Archiv der Kategorie: Der Jahreskreis

Eindrücke von unserem Litha-Ritual

Es war ein wunderbares Fest.
Auch wenn die Temperaturen etwas zu wünschen übrig ließen (die Schafskälte war noch nicht vorüber), so verbrachten wir doch ein wundervolles Wochenende und einen tollen Ritual-Tag.
Aus terminlichen Gründen hatten wir unsere Feier auf den Sonnabend vor der eigentlichen Sonnenwende gelegt.
Ich wagte dieses Mal ein kleines Experiment, und hatte für diesen Tag drei Rituale geplant:

  1. Ein Morgenritual  zum Sonnenaufgang, um den Sommerkönig und die Sonnenkönigin zu begrüßen, und ein Reinigungsritual, um uns von den Dingen der vergangenen Jahreshälfte frei zu machen, die uns belasten und uns nicht mehr dienlich sind.
  2. Ein Mittagritual zum Sonnenhöchststand, um einerseits die Hoch-Zeit, die Kraft und Stärke des Sommerkönigs und des Jahres, aber auch die Fruchtbarkeit des Landes, das Reifen der Früchte und somit die Sommerkönig zu feiern.
    Verbunden wurde dies mit einem Dankesritual und dem Weben unserer Träume, Wünsche und Hoffungen für das kommende Jahr in einen Kranz, der dann dem Sonnwendfeuer übergeben wurde.
  3. Ein Abendritual zum Sonnenuntergang, um den Sommerkönig und die Sommerkönigin zu verabschieden, und den König und die Königin der dunklen Zeit Willkommen zu heißen.

Für unser Morgenritual standen wir entsprechen früh auf. Da der Sonnenaufgang um 05:05 Uhr stattfinden sollte, klingelte der Wecke entsprechend zeitig, schließlich mussten ja auch noch die ganzen Vorbereitungen (Utensilien zur Ritualstelle bringen, Altar aufbauen etc. pp.) getroffen werden.
Nachdem wir, bis auf einen Teilnehmer, alle auf unserem Grundstück übernachtet hatten, ging das glücklicher Weise alles züging und problemlos voran, so das wir fast pünktlich zum Sonnenaufgang mit dem Ritual beginnen konnten.

Ich war entsprechend aufgeregt, weil ich in dieser Form selbst noch keine Rituale durchgeführt hatte…
Bevor das eigentliche Ritual begann, begleiteten wir den Aufgang der Sonne mit zwei Chants.
Anschließend begann das Ritual mit unserer üblichen Kreis-Anrufung, Erden und Zentrieren, was mir mit einem Chant (“We are a circle”) festigten.
Danach folgten ein paar einleitenden Worte, um uns auf sowohl auf diesen Tag als auch auf das Ritual entsprechend einzustimmen.
Da wir ein buntgemischter Haufen verschiedener Wege sind, die wir alle unterschiedliche Gottheiten haben, die uns begleiten, die wir aber gern zu solchen Gelegenheiten “dabei” haben, luden wir diese wie jedes Mal mit einem Klangteppich ein.
Dann begrüßten wir den Sommerkönig und Seine Königin mit einem Ritual, in dem wir Ihnen Wasser, Räucherung, Licht/Feuer und Speisen boten.
Im Anschluss wurden die Teilnehmer mit diesen Elementen gereinigt und gesegnet.

Den Abschluss des Morgenrituals bildete eine kurze Meditation über unser eigenes Inneres Feuer, darüber, was es braucht, um in uns zu brennen, und damit auch eine Reflexion über unsere Momentane Situation und was für uns vielleicht nötig sein könnte zu verändern, damit wir in der kommenden Jahreshälfte unser Feuer lodern lassen können.
Beenden taten wir das Ritual dann mit dem Chant “By the earth that is Her body”.

Anschließend frühstückte der eine Teil, der andere legte sich noch mal ein wenig aufs Ohr, um das Schlafdefizit etwas aufzufüllen *g*.
Ich war dazu erst mal viel zu aufgedreht. *lach*
Als es langsam Richtung Mittag zu ging, errichtete StarFire so langsam unser Sonnenwendfeuer, während wir andere Blumen und Kräuter für das Schmücken unseres Altares, als Opfergabe für das Feuer und für das Winden des Sonnenkranzes sammelten.
Ich muss gestehen, dass es für mich auch das erste Mal war, dass ich mich an das “Winden” eines solchen gewagt habe.
Aber es ging doch etwas einfacher, als ich befürchtet hatte. 😉
Während es zu unserem morgentlichen Ritual noch sehr kalt und

Litha-Altar © Siat&StarFire

bewölkt gewesen war, kam die Sonne zur Mittagszeit heraus, so dass wir, als wir mit dem Mittagsritual zum Höchststand der Sonne (13:16 Uhr) begannen, in der prallen Sonne doch etwas schwitzen. 😉

 

Da wir am Morgen die gerufenen Götter, Göttinnen und Wächter nicht wieder entlassen hatten, sondern Sie gebeten hatten, diesen Tag bei uns zu verweilen, gestaltete sich das Errichten des Kreises ein wenig anders, als zuvor.
Wir erdeten und zentrierten uns wieder, und es gab wieder einige einleitende Worte von mir zu diesem Ritual.

Zeit des Dankes  ©Siat&StarFire

Danach wurde unser Sonnenkranz im Kreis herum gereicht, und jede/r konnte (laut oder leise) Dank aussprechen für Dinge des vergangenen Jahres.
In einer zweiten Runde schmückten wir dann den Kranz mit Bändern, die wir mit Wünschen und Hoffnungen für die nun heranbrechende Jahreshälfte geladen hatten.
Dann wurde unser Feuer entzündet. Bevor wir den Sonnenkranz dem Feuer übergaben, wurde das Feuer noch gesegnet und den Feuergeistern eine kleine Blumengabe übergeben.

Wunschbänder ©Siat&StarFire

Das Brennen des Feuers und des Kranzes begleiteten wir dann mit dem Lied “Spirits of the fire”, bis das Feuer soweit herunter gebrannt war, dass wir uns an unsere Feuersprünge wagen konnten. 😉
Da unser Boden sehr uneben, und unsere Feuerstelle im Garten mit Ziegeln eingefasst ist, hatten wir uns dazu entschlossen, das Feuerchen

Sonnwendfeuer ©SiatStarFire

nicht ganz so hoch zu schüren, und auch für den Feuersprung so weiter herunter brenne zu lassen, dass niemand eine Verletzung befürchten musste.
Nach unseren Feuersprüngen sangen wir zusammen noch das Lied “Hoch lodert das Feuer der Wende” (vom Verein “Das Dorf e.V.”)

