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„Nazi-Druide“ „Burgos“ alias „Hasspredix“ und die „Heidenszene“ von Martin M. (Nornirs Ætt)

Der „Druide“ und „Reichsbürger“ Burghard B., der sich selbst „Burgos von Buchonia I.“ nennt, wirkt in seinem offensichtlich von „Asterix“ und Fantasy-Filmen inspirierten „authentisch keltischen“ Druiden-Ornat auf den ersten Blick eher komisch als gefährlich. Selbst dass er sich wie ein Saruman-Imitator aufführt und die zu dieser Rolle passenden Machtphantasien zeigt, lässt noch nicht die inneren Alarmglocken läuten: Ein größenwahnsinniger „Heidenfürst“ in der an skurrilen Charakteren nicht gerade armen „Heidenszene“ mehr, was soll’s?

„Burgos“ führte als „keltischer Druide“ gewandet Wandergruppen durch die Rhön und galt bei den regionalen Medien hier und an seinem Wohnort Schwetzingen (bei Heidelberg) als interessanter Spinner.
Sogar der Bayerische Rundfunk hielt den „Druiden“ vor einigen Jahren anscheinend für einen harmlosen Exzentriker und filmte ihn beim Kräutersammeln im Wald und beim Bogenschießen.
Dabei erzählte er mit ernster Mine, er sei vor 2.500 Jahren in einer Winternacht als Neffe des Zauberers Merlin geboren worden.
Es ist nicht auszuschließen, dass „Burgos“ das wirklich glaubt.
Er glaubt ja so Einiges, was halbwegs politisch gebildete Menschen für blühenden Unsinn halten – zum Beispiel, dass das „Deutsche Reich“ nach wie vor bestünde, die BRD eine GmbH und Deutschland nach wie vor besetzt sei.
Er ist überzeugt, dass es „ohne Juden keine Kriege, ohne Kriege keine Asylanten“ gäbe, ist der Ansicht, Deutschland werde seit 130 Jahren „bekriegt“, Winston Churchill wäre Zionist gewesen und habe Befehl gegeben, „Millionen Menschen unseres Volkes“ zu vernichten und behauptet, zwei Weltkriege seien geführt worden, „um die dominante Rolle Deutschlands zu verhindern“.
(Am Rande bemerkt: Der zweimalige britische Premierminister Winston Churchill (1874–1965) trat 1908 in die „Albion Loge“ des „Ancient Order of Druids“ (AOD) ein – er war also (Neu-)Druide!)
Selbst die meisten überzeugten Nazis würden das nicht so sehen wie „Burgos“. Wenn er jedoch fürchtet: „Wir sollen umgevolkt werden. Wir sollen unserer Identität beraubt werden“, dann sind das Ängste, die weit über die Nazi-Kreise hinaus von Rechtsextremisten (auch solchen, die sich lieber „besorgte Bürger“ nennen) geteilt werden. Auch seine zum Teil unflätige antisemitische und anti-muslimische Hetze und seine rassistischen Sprüche fanden beifällig nickende Zuhörer und Leser.

Spätestens seit Mittwoch, dem 25. Januar 2017 wird, von Gesinnungsgenossen vielleicht abgesehen, niemand mehr Burghard B. für einen „harmlosen Spinner“ halten.
Der Druide, der Juden vernichten will (tagesschau)
Der Generalbundesanwalt schickte am 24. Januar Polizisten zwecks Razzia zur Schwetzinger Wohnung B.’s und zu denen einiger seiner Gleichgesinnten.
Die Beamten fanden in den Wohnungen der Beschuldigten neben zahllosen Waffen und Munition auch Pläne für Anschläge auf Juden, Muslime und Polizisten.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem 62-Jährigen (bzw. nach eigenen Angaben mittlerweile 2506-Jährigen) „Druiden“ und seinen fünf mutmaßlichen Komplizen vor, gemeinsam eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet zu haben.
Allem Anschein nach zurecht.

Für uns ist das aus gleich mehreren Gründen äußerst ärgerlich!

„Burgos von Buchonia“ ist im deutschen Neuheidentum wirklich kein Unbekannter.
Der selbsternannte Druide war gut vernetzt, sowohl persönlich, auf rechten wie auf heidnischen Treffen, wie auch auf facebook, YouTube und dem bei Verschwörungsideologen beliebten russischen sozialen Netzwerk VK.

Ärgerlich ist einerseits, dass solche kriminellen Gruselgestalten dem Ruf des Heidentums schaden.
Dass wir als „germanisch“ bzw. „keltisch“ orientierte Heiden schnell und meistens zu Unrecht in die „rechte Ecke“ gestellt werden, liegt vor allem daran, dass völkisch-rassistische Spinner wie B. nicht nur in der „Bild“ das Bild des Heidentums bestimmen.

Vielleicht noch ärgerlicher ist andererseits, dass längst nicht alle auf „unserer“ Seite (also Heiden, die keine Nazis sind) klare Position gegen Rechtsextremisten wie „Burgos“ beziehen, und damit Nazis und Rassisten leichtfertig die Deutungshoheit über das, was die Öffentlichkeit über Heiden zu sehen bekommt, überlassen.

Sehr ärgerlich ist, dass nicht-rassistische Heiden mit dem mutmaßlichen Terroristen und schon damals als solchem erkennbaren völkischen Hetzer kuschelten.
Zum Beispiel war der „Druide“ bei der jährlichen Demonstration gegen das Bonifatius-Denkmal in Fritzlar dabei.
Zur Erinnerung: Es liegt – unter Anderem – an der „Rechtsoffenheit“ dieser Veranstaltung, dass sich die Nornirs Ætt nicht daran beteiligt.

