dazu, das mit viel Freude und Enthusiasmus sowohl von Männern als auch Frauen zelebriert wird.
Viele Menschen tragen an diesem Tag vorzugsweise weiße oder gelbe Kleidung die mit den Farben des Frühlings korrespondiert.

In manchen Teilen Indiens wird am Abend von Vasant Panchami (oder auch erst am Abend des dritten Tages) das Bildnis Sarasvatis verabschiedet, in dem es fließendem Wasser übergeben wird (z.B. Bengalen).

© Siat

Mantra, Chant & Affirmation-Ein Versuch der Unterscheidung (Teil 4)

Nachdem wir uns im zweiten  und dritten Teil dieser Artikelreihe mit den Begriffen des Chants und der Affirmation auseinandergesetzt haben, möchte ich mich dem etwas komplexen Thema “Mantra” widmen.

मन्त्र Mantra

Wortherkunft
Der Begriff stammt aus dem Sanskrit, bei der es sich, ganz grob gesagt, um eine alt-indische Sprache handelt, die auch heute noch gesprochen wird.
Die Übersetzung des Wortes ist sehr vielfältig. So kann es:

  • (Bann)Spruch
  • (vedische) Hymne oder eine Opferformel
  •  heiliger Text oder ein heilge Spruch
  • Gebet oder Lobpreis
  • Geheimnis
  • Zauber/Amulett
  • mystische Verse
  • heilige Formel, die an jede individuelle Gottheit gerichtet ist/sein kann

bedeuten.
Doch die wohl bekannteste Übersetzung ist “Instument des Denkens” oder “des Geistes”.

Die Ursprünge des Wortes werden meist auf die Wurzel मन् (man) und auf das Präfix  त्र (tra) zurückgeführt.

मन् (man) lässt sich dabei einerseits auf das Verb मन्यते (manyate) als auch auf मन (mana), मान (mAna) bzw. मना (manA) zurück führen, deren Bedeutungen sich im weitesten Sinne um das Denken, Erkennen, Verstehen, Wissen drehen.

Verb: मन्यते (manyate)

  • (nach) denken (an/über)
  • vorstellen
  • wahrnehmen
  • mit den/allen Sinnen erfassen
  • das Herz/die Gedanken auf etwas richten
  • begreifen/erfassen/verstehen
  • wissen
  • glauben
  • anbieten
  • anbeten
  • hoffen/wünschen
  • (ver)ehren

Substantive: मन (mana), मान (mAna) bzw. मना (manA)

  • Gedanke/Denken/Geist
  • Vorstellung
  • Sicht
  • Glauben
  • Idee
  • Hingabe
  • Anhaftung
  • Stolz
  • Ehre
  • Selbst-Respekt
  • Wunsch
  • Überlegung

Das Präfix wird, wie bereits gesagt, in der Regel auf das Wort त्र (tra) zurückgeführt. Dieses wiederum kann auf zwei unterschiedliche Wurzeln zurück geführt werden.
Die eine steht mit der Wortwurzel त्र (tra) in ganz direkter Verbindung zu dem Verb त्राति (trAti) und dem Substantiv त्रा (tra).
Die andere über die Verben तरति (tarati)तरुते (tarute)तितर्ति (titarti) und तारयति (tArayati) mit der Wortwurzel तॄ  (tRR).

Verb: राति (trAti)

  • retten
  • bewahren
  • erhalten
  • schützen
  • befreien
  • auffangen

Substantiv: त्रा (tra)

  • Verteidiger
  • (Be)Schützer

Verben रति (tarati), तरुते (tarute), तितर्ति (titarti) und तारयति (tArayati) besitzen im Ganzen dieselbe Bedeutung:

  • schwimmen
  • verrichten/ausführen
  • führen durch/über
  • durchkommen
  • durchdringen
  • erreichen
  • retten
  • entkommen
  • flüchten
  • erfüllen
  • überwinden
  • bewältigen
  • bezwingen/-siegen
  • durch-/überqueren
  • ein Ende/Ziel erreichen
  • segeln über
  • befreien (von)
  • (hin)über(ge)leiten

 

Definition
“Mantra” zu definieren ist mindestens genauso schwierig, wie den Begriff (direkt) zu übersetzen.

Ursprünglich, und sehr oberflächlich betrachtet, handelt es sich bei einem Mantra um einen (zu rezitierenden) Vers aus den Veden (und anderen Schriften, wie z.B. den Puranas), was es faktisch zu einem Stück “vedischer Poesie” macht.
Die heiligen Schriften  sind in einer bestimmten Weise und nach einem bestimmten Versmaß geschrieben, um das Auswendiglernen zu erleichtern.