Dann war der Zeitpunkt für Erdbeerkuchen und Met miteinander zu teilen, und Toasts auszusprechen, auf uns, auf die Göttlichen, die uns leiten, unsere Freunde, Familien usw.

Toast auf die Freundschaft
©Siat&StarFire

Im Anschluss daran öffneten wir unseren Kreis dann erst einmal wieder, und wanden uns der weiteren Feier zu.
Dh. dann erst Mal: Grillen und Spaß haben.
Wobei einige von uns (mich eingeschlossen) nach dem Grillen dann schließlich doch die Müdigkeit übermannte, und der Körper dann doch seinen Tribut vorderte.

Litha-Altar zum Abend ©Siat&StarFire

Die Vorbereitungen für unser abendliches Verabschiedungsritual begannen wir gegen 19/ 19:30 Uhr.
Es schien noch reichlich früh zu sein, doch als wir dann unser Ritual beendet hatten, hatte die Dämmerung bereits begonnen. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sich die Zeit anders zu drehen scheint, wenn man im Kreis ist. *lach*

Das Ritual folgte einem ähnlichen Ablauf, wie das Mittagsritual, wobei in diesem Ritual die Göttin, in deren Schoß schließlich der Sommerkönig zurückkehrt, aber auch das Element Wasser eine

Wasser-Invocation ©Siat&StarFire

größere Rolle spielte (während das Mittagsritual sehr Feuer-zentriert gewesen war).
In ein Gefäß, das mit Wasser gefüllt war, wurden der Segen aller heiligen Flüsse und Quellen, deren Name bekannt und unbekannt sind, invoziert. Im Anschluss daran konnte jeder noch die Gelegenheit wahr nehmen, auf Kieselsteine ein Wort oder Symbol, das etwas repräsentierte, was sich in der kommenden Jahreshälfte manifestieren soll, zu malen oder zu schreiben.
Diese Kieselsteine wurden dann auf Tabletts verteilt, die wir vor dem Altar auf eine grüne Tischdecke mit blauem Tischläufer (Ost-West-Ausrichtung) gelegt hatten, und auf denen Teelichter standen. Dies sollte die Wasser

©Siat&StarFire

repräsentieren, die die Sonne bis zu ihrem Untergang im Westen passieren wird, ebenso wie die Wasser, in die der Sommerkönig zurückkehrt, um aus ihnen wieder geboren zu werden.
Im Anschluss daran wurde das Wasser aus dem Gefäß auf die Tabletts gegossen, und jeder der anwesenden entzündete drei Kerzen.
Als letzter Teil des Rituals wurde ein weiteres Feuer entzündet, das vorher gesegnet wurde, und mit dem wir den Sonnenkönig und Seine Gefährtin verabschiedeten, und dessen Feuer sowohl Ihn auf Seinem als auch uns auf unseren Weg leuchten soll.

©Siat&StarFire

Den Abschluss bildeteten dann wieder das Teilen von Kuchen (naja, ok, in unserem Fall waren es jetzt große Erdbeeren 😀 ) und Wein, und unsere Toast- bzw. Dankesrunde.
Bevor wir den Kreis schließlich öffneten, und die Göttlichen sowie die Wächter entließen, sangen wir schließlich noch das Lied “Ein schöner Tag” von Lena Valaitis.

©Siat&StarFire

Es war für mich ein wundervoller Tag, aus dem ich auf vielerlei Weise so einiges mitnehmen konnte.
Und so ein Tag, der ganz im Zeichen der Sonne und ihrem Verlauf (sowohl am Tag, als auch bezüglich des Jahreslaufs) stand, zu verbringen, diese ganz bewusst wahrzunehmen und zu erleben, war sehr spannend und wirklich schön.
Ich denke, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich solches planen und durchführen werde. 😉
Und es hat mich natürlich auch sehr gefreut, dass unseren Freunden und Freundinnen dieser “Ritualtag” ebenfalls gefallen hat.

 

Siat

Weg des Lichts ©Siat&StarFire

 

Vasant Panchami, Sarasvati Ma und der Frühlingsbeginn

Ja, auch Indien (vor allen Dingen der Norden), und damit das Sanatana Dharma, kennt Frühlingsfeste.

Dazu gehören neben dem (Magha) Gupta-Navratri die Festivitäten zu Vasant Panchmi, und einige Tage später das bunte Fest der Farben, Holi.
Über Navratri, die neun Heiligen Nächte der Großen Göttin, habe ich bereits eine kleine Artikelreihe geschrieben, die Ihr HIER findet.
Heute möchte ich Euch vor allen Dingen, das Sarasvati-Puja vorstellen.

Name und Zeitpunkt
Vasant/Basant = Frühling
Panchami = 5. Tag nach Neumond
In diesem Jahr fiel dieser Tag auf den

Vasant- oder Basant-Panchami ist ein Fest, das, wie sein Name bereits sagt, am 5. Tag nach Neumond im Frühlingsmonat Magha (Januar/Februar des gregorianischen Kalenders) gefeiert wird.
Es ist das etwas „kleinere“ der beiden Frühlingsfeste, zu denen noch das Holi-Fest gehört.
Während Holi praktisch den Höhepunkt des (/der) Frühling(sfestivitäten) darstellt, so läutet Vasant Panchami die Zeit des Frühlings ein, in der die Vorbereitungen für die Festivitäten zu Holi langsam getroffen werden.
In manchen Teilen Indiens wird allerdings auch schon mit einigen diesbezüglichen Ritualen die segensreiche Zeit von Holi eingeläutet, in dem Priester z.B. mit gefärbten Wasser oder Pulver die Verehrer der Göttin Sarasvati besprengen.

Andere Namen: Shri Panchami, Sarasvati Jayanti, Sarasvati-Puja

 

Die Göttin Sarasvati-Eine Kurzvorstellung
Sarasvati Ma ist die Göttin der Weisheit, des Wissens, des Lernens, aber auch der Künste, der Poesie und Literatur, der Musik und des Gesanges, der Schrift und der Sprache.