Für die ärgerliche Tatsache, dass offen erkennbare Hetzer einfach so in heidnischen Gruppen und auf Veranstaltungen mitmischen können, fehlt mir jedes Verständnis!

Die aus „Ættlingen“ bestehende Band „Singvøgel“ sang schon vor Jahren über die falsche Toleranz gegenüber falschen Freunden und zeigte, was von der „unpolitischen“ „Wir-sind-doch-alle-Heiden“-Gesinnung zu halten ist: Absolut nichts!
„Freundchen“.

Zwar haben sich Druiden-Vereinigungen wie der OBOD und verschiedene keltische Gruppen und Vereine vom rechtsextremen „Druiden“ distanziert. Um der rechtsextremen Konnotation des Heidentums entgegen zu wirken, reicht es aber nicht aus, sich nur nach außen abzugrenzen – man muss in den eigenen Reihen anfangen!

Es geht auch anders:
Der Steinkreisverein im badischen Brühl schloss 2012 seinen damaligen Vorstand aus, weil „Burgos von Buchonia“ auf Facebook Muslime beleidigt hatte.
Dort hatte der „Druide“ damals das Bild einer brennenden Moschee gezeigt und die Hoffnung geäußert, bald möge auch das islamische Heiligtum in Mekka brennen. (Diese Äußerungen verhalfen B. zum „Druidennamen“ „Hasspredix“.)
Auch „Celtoi e. V.“ belässt es schon lange nicht mehr bei verbalen Abgrenzung – rassistische „Kelten“ haben hier keine Chance.
So, wie rassistische „Germanen“ beim „Eldaring“ und erfreulicherweise inzwischen auch beim „Verein für Germanisches Heidentum e. V.“ keinen Zutritt haben.
Und an der harten Haltung der Nornirs Ætt gegenüber rechtsdrehendem Heidentum und völkischer Ideologie dürfte ohnehin kein Zweifel bestehen.


Hier geht`s zum Orginal-Artikel und zur Seite der Nornirs Ætt

(Neu)Heidentum und Rechtsextremismus von Siat

Hallo zusammen,

heute möchte ich aus aktuellem Anlass ein paar Gedanken zum Thema (Neu)Heidentum und Rechtsextremismus teilen.

Wer bisher nicht mitkommen haben sollte, was der letzten Tage so los gewesen ist, der möge sich den Artikel der Nornirs Ætt „Nazi-Druide“ „Burgos“ alias „Hasspredix“ und die „Heidenszene“ , sowie die Nachrichten HIER, HIER, HIER und HIER durchlesen J .

Burghard B. alias „Burgos von Buchonia I.“, der sich als „keltischer Druide“ und „Neffe des Merlin“ ausgibt (und laut eigener Aussage eigentlich über 2.500 Jahre alt ist), war schon längere Zeit auf Grund seiner rassistischen, menschenverachtenden, diskriminierenden und zur Gewalt aufrufenden Äußerungen aufgefallen und bekannt.
Sowohl außerhalb, als auch innerhalb des Internets sind seine Kontakte sehr weitläufig, und gehen sowohl weit in die rechte, aber auch weit in unsere heidnische „Szene“ hinein, die sich, bedauerlicher Weise, oft genug noch immer nicht von derlei Gestalten distanzieren, und klare Positionen beziehen.

Nichts Neues unter der Sonne
Dabei ist das „Problem“, das „wir Heiden“ mit Nazis und Rechtsextremismus nun faktisch einmal haben, nichts Neues.
Als ich vor gut 15 Jahren die Möglichkeiten und die Weiten des Internets entdeckte und in den Kontakt mit der heidnischen Szene kam, wurde mir erst mal langsam bewusst, wie „kompliziert“ sich das Geflecht „(Neu)Heidentum“ und „Rechtsextremismus“ darstellt.
Durch den Missbrauch, den das Heidentum durch die Nazis vor allem in den 30ger und 40ger Jahren hier in Deutschland massiv ausgesetzt war, und der sich bis in unsere heute Zeit durchzieht, wurde nicht nur dem germanischen, sondern dem Heidentum im Gesamten, ein großer Schaden zugefügt, der weder wegdiskutierbar noch unübersehbar ist.

Von der Gesinnung her äußerst fragwürdige Gestalten wie der selbsternannte Nazi-Druide gibt es (bedauerlicher Weise) in unserer, eh schon von bunten Zeitgenossen wimmelnden, „Szene“, genügend.
Ich denke da beispielsweise an Geza v. N., dem ich „damals“ in verschiedenen Foren (u.a. Wurzelwerk und unserem Mutterforum Paganforum) begegnete (und der, trotz ausgesprochenem Hausverbots immer wieder versucht, sich Mitgliedschaft in unserem Forum zu verschaffen!), und der heute aktiv in der AfD mitmischt, und natürlich auch weiter seine fragwürdigen Ansichten in seinen Machwerken (=Büchern) veröffentlicht.