Sprache ist das Wesen des Menschseins

Letztlich basiert alles, was wir als Menschen denken und letztlich werden und sind, auf dem Ausdruck in Sprache und Schrift. Eine funktionierende Gesellschaft ohne (irgendeine Form von ) Sprache bzw. Kommunikation wäre überhaupt nicht möglich.
Egal um was es geht: Alles kann erst dann “ins Sein” kommen, wenn es gerufen und damit ausgedrückt wird.
Die Wichtigkeit von Klang und Sprache finden wir in fast allen Kulturen.
So z.B. im alten Kemet, wo Hu und Sia den (göttlichen) Ausspruch und den Verstand/die Einsicht/Erkenntnis als Gottheiten personifizieren, die jeder Gottheit und jedem Menschen innewohnen und ohne die das Wirken nicht möglich wären.
Dies zieht sich weiter bis in die abrahamitischen Religionen, wo wir in der Bibel den Ausspruch finden: “Im Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.” (Joh. 1, 1)

 

Mantra als Macht und Energie-tragender Klang
Worte, und damit natürlich die Sprache, sind (wie alles andere auch) Schwingung.
Wenn wir etwas sagen, entstehen zwangsläufig Schwingungen in Form von Tönen, bzw. Klang/Lauten, deren (Aus)Wirkung wir beobachten können.
Bevor sich die Sprache(n) entwickelte(n), kommunizierten unsere Vorfahren über Laute, die im Laufe der Zeit mit bestimmten “Wirkungen” oder “Dingen” in Verbindung gebracht wurden.
Das wir wissen, welche Schwingung (welcher Laut/Klang) was bedeutet, verdanken wir im Grunde der Tatsache, dass diese irgendwann mal mit bestimmten Dingen verknüpft wurden.

Schwingung/Laut/Klang  mit bestimmten “Wirkungen” oder Dingen in Beziehung zu setzen ist die eine Ebene.
Die andere ist die der Absicht bzw. des Zwecks.

Wird eine Schwingung mit einer Absicht verbunden, erhält diese eine zusätzliche Färbung, bzw. einen zusätzlichen (geistigen) “Bestandteil”, der das Ergebnis der beinflusst/beeinflussen kann.
Beobachten können wir das z.B. auch in unserem ganz normalen Alltag, abseits von Spiritualität und Magie, wenn wir uns unsere Verwendung von Worten, ihre Betonung usw. betrachten, mit denen wir nicht nur andere, sondern auch uns selbst beeinflussen (können). Sprechen wir etwas aus, ist es immer auch mit einer Absicht oder einem Zweck verbunden. Somit wird gleichzeitig die Schwingung dessen, was wir sagen durch das, was wir beabsichtigen (wollen) gefärbt.

Schall  und/oder Klang können wir mit einer Welle vergleichen, die von unserer Intention gefärbt wird.
Diese “Färbung”  ist mit einem Farbfilter vergleichbar, durch den das Sonnenlicht scheint, wodurch das Licht nicht mehr klar, sondern in dem spezifischen Licht erscheint.

Doch egal welche Ebene wir uns betrachten, Worte sind Energie.
Sie tragen die Macht in sich, Dinge zu bewirken und zu beeinflussen.
Das trifft auf alles zu. Mantras selbst sind in dieser Form jedoch noch spezieller.
Wir haben auf der einen Seite die generellen Bedeutungen und Übesetzungen, die mit einem Mantra verbunden sind, auf der anderen Seite jedoch dann das, was ein Mantra tatsächlich bewirkt/bewirken kann, wenn man es ausspricht.
Ähnlich, wie wir nur die Begriffe “heiß”, “Schmerz” und “Flamme” in eine Beziehung setzen und wirklich verstehen können, wenn wir uns an einer Flamme die Finger verbrennen, ist es auch mit Mantras.
Wir verstehen Mantras erst dann wirklich, wenn wir sie und ihre Wirkung erfahren.

 

Mantras, Bewusstsein und Körper
Von vedisch-hinduistischen Standpunkt aus betrachtet, besteht der Mensch nicht nur aus einem einzigen Bewusstsein, sondern viel mehr aus vielen verschiedenen Bewustseinsebenen, die nicht nur den physisch-materiellen Körper durchdringen, sondern auch in die verschiedenen Energiekörper und die Aura hineinreichen.
Auch jedes Organ bis hin zu den verschiedenen Körpersystemen (z.B. (Blut)Kreislaufsystem) besitzen ihr eigenes (“niederes”) Bewusstsein, die dafür verantwortlich sind, dass der Mensch funktioniert. Die einzelnen Bewusstseinsebenen stehen jedoch nicht unabhängig von einander, sondern beieinflussen sich stetig untereinander, sind von einander abhängig oder/und in einer anderen Weise miteinander verbunden.
Doch solcherlei unterschiedliche Bewusstseinsebenen gibt nicht nur in unserem materiellen Körper, sondern auch in den verschiedenen Energiekörpern. Diese wiederum sind, wie die Bewusstseinsebenen des physischen Körpers, miteinander verbunden und beeinflussen auch den physischen Körper und die Bewusstseinsebenen in diesem.
So wie ein Organ-Bewusstsein einem System-Bewusstsein “untergeordnet” ist, ist das System-Bewusstsein überlagert von Teilen unseres/r Energiekörpers. Und so geht es darüber hinaus weiter.

Da auch alles andere Schwingungen ist und aussendet, werden diese von unseren verschiedenen Bewusstseinsebenen natürlich ebenso aufgenommen und beeinflusst, was bedeutet, dass in unserem Körper, nicht nur unser “Ich”-Bewusstsein umherwabert, sondern unzählige andere Schwingungen ebenfalls in unserem Körper wirken.
Wir gehen also ständig mit allen möglichen unzählingen Dingen um uns herum in Resonanz.

Mantras, die auf Grund ganz bestimmter Begebenheiten (auf die ich noch etwas eingehen werde) von sich aus bestimmte und sehr machtvolle Schwingungen sind, wirken auf eine ähnliche Weise. Wenn wir mit ihnen arbeiten, beginnt die ihnen innewohnende Kraft über Schwingungen die anderen Schwingungen zu “löschen” und zu “überschreiben”, bis wir schließlich von der Schwingung (und der Energie) des Mantras erfüllt werden und sich dessen Wirkung entfalten kann.
Mantras versetzen uns in einen Zustand, in dem wir komplett mit den Energien schwingen, die durch das jeweilige Mantra repräsentiert und “aufgerufen” werden.