Sie ist diejenige, die uns Menschen mit dem Reichtum von Weisheit und Erkenntnis segnet, und uns die Kreativität schenkt, mit der wir uns in Kunst, Musik und Poesie Ausdruck verleihen können.
Sie ist die Weiße Göttin, die auf einem weißen Schwan (Hamsa) reitet, der ebenso ein Symbol der Erkenntnis der Höchsten Wahrheit und/oder Realität, der Unterscheidung von „Gut“ und „Böse“, als auch des vollkommenen Wissens ist.
Neben dem Schwan ist häufig auch der Pfau Ihr Begleiter, der Stolz, Arroganz und die Einbildung auf die eigene äußere Schönheit symbolisiert, die durch Erkenntnis der wahren Natur der Dinge (=Brahman) überwunden werden.
Ihre Farbe ist das Weiß, das sowohl Reinheit, als auch Vollkommenheit (der Weisheit und des Wissens) und die vollkommene Erkenntnis und Realisation des Brahman (dh. ganz grob und kurz gesagt: der unveränderlichen, transzendenten, unendlichen und immanenten Realität, die der Ursprung aller Dinge und allen Seins ist).
Sarasvati Ma wird häufig vierarmig dargestellt, wobei Sie in zwei Händen die Vina (ein indisches Musikinstrument) und in den anderen beiden ein Buch (=Veden, linke untere Hand) und eine Mala (Gebetskette, rechte obere Hand) hält.
In den meisten Darstellungen von Ihr wird Sie neben oder in einem Gewässer dargestellt, was zum einen aus Ihrer Verbindung mit Ihrem Heiligen Fluss, der Ihren Namen trägt, zu erklären ist, zum anderen auch daraus, dass Sarasvati Ma auch eine Göttin der Fruchtbarkeit und der Fülle ist.
Sie ist Shakti von Brahma, dem Gott der Schöpfung, und gilt als „Mutter der Veden“.

Eine Form von Ihr ist Maha-Sarasvati (Höchste/Große Sarasvati), die achtarmig dargestellt wird und als eine der Formen Maha-Devis (der Großen Göttin) in Ihrer Drei-Gestalt (Tri-Murti) Maha-Kali, Maha-Lakshmi und Maha-Sarasvati gilt.
Sarasvati Jayanti und Sarasvati-Puja
An Vasant Panchami feiern wir den Geburtstag der Göttin.

Da Weiß als Lieblingsfarbe der Göttin betrachtet wird, werden Ihr vor allen Dinge in dieser Farbe dargebracht: Weiße Kleidung/Stoffe, weiße Blumen sowie Speisen und Getränke in weißer Farbe.
Aber auch Dinge in gelber Farbe (vor allem Blumen) werden Ihr dargebracht, da sie im Zusammenhang mit der Senf- und der Ringelblumenblüte stehen, die zu dieser Zeit in Teilen Indiens (v.a. Nordindien) in voller Pracht zu sehen ist und die Ankunft des Frühlings verkünden.

An diesem Tag finden im ganzen Land sowohl Zuhause als auch öffentlich große Feierlichkeiten statt.
Vor allen Dingen StudentInnen, SchülerInnen, Personen in Lehr-oder Ausbildungsberufen, aber auch Poeten, Schriftsteller, Sänger, Musiker, Wissenschaftler usw. ehren die Göttin an diesem Tag, und viele Schulen und Universitäten organisieren zu dieser Zeit eine Puja (ein Ritual).

Vasant Panchami und Sarasvati Jayanti gelten als besonders wichtige und segensreiche Zeit, um Kinder rituell auf die Schulzeit und auf das Lernen vorzubereiten, bzw. in einem Ritual den Segen der Göttin für den Beginn der Schulzeit, für Studium, Prüfungen usw. zu erbitten.
Akshar-Abhyasam oder Vidya-Arambham/Prasana ist das wohl bekannteste Ritual von Vasant Panchami, in dem Kinder das Schreiben ihres ersten Buchstabens gelehrt wird, und das ihren Eintritt in das Schulkinder-Alter markiert.
Traditionen
Sarasvati Jayanti ist voll von (regional) unterschiedlichen Traditionen und Bräuchen.
Gemein sind jedoch die Pujas, in denen die Göttin angerufen und verehrt wird.
Dabei finden sich auf dem Altar meistens auch Schulbücher, Musikinstrumente, Schreib- oder Künstlergeräte, oder auch Konto-Bücher usw., die während der Puja gesegnet werden.
Es ist ebenso üblich, an diesem Tag weder zu Lernen noch zu Lehren.

In manchen Teilen Indiens gehört das Drachen-Steigen-Lassen dazu, das mit viel Freude und Enthusiasmus sowohl von Männern als auch Frauen zelebriert wird.
Viele Menschen tragen an diesem Tag vorzugsweise weiße oder gelbe Kleidung die mit den Farben des Frühlings korrespondiert.

In manchen Teilen Indiens wird am Abend von Vasant Panchami (oder auch erst am Abend des dritten Tages) das Bildnis Sarasvatis verabschiedet, in dem es fließendem Wasser übergeben wird (z.B. Bengalen).

© Siat

Brighid-Göttin der drei Feuer von Ishtar

Die keltische Göttin Brighid gehört vielleicht zu den ältesten Göttinnen Europas, die (teilweise zwar unter christlichem Mantel) ungebrochen bis heute verehrt wurde. Viele ihrer Wurzeln greifen zurück auf die Mythologie der Steinzeit und Eisenzeit. Sie wurde unter vielen Namen bekannt und ihre Verehrung findet sich nicht nur Irland und Nordengland, sondern auch auf dem Festland.

Namen unter denen Brighid bekannt ist:
Brigit, Brigid, Bhride, Brid, Bride [Bruiid oder Braidi ausgesprochen], Briga, Brigantia, Bridget, Brigindo, Brittania, Briginda, Brigdu.

Titel – Namenszugaben

  • Brighid-nam-Bratta(Brighid des Umhangs)
  • Brighid-Muirghin-na-tuinne(Brighid der Empfängnis der Wellen)
  • Brighid-sluagh(Brighid der unsterblichen Gastgeber)
  • Brighid-nan-sitheachseang(Brighid des dünnen Feen-volks)
  • Brighid des Volks der Grünen Umhänge
  • Brighid der Harfe, der Trauernden, der Prophezeihung, der reinen Liebe
  • Breo-Saighit, die Flamme von Irland, Feuriger Pfeil
  • Ihr Name bedeutet „Hoheit“ oder „Erhabenheit“.

Schirmherrin
Auf der Druidisch-Adligen Ebene:
Brighid Göttin der Heiler, Poeten und Inspiration und Schmiede,Patronin der Kriegskunst (oder Briga).