Das Problem, das „wir“ mit rechten, rassistischen und völkischen Ideologien haben, ist also schon etliche Jahr(zehnt)e alt und bekannt.
Das bedauerliche, problematische und ärgerlicher ist aber, das viele von „uns“ das gar nicht wirklich als „Problem“ wahr(zu)nehmen (scheinen), und/oder diese ganze „unschöne“ Thematik lieber ignorieren und unter den Teppich kehren!
Frei dem Motto:
„Was ich nicht sehe, das gibt es nicht!“ – „Was gehen mich die Probleme anderer (Heiden) an?“

Vom Kuschelkurs und dem Weggucken
Ich gehe völlig konform mit Martin M., der in seinem Artikel „“Nazi-Druide“ „Burgos“ alias „Hasspredix“ und die „Heidenszene“ schreibt:

„Vielleicht noch ärgerlicher ist andererseits, dass längst nicht alle auf „unserer“ Seite (also Heiden, die keine Nazis sind) klare Position gegen Rechtsextremisten wie „Burgos“ beziehen, und damit Nazis und Rassisten leichtfertig die Deutungshoheit über das, was die Öffentlichkeit über Heiden zu sehen bekommt, überlassen.
Sehr ärgerlich ist, dass nicht-rassistische Heiden mit dem mutmaßlichen Terroristen und schon damals als solchem erkennbaren völkischen Hetzer kuschelten.“

Es spiegelt meine Erfahrung und Beobachtung wieder, dass sich heute noch viel zu wenig (Neu) Heiden deutlich gegen Rechtsextremismus, gegen Fremdenhass, gegen Diskriminierung und menschenfeindliche Ideologien abgrenzen.
Sich nicht klar zu positionieren ist AUCH eine Positionierung, die denjenigen zu einer „Deutungshoheit“ verhilft, die am lautesten brüllen und dadurch auffallen.
Ironischer Weise wird sich dann allerdings darüber beschwert, wenn das (Neu)Heidentum gleich Rechtsextremismus dargestellt wird.

Mir begegnet immer wieder die Aussage in heidnischen Kreisen: „Man sollte alle Meinungen anhören. Und die Gelegenheit nutzen, Aufklärung zu betreiben.“
Ganz ehrlich? – Hassreden, Aufruf zu Gewalttaten gegen Andersdenkende und –gläubige, Diskriminierung…
Das sind meiner Ansicht nach keine Meinungen, sondern Statements, bei denen das Diskutieren so sinnvoll ist, wie das Reden mit einer Mauer!
Ich betrachte das als vollkommene Zeit- und Energie-Verschwendung, solchen Menschen, ihren Plattitüden und Parolen eine Platz zu bieten.

Aber so einfach, wie es klingt, finde ich es trotzdem nicht.
Was die einen oder anderen vielleicht als etwas fragwürdig erachten könn(t)en ist, dass ich trotz allem allerdings der Ansicht bin, dass wir Raum für Vorurteile und Ängste schaffen sollten.
Der Grund ist folgende Beobachtung:
Wenn ich an die letzte Zeit zurück denke, in der die Pegida und Parteien wie die AfD stark geworden und unglaublichen Zulauf bekommen haben, dann halte ich ein Verhalten, das unsere Politiker und Medien fast durchweg an den Tag gelegt haben, für grundweg falsch:
Die (wenn vielleicht auch z.T. absichtlich geschürten) Ängste, Vorurteile, Sorgen und Befürchtungen der Bevölkerung einfach nur abzutun, und jeden, der sie äußert einfach mal pauschal als rechtsradikal, rassistisch, fremdenfeindlich, oder auch nur „dumm“, „ungebildet“ usw. abzukanzeln, statt sich die Zeit zu nehmen, und den Aufwand (JA! Das ist einer!) zu betreiben, sich ernsthaft mit den Menschen, und das was sie bewegt, auseinander zu setzen!

Was ich in unserer Politik und in unseren Medien beobachte, ist eine Unwilligkeit, sich mit unbequemen Fragen und Problemen auseinander zu setzen, und schnelle und einfache Lösungen und Antworten finden zu wollen, und diese zu bevorzugen, statt ehrlich zu sein und dazu zu stehen, das es durchaus Probleme gibt und geben kann, das Dinge ihre Zeit brauchen und es die schnellen Antworten, die vermeintlich „alternative Parteien“ anzubieten scheinen, nicht gibt.

Unsere Welt ist komplex!-Und genauso komplex können (und müssen!) daher auch nur die Antworten sei!
Und je komplexer etwas ist, desto mehr Zeit benötigt das Ganze.
Und ich denke, dass es unter anderem dieses „nicht ernst Nehmen“, dieses Verlachen und „Abkanzeln“ ist, was „uns“ früher oder später einfach um die Ohren fliegen MUSS!
Die Wahlen, die uns dieses Jahr bevorstehen, werden es vermutlich zeigen.
Menschen, die sich nicht ernst genommen fühlen, suchen sich jemanden, der ihnen zuhört, der sie unterstützt und der ihnen (ggf.) (einfache) Lösungen bietet.
Das ist ein psychologischer Fakt, den unsere Politik und auch unsere Medien in den letzten Monaten und Jahren schlicht zu ignorieren scheinen, und damit, meines Erachtens, wichtige Chancen verpassen, den Entwicklungen entgegen zu wirken und sie zu beeinflussen.

Weil ich der Meinung bin, das man, wenn man bei den Menschen etwas erreichen möchte, diesen auch das Gefühl geben muss, das man ihnen zuhört und das man sie ernst nimmt, versuche ich in der Tat den sehr schmalen Grat mit unserem Forum zu gehen, rigoros gegen Hass- und Hetzreden, Gewaltverherrlichung und –aufrufen, u.ä. vorzugehen, aber noch soweit „offen“ zu sein, dass noch kritische Auseinandersetzung und Diskussion möglich ist.
Bedauerlicher Weise scheint auch der Wille zu kritischer Auseinandersetzung und Diskussion in den letzten Monaten und Jahren immer weiter abzunehmen, und einer „Friss (meine Meinung) -oder stirb!“-Mentalität Platz zu machen.

Ich finde Diskurs, Auseinandersetzungen und Diskussionen ein unglaublich wichtiges Mittel, um Aufklärung zu betreiben, und um den derzeitigen Entwicklungen entgegen zu treten.
Sich passiv in eine Ecke zu verkriechen, die Augen zu verschließen vor den offensichtlichen Problemen, die wir überall in der Gesellschaft haben, und zu hoffen, das alles schon gut ausgehen wird, spielt den „Feinden“ von Freiheit, Vielfalt, Demokratie und Rechtsstaat mehr in die Hände, als sich den Diskussionen und Problemen zu stellen.