 

“Instument” des Denkens oder des Geistes
Wenn man die zu Beginn zusammen getragenen Übersetzungen nimmt , dann stellt sich die Frage, warum das Wort “Mantra” in der Regel als “Instument des Denkens” oder “des Geistes” bezeichnet wird, wenn die verwendeten Wurzeln “Instrument” oder “Werkzeug” überhaupt nicht beinhaltet.
Die Antwort liegt, so vermute ich, in der Grammatik des Sanskrit verborgen.
Sanskrit gehört zu den Sprachen, die den “Casus instrumentalis” (“Womit”-Fall) besitzen, also den Fall, der uns darüber aufklärt mit welchen Mitteln eine Handlung ausgeführt wird.
Im klassischen Sanskrit ist तृतीया विभक्ति (tRtIya vibhakti = instrumentell, als Mittel dienend) das, was die Handlung ermöglicht/unterstützt/fördert.
Dies ist, so zumindest meine Einschätzung, die einzig sinnvolle Erklärung für diesen Ansatz.

Allerdings lassen die Wurzeln des Wortes auch entsprechend andere Üerbsetzungen und Deutungen zu.
Angefangen von “Schutz des Geistes”/”Gedankenschutz” über “Befreier des Geistes” hin zu “etwas das den Geist erfüllt”, “Befreier von (weltlichen/gedanklichen) Anhaftungen”, “Denken, dass befreit/beschützt” oder als etwas, mit dem man das Denken, die Anhaftungen usw. überqueren kann und dabei hilft, einen Zustand zu erreichen, in dem wir die Einsheit mit dem Göttlichen und der Schöpfung erfahren können.

Doch egal in welcher Weise man den Begriff jetzt (wörtlich) übersetzt, letzten Endes wirken Mantras wie Werkzeuge, die uns dabei helfen, das “Materielle” zu überwinden, unser Denken zu überwinden, Stille zu werden und uns für .

Ende Teil 4


Quellen:
Spoken Sanskrit
Hindudharma-Forum

Hindupedia
Forum for Hindu awakening
Sanskrit Mantra
Wikipedia.de
Wikipedia.com

 

Navratri – Die neun heiligen Nächte der Mutter (Teil 5)

Die Navdurgas
Tag 7-9 (Maha-Sarasvati)
Die letzten drei Nächte sind Maha-Sarasvati geweiht, der Göttin, die (spirituellen) Erkenntnis,  Einsicht und Weisheit schenkt, die (u.a.) aus dem Sieg über die (eigenen inneren) Dämonen erwächst.

Ma Kalaratri; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya
Ma Kalaratri; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya

7. Kalaratri कालरात्रि 
Der Name setzt sich zusammen aus kala/i und ratri (=”Nacht”, “Dunkelheit und Stille der Nacht”). Kala/i bedeutet auf der einen Seite “dunkel, schwarz, dunkel-blau, von dunkler Farbe” auf der anderen Seite jedoch auch “Nacht” “Zeit”, “(Erd-)Zeitalter”, Zeitraum”, “Tod”, “Ende”.
Entsprechend vielfältig wird der Name Kalaratris als “Dunkle/schwarze Nacht”, “Ende der Dunkelheit/Nacht” übersetzt. Weitere Übersetzungen sind auch “Die jenige, die der Tod des Gottes des Todes (=Kala) ist”, “Diejenige, die der Tod der Zeit ist”, “Nacht der Zerstörung am Ende der Welt” und “Nacht der alles-vernichtenden Zeit”.

Kalaratri gilt als aggressivste, gefährlichste und zerstörerischte Kraft von Adi-Shakti und damit Form von Parvati/Durga.
Sie ist eine Kriegsgöttin wie Chandraghanta, Katyayani und Durga, und gilt häufig auch als eine Gestalt der Göttin Kali.
Das Devi-Mahatmyam erzählt davon, dass Parvati als Jagadamba inkarnierte, um den Dämonen Raktabeeja zu töten. Als Sie ihn sah, wie er überheblich mit seiner Macht angab, und die Götter, Göttinnen, Menschen und alle anderen Lebewesen bedrohte, wurde Sie sehr wütend und aus Ihrer Stirn entsprang Kali, um den Dämon und all seine Klone (die durch seine Blutstropfen während der Kämpfe entstanden waren) zu vernichten. Und das tat Sie, in dem Sie sein herabfallendes Blut trank, während Sie ihn und seine Klone köpfte.
Es wird auch erzählt, dass Parvati sich einst, nachdem Sie von Shiva wegen Ihrer dunklen Hautfarbe geärgert worden war, asketischen Übungen unterzog, um von Brahma einen Wunsch gewährt zu bekommen. Als Er Ihr erschien, bat Sie Ihn darum, Ihre dunkle Hautfarbe in eine helle, goldfarbene zu verwandeln.
Er gewährte Ihr den Wunsch, und aus Ihrer dunklen Haut entstand die schöne, dunkle Göttin Kaushiki.
Als die Welt und die Götter von Raktabeeja und seinen Abbildern bedroht wurden, zog Kaushiki mit Kali in den Kampf, und während Kaushiki die Dämonen tötete, verschlang Kali ihr Blut.
Im Devi-Mahatmyam wird Kalaratri auch mit Bhairavi gleichgesetzt.
Parvati inkarnierte in dieser Form auch, um die Dämonen Chanda und Munda zu vernichten. Daher trägt Sie auch den Namen Chamunda.