Auf der Bäuerlichen Ebene:
Feuer des Herdes, Herrin der Fruchtbarkeit, Landwirtschaft, Geburt, Ernten, Schutz der Kinder (Es heißt, dass Brighid sich über jede Wiege lehnt) und bei der Geburt, Trauer. Große Muttergöttin.

Mysterienebene:
Herrin des Göttlichen Feuers, Vermittlerin zwischen Himmel und Erde, Göttin der Initiation.

Angerufen für:
Trauer, Fruchtbarkeit, kreative Inspiration, Heilung, Geburt, aller Formen von Feuer oder Wassermagie, Schutz des Landes, für die Künste und das Handwerk, Hüterin der Kinder. Manchen Quellen zufolge wurde sie auch als Kriegsgöttin angerufen, Divination, Schamanismus.

Feiertag:
31.Januar – 1. Februar (Imbolc, auch bekannt als Brigid’s Day, Oimelc, Candlemass, Lichtmess). Imbolc ist eines der vier keltischen Feste die aus Quellen namentlich belegt sind.

Es wird als ein Fest der Milch und der jungen Lämmer gefeiert. Die christliche Kirche übernahm es als Fest wenn Maria die Verunreinigung der Geburt überstanden hat (Nach Biblischer Überlieferung ist eine Frau nach der Geburt eines Mädchens für 80 und bei einem Jungen für 40 Tage unrein) und als Gedenktag an die Heilige Brigit.

Korrespondenzen:
Feuer, Brombeer (Brombeerwein ist ihr heilig), Quellen, Milch, Schilde, Lämmer, das Herz,  das Herdfeuer

Tarotkarten:
die Königin, die Kraft

Farben:
Rot, weiß

Ein Altar ihr zu ehren sollte immer eine brennende Flamme haben, wenn nicht sogar ein „ewiges Licht“.

Ihr symbol ist das Brighid-Kreuz. Traditionell aus Stroh oder Binsen gefertigt. Man hing es im Haus oder über der Haustür zum Schutz auf.

 

Brighid’s Mantel wird ebenso viel Bedeutung zugeteilt.

Speer und Pfeil sind ihr ebenfalls heilig

Tiere:
Kühe (Brigid besaß zwei Kühe), Schafe, Lämmer (zum fest Imbolg gehörend). Manchen Quellen zufolge Besaß sie auch einen Eber und einen Widder.

Mythologie
Brighid und die Tuatha De Danann

Die irische Göttin Brighid gehört zu den ältesten Gottheiten der irischen Mythologie und ist auch in Schottland und England zu finden. In einem mittelalterlichen Manuskript heißt es, sie sei aus der „Zeit des Deluge“

Brighidwar ein Mitglied der Tuatha De Danann, dem Volk der Göttin Danu, die als sehr gebildet und in so manchen Künsten bewandert galten. Es heißt, sie erreichten Irland nicht wie alle anderen Invasoren mit einem Schiff, sondern sie kamen aus dem Nebel heraus. Hier ist sie die Tochter des Dagdas, der als Patrone der Druiden gilt. Brighid soll eine Dichterin der Tuatha De Danann gewesen sein, anderen Quellen zufolge hatte sie noch zwei weitere Schwestern, manchmal tragen diese den gleichen Namen, eine soll Heilerin, die andere Schmiedin gewesen sein. Allerdings gibt es auch Hinweise auf sie als eine Göttin vor der Zeit der Tuatha De Danann.

Dazu zählt, dass ihr Name unter anderem „Die Erhabene“ heißt, was auch der gleiche Name der Eriu ist, eines der drei Herrinnen zu denen Amergin, ein Sohn Mileds, reiste, um die Erlaubnis zur Eroberung Irlands zu erhalten. Eriu war auch ein anderer Name Irlands, was diese Göttin zur Hoheitsgewalt und das Land an sich macht.

Brighid und Bres
In einem Mythos ist Brighid mit Bres verheiratet. Er ist halb-Fomorianer und Herrscher der Kinder von Danu. Während der zweiten Schlacht des Magh Tuireadh zwischen den Tuatha De Danann und den Fomoren verwundete Brighids Sohn Ruadan den Schmiedegott Giobhnui und wird anschließend im Kampf getötet. Brighid ging selbst auf das Kriegsfeld und beklagte ihren Sohn. Es heißt, sie sei die erste gewesen, welche über den Tod eines geliebten Menschen wehklagte (caoine). So wurde sie zur Trösterin aller Trauernden. In Irland war es noch lange Brauch Frauen anzuheuern, die am Grabe wehklagten. Dieser Brauch wurde auch in Griechenland und Ägypten gepflegt und reicht sogar nach Mesopotamien zurück.

Brighid und Cailleach – eine Jahreszeitliche Verbindung
Im Mythos von Brighid und Cailleach finden wir auch Hinweise auf Brighid als Jahreszeitliche Göttin. Die große Ähnlichkeit ihres Namens, mit dem Wort für Braut sollte ebenfalls nicht von der Hand gewiesen werden. Sie könnte den Frühlings und Sommeraspekt des Landes darstellen. In der ersten Sage reist die Cailleach, die alte Frau des Winters zu einer Insel, wo der Brunnen der Jugend liegt. Wenn die Morgensonne aufgeht trinkt sie das Wasser und verwandelt sich in Bride, die Jungfrau. Hier können wir einen Ursprung der Wiccamythologie sehen, wo sich die Göttin zu Imbolc selbst wieder erneuert und verjüngt.

In der zweiten Sage wird Bride von der Cailleach in einem Berg gefangen gehalten. Es ist Cailleach’s eigener Sohn der sich in die leuchtende Bride verliebt und sie aus der Gefangenschaft befreit. Wütend verfolgte Cailleach das junge Paar mit einem Sturm und wird schließlich zu Stein.

Brighid und das heilige Feuer
Den Hauptaspekt der Brighid bildet das Feuer.

  • Feuer der Inspiration und Divination
  • Feuer der Heilung und der Fruchtbarkeit
  • Feuer der Schmiede und des Handwerks

Brighid wurde zu Sonnenaufgang geboren und es heißt, ihr Haus erschien wie von Flammen umgeben. Bei ihrer Geburt erschien eine Flammensäule über ihren Kopf, die bis in den Himmel reichte. Diese Verbindung zwischen Himmel und Erde ist sehr interessant und bringt uns Bride als Vermittlerin und Verbinderin näher. Sie steht so mit der Heiligen Flamme der Initiation und Erleuchtung zusammen. Kein wunder, dass Imbolc oft als Datum für Initiationen genommen wird. Die Assoziation mit dem Sonnenaufgang ihrer Geburt hat ebenfalls sehr viel Symbolik. So wird Brighid auch mit der Sonne in Verbindung gebracht, was wieder zu ihrem Jahreszeitlichen Aspekt als Frühlings – Sommergöttin passt.