Falsch verstandene Offenheit
Ich bin ein Fan von Offenheit.
Doch offen zu sein für Diskussion, für kritische Auseinandersetzungen mit unserem Staat(sgebilde), mit unserer Politik und unserer Gesellschaft, für Diskurs und (gerne auch heiße) Diskussionen bedeutet jedoch lange nicht, dass man keine Grenzen ziehen kann, darf, soll oder gar muss! Im Gegenteil!
Offenheit für solche Dinge bringt die Verantwortung mit sich, ganz klar Position zu beziehen, ganz klare Grenzen zu zeihen und auch „STOP!-Bis hierher und nicht weiter, Freundchen!“ zu sagen.

Ich halte das, was in den letzten Jahren innerhalb des Heidentums oft zu beobachten war und ist, für eine falsch verstandene oder praktizierte Offenheit, weil oft genug eben keine klaren Grenzen gezogen worden sind.
Wie z.B. beim Nazi-Druiden „Burgos“, der bei der, von Heiden organisierten, Kundgebung und Versammlung in Fritzlar dabei war, und geduldet wurde.
Oder Literatur-Empfehlungen an Suchende und/oder Interessierte, deren Autoren dem rechten, völkischen und/oder rassistischen Spektrum zugeneigt sind oder diesem angehören (z.B. wenn es um Runen geht, die Bücher eines Gezas v.N.).
Das sind Dinge, wo meines Erachtens klare Positionierungen wichtig und notwendig sind.
D.h., dass man bei Demonstrationen, wie in Fritzlar, solche Gestalten wie Burghard B. z.B. des Platzes verweist, oder dafür sorgt, das der Hintergrund von Autoren klar dargelegt wird usw. .

Wenn WIR uns nicht klar positionieren, keine ganz klaren Grenzen setzen und klar machen, wer „zu uns“ gehört, und wer nicht, überlassen wir es Gestalten wie Geza v.N. oder Burghard B. wie wir von Nicht-Heiden wahrgenommen werden.
Wer, wenn nicht WIR, hat in der Macht, das Bild des (Neu)Heidentums in Deutschland zu gestalten?

Problematische Berichterstattung
Das Bild des (Neu) Heidentums in Deutschland scheint sich in den letzten Jahren leider nicht wesentlich geändert zu haben.
Hört Normalbürger den Begriff „Heide“, wird die Denke meist immer noch automatisch in eine (oder mehrere) der (sehr stark vereinfacht) vier möglichen (Haupt-)Richtungen gelenkt:

  1. „Ah! Du bist also ungläubig!“
  2. „Mit Nazis will ich gar nichts zu tun haben!
  3. „Schau an! Ich auch!
  4. „Aha… Davon hab ich noch nie was gehört.“

Was mittlerweile hinzukommt, ist eine äußerst fragwürdige Differenzierung zwischen „Neuheidentum/Neopaganismus“ (wahlweise auch ein anderes „neo“/„neu“, wie in den letzten Tagen „Neu“-/„Neo“-Druide) und „Heidentum“.
Wobei sich da leicht getan und argumentiert wird, das „Neu“/“Neo“heiden diejenige sind, die dem rechten Spektrum zuzurechnen seien, und dagegen die (im Großen und Ganzen „unpolitischen“) Heiden abzugrenzen seien.

Diese, in meinen Augen unhaltbare, Differenzierung halte ich deshalb für problematisch, weil unser heutiges Heidentum nur „neu“ (= „neo“) sein KANN.
Die meisten Neuheiden praktizieren heute ein Heidentum, das unserer heutigen Zeit Rechnung trägt und diesem angepasst ist.
Darüber hinaus ist es einfach auch ein Fakt, dass die neuheidnischen Pfade, die sich auf vorchristliche Kulte und/oder Religionen beziehen, in den aller wenigsten Fällen in einer ununterbrochenen Linie überliefert, und uns ihre Worte und Praktiken vollständig erhalten worden wären!
Dh. das was „wir“ rekonstruieren können, muss auch mit Dingen unserer eigenen Mutmaßungen, Schlussfolgerungen und/oder Kreativität gefüllt werden, weil es niemanden gibt, den wir dazu befragen können. Aber das bedeutet eben, dass es nicht mehr dem entspricht, was „unsere“ Altvorderen praktiziert haben, und somit eine Neuschöpfung unserer Zeit ist!
Ich betrachte jeden, der anderes behauptet mit äußerster Skepsis, und ich kann nur jeden/r andere/n ans Herz legen desgleichen ebenso zu tun!

Davon vollkommen abgesehen muss bei solchen Überlegungen auch berücksichtigt werden, dass es heidnische Ausrichtungen bzw. Wege gibt, die sich erst in den vergangenen Jahren, Jahrzehnten oder Jahrhunderten entwickelt haben, bzw. die erst von (inspirierten) Menschen ins Leben gerufen wurden.
Dazu gehört zum Beispiel Wicca oder die gesamte Bandbreite der Göttinnenspiritualität.
Fakt ist, auch wenn es da Heiden und Heidinnen gibt, die mir da heftig wiedersprechen werden, dass diese Pfade nicht uuuuuuuuuurrurururururalt sind, und bis in die Steinzeit in ganz genau DIESER Weise zurückverfolgbar sind! Sie sind in DIESER Zeit geboren worden und haben sich in DIESER Zeit entwickelt.
Sie sind faktisch und in wahrsten Sinne des Wortes, neu!