Sie ist immer bereit für den Kampf, für Krieg und Zerstörung. Ihr Kampf gilt den Dämonen, Monstern, bösen Geistern und allen negativen Kräften, die alle Lebewesen bedrohen.
Trotz Ihrer Brutalität, Aggressivität und furchteinflößenden Erscheinung gilt Kalaratri (auch) als eine liebende und sich um Ihre Kinder sorgende Mutter (-Göttin), die diejenigen reich segnet, die Sie verehren. Deswegen wird sie auch Shubhankari (“Die, die Gutes tut”) genannt.
Sie ist diejenige, die alle Ignoranz und alle Illusionen zerstört, die jegliche Finsternis hinwegnimmt und lehrt, dass das Leben auch eine dunkle Seite hat.

Der Planet, der astrologisch mit Kalaratri verbunden wird, ist Saturn.
Das Ihr zugeordnete Chakra ist das 7. oder Scheitel-bzw. Sahasrara-Chakra.

Ikonographie
Kalaratri wird vierarmig und in der Regel auf einem Esel reitend dargestellt.
In Ihren Händen  trägt Sie häufig Dreizack, Schwert, Krummsäbel und eine Waffe aus Dornen.
In anderen Darstellungen trägt Sie in Ihren linken Händen Krummsäbel und die Waffe aus Dornen, während die rechten Hände die Gesten der Wunschgewährung und des Schutzes.
Sie trägt häufig einen schwarzen Sari oder ist in ein Tigerfell gekleidet. Um Ihren Hals trägt Sie wie Kali eine Kette aus Menschenschädeln, die die Buchstaben des Sanskrit-Alphabetes repräsentieren.
Andere Dastellungen zeigen Sie auch mit einem Gürtel aus menschlichen Armen,  einem Schmuck Blitzen oder auch auf einem Leichnam sitzend.
Die Stirn Kalaratris ist von einem Dritten Auge geziert, Ihre schwarzen Haare stehen wild von Ihrem Kopf ab und Ihre Augen sind weit aufgerissen und (manchmal) blutunterlaufen.

Ma Mahagauri; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya
Ma Mahagauri; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya

8. Mahagauri महागौरी 
Nachdem Parvati Ihre dunkle Hautfarbe durch die Erfüllung Ihres Wunsches durch Brahma abgelegt hatte, strahlte Ihre Haut hell-weiß, manche sagen auch golden.
Aus diesem Grunde erhielt Sie den Namen Maha (=”groß”, “mächtig”) Gauri (=”weiß”, “hell”, “hübsch”, “schön”, “liebreizend”).
Eine andere Legende besagt, dass Parvati in Ihrer Inkarnation als Shailaputri ein wundervolles und strahlendes Mädchen, mit einer sehr hellen Haut gewesen sei, weswegen Sie Mahagauri genannt wurde.
Von einem anderen Mythos wird berichtet, dass die Haut Parvatis nach Ihren langen Jahren als Asketin durch Staub und Erde dunkel geworden war. Als Shiva Sie im Gangeswasser wusch, erhielt Sie Ihre strahlend weiße Körperfarbe wieder und ist seit dem  unter dem Namen bekannt.

Auf Grund Ihrer weißen Hautfarbe wird sie mit der weißen Meeresschnecke, dem Mond und der Jasminblüte verglichen.

Mahagauri wird mit dem aufsteigenden Mondknoten und dem sogenannten Soma-Chakra (1) in Verbindung gebracht.

Ikonographie:
Mahagauri wird mit weißer Körperfarbe, vier Armen und auf einem weißen Bullen reitend dargestellt. Auch Ihr Sari ist weiß, selten auch rosa.
In Ihren drei Händen trägt die Göttin Dreizack, Dhamaru (eine Trommel), einen Lotus und die vierte ist in der Geste der Furchtlosigkeit vorgestreckt.
In manchen Darstellungen trägt Sie auch nur Dhamaru und Dreizack, während Sie mit den anderen Händen die Geste der Furchtlosigkeit und der Wunschgewährung zeigt.

Ma Siddhidatri; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya
Ma Siddhidatri; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya

9. Siddhidatri सिद्धिदात्री 
Der Name der Göttin bedeutet “Geberin aller (übernatürlicher) Kräfte”, kann aber auch übersetzt werden mit “Geberin der Vervollkommnung/Vollkommenheit”, “Erfüllerin aller Wünsche”, “Gewährerin allen Verstehens”, “Gewährerin/Geberin der (spirituellen) Verwirklichung”, “Die, die alles Wissen/Verstehen schenkt” oder “Die, die alle Erkenntnis gewährt”

Ein Mythos berichtet davon, dass Siddhidatri den Göttern Brahma, Vishnu und Shiva jeweils Ihre Aufgabenbereiche in der Schöpfung (Erschaffung, Erhaltung, Zerstörung) und Ihre Identität als Schöpfer, Bewahrer und Zerstörer zuteilte.
Sie war es auch die Shiva gebot über Sie zu meditieren um so mit allen acht (manchmal werden auch achtzehn) “siddhis” (2), dh. übernatürlichen Fähigkeiten von Ihr gesegnet zu werden.
Während Shivea dieser Aufgabe nachkam, segnete Siddhidatri Sie Ihn mit der Gestalt von Ardhanaishvara (“Gott, der zur Hälfte weiblich ist”)  in dem Sie sich in Seiner linken Körperhälfte manifestierte.

