Archiv der Kategorie: In den Kessel geschaut

Leckeres vor, in und nach dem Ritual und zu anderen Gelegenheiten

(Seelen)Gebäck zu Samhain

Was wäre Samhain ohne Gebäck. Sowohl für uns selbst als auch als Speiseopfer für die Seelen, die in dieser Nacht unterwegs sind.

Ich habe hier ein paar Backrezepte zusammen getragen, die in verschiedenen Ländern traditionell zu Allerseelen gebacken werden und daher gut zu Samhain passen.
Seht sie als Inspiration, besonders was die Formgebung anbelangt. 😉

 

Totenbrot (a. Süddeutschland)
auch: Allerseelenrbot, Seelenbrot, Allerseelenzopf, Seelenstrietzel

Zutaten für ein Brot:

1 kg Mehl (Typ 405)
100g Zucker
Prise Salz
500 ml Milch (Zimmertemp.)
30 g Hefe (Zimmertemp.)
200 g Butter (Zimmertemp.)

Quelle: Deutsche Delikatessen

Zubereitung:
Mehl in Schüssel sieben.
Etwas Milch in einen Topf geben und lauwarm erhitzen.  Dann die Hefe mit wenig lauwarmer Milch und 1 TL Zucker anrühren. Hefestück an warmer Stelle 15 Min gehen lassen.
Zucker und Milch nach einander hinzu fügen.
Zu Letzt Salz und zerlassene, lauwarme Butter.
Den Teig tüchtig schlagen bis sich Blasen bilden.  Dann den Teig wieder an einer warmer Stelle zugedeckt gehen lassen.

Forme aus dem Teig 3 oder 4 Teiglinge und flechte sie am Anfang und Ende zusammen. In der Mitte verlaufen die Stränge parallel.

Backzeit:
bei 220°C für ca 35 Min backen


Pan de muerto (Mexiko, Var. 1)
Zutaten:
80 g Zucker
500 g Mehl
etwas Zucker
eine Prise Salz
40 g Hefe
200 ml lauwarme Milch
50 g Butter
3 Eier
4 Eigelb
1-2 Eigelb zum Bestreichen
2 EL geriebene Orangenschale

Zubereitung:
Zuerst die Hefe in einer kleinen Schüssel zerbröseln und sie mit lauwarmen Milch, 3 Esslöffeln Mehl und ein wenig Zucker zu einem Vorteig verrühren.
Diesen dann mit einem Tuch abdecken und für etwa eine Viertelstunde an einen warmen Ort ruhen lassen.
In der Zwischenzeit das Mehl in eine große Rührschüssel sieben, mit Zucker und einer Prise Salz mischen und in die Mitte eine kleine Mulde hineindrücken.
In diese dann die Eier und auch die Eigelbe geben, sowie  die Orangenschale und die Butter in kleinen Flöckchen.

Ist der Vorteig aufgegangen, kommt er ebenfalls zur Mehlmischung hinzu.
Das Ganze zu einem glatten Teig verketen und ihn dann wiederum  abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich die Menge etwa verdoppelt hat.
Anschließend den Teig noch mal durchkenten und dann etwa ein Fünftel davon abtrennen.
Forme aus diesen vier Tränen in Daumennagelgröße und und zwei gleich große Würste. Die Enden der beiden forme wie Knochen.
Den größeren Rest Teil des Teigs zu einem runden Laib formen.
Leg ihn auf ein gut gefettetes Backblech und bestreiche ihn mit ein wenig Eigelb.
Die zwei Teigknochen legen kreuzweise über den Laib, die vier Tränen befestige in den vier Zwischenräumen.
Auch darüber noch etwas Eigelb streichen.
Dann alles mit etwas Zucker bestreuen.

Backzeit
Bei 180° C  auf mittleren Schiene ca. 45 bis 50 Minuten
(sollte schön goldbraun werden)

 

Pan de muerto (Mexiko, Var. 2)

Zutaten:
Gut 2 Teelöffel Hefegranulat oder 20 g frische Hefe
60 ml lauwarmes Wasser
1 Teelöffel Salz
6 verquirlte Eier
125 g Zucker
2 Teelöffel Anissamen
500 g Mehl (Typ 550)
125 g flüssige Butter
1 Esslöffel Orangenblütenwasser
abgeriebene Schale von 1 Orange
Zum bestreichen entweder etwas flüssige Butter und/oder Aprikosenmarmelade
Puderzucker
Glasur aus 1 EL Wasser und 1 Eigelb
Hagelzucker zur Garnierung

Quelle: Germanblogs

Zubereitung:
Für den Vorteig die Hefe im Wasser auflösen (muss vollständig aufgelöst sein).
Dann Mehl und Salz in eine große Schüssel sieben, eine Mulde in die Mitte drücken und die aufgelöste Hefe in die Mitte hineingeben. Mit etwas Mehl vom Rand verrühren, bis ein cremiger Teig entsteht.
Die Schüssel abdecken und ca. 20 Minuten ruhen lassen, bis der Teig blasig aufgegangen ist.