Im Prinzip bedeutet die Schlussfolgerung, das alles, was sich „Neuheidentum“/“Neopaganismus“ (oder ähnliches) nennt, sei gleichzusetzen mit Rechtsextremismus, rechten Terror usw., diejenigen in eine Rechte Ecke zu stellen, deren gewählter, spiritueller Pfad erst sich erst in „unserer Zeit“ entwickelt hat.

Ich weiß nicht, ob dies Organisationen wie der Amadeu-Antonio-Stiftung, die verantwortlich für die Seite „Netzt gegen Nazis“ ist, und die derlei fragwürdige Definitionen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, bewusst ist, oder ob sie diese Tatsache einfach nur zu Gunsten eines bequemen Feindbildes ignorieren.

Doch das Problematische an der Berichterstattung ist eben nicht nur das, was durch fragwürdige Definitionen aus der Linken Szene kursiert, sondern eben, wie bereits geschrieben, natürlich auch das Bild, was „wir“ durch unsere (Nicht)Positionierung in diesen Fragen liefern.
Wollen wir das Bild und die „Beurteilung“ dessen, wer und was „wir“ Heiden sind ändern, dann führt kein Weg daran vorbei, AKTIV zu werden, ganz klare Position zu beziehen, und uns auch der Öffentlichkeit zu stellen, in Diskurs und in die Diskussion zu gehen.
Genauso wichtig ist es aber auch, das wir uns, unseren Umgang mit Nazis, rechtsextremistischen und völkischen Ideologien, Rassismus, Fremdenhass usw. hinterfragen, und in unseren Reihen aufzuräumen.

Gute Beispiele für klare und konsequente Linien geben da Nornirs Ætt, Celtoi e.V., aber auch der Eldaring e.V. und der VfgH (Verein für germanisches Heidentum), und auch wir werden im PanPagan weiter unsere Linie gegen Rechts, gegen Hass und Gewalt vertreten.

 

In diesem Sinne
liebe Grüße
Siat

Gedanken zu Zerstörung und Terror im Namen Gottes

Was in den letzten Wochen durch die Nachrichten ging, ließ mir immer wieder den Satz: “Das hatten wir doch schon mal, nur unter anderem Banner.”  in den Kopf schießen.

Bild: dpa Quelle: SPON (Klick auf´s Bild, um zum Artikel zu kommen)

Videos und Bilder, die Anhänger des Islamischen Staates dabei zeigen, wie sie unwiederbringlich antike (Kult)Stätten und (Kultur)Schätze zerstören, gingen um die Welt.
Und dabei ist sicherlich nicht nur der archäologische und touristische Wert beklagenswert.

So spricht der HERR Zebaoth:
Die Mauern der großen Babel sollen untergraben und ihre hohen Tore mit Feuer angesteckt werden, daß der Heiden Arbeit verloren sei, und daß verbrannt werde, was die Völker mit Mühe erbaut haben.
-Jeremia 51, 58

Nimrod, Ninive, Al-Hadra. Dazu zahlreiche Artefakte in einem Museum in Mossul.
Die (m.E. berechtigte) Sorge geht um, dass auch Babylon zu einem Opfer der IS werden könnte, wie wohl auch zahlreiche weitere Stätten, die bisher (noch) verschont geblieben sind.
Ein “Kultur-Vandalismus”, wie ihn die Medien nennen, mit dem sich die Islamisten in guter Gesellschaft mit ihren abrahamitischen Brüdern befinden.

Die Intention dahinter ist der christlicher Missionare und Kreuzfahrer früherer und auch neuerer Zeit, oder gar den jüdischen Eroberungszügen im Namen Gottes, nicht unähnlich:

Mohammad bei der Zerstörung der Götterbildnisse der Kaaba; L’Histoire Merveilleuse en Vers de Mahomet, 11. Jhd.; Quelle: wikimedia. org

Die Vernichtung von Götzen, von Zeugnissen (in diesem Fall) vor-islamischer Kultur und Religion, die als “falsch” betrachtet und, “freundlich” ausgedrückt, für Irrlehren gehalten werden.
Schließlich gibt es “keinen Gott, außer Allah”!
Doch dieser Name ist austauschbar.

Mich berühren diese Bilder, Berichte und Geschehnisse auf eine recht eigentümliche Weise.
Vielleicht, weil sie mir eine Ahnung davon verschaffen, wie das “jüdische Volk” und später auch christliche Kreuzfahrer und Missionare gewütet haben (könnten).

Gideon zerstört mit seiner Armee den Altar und das Abbild des Gottes Baal; Künstler/Artist: Maerten van Heemskerck; Quelle: wikimedia.org

Die zahlreichen Gebote und Aufrufe des abrahamitischen Gottes zu Zerstörung von “Götzen”, dem “Niederbrennen heiliger Haine” usw. sind vielfältig, und beschränken sich, wenn man sich die Bibel betrachtet, nicht nur auf das Buch Jeremias.
Auch in den Büchern Moses´ finden wir ähnliches Häppchen, wie z.B. dieses:

Und der HERR redete mit Mose in dem Gefilde der Moabiter an dem Jordan gegenüber Jericho und sprach: Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr über den Jordan gegangen seid in das Land Kanaan, so sollt ihr alle Einwohner vertreiben vor eurem Angesicht und alle ihre Säulen und alle ihre gegossenen Bilder zerstören und alle ihre Höhen vertilgen, daß ihr also das Land einnehmet und darin wohnet;
– 4. Moses 33, 50-53

Und in den Chroniken wird z.B. über König Josiah, einem Sohn Davids, berichtet:

Denn im achten Jahr seines Königreichs, da er noch jung war, fing er an zu suchen den Gott seines Vaters David, und im zwölften Jahr fing er an zu reinigen Juda und Jerusalem von den Höhen und Ascherabildern und Götzen und gegossenen Bildern und ließ vor sich abbrechen die Altäre der Baalim, und die Sonnensäulen obendrauf hieb er ab, und die Ascherabilder und Götzen und gegossenen Bilder zerbrach er und machte sie zu Staub und streute sie auf die Gräber derer, die ihnen geopfert hatten, und verbrannte die Gebeine der Priester auf ihren Altären und reinigte also Juda und Jerusalem, dazu in den Städten Manasses, Ephraims, Simeons und bis an Naphthali in ihren Wüsten umher. Und da er die Altäre und Ascherabilder abgebrochen und die Götzen klein zermalmt und alle Sonnensäulen abgehauen hatte im ganzen Lande Israel, kam er wieder gen Jerusalem.
– 2. Chronik 34, 3-5

Christlicher “Vandalismus” an den Externsteinen, Teuteburger Wald, Deutschland; Quelle: wikimedia.org

Dieses sind nur ein paar ausgewählte Beispiele.
Die “Brüderlichkeit im Geiste” von Judentum, Christentum und Islam lässt sich auch in dieser Hinsicht deutlich erkennen.
Und blicken wir uns weiter in der Geschichte um, beschäftigen uns mit der Eroberung der “Neuen Welt” (und die gewaltsame Missionierung ihrer Ureinwohner) oder setzen uns auch mit der zum Teil gewaltsame Ausbreitung des Christentums auch in unseren Breiten auseinander, sind die Parallelen doch ziemlich ernüchternd und ja, auch ein wenig beunruhigend.

Zerstörung der Irminsul durch Karl den Großen; Künstler: Heinrich Leutemann; Quelle: Wikimedia.org

Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir die Fresse ein

So uncharmant dieses Sprichwort auch ist, so wahr ist es leider auch hinsichtlich abrahamitischer (und ja, z.T. auch (neu)heidnischer) Religionen.
Der Kampf um den “wahren Glauben”, die “wahre Religion”, und ja, auch um Gläubige (um deren “Seelenheil”/”Wohl” man sich bemüht glaubt) ist vielleicht so alt wie der Monotheismus, bzw. die abrahamitischen Religionen.
Dabei schrecken die (fundamentalistischen) Anhänger, obwohl sie Brüder im Geiste sind, natürlich auch nicht davor zurück, dem anderen “die Wahrheit (TM)” abzusprechen, und sie für sich zu beanspruchen.
Juden gegen Christen und Moslems. Moslems gegen Christen und Juden. Christen gegen Juden und Moslems. Und natürlich geht es auch munter untereinander weiter. Christen sprechen Christen den “wahren Glauben” ab, sowie es Juden und Moslems ebenfalls untereinander tun.

Ein irrsinniges Rad, was sich immer weiter und weiter dreht und dabei natürlich auch noch alles mit zu reißen sucht, was nicht abrahamitisch ist, und undifferenziert als “Heiden” oder “Ungläubige” betitelt wird.
Es ist ein (religiöser) Wahnsinn, dessen Wurzeln m.E. im Anspruch liegen, DIE Wahrheit (TM) für alle Völker der Welt zu sein, die diese bedingungslos und ohne zu hinterfragen zu akzeptieren hätten. Wenn nicht… Dann warten wahlweise Schwert oder Steine auf einen.
Es mutet dann doch etwas zynisch an, wenn die Anhänger dann von einer “Religion des Friedens” und von einem “liebenden Gott” sprechen.

Die Zerstörung von (Kult)Stätten, Schriften, Statuen usw. stellt m.E.  den Versuch dar, die entsprechenden Götter, ihre Kulte und die Religion aus dem Gedächtnis der Menschen zu tilgen.
Wobei es mir scheint, dass es nicht nur ausschließlich um das “Aus dem Gedächtnis tilgen” zu gehen scheint, sondern auch um das Auslöschen entsprechender Identität, die sich im Kult, aber auch in der Kunst und natürlich der Schrift wiederspiegelt.

Gewalt, in welcher Form auch immer, ist tief verwurzelt in den abrahamitischen Religionen und ihren Heiligen Schriften.
Da braucht man sich nur die Zeit zu nehmen, und sich die Bücher mal komplett durchzulesen und nicht in einer selektiven Weise, wie es von allen Vertretern heute gern gemacht wird. Fundamentalisten, Anhänger, die bereit sind wirklich ALLES für ihren Glauben und ihre Religion zu tun, gibt es bei allen drei.
Und wer sich wachen Auges umsieht, der wird recht schnell bezüglich christlicher (und jüdischer) Extremisten fündig, die z.B. von Amerika aus versuchen, hier in Deutschland und anderen Ländern der EU Fuß zu fassen und Anhängerschaft zu rekrutieren.
Ein sehr eindrucksvolles Beispiel dafür ist “The Call”.

Ich habe immer wieder den Eindruck, dass der “Frieden der Religionen”,  den wir hier in Europa und dem Westen haben, ein recht zerbrechlicher ist.
Uns hier in DE hilft mit sicherlich auch, dass wir im Grundgesetz die Religionsfreiheit fest verankert haben, auch wenn grade “wir” Heiden da heute noch immer mal wieder unsere Problemchen in der Gesellschaft wahrnehmen.
Was sicherlich nicht hilfreich ist, so meine ich, ist der unsägliche Gotteslästerungsparagraph, weil er vor allen Dingen einseitig zu Gunsten des Christentums ausgelegt und angewendet wird, und andere Glaubenswege davon ausgenommen scheinen.
Würde es etwas ändern, wenn er für alle gelten würde?
Hm, ich kann es natürlich nicht sagen, doch ich denke, es würde zumindest dazu führen, dass sich ein Weg nicht gegenüber eines anderen benachteiligt fühlen würde.
“Gleiches Recht für alle!”, wie es so schön heißt.
Die andere Möglichkeit wäre, ihn komplett abzuschaffen, was mir angesichts des Themas “Meinungsfreiheit” eigentlich als die sinnvollste Lösung erscheint. Doch ich bin etwas ab vom Thema.