Einer anderen Legend zufolge verehrte Rudra (3) zu Beginn des Universums Adi-Parashakti für die Schöpfung.  Es ist gesagt, dass Adi-Parashakti, die aller höchste Göttin der Macht,  formlos und gestaltlos ist und aus Shivas linker Hälfte als Siddhidatri hervorging, der seit dem als Ardhanaishvara bekannt ist und verehrt wird.

In der Gestalt der Siddhidatri ist es Parvati/Durga, die Ignoranz und Illusionen nimmt und die Weisheit zur Erkenntnis des Brahman (4) schenkt. Sie verhilft zur Erkenntnis, dass alles Brahman ist.

Astrologisch gesehen ist Ihr der absteigende Mondknoten als neunter Planet, und das Nirvana-Chakra (5) zugeordnet.

Ikonographie
Siddhidatri ist in Ihrer Erscheinung der Göttin Lakshmi recht ähnlich. Sie sitzt auf einem voll erblühten, rosanen Lotus und ist vierarmig. In Ihren Händen trägt Sie einen Wurfdiskus, ein Muschelhorn, den Dreizack und eine Keule, und ist in einen roten Sari gekleidet.
Häufig wird Sie umringt von all jenen dargestellt, die Sie verehren: Menschen, Devas (6), Gandharvas (7), Asuras (8), Yakshas (9) und Siddhas (10).
Manchmal wird sie auch auf einem Löwen oder Kamel reitend dargestellt.

 

Ende Teil 5
Siat


 

1 – Sitz: Hinterkopf, manchmal auch an der Stirn lokalisiert (je nach Tradition).

2 – Lt. der Markandeya Purana: Anima: Die Fähigkeit, sich zu verkleinern; Mahima: Die Fähigkeit, sich zu vergrößern; Garima: Die Fähigkeit, unendlich schwer zu werden; Laghima: Die Fähigkeit, schwerelos zu werden); Prapti: Die Fähigkeit, zu allen Orten Zugang zu erhalten; Prakamya: Die Fähigkeit, Verlangen zu erzeugen; Ishitva: Die uneingeschränkte Herrschaft zu besitzen und Vashitva: Lenker aller Dinge.

3 – Ein Name Shivas


4 – “das”, “dieses”; das Absolute und der Urgrund des Universums, des Seins und aller Schöpfung, Formloses, absolutes Göttliches, das alles Sein enthält.

5 – Sitz: Krone des Kopfes; markiert das Ende des Sushumna-Kanals.

6 – im weitesten Sinne: “Götter”/”Gottheiten”

7 – himmlische Musikanten

8 – im weitesten Sinne: “Dämonen”/”böse Geister”

9 – Halb-Götter, Naturgeister und/oder Götter niederen Ranges.

10 – Yogis/Tantriker, die bereits Siddhis erlangt haben

Navratri – Die neun heiligen Nächte der Mutter (Teil 4)

Die Navdurgas
Tag 4-6 (Maha-Lakshmi)
Während die ersten drei Tage Navratris unter dem Banner der Göttin des Mutes, des Selbstvertrauens der Macht und Energie stehen, stehen die nächsten drei Tage unter der segnenden Hand von Maha-Lakshmi, der Göttin des (materiellen wie spirituellen) Wohlstands, des Reichtums, der Fülle und des Friedens.

Ma Kushmanda; Künstler/Artist: unbekannt/unknown
Ma Kushmanda; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya

4. Kushmanda कूष्माण्डा
Noch ehe das Universum erschaffen wurde, erleuchete Adi-Shakti die ewige Dunkelheit mit ihrem Licht.
Sie erschuf das gesamte Universum allein durch ein winziges Aufblitzen Ihres Lächelns (manche sagen auch, durch den Klang Ihres Lachens) durch dass der Kosmos als Kosmische Ei ins Sein kam.
Ihr Name reflektiert Ihre Verbindung zum Kosmischen Ei (“anda” = kosmisches Ei).

Sie gab Ihr Licht der Sonne, damit diese das Fortbestehen allen Seins bewahren kann.
In den Schriften wird davon berichtet, dass Sie selbst im Zentrum der Sonne existiert, ihre Energie darstellt und die einzige ist, die die Kraft und Energie der Sonne kontrollieren kann.

Als die Göttin, die über die Sonne gebietet ist diese Ihr natürlich auch in der vedischen Astrologie als Planet zugeordnet.
Das Chakra, mit dem Sie in Verbindung steht, ist das Anahata- bzw. Herzchakra.

Ikonographie:
Kushmanda wird mit acht Armen und auf einem Tiger oder Löwen reitend dargestellt.
In vier Ihrer Hände trägt sie Waffen, die anderen drei halten die Gebetskette, einen Lotus und ein rituelles Wassergefäß, während Sie in ihrer letzten Hand ein Gefäß mit Nektar hält, der Gesundheit und langes Leben schenkt.
Sie wird meist einen rosanen Sari tragend dargestellt.
Wegen Ihrer acht Arme wird Kushmanda auch “Ashtabhuja (“asht(a)” =acht; “bhuja”=Hand) genannt.

