The bearded men from the Orient - A Christmas Satire

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      Agnosco wrote:

      Nach seiner Logik hätte sich dies sich nur an SED-Kader richten sollen.


      Nein, nicht an das Kader, sondern an alle, die die Ideologie der SED als richtig gesehen haben.

      Agnosco wrote:

      Das sich dies geändert hat, ist gegenwärtigen Entwicklungen geschuldet.


      Das negative Bild des Orientalen gibt es schon wesentlich länger. Wenn du die Kreuzzüge nicht mit einberechnest gab es das spätestens wieder seit das Osmanische Reich ab dem 15. Jahrhundert das christliche Europa bedrohte. Verankert wurde es dann während des 3. Reiches, als verbreitet wurde, dass nicht nur die Juden sondern alle "orientalischen Rassen" verschlagen, habgierig und minderwertig seien. Die bärtigen Männer mit den Hakennasen- wahlweise mit Kippah oder Turban - über die es auch schon damals wunderbare "Karikaturen und Satiren" gab, haben schon lange einen prägenden Eindruck in den Köpfen der Abendländer hinterlassen.

      Agnosco wrote:

      Gewisse Stigmatisierungen, wie der fleißige und sparsame Schwabe, der knurrige Mecklenburger etc., haben nichts mit Rassismus zu tun.


      Vorurteile und Stigmatisierungen haben nichts mit Rassismus zu tun? 8| Genau diese Vorurteile und Stigmatisierungen sind der Nährboden, auf dem Rassismus erwächst! Ersetze deine deutschen Bevölkerungsgruppen mal mit Nationalitäten: Die korrupten Italiener, die versoffenen Russen, die faulen Griechen, die klauenden Polen... Merkst du was?


      Agnosco wrote:

      So lange hier im Forum, sich niemand eindeutig rassistisch oder antisemitisch äußert, oder nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet, sollte man auch schreiben dürfen, ohne entsprechend der political correctness hinterfragt zu werden.


      Na dann ist ja gut, wenn die Leute nicht eindeutig, sondern nur latent rassistisch sind.

      Die Meinung des anderen als "Political Correctness" abzuwerten ist übrigens in der Rhetorik gewisser Kreisen genauso beliebt wie der Kampfbegriff "Gutmensch", da beides den anderen unterstellt, moralisch-dogmatisierend zu sein um lediglich als gut wahrgenommen zu werden. Damit wird jede humanistische Haltung abgewertet. Weswegen es mich ja besonders kopfschütteln lässt, das Elikal sich selbst als Humanist wahrnimmt.

      Auch ein Problem zu relativieren, in dem man es gegen ein andere aufwiegt oder mit einem anderen ablenkt ist eine bekannte Taktik. ("Das soll rassistisch sein? Wir sollten uns lieber mal um die Problematik Beschneidung kümmern!" , "Die Flüchtlinge haben keine angemessenen Unterkünfte? Wir sollten uns doch lieber mal um die deutschen Obdachlosen kümmern...")

      Agnosco wrote:

      Kritische Äußerunge, auch mit Überspitzungen meinetwegen, sollten erlaubt sein. Genauso ist es erlaubt, dann zu sagen, dass einem das nicht gefällt oder man aus diesem und jenem Grund nicht zustimmt.


      Auch die Andeutungen, dass man etwas nicht sagen dürfte da das irgendwie unerlaubt sei, obwohl die Meinungsfreiheit des anderen in keiner Weise eingeschränkt ist, sondern er lediglich Kontra bekommt, ist wohlbekannt.

      (Mist, ich hätte mal gleich am Anfang ein Bullshit-Bingo aufmachen sollen, ich hätte bestimmt schon eine Reihe voll.)

      Agnosco wrote:

      Die Diskussion wird in diesem Thread zunehmend politisch geführt.


      Glaubst du allen Ernstes, dass es ein apolitisches Neuheidentum geben kann? Ein organisiertes, apolitisches Neuheidentum gar? Echte, nicht rhetorische Frage.