Wenn ich mir die Bilder in den Medien betrachte, dann habe ich den Eindruck durch ein Fenster zurück in der Zeit zu blicken.
Auch wenn viele Christen und Juden davor zurück schrecken, so ist es einfach eine Tatsache, dass sie ganz genau denselben Schrecken, genau dieselbe Zerstörung, denselben Terror und dasselbe Leid in die Welt gebracht haben, wie heute ihre islamistischen Brüder.
Sie unterscheiden sich nur darin, dass die Mittel damals etwas andere waren als heute.
Doch egal, wie sie ausgetragen werden und wurden.
“Dreckig” war und ist jeder dieser Eroberungszüge, auch wenn sie im Namen Gottes geführt werden.
Ich fühle mich ein wenig zurück gesetzt in die Zeit, in der erst Juden und dann Christen Andersgläubige verteufelten, ihre Heiligtümer und Bildnisse zerstörten und entweihten, die Priesterschaft und Anhänger der entsprechenden Pfade ermordeten, Frauen vergewaltigten und stahlen, was sie nur tragen konnten.

Heute ist eine andere Zeit. Wir haben eine Welt, die einwenig wie ein Puzzel zusammen gesetzt wird.
Wir haben hier im “Westen” das unglaubliche Glück, dass wir die Aufklärung hatten und sich wahnsinnig viel in den Kirchen entwickelte.
Wir dürfen auch bei all dem Schrecken und Terror ebenso nicht vergessen, dass nicht alle Moslems den Islamisten der IS identisch sind, ebenso wenig, wie jeder Christ ein evangelikaler Fundamentalist ist, der dazu bereit ist als Kreuzfahrer die “barbarischen Moslems” niederzumetzeln.

Ich selber habe in diesem Artikel natürlich auch stark vereinfach von “den” Moslems, Juden und Christen geschrieben.
So einfach stellt sich das aber im Licht der Realität  betrachtet natürlich nicht.
Auch Christentum, Judentum und Islam bestehen alle aus unzähligen Strömungen und überall gibt es sowohl gemäßigte wie auch radikale Ansichten und Ausrichtungen.

Gefahr geht m.E. von jeglicher Art von Fundamentalismus und Radikalismus aus, und es ist unsere Aufgabe, egal welchen Pfad wir gehen, diesbezüglich achtsam zu sein und diesen entgegen zu treten.

 

Quelle: Kritisches Netzwerk.de

 

Siat

 

 


 

Quellen und weiterführende Links:
Bad news about Christianity-Cultural Vandalism
Spiegel Online.de
World Socialist Website-IS zerstört antike Stätten bei Mossul
Frankfurter Rundschau (Online)
Zeit Online
Bibel Online

 

Videos (Beispiele, die zur weiteren Recherche anregen mögen)

Weltfriedenstag

Klamm-heimlich und sang-und klanglos geht er vorüber: Der Internationale Tag des Friedens.

Ich gestehe, dass ich selbst erst durch einen Eintrag bei Facebook darauf gestoßen wurde, und wenn ich mich so umsehe, dann scheint es nicht nur mir so zu gehen.
Eigentlich traurig.  Denn Weltfrieden ist eines der aktuellsten und brennendsten Themen überhaupt.

Friedenstaube; Quelle: wikipedia.de, © gemeinfrei

Weltfriedenstag?-Nie davon gehört!
Befragt man Tante Wiki, so werden wir darüber informiert, dass es diesen Gedenktag (auch Antikriegstag genannt), bereits in den 50ger Jahren in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) begangen wurde.
Schon damals trug er die Namen “Weltfriedenstag”, bzw. “Tag des Friedens”, wurde jedoch am 01. September begangen, und die Bürger wurden dazu aufgerufen, sich für den Frieden in der Welt einzusetzen.

In der Bundesrepublik Deutschland (BRD) wurde (und wird) nach Aussage der Wikipedia dieser Tag als “Antikriegstag” begangen, an dem des Beginns des 2. Weltkriegs gedacht wird, dermit dem Einmarsch in Polen 1931 begann.
Für die Einsetzung dieses Gedenktages in West-Deutschland setzte sich 1957 der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ein, der am 01. September ´57 zu Aktionen unter dem Motto “Nie wieder Krieg” aufrief.  Kundgebungen, Aufrufe und Veranstaltungen werden auch heute noch vom DGB organisiert.

Am 01. Januar wird seit 1968 von der katholische Kirche ein “Weltfriedenstag” begangen.  Er ist mit dem Hochfest der Gottesmutter Maria verbunden, an dem der amtierende Papst jedes Jahr im Vorfeld seine Weltfriedensbotschaft verkündet, in der immer ein spezielles, aktuelles Thema näher erörtert wird.
Es kommt aber auch in machen Orten vor, dass der Tag eher flexibel innerhalb der ersten Januarwoche begangen wird.
Nach Aussage der Wikipedia steht die Entstehung dieses Gedenktages mit den weltweiten Spannungen 1967 in Verbindung. Past Paul VI. hatte sich am 08. Dezember ´67, nach einem Besuch der Vereinten Nationen in New York  im Oktober des selben Jahres, noch einmal mit einer Friedensbotschaft an die Regierungen in der Welt gewandt, und dann den 01.Januar zum Weltfriedenstag erklärt. Eine Folge dieser Einsetzung war, dass das ursprüngliche Fest der “Gottesmutterschaft Marias” vom 11. Oktober auf den 01. Januar verlegt wurde.