Ma Skandamata; Künstler/Artist: unbekannt/unknown;
Ma Skandamata; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya

5. Skandamata स्कन्दमाता
Als Parvati Shiva heiratete, wurde Sie kurze Zeit später Mutter von Skanda (1). Dieser wurde zum General der göttlichen Armee (n)  und ein großer Feldherr der Götter gegen die Dämonen.
Ihr Name setzt sich aus dem Namen Ihres Sohnes und dem Wort “mata” (=Mutter) zusammen und weist damit auf Ihre sehr mütterliche Form hin.

Es wird gesagt, dass nur der das Wohlwollen von Skanda erhält, der Seine Mutter in Ihrer Form als Skandamata verehrt.
Sie gilt darüber hinaus auch als eine Göttin des Feuers (der Weisheit und Erkenntnis).
Durch Ihre Gunst und Ihren Segen sollen selbst Idioten dazu fähig werden, sich zu einem Ozean der Weisheit zu wandeln.

Als Planet ist Ihr in der vedischen Astrologie der Merkur zugeordnet, und Sie steht mit dem fünften oder Hals-/bzw. Visuddha-Chakra in Verbindung.

Ikonographie:
Skandamata wird vierarmig und in einem gelben oder orangenen Sari auf einem Löwen reitend dargestellt. In Ihrem Schoß hält Sie mit einer Hand Ihren Sohn Skanda, der als kleines Kind und fünfköpfig dargestellt ist. Ihre linke untere Hand zeigt Sie die Geste der Wunsch-Erfüllung und der Furchtlosigkeit, während Sie in Ihren beiden oberen Händen rosane Lotusblüten tragen.
Sie wird auch auf einer Lotusblüte sitzend dargestellt, und trägt dann den Namen “Padmasana”.

Ma Katyayani; Künstler/Artist: unbekannt/unknown
Ma Katyayani; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya

6. Katyayani कात्यायनी
Der Legende nach beteten der Weise Katyaya und sein Sohn Katya zur Göttin Durga, um von Ihr gesegnet zu werden. Als Sie ihnen erschien, bat Katyaya die Göttin, das Sie als seine Tochter reinkarnieren möge.  Er nannte Sie Katyayani, und Sie sollte die Welt vor Schrecken und Unheil bewahren.
Während Sie heranwuchs, gewährte Brahma den Dämonen Mahishasura, auf Grund seiner langen asketischen Übungen,  einen Wunsch, der da lautete, dass er niemals von einem Mann getötet werden könne. Als dieser die Götter und Göttinnen bedrohte, betete die Dreiheit Brahma, Shiva und Vishnu drei Tage (Shukla Saptami, Ashtami und Navami (7.-9. Tag)) lang zur Göttin Katyayani, damit Sie sie von dem Dämon und seinem Heer befreien möge.
Nach einer anderen Legende ist es der Weise Katyaya, der die Göttin drei Tage lang anbetet, um die Welt von Mahishasura zu befreien.
Angetan und erfreut von der Hingabe der Götter/des Heiligen, nahm die Göttin die Gestalt der zehn-, manchmal auch achtzehn-armigen Göttin Mahishasura-mardini an. Die Devi-Gita beschreibt, wie Sie auf einem Löwen reitend in die Schlacht zieht, ausgestattet mit den Waffen aller Götter.
Am 10.Tag (Vijayadashami) besiegte die Göttin den Dämon und befreite damit die Götter von seinem Treiben.

Die Gestalt von Katyayani gilt als eine der furchterregendsten und gewalttätigsten der Göttin Parvati, in der Sie als Kriegsgöttin erscheint, um diejenigen zu beschützen, die Sie um Hilfe anflehen.
Auf der anderen Seite gilt Katyayani als “Tochter-Form” der Göttin Durga. D.h. Sie ist die liebende, hingebungsvolle Tochter, die nicht zögert Ihre Lieben zu verteidigen.

Als Planet ist Ihr in der vedischen Astrologie der Planet Jupiter zugeordnet. Das mit Ihr verbundene Chakra ist das 6. bzw. Ajna-Chakra, das auch als Drittes Auge bekannt ist.

Ikonograhie:
Katyayani wird auf einem Löwen reitend mit vier Händen dargestellt.
In drei von ihnen trägt Sie Schwert, Dreizack und Lotus, während die untere rechte Hand die Geste der Furchtlosigkeit zeigt.  Die Farben Ihres Saris ist grün, manchmal auch rosa oder rot. Letztere Farbe assoziiert Sie mit den furchteinflößenden Formen von Bhadrakali und Chandika.

Tritt Sie als Mahishasura-mardini auf, wird Sie zehn- bis achtzehnarmig ebenfalls auf einem Löwen reitend darstellt. Ihre Stirn ist dann außerdem von einem dritten Auge geziert.
In Ihren Händen trägt sie alle möglichen Waffen der Götter, darunter den Dreizack Shivas und den Wurfdiskus Vishnus.