Herrin des Ewigen Feuers
Das ewige Feuer am Himmel ist die Sonne, deren irdisches Symbol das Feuer ist. Bereits ihre Geburt weist darauf hin, dass Brighid als Erdgöttin das Ewige Feuer der Sonne auf die Erde bringt. In ihrem Heiligtum auf Kildare wurde ein ewiges Feuer gehütet, ähnlich wie für die Vesta in Rom. Auch das Herdfeuer im Haus ist ein Symbol dieses ewigen Feuers. In früheren Zeiten durfte nur ein Schamanen-Priester dieses Feuer entzünden und es war die Aufgabe der Herrin des Hauses darauf zu achten, dass es niemals erlosch (außer zu bestimmten rituellen Daten). Das Herdfeuer ist Brighid ebenso heilig. Das Feuer sollte immer an sein und jeden Abend würde die Frau des Haushaltes das Feuer bedecken (engl. Smoor), damit es die Nacht hindurch am brennen bleibt und dabei Brighid um Schutz bitten. An Imbolg wurde Eberesche für das Herdfeuer benutzt und am Morgen wurde nach dem Symbol Brighids auf dem Holz ausschau gehalten. Dieses sollte wie der Fußabdruck eines Schwans oder einer Gans aussehen und ein Segen der Göttin bedeuten. Das Holz sollte über Nacht also nicht komplett abbrennen. Dieses Symbol erklärt uns auch mehrere Assoziationen zwischen Brighid und Schwänen in der Carmina Gadelica.

Göttin der Poeten, Barden und Druiden
Divination
Brighid wird als die Göttin aller Divination angesehen. Besonders nahe steht ihr jedoch die Augurie, welche auch als Firth of Brighid bekannt ist. Die Technik wird beschrieben, dass man die Hände zu einem Fernrohr formt um verlorene Tiere und Menschen zu finden, oder die Gesundheit einer abwesenden geliebten Person zu überprüfen. Im Irische-Gälische Gebrauch entwickelte sich daraus der Gebrauch der Handinnenflächeals „Sehfläche“ um das Sonnenlicht auszublenden und den Seher zu fokussieren.

Der Frithir oder Seher welcher die Wahrsagung des Firth durchführte, beging diese Form der Divination am ersten Montag des Quartals, zu Sonnenaufgang, Barfuß und ohne Handschuhe nachdem er gefastet hat. Besondere Gebete wurden an Brighid gerichtet, während er Deosil (sonnwärts) um den Hausstand lief. Dann, mit verbundenen Augen geht der Frithir zur Schwelle des Hauses, legt eine Hand an jeden Türpfosten und betet dass ihm Einsicht gewährt wird. Dann schaut er mit offenen Augen unbeweglich nach vorne und merkt sich alles was er sieht.

Sieht er eine Person oder ein Tier aufstehen, bedeutet dies gute Gesundheit, während liegen Krankheit oder Tod bedeutet. Wenn sich Vögel nähern bedeutet dies gute Gesundheit. Eine Ente bedeutet Sicherheit für Matrosen, während ein Rabe Tod anzeigt.

Kreative Inspiration
Wie eine Muse wird Brighid auch als Geberin der kreativen und poetischen Inspiration verehrt. Frühe Irische Poeten trugen Mäntel aus Vogelfedern. Dies bringt sie einmal sehr stark mit den Schamanen in Verbindung, aber auch wieder mit der Vogelsymbolik der Göttin. Im Wort „Entchant“ = verzaubern findet sich auch die Wurzel für das Wort „singen“ (to chant). Es gibt eine enge Verbindung zwischen den Visionen der keltischen druiden-schamanen und der Barden. Den frühen Barden sagt man nach, dass sie Menschen Krankheiten „ansingen“ konnten.

Herrin der Schmiede und der Kriegskunst
Als Herrin der Schmiede wird Brighid in einem alten irischen Gedicht erwähnt. Auch hier ist die Verbindung zum Schamanismus wieder deutlich zu sehen. Die Kunst des Schmiedens war einst ein Geheimnis, welches von Schamanen gehütet wurde. Es war ein magisches Ritual zu schmieden, noch stärker im Wechsel der Bronze zur Eisenzeit, denn ursprünglich dachte man, dass ein Schwert nur aus dem Metall der Sterne (Meteoritenstein) geschmiedet werden konnte. Das legendäre Schwert Excalibur, das König Artus von der Herrin des Sees verliehen wurde, wurde von Frauen auf Avalon geschmiedet. Obwohl Frauen als Hüterinnen des Feuers nicht ungewöhnlich sind, ist die Assoziation von Frauen und der Schmiedekunst in überlieferter Zeit sehr vermännlicht worden. Zwei Hinweise auf Schmiedende Frauen in der keltischen Mythologie können also sehr wohl eine Parallele aufweisen. Vor allem, da dies nicht die einzige Verbindung zwischen Brighid und Avalon ist.

Von der Schmiede kommt die Verbindung zur Kriegskunst. Diese zeigt sich auch bei den Brigantes, der Soldaten der Göttin Brighid. Eine andere Theorie geht allerdings davon aus, dass Brighid die Hauptgöttin dieses Stammes war und sich von dort aus (oder durch Völkerwanderung) in ganz Irland und in andere Länder verbreitete. Ihre Assoziation mit der Kriegskunst könnte aber auch durch die Verbindung mit der römischen Minerva verstärkt worden sein. Zur ihrem als Aspekt als Herrin der Kriegskunst passt auch, dass es angeblich sie war, welche die Kriegsschreie erfand, mit denen die Feinde erschreckt wurden.

Wasser und Heilung
Auch Wasser ist der Göttin heilig. Mehrer Flüsse, Quellen und Brunnen mit Heilkräften sind ihrgeweiht. Besonders heilig sind ihr auch Warmwasserquellen, welche die beiden Kräfte, Wasser und Feuer miteinander verbinden. Es war früher üblich die Quellen mit Blumen und Pflanzen zu zieren, aber auch Münzen oder andere Silberobjekte wurden ihr geopfert.