Dann Eier, Zucker, die flüssige Butter (sollte nicht zu heiß sein!), Anis, Orangenblütenwasser und Orangenschalen hinzufügen.
Das Mehl vom Rand langsam einrühren bis ein weicher, leicht klebriger Teig entsteht. Kein weiteres Mehl hinzufügen!
Den Teig aus der Schüssel nehmen und mit den Händen 10 Min. so lange kneten, bis er nicht mehr klebt und auf Fingerdruck leicht nachgibt.
Dann den Teig auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, rundherum mit Butter bestreichen und 2h gehen lassen, bis er etwa doppelt so groß geworden ist. Wenn´s soweit ist, noch mal kurz durchkneten.

Anschließend den Teig in zwei gleich große Teile aufteilen und von jedem Teil ein Viertel abnehmen. Eines dieser Viertel noch mal halbieren und daraus zwei Bällchen formen.
Das letzte Viertel entweder in 16 Teile teilen, und aus ihnen kleine Rollen formen. Oder, man formt aus ihnen “Knochen”
Dafür das Viertel nur in 8 gleichmäßige Stücke geteilt (die Knochen werden über das gesamte Brot gelegt).
Aus dem Teiglingen eine gleichmäßig dicke Rolle formen,  dann drei Finger (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) auf die Rolle legen, so, dass an beiden Seiten ein etwa 1-2 cm langes Teigstück übrigbleibt.
Der Mittelfinger wird in die Mitte gelegt. Mit den drei Fingern wird dann vorsichtig hin und her gerollt, bis dort wo die Finger lagen nur noch eine  “dünne” Teigschicht als Verbindung bleiben.
Drauf achten, dass die Verbindung nicht zu dünn wird, weil sie sonst im Ofen zu dunkel wird!

Nun die beiden übrigen großen Teiglinge zu zwei runden Laiben formen und wieder auf das Blech legen, doch nicht zu nahe beieinander.
Die Laibe oben etwas abflachen und je eine Kugel darauf vorsichtig aufsetzen und etwas andrücken.
Aus den 16 Teigstücken an den Seiten jeweils vier Kreuze aus je 2 etwas flach gedrückten Rollen anbringen.
Wenn Knochen geformt wurden, werden je vier Knochen kreuzförmig über das Brot gelegt und dann erst die Kugel aufgesetzt.

Anschließend die Brote noch ca. 30 Minuten gehen lassen, dann mit der Glasur bestreichen und mit Zucker (oder Hagelzucker) bestreuen.

Backtemperatur/-zeit:
180 °C Ober- und Unterhitze (Heißluft nicht empfohlen) ca. 35 – 40 Minuten backen (die Oberfläche sollteglänzend braun sein, ggf. mit Alufolie abdecken).
Nach dem sie aus dem Ofen genommen wurden, testen ob sie gar sind (ein Brot mit einem Tuch aufnehmen und auf die Unterseite klopfen, wenn es hohl klingt, ist es gar)

Noch warm eventuell mit etwas flüssiger Butter oder warmer Aprikosenmarmelade bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Man kann auch erst die Laibe mit etwas Butter besteichen und wenn diese eingezogen ist, ein wenig Aprikosenmarmelade darüber streichen.


Toten-Kekse (Italien)

Zutaten (ca. 60 Stk.):
225-250 g geschälte Mandeln
100 g Zucker
30 g Mehl
1 EL Pinienkerne, grob gehackt
1 EL Grappa
Zitronenschale (abgerieben von 1 unbehandelten Zitrone)
1 EL Butter
1 Ei
1 Eigelb
Butter und Mehl für die Backbleche
1 Eiweiß zum Glasieren

Zubereitung:
Mandeln nicht zu fein hacken, in eine Schüssel geben und mit Zucker, Mehl, Pinienkernen, Grappa, Zitronenschale, Butter, Ei und Eigelb gut verrühren.
Anfänglich wirkt der Teig sehr trocken, das gibt sich jedoch beim Kneten und er wird geschmeidiger. Sollte er dennoch zu trocken sein, einfach teelöffelweise etwas Eiweiß unterrühren.

Backbleche einfetten und mit Mehl bestreuen, oder aber mit Backpapier auslegen.
Teig in mehrere Stücke Teilen und auf einer Arbeitsplatte zu langen, flachen ca. 2 cm breiten Rollen formen.
Die Rollen wiederum in ca. 2,5 cm dicke Stücke schneiden und leicht abrunden und in jeden der Kekse eine kleine Kerbe machen, so dass er an einen Bohnenkern erinnert.
Die Kekse dann auf das Backblech verteilen.
Nun das Eiweiß leicht aufschlagen und damit die Kekse bestreichen.

Backzeit:
Bei 180°C  im vorgeheizten Backofen ca. 20 Min. hellgelb backen.


Quellen:
GruselfabrikGermanblogs
Salz & Pfeffer
“Frauenweisheit der Antike-Rituale für jeden Monat des Jahres”; Berstein, Frances