Durga als Mahishasura-mardini; Künstler/Artist: undbekannt/unknown
Durga als Mahishasura-mardini; Künstler/Artist: undbekannt/unknown; Quelle: Flickr.com

 

Ende Teil 4
Siat

Navratri-Die neun heiligen Nächte der Mutter (Teil 3)

Parvati, Durga, Kali und Adi-Parashakti
Wie bereits im 2. Teil der Serie geschrieben ist Navrati den neun Formen Durgas (=Nav(a) durga)  gewidmet.
Mata Durga und Mata Kali sind sehr vielschichtige Göttin, die als Manifestationen Satis/Parvatis, Shivas geliebte Gefährtin und “Gattin” gesehen und verehrt wird.
Parvati ist Parashakti, die uranfängliche Quelle der göttlich-weiblichen, aktiven Schöpfungskraft, durch die alles wird und auch wieder zerstört wird, während Paramshiva der uranfängliche Quell aller männlich-göttlichen Kraft ist. Durch Sie kann Er sich (in der Schöpfung) manifestieren, bekommt Form und Gestalt.
Sie ist Adi-Parashakti, die aller-höchste, göttliche Macht, ohne die alle anderen Götter macht-los sind. Sie ist die mächtigest von allen, die das gesamte Universum in einem Augenblick zerstören kann, und vor der selbst die hoch verehrte Dreiheit von Brahma (dem Schöpfer), Vishnu (der Erhalter) und Shiva (der Zerstörer) sehr großen Respekt hat.
Oder um es mit der Devi-Gita zu sagen:

Sarvarupe sarveshe sarvashakti samanvite bhayebhyastrahi no Devi Durge devi namostute.

Wir verneigen uns vor der Göttin Durga, die der Ursprung aller Formen (sarvarupe) ist, die die Göttin aller Wesen(heiten) (sarveshe) ist, in der alle Macht existiert (sarvashakti samanvite) und die alle Furcht zerstört.

Shiva und Shakti sind beide untrennbar miteinander verbunden, so wie die Flamme nicht von der Wärme oder die Sonne vom Licht zu trennen sind.

Parvati, Durga und Kali werden als die Saguna Svarupas Adi-Shaktis betrachtet, dh. als Ihre “menschlichen” Inkarnationen in der Schöpfung, denn sie selbst ist-wie Ihr Gatte- (Teil von) Parabrahman, dem absoluten, namen-, form- und gestaltlosen Göttlichen, das alle (göttlichen) Potenziale in sich birgt. Das bedeutet im Verständnis des Shakta-Pfades des Sanatana Dharmas, dass Parvati und Durga als die reinsten “materiellen Formen” der Großen Göttin Adi-Parashakti betrachtet werden, die alle drei Qualitäten der Schöpfung in sich tragen, die, sehr, sehr verkürzt und vereinfacht dargestellt, mit Erschaffung, Erhalt und Zerstörung assoziiert werden.
Und als diese sind Sie die Quelle aller anderen Göttinnen.

Diese Sichtweise ist, am Rande erwähnt, also nichts anderes als die reinste Form der in manchen Kreisen “des” Heidentums so verpönten und abgelehnten Sichtweise von “Alle Göttinnen sind eine Göttin” 😉 . Doch das ist ein Thema für einen anderen Artikel.

Diesen Gedanken im Hinterkopf zu haben (auch wenn es jetzt nur ein sehr, sehr grober und unvollständiger Einblick ist) erleichtert vielleicht ein wenig, die Zusammenhänge von allem zu verstehen und vielleicht nicht ganz so verwirrt zu sein, wenn es um die ganzen Traditionen, Ansichten, Rituale und Mythen geht. 😉

Die Navdurgas
Tag 1-3 (Durga/Maha-Kali)
An den ersten drei Tagen wird Adi-Shakti als Göttin der Macht und Energie verehrt. In Hinblick auf die spirituelle Reise verkörpert Durga auch die Göttin des Mutes und der Tapferkeit, die ein Mensch aufbringen muss, um sich auf die Reise zur Erkenntnis zu machen.

Ma Shailaputri; Künstler/Artist: unbekannt/unknown;
Ma Shailaputri; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya
  1. Shailaputri शैलपुत्री
    Der Name setzt sich aus den Wörtern “putri” (=Tochter) und “shail(a)” (=Berg) zusammen und bedeutet damit “Tochter des Berges”.
    Nach Ihrer Selbstverbrennung inkarnierte Sati, die über alles geliebte und verehrte Gattin Shivas als Tochter von Himavat, dem König des Himalayas. Sie wird daher auch Parvati genannt  und trägt als seine Tochter auch den Namen Himavati. Wie in Ihrer vorherigen Geburt heiratet Parvati nach einigen Hindernissen den Gott Shiva.
    Sheilaputri verkörpert die Macht von Brahma, Vishnu und Shiva und die Absolutheit von Mutter Natur. Sie ist die Personifikation der Erde und allem, was auf ihr existiert.Ihr wird das erste Chakra (Wurzel-oder Mulhadhara-Chakra, bei dem das Erwachen beginnt) und gilt als die Verkörperung von dessen Energie (= Shakti).
    Das hat damit auch zur Folge, dass das Mulhadhara-Chakra an diesem 1. Tag im Zentrum der sprituellen Praxis steht und Yogis sich auf dieses besonders konzentrieren, denn das Muladhara-Chakra gilt (wie auch der erste Tag selbst) als Anfangspunkt für ihre spirituelle Reise (hin zur Göttin).
    Shailaputri ist damit dieGöttin, die einen festen Grund schenkt und den Beginn der spirituellen Reise markiert.Als (vedischer) Planet ist Ihr der Mond zugeordnet. Er wird zu den positivsten gezählt,unter denen ein Mensch geboren werden kann, weil er Glück und Wohlstand verheißt.Ikonographie:
    Shailaputri wird auf Nandi (dem weißen Bullen Shivas) reitend dargestell. Sie ist zwei-armig und trägt in einer Hand einen Trishul (=Dreizack). Ihre andere ist entweder zum Segen erhoben oder hält einen rosafarbigen Lotus. Sie ist außerdem mit der Mondsichel geschmückt und trägt einen weißen oder hell-rosanen Sari.
  2. Brahmacharini ब्रह्मचारिणी
    Ma Brahmacharini; Künstler/Artist: unbekannt/unknown
    Ma Brahmacharini; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya

    Ihr Name stammt vermutlich von dem Wort “brahmacharin”, was soviel bedeutet wie “sich einem Keuschheitsgelübte zu unterziehen”, “sich jung und unverheiratet spirituellen Studien zu widmen”, “sich unverheiratet der spirituellen Praxis zu widmen”.
    Er wird auch übersetzt mit “Eine, die ihre Gedanken (in Meditation) stets auf das Absolute gerichtet hat” und “die sich strenger Askese unterzieht”.