Brighid und die Hoheitsgewalt des Landes
Ihr Name bedeutet „die Erhabene“ und basiert auf dem indoeuropäischen Stamm „bri“, was „Hoheit“, „Machtfülle“ oder „Hoheitsmacht“ bedeutet. Dieser Wortstamm findet sich in einer Vielzahl an Orts- und Flußnamen wieder: Bragana (Portugal), Bregenz (Österreich), Brig (Schweiz), Brega (Irland). Auch er Fluß Brent der das frühere Sumpfgebiet um Glastonbury herum entwässerte fällt in diese Kategorie. Wir können uns Fragen, ob Brighid die Göttin der Insel Avalon war. Auf die Verbindung zwischen der Schmiedekunst und Avalon habe ich bereits hingewiesen. Brighid’s große Verbreitung und Verbindung mit Orten und Flüssen zeigt sie uns als Verkörperung der Erde und der Herrschaft des Landes. Diese Verbindung zeigt sich auch darin, dass Brigantia, wie Brighid in England genannt wurde, als Britannia die Verkörperung Britanniens darstellt. Da Brighid immer mehr Aspekte der Großen Göttin Danu übernahm, entstand auch die Verbindung zwischen ihr und der Morrigan, dem Dunklen Aspekt der Danu. Allerdings besitzt sie mit den Sagen um Cailleach und Brighid bereits eine Verbindung zu einem dunklen Aspekt.

In zwei Geschichten und einem Brauch begegnet uns Brighid als die Herrschaftsgewalt des Landes: In einer Geschichte bestimmt sie den König des Landes, indem sie sich ihm als alte Hexe zeigt und nur er kann sie küssen. Auf die Frage wer sie sei, antwortet sie mit „Mein Name ist die Hoheitsmacht des Landes“. Einen weiteren Hinweis erhalten wir aus einer Legende der christianisierten Heiligen Brigit: Sie erhält das Land für ihr Kloster indem sie ihren Mantel auswirft, der sich über das Land ausweitet.Interessant ist auch, dass sie als weibliche Äbtissin die Bischöffe ernennt.

Überlappungen
Aufgrund von Darlughdacha, einer Vertrauten der Heiligen Brigit, deren Name Tochter des Lugh bedeutet, stellte Mary Condren die Theorie auf, dass Darlughdacha der eigentliche Name der Göttin Brighid sei und Brighid eher ein Titel darstellt.

Brighid wird häufiger in sehr großer Nähe mit Danu, der großen Muttergöttin der Tuata De Danan gebracht und weist viele Parallelen mit ihr auf. Da Brighid in Irland an sehr großer Popularität gewann, ist es möglich, dass sie Aspekte der großen Muttergöttin Danu übernahm. Sicherlich ist sie zu den großen Muttergöttinnen zu zählen, deren Verehrung ihre Wurzeln in der Steinzeit hat.

Ó’Hógáin verbindet die Heilige Brigit dagegen mit der Göttin Boann (Flußgöttin des Boann). Insoweit interessant als das es eine Verbindung zwischen Boann und der Morrigan gibt.

Übernahme in andere Pantheons
Romanisierung
Die Römer brachten Brighid mit Minerva in Verbindung, da sie ebenfalls eine Göttin ist, die Hoheitsgewalt, Weisheit und Inspiration gewährt und die Handwerkskunst unterstützt.

Christianisierung, die heilige Brigit
Die irische Verehrung der Brighid war so stark, dass sie ins Christentum in die Verehrung der Heiligen Brigit überging.
Die Heilige Brigit ist Überlieferungen zufolge 453 u.Z. In County Down geboren. Ihr Vater, Dubhtach war ein Druide (hier sehen wir die Verbindung zu Dagda, als Patron der Druiden), der sie nach dem Alten Weg aufzog und zur Insel Iona (auch als Druiden Insel bekannt) brachte und zur ban-drui, Druidin, ausbildete.
Ihre Vertraute war Darlughdacha (Tochter des Lugh), von der es hieß, sie hätte in Kildare mit Brigit das Bett geteilt. Manche Lesben sehen Brigidh deshalb auch als Göttin der Lesben.
Es erstaunt nicht, dass das Fest der Heiligen Brigit auf Imbolc gelegt wurde, angeblich weil die Heilige Brigit zu diesem Zeitpunkt gestorben war.

Nach iro-christlicher Tradition ist die Heilige Brigit Jesus’ Hebamme und Ziehmutter. Sie war auch eine Freundin seiner Mutter Maria und stand ihr zur Seite. Weswegen im Gälischen eines ihrer häufigsten Namen Muime Chriosd, (Ziehmutter Christi) ist. In diversen Gedichten wird sie Maria im Rang gleichgestellt, wird als Mutter Christi bezeichnet oder Maria der Gälen.

Die Heilige Brigit wurde als Patronin des Hofs und des Viehs, und Beschützerin des Haushaltes von Feuer und Krankheit verehrt.

Brigit wurde vom heiligen Patrick konvertiert und ihre Popularität stand mit der seinigen in ständiger Konkurrenz. Vieles deutet darauf hin, dass eine heilige Brigit niemals wirklich existiert hatte, sondern es sich dabei um die Umwandlung der Göttin in eine Heilige handelte, da ihre Popularität anders nicht gebrochen werden konnte.

Brigit wurde später Äbtissin der Abtei in Kildare und den Legenden zufolge war sie es, die die Bischöfe in ihrer Region ins Amt berief. Eine merkwürdige Rolle für eine Äbtissin, die eher an Brighid und die Hoheitsgewalt des Landes erinnert. Ihre Bischöfe mussten auch ausgebildete Goldschmiede sein, was uns nochmals in die Nähe der Göttin bringt. Die Geschichte wie sie das Land für ihre Abtei erhielt ist ebenso interessant, sie wurde dazu angewiesen ihren Mantel auszubreiten und so viel Land wie dieser umfassen konnte, solle ihr gehören. Ihr Mantel wuchs von Zauberhand und breitete sich über viele Hektare Land aus. Auch diese Geschichte erinnert uns an Brighid als Herrin des Landes.

Figuren der heiligen Brigit zeigen Tag- und Nachtsymbole in Form von einem Sonnen- oder Sternenkranz. Wie Maria kann sie aber auch auf der Mondsichel stehend entdeckt werden und als Beherrscherin über die Schlange.

