Eindrücke von unserem Litha-Ritual

Es war ein wunderbares Fest.
Auch wenn die Temperaturen etwas zu wünschen übrig ließen (die Schafskälte war noch nicht vorüber), so verbrachten wir doch ein wundervolles Wochenende und einen tollen Ritual-Tag.
Aus terminlichen Gründen hatten wir unsere Feier auf den Sonnabend vor der eigentlichen Sonnenwende gelegt.
Ich wagte dieses Mal ein kleines Experiment, und hatte für diesen Tag drei Rituale geplant:

  1. Ein Morgenritual  zum Sonnenaufgang, um den Sommerkönig und die Sonnenkönigin zu begrüßen, und ein Reinigungsritual, um uns von den Dingen der vergangenen Jahreshälfte frei zu machen, die uns belasten und uns nicht mehr dienlich sind.
  2. Ein Mittagritual zum Sonnenhöchststand, um einerseits die Hoch-Zeit, die Kraft und Stärke des Sommerkönigs und des Jahres, aber auch die Fruchtbarkeit des Landes, das Reifen der Früchte und somit die Sommerkönig zu feiern.
    Verbunden wurde dies mit einem Dankesritual und dem Weben unserer Träume, Wünsche und Hoffungen für das kommende Jahr in einen Kranz, der dann dem Sonnwendfeuer übergeben wurde.
  3. Ein Abendritual zum Sonnenuntergang, um den Sommerkönig und die Sommerkönigin zu verabschieden, und den König und die Königin der dunklen Zeit Willkommen zu heißen.

Für unser Morgenritual standen wir entsprechen früh auf. Da der Sonnenaufgang um 05:05 Uhr stattfinden sollte, klingelte der Wecke entsprechend zeitig, schließlich mussten ja auch noch die ganzen Vorbereitungen (Utensilien zur Ritualstelle bringen, Altar aufbauen etc. pp.) getroffen werden.
Nachdem wir, bis auf einen Teilnehmer, alle auf unserem Grundstück übernachtet hatten, ging das glücklicher Weise alles züging und problemlos voran, so das wir fast pünktlich zum Sonnenaufgang mit dem Ritual beginnen konnten.

Ich war entsprechend aufgeregt, weil ich in dieser Form selbst noch keine Rituale durchgeführt hatte…
Bevor das eigentliche Ritual begann, begleiteten wir den Aufgang der Sonne mit zwei Chants.
Anschließend begann das Ritual mit unserer üblichen Kreis-Anrufung, Erden und Zentrieren, was mir mit einem Chant (“We are a circle”) festigten.
Danach folgten ein paar einleitenden Worte, um uns auf sowohl auf diesen Tag als auch auf das Ritual entsprechend einzustimmen.
Da wir ein buntgemischter Haufen verschiedener Wege sind, die wir alle unterschiedliche Gottheiten haben, die uns begleiten, die wir aber gern zu solchen Gelegenheiten “dabei” haben, luden wir diese wie jedes Mal mit einem Klangteppich ein.
Dann begrüßten wir den Sommerkönig und Seine Königin mit einem Ritual, in dem wir Ihnen Wasser, Räucherung, Licht/Feuer und Speisen boten.
Im Anschluss wurden die Teilnehmer mit diesen Elementen gereinigt und gesegnet.

Den Abschluss des Morgenrituals bildete eine kurze Meditation über unser eigenes Inneres Feuer, darüber, was es braucht, um in uns zu brennen, und damit auch eine Reflexion über unsere Momentane Situation und was für uns vielleicht nötig sein könnte zu verändern, damit wir in der kommenden Jahreshälfte unser Feuer lodern lassen können.
Beenden taten wir das Ritual dann mit dem Chant “By the earth that is Her body”.

Anschließend frühstückte der eine Teil, der andere legte sich noch mal ein wenig aufs Ohr, um das Schlafdefizit etwas aufzufüllen *g*.
Ich war dazu erst mal viel zu aufgedreht. *lach*
Als es langsam Richtung Mittag zu ging, errichtete StarFire so langsam unser Sonnenwendfeuer, während wir andere Blumen und Kräuter für das Schmücken unseres Altares, als Opfergabe für das Feuer und für das Winden des Sonnenkranzes sammelten.
Ich muss gestehen, dass es für mich auch das erste Mal war, dass ich mich an das “Winden” eines solchen gewagt habe.
Aber es ging doch etwas einfacher, als ich befürchtet hatte. 😉
Während es zu unserem morgentlichen Ritual noch sehr kalt und

Litha-Altar © Siat&StarFire

bewölkt gewesen war, kam die Sonne zur Mittagszeit heraus, so dass wir, als wir mit dem Mittagsritual zum Höchststand der Sonne (13:16 Uhr) begannen, in der prallen Sonne doch etwas schwitzen. 😉

 

Da wir am Morgen die gerufenen Götter, Göttinnen und Wächter nicht wieder entlassen hatten, sondern Sie gebeten hatten, diesen Tag bei uns zu verweilen, gestaltete sich das Errichten des Kreises ein wenig anders, als zuvor.
Wir erdeten und zentrierten uns wieder, und es gab wieder einige einleitende Worte von mir zu diesem Ritual.