      Agnosco wrote:

      Würde ich dieser Argumentation folgen, könnte ich alle und jeden mit Nazis (Korrekt müsste es Nationalsozialisten heißen) gleichstellen. Mit gutem Recht, denn das ist nicht nur ein Problem bei den Heiden, sondern quer durch die gesamte Gesellschaft, durch alle Schichten.


      Bitte was? Rechtes Gedankengut ist in allen Schichten der Gesellschaft zu finden, ja. Für oder gegen was soll das ein Argument sein?

      Agnosco wrote:

      Was meint er mit »rechtem Gedankengut«, was ja, wenn man ihm folgt Sprengkraft besitzt? Nationalsozialistisches Gedankengut? Rechtsextremes Gedankengut? Rechtsliberales Gedankengut? Rechtskonservatives Gedankengut? Das alles in einen bösen Topf gehauen wird, ist sehr bedenklich.


      Es ist doch herzlich egal, wie extrem die Ablehnung ist und ob ich sage: "Du bist keiner von uns. Ich will dich nicht in meiner Gruppe" oder "Ich hau dir eins aufs Maul, wenn du versuchst in unsere Gruppe zu kommen!" wenn das Resultat der Ablehnung zu den selben Problemen führt.

      Agnosco wrote:

      Die heidnische Toleranz scheint mir mit einer völlig falschen und überzogenen Erwartungshaltung verbunden zu sein.


      Ich toleriere deine Meinung. Ich behalte mir nur vor anderer zu sein und das deutlich zu machen.



      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
      Hier is ja mal wieder richtig Stimmung in der Bude...
      Und das mal ganz ohne mein Zutun. Interessant das mal von Außen zu beobachten.

      Ich glaube es könnte helfen wenn man mal ein bisschen weniger emotional und dafür etwas mehr mit dem Kopf an das Thema herangehen würde.
      Artjom, ich verstehe sehr gut dass du dich bei so mancher Aussage die hier getätigt wurde beleidigt fühlen kannst, aber es hilft manchmal auch vor dem antworten erstmal ganz entspannt ne Runde durch die Hose zu atmen bevor man drauf reagiert. Hab ich auch erst lernen müssen.
      Mittlerweile glaub ich ja dass die meisten hier nicht beleidigen wollen, es aber aus Unachtsamkeit dann doch ab und an tun.
      Also entspann dich mal wieder ein bisschen. Ich versteh deine Reaktion, aber es ist echt nicht hilfreich hier so aufzudrehen...

      Ich bin der Meinung weder Christen, Muslime (ach sagen wir einfach mal zusammenfassend Abrahamiten) noch die Heiden in all ihren verschiedenen Ausprägungen haben sich im Laufe der Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende mit Ruhm bekleckert. Wir haben alle unsere Leichen im Keller und Fehler gemacht.
      Da jetzt mit dem Finger auf andere zu zeigen und ihren ihre Verfehlungen der letzten was weiß ich tausend Jahre unter die Nase zu schmieren halte ich für nicht unbedingt nützlich.
      Wir alle haben Scheiße unterm Schuh kleben, die Crux ist aber nicht wer in den größeren Scheißhaufen getreten ist oder wie oft, sondern dass wir besser aufpassen sollten dass wir nicht nochmal reintreten.
      "Das ist die Seuche dieser Zeit,
      Verrückte führen Blinde"


      King Lear, W. Shakespeare 1606

      hi agnosco,

      fakt ist, dass ich zum Beispiel auch keine sehr langen Antworten habe...einfach weil mein Zeitplan es nicht erlaubt und das Gleiche denk ich ist der Anlass bei Wetter leuchten auch.

      so einfach ...lg fee
      >nunNUN(°>
      Langsam glaube ich, dass das einzige Stück Satire hier in diesem thread meine zwei Sätze am Anfang waren, wenn man von den zahlreichen unfreiwillig realsatirischen Einlassungen mal absieht.

      @Agnosco

      Sorry, aber die ersten Reaktionen auf meinen ersten Beitrag, einschließlich des taktierenden Hä? Hakennasen? lassen darauf schließen, dass meine Sätze genau verstanden wurden. Und wer's nicht auf Anhieb verstand, hat abgewartet, bis es sich erschließt.