Der am heutigen Tag, also dem 21. 09. begangene Weltfriedenstag ist im Vergleich relativ “jung”.
Er wurde erst 1981 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen eingesetzt.
Am 21. September ´81,  dem Tag der damaligen Vollversammlung,  verkündete diese:

Dieser Tag soll offiziell benannt und gefeiert werden als Weltfriedenstag (International Day of Peace) und soll genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken.

Am 30. November desselben Jahres wurde er dann in einer Resolution offiziell zum “International Day of Peace” erklärt, und sollte nach dem Wunsch der UN, ein Tag des Waffenstillstands und der Waffenlosigkeit sein.
Doch erst 2001 wurde eine weitere Resolution mit dem Inhalt verabschiedet, dass der Weltfriedenstag ab 2002 jedes Jahr weltweit am gleichen Tag, also dem 21. September, gefeiert werden sollte.
Seit 2004 ruft der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) jedes Jahr dazu auf, diesen Tag zu einem Internationalen Tag des Gebetes für den Frieden zu machen „als eine Möglichkeit, die Zeugniskraft der Kirchen und Glaubensgemeinschaften den vielen Kräften der weltweiten Bewegung für Frieden und Gerechtigkeit hinzu zu fügen“.

Soviel zur Information über den Weltfriedenstag.

 

Quelle und ©: WirwollenkeinenKrieg.wordpress.com

Weltfrieden?-Eine schöne Vision

Die Vision von einer Welt, in der wir alle in Frieden miteinander leben können, scheint auch heute noch in einer unerreichbaren Ferne zu liegen.
Seien es die immer noch schwelenden Kriege und “bewaffneten Konflikte” im Nahen und Fernen Osten, sei es das Schwelen der Krisen in der Ukraine, Unruhen in Afrika… Ausbeutungen und Ungerechtigkeiten…
Ganz egal wo man seinen Blick auch hinwendet.
Wohin die Pfade noch gehen werden… Nun, die Entwicklungen in der Welt reichen zumindest, um ein gewisses Gefühl der Besorgnis aufkommen zu lassen. -Die Angst vor einem 3. Weltkrieg scheint, zumindest wenn man z.B.  N24 und SpiegelOnline glauben mag, zumindest wieder realer in das Bewusstsein der Menschen zu kommen.

Quelle: gutezitate.com

 

Für den Frieden eintreten
Was so schön klingt, erscheint doch immer wieder als eine Herausforderung.
Angesichts dieser Übermacht an Schrecken, Gräuel und Unmenschlichkeiten (übrigens nicht nur unseren Mitmenschen gegenüber) kann einem schon ein Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht überkommen.
Und letztlich ist es leider tatsächlich so, dass unsere menschlichen Möglichkeiten begrenzt sind.
Dennoch empfinde ich es wichtig, dass wir uns für den Frieden, Wohlergehen, Wohlstand (für alle)  und Freiheit einsetzen.
Wie das aussehen kann, kann vielleicht unterschiedliche Formen haben.
Die einen engagieren sich aktiv in der Friedensbewegung., organisieren Veranstaltungen, Demonstrationen oder ähnliches.
Andere schreiben Blogs, bieten Plattformen zur Bildung von Netzwerken und wieder andere treffen sich, um in gemeinsamen Ritualen, in gemeinschaftlichen Gebeten, Mahnwachen usw. ein Zeichen zu setzen bzw. auf die Geschehnisse in der Welt einfluss zu nehmen.
Die Möglichkeiten sind derart vielfältig… Und ich denke, jeder muss für sich seinen Weg finden.

Eirene, griechische Göttin des Friedens, Glyphothek München; Quelle: Wikipedia.de, © cc


Als Heiden den Weltfriedenstag begehen

Natürlich habe ich mir heute auch ein wenig überlegt, was für Möglichkeiten wir haben, diesen Gedenktag zu begehen.
Die Idee diesen mit einem Ritual zu begehen bietet sich da natürlich an. Egal ob in einer Gruppe oder auch allein.
Man könnte Fähnchen, Schnüre oder ähnliches mit entsprechenden Wünschen oder Bitten (ähnlich der tibetischen Gebetsfahnen) gebastelt werden, die man in den Wind hängt.
Es können auch Kerzen “geladen” und abgebrannt werden.
Natürlich können auch in größeren Ritualen Götter und/oder Göttinnen gerufen und Ihnen geopfert werden, damit Sie die laufende Friedensprozesse unterstützen.
Man kann gemeinsam Meditieren, Energie schicken…
Je nachdem, zu was man seinen Zugang hat.

Ich denke, es wäre eine schöne und wichtige Sache, wenn der Weltfriedenstag aus seinem Schattendasein tritt und die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient.
Es geht uns alle an, denn auch hier in Deutschland (und Europa) ist der Friede, den wir hier derzeit (noch) luxeriös genießen (können), zerbrechlich.

Be blessed
Siat

Om
Sarvesham Svastir Bhavatu

Sarvesham Shantir Bhavatu
Sarvesham Purnam Bhavatu
Sarvesham Mangalam Bhavatu

Sarve Bhavantu Sukhinah
Sarve Santu Niramayaah
Sarve Bhadrani Pasyantu
Ma Kaschid-Dukha-Bhag-Bhavet

Om
Wohlergehen sei mit allen.
Friede sei mit allen.
Fülle sei mit allen.
Reichtum sei mit allen.

Mögen alle glücklich sein.
Mögen alle frei von Krankheiten sein.
Mögen sich alle um das Wohlergehen anderer kümmern.
Möge niemand an Sorgen leiden.