Zeit des Dankes  ©Siat&StarFire

Danach wurde unser Sonnenkranz im Kreis herum gereicht, und jede/r konnte (laut oder leise) Dank aussprechen für Dinge des vergangenen Jahres.
In einer zweiten Runde schmückten wir dann den Kranz mit Bändern, die wir mit Wünschen und Hoffnungen für die nun heranbrechende Jahreshälfte geladen hatten.
Dann wurde unser Feuer entzündet. Bevor wir den Sonnenkranz dem Feuer übergaben, wurde das Feuer noch gesegnet und den Feuergeistern eine kleine Blumengabe übergeben.

Wunschbänder ©Siat&StarFire

Das Brennen des Feuers und des Kranzes begleiteten wir dann mit dem Lied “Spirits of the fire”, bis das Feuer soweit herunter gebrannt war, dass wir uns an unsere Feuersprünge wagen konnten. 😉
Da unser Boden sehr uneben, und unsere Feuerstelle im Garten mit Ziegeln eingefasst ist, hatten wir uns dazu entschlossen, das Feuerchen

Sonnwendfeuer ©SiatStarFire

nicht ganz so hoch zu schüren, und auch für den Feuersprung so weiter herunter brenne zu lassen, dass niemand eine Verletzung befürchten musste.
Nach unseren Feuersprüngen sangen wir zusammen noch das Lied “Hoch lodert das Feuer der Wende” (vom Verein “Das Dorf e.V.”)

Dann war der Zeitpunkt für Erdbeerkuchen und Met miteinander zu teilen, und Toasts auszusprechen, auf uns, auf die Göttlichen, die uns leiten, unsere Freunde, Familien usw.

Toast auf die Freundschaft
©Siat&StarFire

Im Anschluss daran öffneten wir unseren Kreis dann erst einmal wieder, und wanden uns der weiteren Feier zu.
Dh. dann erst Mal: Grillen und Spaß haben.
Wobei einige von uns (mich eingeschlossen) nach dem Grillen dann schließlich doch die Müdigkeit übermannte, und der Körper dann doch seinen Tribut vorderte.

Litha-Altar zum Abend ©Siat&StarFire

Die Vorbereitungen für unser abendliches Verabschiedungsritual begannen wir gegen 19/ 19:30 Uhr.
Es schien noch reichlich früh zu sein, doch als wir dann unser Ritual beendet hatten, hatte die Dämmerung bereits begonnen. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sich die Zeit anders zu drehen scheint, wenn man im Kreis ist. *lach*

Das Ritual folgte einem ähnlichen Ablauf, wie das Mittagsritual, wobei in diesem Ritual die Göttin, in deren Schoß schließlich der Sommerkönig zurückkehrt, aber auch das Element Wasser eine

Wasser-Invocation ©Siat&StarFire

größere Rolle spielte (während das Mittagsritual sehr Feuer-zentriert gewesen war).
In ein Gefäß, das mit Wasser gefüllt war, wurden der Segen aller heiligen Flüsse und Quellen, deren Name bekannt und unbekannt sind, invoziert. Im Anschluss daran konnte jeder noch die Gelegenheit wahr nehmen, auf Kieselsteine ein Wort oder Symbol, das etwas repräsentierte, was sich in der kommenden Jahreshälfte manifestieren soll, zu malen oder zu schreiben.
Diese Kieselsteine wurden dann auf Tabletts verteilt, die wir vor dem Altar auf eine grüne Tischdecke mit blauem Tischläufer (Ost-West-Ausrichtung) gelegt hatten, und auf denen Teelichter standen. Dies sollte die Wasser

©Siat&StarFire

repräsentieren, die die Sonne bis zu ihrem Untergang im Westen passieren wird, ebenso wie die Wasser, in die der Sommerkönig zurückkehrt, um aus ihnen wieder geboren zu werden.
Im Anschluss daran wurde das Wasser aus dem Gefäß auf die Tabletts gegossen, und jeder der anwesenden entzündete drei Kerzen.
Als letzter Teil des Rituals wurde ein weiteres Feuer entzündet, das vorher gesegnet wurde, und mit dem wir den Sonnenkönig und Seine Gefährtin verabschiedeten, und dessen Feuer sowohl Ihn auf Seinem als auch uns auf unseren Weg leuchten soll.

©Siat&StarFire

Den Abschluss bildeteten dann wieder das Teilen von Kuchen (naja, ok, in unserem Fall waren es jetzt große Erdbeeren 😀 ) und Wein, und unsere Toast- bzw. Dankesrunde.
Bevor wir den Kreis schließlich öffneten, und die Göttlichen sowie die Wächter entließen, sangen wir schließlich noch das Lied “Ein schöner Tag” von Lena Valaitis.

©Siat&StarFire

Es war für mich ein wundervoller Tag, aus dem ich auf vielerlei Weise so einiges mitnehmen konnte.
Und so ein Tag, der ganz im Zeichen der Sonne und ihrem Verlauf (sowohl am Tag, als auch bezüglich des Jahreslaufs) stand, zu verbringen, diese ganz bewusst wahrzunehmen und zu erleben, war sehr spannend und wirklich schön.
Ich denke, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich solches planen und durchführen werde. 😉
Und es hat mich natürlich auch sehr gefreut, dass unseren Freunden und Freundinnen dieser “Ritualtag” ebenfalls gefallen hat.

 

Siat

Weg des Lichts ©Siat&StarFire

 

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