    Nachdem Sati als Parvati inkarnierte, wurde Ihr von Narada Muni, einem Weisen geweissagt, dass Sie den nackten und schrecklichen “Bhole bappa” (1) heiraten werde, der bereits in Ihrer Inkarnation als Sati, der Tochter des Königs Daksha, an Ihrer Seite war. Doch um ihn zu gewinnen müsse Sie sich strenger Askese, yogischen Übungen und dem Studium der Schriften widmen.
    Parvati verkündete daraufhin Ihren Eltern, dass Sie niemand anderen als Shambho heiraten oder lieber unverheiratet bleiben würde, und zog sich dann zurück, um sich spirituellen Übungen zu widmen.
    Ihre weiteren Namen, die sich aus Ihrem Rückzug ergeben sind Tapascharini (“die, die sich religiöser Entsagung unterzieht”), Aparna (“die Entfernte”, “die Blattlose”)  und Uma (“die Strahlende”, “die Stille”).
    Es wird erzählt, dass Parvati 1000 Jahre  lang nichts anderes aß als Blüten und Früchte. Weitere 100 Jahre ernährte Sie sich dann ausschließlich von Blattgemüse und schlief auf dem kahlen Boden.
    Während die Zeiten verrannen, unterzog Sie sich immer stärkerer Askese. Während brennender Sommer, während stürmischen Regens und eisiger Winter hielt sie sich auf offenen Plätzen auf, und 3000 Jahre ernährte Sie sich nur von den Blättern des Bilva Baumes, während Sie zu Shiva betete.
    Später aß Sie auch keine Bilva-Blätter (darauf bezieht sich Ihr Name “Aparna”) mehr und nahm weder andere Speisen noch Wasser zum Trinken zu sich.

    Viele der heute von indischen Frauen durchgeführten Vrathas (2) gehen auf Brahmacharini zurück.
    Brahmacharini ist die Göttin, die auf dem Weg zur Erleuchtung Glückseligkeit und Freude schenkt und mit Mut, Kraft, Hingabe und Selbstvertrauen segnet.
    Sie ist die Personifikation der absoluten Wahrheit und des seligmachenden Wissens, das sich in der Erkenntnis des Brahman gründet.

    Ihr wird das zweite oder Svadhisthana/Sakral-Chakra zugeordenet, dem sich an diesem Tag die Yogis und andere Übende fokussieren, um ihrer Hingabe eine stabile Basis zu geben.

    In der vedischen Astrologie ist Ihr der Planet Mars zugeordnet.

    Ikonogaphie:
    Brahmacharini wird mit einer Rudraksha-Mala (2) in der einen und einem Wassergefäß in der anderen dargestellt, barfuß gehend und in einen weißen Sari gekleidet.

  3. Chandraghanta चंद्रघंटा
    Sie ist die mit Shiva verheiratete Parvati, die nach Ihrer Hochzeit damit begann, den Halbmond an ihrer Stirn zu tragen.
    Als Chandraghanta ist Sie eine eher friedvolle und auf das Wohlergehen Ihrer Verehrer ausgerichtete Göttin, die allerdings auch jederzeit dazu bereit ist, in den Krieg zu ziehen.
    SieverleihtKraftundMutdabei,sichseinen (inneren)Dämonen zustellenundgegen sie zukämpfen.

    Ma Chandraghanta; Künstler/Artist: unbekannt/unknown
    Ma Chandraghanta; Künstler/Artist: unbekannt/unknown; Quelle: Dharma Vidya

    Wenn Chandraghanta zornig wird, so wird gesagt, ertönt Ihre Mond-Glocke durch alle Welten und lässt sowohl Dämonen als auch alle Götter und Göttinnen erzittern.

    Ihr ist das Manipurna-Chakra (3. Chakra) zugeordnet (=Solarplexus).
    Der Ihr nach der vedischen Astrologie zugeordnete Planet ist die Venus.

    Ikonographie:
    Sie wird auf einem Tiger, manchmal auch auf einem Löwen reitend dargestellt. In Ihren acht Händen trägt sie allerlei Waffen, mit denen Sie jederzeit in den Krieg gegen Dämonen zu kämpfen und den Göttlichen oder/und den Menschen zur Hilfe zu eilen. Ihre beiden anderen Hände hat Sie in der Geste der Furchtlosigkeit und des Segens erhoben.
    Ihre Stirn wird von einem Halbmond geziert und sie ist in einen roten Sari gekleidet.

 

Ende Teil 3
Siat


1- Ein Name Shivas
2-Ein Mala (Gebetskette) aus den Samen des Rudraksha-Baumes, einer Platanen-Art. Rudraksha-Samen sind Shiva heilig.