Heilige Stätten
Kildare in Irland von Cill-Dara, Kirche der Eiche, ist ein besonders bekanntes Heiligtum der Brighid und war vor der Vereinnahmung durch das Christentum bereits ein heidnischer Kultort. 19 Frauen bewahrten das Feuer. Jede abwechselnd einen ganzen Tag von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang. Es heißt, Brighid selbst bewache ihre Flamme am 20. Tag. Die Frauen wurden als die Jungfrauen des Feuers bezeichnet Inghean au dagha und als Feuerbewahrer Brecohwidh. Brudins war ebenfalls eine Bezeichnung, die heute allerdings an Bedeutung gewechselt hat denn mit den Brudins sein, bedeutet heute mit den Feen sein. Meiner Meinung nach zeigt diese Wortentwicklung sehr deutlich, wie versucht wurde alte Götter als „Märchengestalten“ zu entmachten. Die Zahl 19 stellt den heiligen Jahreszyklus der Kelten dar, denn es brauchte 19 Jahre, für einen neuen Mond, bis er sich wieder am Tag der Wintersonnenwende befindet. Die Flamme wurde von einer (wahrscheinlich Weißdorn-) Hecke umgeben. Der Platz soll 20 Fuß groß, viereckig mit Dach gewesen sein. Es heißt, sie hätten bis ins 18. Jh. dieses Lied gesungen: “Bride, excellent woman, sudden flame, may the fiery, bright sun take us to the lasting kingdom.” – Bride ausgezeichnete Frau, unerwartete Flamme ,möge die feurige, leuchtende Sonneuns zum ewigen Reich geleiten”

Im Zuge der Christianisierung versuchten viele Bischöfe diesen heidnischen Brauch auszulöschen. Als ihnen dies nicht möglich war, wurde die Heilige Stätte eingenommen und Christianisiert. Die Jungfrauen wurden durch Nonnen ersetzt. 1220 wurde das Feuer schließlich auf Anweisung des Erzbischofs Heinrich von Dublin gelöscht. Dennoch gab es wohl mehrere Personen, die weiterhin eine Flamme bewahrten.

Im 18. Jh. wurde der Schrein in Kildare von der Monarchie geschlossen.

1960, im II. Vatikanum wurde beschlossen, dass es nicht genügend Beweise gibt um die Existenz und Heiligsprechung der Brigit aufrechtzuerhalten und sie wurde aus dem Canon entfernt. Dies betraf auch ihren Orden, der allerdings weiter bestehen blieb.

Zu Imbolc 1993 wurde das Feuer in Kildare von Schwester Mary Minehan eine Brigida-Nonne neu entfacht. Eine heilige Flamme brennt seitdem in ihrem Haus weiter. Viele heidnische Gruppen aus der näheren Umgebung sollten diese Brauch auch pflegen.

Viele Quellen und Brunnen deren Schutzherrin Brighid ist existieren noch heute und es heißt, dass sie viele Krankheiten heilen. In Kilfenora in CO in Irland gibt es eine besonders schöne. Sie wird Clare genannt und ist ein bedeutender Schrein der Heiligen Brigit welches von Nonnen gepflegt wird.

Überhaupt empfiehlt es sich nach Stätten der Heiligen Brigit zu suchen, so kommt man schnell an Kraftorte der Göttin.

Folklore

  • Zu Imbolc werden diverse Strohkreuze, genannt Brighid’s Cross gemacht. Davon gibt es zwei Varianten. Laut einer Quelle sind die irischen Brighid Kreuze 3 Strahlig, es gibt aber auch eine Variante mit vier Strahlen. Beide Varianten werden als ein altes Sonnensymbol gesehen.
  • In La Fheill Brighid (2. Februar) kommen die Frauen zusammen um ein Bild der Göttin als Jungfrau zu machen. Sie trägt ein weißes Kleid und einen Kristall über ihrem Herzen. Anschließend wird sie in einem Wiegenähnlichen Korb gelegt. Brighid wird dann mit Liedern von der Hausherrin ins Haus eingeladen. (Es heißt, wenn das Bett am nächsten Morgen unordentlich ist, war Brighid da).
  • Eine andere Tradition ist es ein Stück Brot, Milch und eine Kerze für Brighid draußen zu lassen.
  • In der Carmina Gadelica gibt es eine Stelle, wo sie in Beziehung zu einer Schlange die aus einem Hügel zu Latha Fheill herauskommt in Zusammenhang gesetzt wird. Dies könnte in Bezug zu älteren Assoziationen stehen, wo sie als eine Fomorische Erdgöttin dargestellt wird. In den West-Highlands gibt es einen Spruch, der dies unterstützt: „Früh an Bride’s Morgen wird die Schlange aus dem Loch kommen. Ich werde die Schlange nicht stören noch wird die Schlange mich stören.“Ein ähnlicher Spruch kann auch gefunden werden, bei dem stattdessen von der Königin die Rede ist.
  • Durch wiederholung der Genealogie Brighids soll man immer beschützt werden.
  • Ihr magischer Mantel wurde häufig gepriesen:
    „Oh Brighid wirf deinen Mantel über mein Haupt.
    Dein leuchtender Mantel mich beschützen soll. ”
    Die Iren stellen ihre Freunde „unter Brighid’s Mantel“. „Mögest du sicher sein und warm haben unter Brighid’s Mantel“

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Gedanken zu Lughnassad von Solveig

Lughnasad ist das zweite Jahreskreis-Fest, an dem wir für reiche Ernte danke sagen.
Das Getreide ist eingebracht, die goldgelben Körner lagern sicher in der Scheune (oder im Silo, wo die Mäuse ihren Anteil nicht wegstehlen können). Die Bauern haben Anlass, ein fröhliches Fest zu feiern, denn eine wichtige Etappe in ihrem Anbaujahr ist bewältigt.
Ein wichtiger Teil der überlebenswichtigen Wintervorräte ist sicher unter Dach und Fach.

Anfang August merkt man deutlich, dass die Tage kürzer werden. Wir dürfen immer noch sommerliche Hitze genießen (zumindest diejenigen, die es gerne heiß mögen).
Tage wie den heutigen nennt man nicht umsonst umgangssprachlich Hundstage. Dennoch ist die Richtung klar: es geht auf den Herbst zu. Insofern ist Lugnasad nicht nur ein Fest der Fülle, sondern auch des Abschiednehmens.

Der keltische Sonnengott Lugh steht für die Glut der Reife. Einerseits lässt er die Feldfrüchte reifen und gibt dem Obst die restliche Süße. Andererseits ist Luhg auch der Terminator, der das satte Grün des frühen Sommers beendet.

