Vor dem Bau eines neuen Hindu-Tempels

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    Vor dem Bau eines neuen Hindu-Tempels

    Hallo zusammen,
    gestern fand auf einem Grundstück außerhalb Bremens eine etwas andere Landbeschau statt.
    Die Bremer Hindu-Gemeinde hat vor, dort einen Tempel zu erbauen, doch bevor der Bau starten kann, brauchte es erst eine Bestätigung durch die Götter, dass dieser Ort auch geeignet ist:

    Cow gives blessing for Hindu temple in Bremen

    Kuh prüft Grundstück für neuen Hindu-Tempel in Bremen

    „Die Kuh hat dem Tempelbau zugestimmt“

    Kuh prüft Baugrund für Hindu-Tempel in Bremen


    Ich bin gespannt.
    Jay Shri Ganeshaya namah.


    LG
    Siat
    Von den Hohen erschaffen
    zu lernen, zu lehren, zu wachen
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    ©Siat



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    ANB´s
    Vielen Dank, dass Du diesen Artikel geteilt hast. Ich wünsche der hinduistischen Gemeinde Bremens viel Glück mit ihrem Bauvorhaben.



    Ein wenig OFF-TOPIC, aber Folgendes werde ich mir mal merken:

    „​Irgendwann hat sie[die Kuh] sich an eine kühle Stelle gesetzt – dort war es oft kühl, weil darunter Wasser zu finden war.”
    Quelle: faz.net/aktuell/gesellschaft/t…-zugestimmt-15403362.html


    Das ist ganz interessant. Dem phönizischen Königssohn Kadmos aus der griechischen Mythologie riet der delphische Orakelgott Apoll ebenfalls, einer Kuh zu folgen und dort, wo diese sich niederließ, seine Stadt zu gründen. Erschien mir zunächst immer etwas seltsam, doch der oben zitierte Satz könnte dies natürlich erklären: Jede Siedlung bedarf einer Wasserzufuhr.
    Hallo Artjom,
    gern. :)
    Was ich ja sehr spannend finde ist, dass es anscheinend überhaupt gar keinen Widerstand der Bevölkerung dagegen zu geben scheint, wo es doch ein ziemlich traditioneller, hinduistischer Tempelbau werden wird, und sich da ganz offenabar überhaupt kein Widerstand in der Bevölkerung regt, wohingegen ja jeder (traditionellere) Moscheenbau mit Protesten überzogen wird. :rolleyes:
    Und eigentlich könnte das auch hinsichtlich (neu)heidnischer Tempelgründungsideen auch interessant sein. ;)


    Artjom schrieb:

    Das ist ganz interessant. Dem phönizischen Königssohn Kadmos aus der griechischen Mythologie riet der delphische Orakelgott Apoll ebenfalls, einer Kuh zu folgen und dort, wo diese sich niederließ, seine Stadt zu gründen. Erschien mir zunächst immer etwas seltsam, doch der oben zitierte Satz könnte dies natürlich erklären: Jede Siedlung bedarf einer Wasserzufuhr.

    Stimmt.
    Wobei die Wasserzufuhr halt besonders wegen der rituellen Waschungen/Bäder wichtig ist, und noch einiger anderer Ritual-/"Gottesdienst"-spezifischer Dinge. ;)
    Wie beim Tempelbau in Griechenland war, weiss ich nicht. Aber bei den Hindus ist das Vorhandensein von Wasser im/am Tempel wegen oben genannter Dinge essenziell wichtig.
    Daher würde auch nie ein Tempel dort errichtet werden, wo es nicht in irgendeiner Weise Zugang zu (fließendem) Wasser gibt.

    LG
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    Siat schrieb:

    Wie beim Tempelbau in Griechenland war, weiss ich nicht. Aber bei den Hindus ist das Vorhandensein von Wasser im/am Tempel wegen oben genannter Dinge essenziell wichtig.


    Finde ich nicht unlogisch. So aus dem Stegreif weiß ich, dass in Rom das Wasser zu rituellen Zwecken nur aus bestimmten Brunnen geholt wurden (oder direkt aus dem Tiber, der den Römer ja auch als Vater galt, gerade so wie Göttin Ganga in Indien als Mutter gilt (oder irre ich?)) und das griechische Heiligtümer tatsächlich auch in der Nähe von Quellen lagen, Quellen waren selbst kleine Heiligtümer, bewohnt von Nymphen...

    Und rituelle Reinheit gab es wohl auch bei den alten Griechen und Römern. Der französische Althistoriker Paul Veyne deutet dies in seinem Werk über die griechisch-römische Religion an, doch Details dazu lässt er leider unerwähnt. Nach einem Todesfall in der Familie oder im Haus soll man zum Beispiel erstmal eine Zeit gereinigt werden, ehe man einen Tempelbezirk betreten konnte. Und während der römischen Totengedenkfeiern im Februar wurden die Tempel der Götter sogar verschlossen, damit die Geister der Verstorbenen diese nicht verunreinigten... eigentlich doch eine ganz andere Betrachtungsweise, als wie ich sie vom Christentum gewohnt bin (ich komme zwar aus einem eher marxistisch-atheistischen Haushalt, doch man ist ja Kind seiner Zeit).

    Siat schrieb:

    Was ich ja sehr spannend finde ist, dass es anscheinend überhaupt gar keinen Widerstand der Bevölkerung dagegen zu geben scheint, wo es doch ein ziemlich traditioneller, hinduistischer Tempelbau werden wird, und sich da ganz offenabar überhaupt kein Widerstand in der Bevölkerung regt, wohingegen ja jeder (traditionellere) Moscheenbau mit Protesten überzogen wird.


    Ich fürchte, dass ist ein Image-Problem. Muslime habe natürlich eine schwere Bürde zu tragen: Ihre Religion wird mit dem Terrorismus assoziiert und dazu kommt noch, dass manche Einheimische schlechte bis sehr schlechte Erfahrungen mit einigen muslimischen Jugendlichen gemacht haben. Ich denke, im 21. Jh. Muslim zu sein, das ist nicht leicht.

    Hindus hingegen fallen bis dato doch kaum bis gar nicht auf, der Tempelbau ist zudem privat finanziert (nehme ich an, in Berlin war er glaube ich privat, also von der hiesigen Gemeinde, finanziert worden, so viel ich weiß) und nicht durchs Ausland und außerdem ist es „eben mal etwas anderes”, wenn ich das einmal so salopp sagen darf. Man erlebt es doch nicht alle Tage, dass eine liebe Kuh von nebenan für den Bau eines exotischen Tempels herangezogen wird.

    Gegen den Lord-Ganescha-Tempel in Berlin wurden - so viel ich weiß! - auch keine Proteste erhoben.