Das Getreide, zunächst als Keimling geboren, nährt in seinem „Tod“ den Menschen. Nicht umsonst wird der Tod als Schnitter dargestellt, dem die Menschen wie reife Ähren zu Füssen fallen.

Litha-Fest des Feuers, Fest des Wassers von Siat

Die Sommersonnenwende liegt hinter uns.
Doch obwohl die Tage langsam wieder kürzer werden, bringen sie doch erst die Hitze des Sommers mit sich.

Litha wird von vielen HeidInnen gefeiert als Hoch-Zeit des Jahres. Jubelnd und glücklich über den Sommer, die Kraft der Sonne und die heißen Tage.
Wir feiern die Fülle und den Reichtum, der sich vor uns ausbreitet. Freuen uns an der Süße der Früchte, an den heranwachsenden Jungtieren und der Pracht von Insekten  und Vögeln.
Die langen Sommerferien sind für die Schüler endlich in Sicht, und auch die Erwachsenen freuen sich auf die Urlaubszeit.
Sommerzeit ist Party-Zeit 😉 , und die warmen Temperaturen und der Sonnenschein laden dazu ein, die Zeit mehr in der Natur zu verbringen. – Oder aber Schutz und Kühle vor der Hitze zu finden.

Am vergangenen Wochenende wurden hier in Deutschland mit Temperaturen bis 40°C neue Hitzerekorde seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 aufgestellt.
Und weiter wird es mit den warmen Tagen gehen, auch wenn die Extremhitze ein wenig zurückgegangen ist.

 

Feuer des Lebens-Feuer der Vernichtung
Die Wärme und die Strahlen der Sonne tun uns und unserer Seele natürlich gut.
Wir feiern an Litha das Feuer, das Leben schenkt. Die Sonne mit ihrem Leben spendenden Licht und seiner Wärme, das uns und alles um uns herum aufblühen lässt.
Doch wir vergessen zu gerne, dass dieses Feuer auch seine lebensfeindliche und vernichtende Seite hat.

Hier in Franken herrscht Trockenheit.
Das Land dürstet bereits seit Monaten nach Wasser. Weder der Winter brachte mit Schnee nötige Feuchtigkeit, noch hat es im Frühling und Frühsommer ausreichend geregnet um die Erde zu durchtränken.
Die Bauern fürchten um ihre Ernten, in Wald und Flur herrscht Wald- und Grasbrandgefahr und natürlich leiden auch die Tiere unter der Dürre.
Doch auch anderswo in Deutschland sieht es nicht besser aus.
Die Gewitter und Unwetter, die uns jetzt heimsuchen bringen zwar einiges an Nass mit sich, doch es rauscht in einer Intensität vom Himmel, dass die verdorrte Erde gar nicht fähig ist, diese Massen aufzunehmen.

 

Wasser-das selbstverständliche Gut
Das Rufen des Elementes Wasser, ist für viele Heiden heute ein fester Bestandteil von Ritualen.
Ich habe mich dieses Jahr bei den Vorbereitungen für unser Litha-Ritual, was wir mit Freunden in unserem Garten feierten, aufgrund der Trockenheit dazu entschieden, nicht nur das Feuer und die Sonne, sondern auch das Wasser feiern zu wollen.

Wir leben hier in Mitteleuropa in einer Region, die (noch) unglaublich Reich an Wasser ist. Wir leben im Grunde in einem Paradies.
Diese Tatsache ist es jedoch wohl auch, die uns nur zu leichtsinnig mit diesem kostbaren Gut umgehen lässt.
Wir verschwenden es in vielfacher Weise, und nur wenige scheinen diesen Reichtum schätzen zu wissen.
In den vergangenen, sehr heißen Tagen, ist mir noch einmal besonders der Wert dieses so kostbaren Geschenkes zu Bewusstsein gekommen, und auch die (für so selbstverständlich gehaltenen) Privilegien, die wir hier in Deutschland haben:
Freier Zugang zu unvorstellbaren Mengen an Wasser.
Wir können jederzeit Waschen, eine Dusche oder ein Bad nehmen.
Wir können uns den Luxus von Wassertoiletten leisten, und von einem Abwassersystem.
Wir haben die Möglichkeit, jederzeit (!) in saubere Schwimmbäder zu gehen und erfreuen uns an Springbrunnen, Aquarien und dergleichen mehr.
Auch unsere Hygienestandards verdanken wir nicht unerheblich dem Zugang zu sauberen Wasser.

Wenn wir uns in der Welt umblicken, so ist dieser Reichtum an Wasser nicht überall gleich verteilt. Im Gegenteil.
Es gibt viele Orte in der Welt, in denen Menschen der Zugang zu frischen und vor allen Dingen sauberen Wasser verwehrt ist.
Sei es, weil es keine Brunnen und/oder Rohrsysteme gibt, oder weil Firmen wie z.B. Nestlé der Meinung sind, IHNEN stünde das Wasser zu, um damit Profit zu machen, und das der freie Zugang zu Wasser kein Menschenrecht sei.

Überall in der Welt gibt es Konflikte um den Zugang zu (Trink)Wasser, und sie werden sich in Zukunft noch mehren.

 

Die Fülle des Wassers rufen
Litha als Fest des Sommers, der Fülle und des Überflusses ist daher auch die passende Zeit, um sich des Geschenkes des Wassers bewusst zu werden und wieder diese Fülle schätzen zu lernen.

Gehen wir fort von der materiellen zu einer spirituell-“energetischen” Ebene, und betrachten uns die Qualitäten, die mit dem Wasserelement verbunden sind, so kann man auch hier die wundervolle Verbindung zu Litha sehen.
Ich verbinde Wasser  u.a. mit Tiefe, mit Fruchtbarkeit, Lebendigkeit und Fließen. Es birgt die ganze Bandbreite von Emotionen. Sprudelnde, überquellende Freude, Lebenslust, tiefe Liebe… (und natürlich auch die “Schattenbilder” von Eifersucht, Wut und dergleichen 😉 ).
Elemente, die man zur Zeit der Sommersonnenwende spüren und (er)leben kann und die unser Leben und Sein als Menschen ebenfalls bereichern.

So wünsche ich Euch, liebe Leser, dass Ihr in dieser Sommerzeit nicht nur das Feuer zu schätzen wisst, sondern Euch ebenso bewusst wird, welche Geschenken und welch einen Reichtum das Wasser für Euch bereit hält.

In diesem Sinne
LG & BB
Siat