      Und du willst mir ernsthaft erzählen, dass mein kleiner "Nadelstich" verantwortlich für die folgenden Ereignisse ist? Das ist zuviel der Ehre. Die gebührt doch eher Elikal, der seinen "satirischen" Text im Forum Allgemeine Diskussion" platzierte. Kann mir auch keiner erzählen, dass Elikal sich der politischen Ebene seines Textes und der Wirkung, der er entfalten kann nicht bewusst gewesen wäre. So naiv ist er ganz bestimmt nicht.

      Bitte verzeih, dass ich nicht auf jeden deiner rhetorischen Tricks eingehen kann und mag, aber immerhin, Leuten wie Elikal die politischen (das öffentliche Leben betreffende) Äußerungen zu überlassen, während ich hier meine Meinung für mich behalte oder ausschließlich in einer politischen Partei kundtue, das wird nicht passieren.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis genannt sein wollen." Philip Meinhold
      Und obwohl von allen Seiten zur Mäßigung aufgefordert wurde kann das unheildrohende Leuchten am gewitterlichen Himmel doch seinen Nachhall nicht für sich behalten.

      Alles wie gehabt.

      Und das soll keine Satire sein?
      "Das ist die Seuche dieser Zeit,
      Verrückte führen Blinde"


      King Lear, W. Shakespeare 1606

      fee wrote:

      moin meri,

      sollte...ja, doch wird, wie ich täglich erlebe gut gefüttert dieses Versus...
      muss man mal gucken ob es da Leut gibt für die Versus von Vorteil ist.


      Ja leider wird dieses Versus tatsächlich kräftig gefüttert.
      Komischerweise hab ich das Gefühl dass das von Jahr zu Jahr immer heftiger ausgefochten wird.
      Je länger es her ist, desto verhärteter sind die Fronten. Gefällt mir überhaupt nicht.

      Ist wahrscheinlich wieder so ne seltsame Ausblühung der merkwürdigen Art und Weise wie Deutsche mit ihrer eigenen Geschichte umgehen... *schulterzuck*
      "Das ist die Seuche dieser Zeit,
      Verrückte führen Blinde"


      King Lear, W. Shakespeare 1606

      Umo wrote:

      Am Anfang jeder Religion gab es so etwas wie eine spirituelle Lehre, da nicht einfach eines morgens alle Menschen in einer bestimmten Region aufgewacht sind und plötzlich wussten, das es JHWH, Wotan und Frigg, oder Jupiter und Juno und deren Kindern gab, wie es zu deren Existenz gekommen ist, wie deren Verhältnis zu den Menschen aussieht, und so weiter.


      Hmmm... Es ist nur meine Meinung (was sonst), denn dabei war ich ja nicht. Nur irgendwie habe ich diesbezüglich einige Probleme mit dem Wort „Spiritualität”. Wahrscheinlich weil ich ihn eher mit Esoterik verwechsele... Sei es wie es ist, ich hatte mir eigentlich immer irgendwie vorgestellt, dass Religion, beziehungsweise die Art von Religion, zu der die Religionen der meisten in Europa angesiedelten Völkerschaften gehörten, dass diese eigentlich in dem Augenblick entstand, als irgendein Mensch an einer (für ihn) heiligen Stätte, unter einem besonderen Baum, an einer Quelle oder einem Stein zum allerersten Mal ein Geschenk in Form eines Speise- oder Trankopfers oder auch einer Votivgabe zurückließ, um die von ihm oder ihr angenommene unsichtbare Macht zu ehren oder zu versöhnen. Klar muss sich dieser Mensch dann vorher Gedanken darüber gemacht haben. Wer weiß, vielleicht haben die ersten Menschen Raubtiere fernhalten können, indem sie ihnen zum Beispiel Teile ihrer Nahrung (oder ihres Viehstands oder ihrer eigenen Leute?) vorsetzten? Vielleicht dachten sie, genauso wie die „sichtbaren” Wesen wie Raubkatze und Höhlenbär sich so besänftigen ließen, sich womöglich auch andere Wesen wie der reißende Fluss, das brausende Meer oder die grollende Gewitterwolke besänftigen ließen? ... Persönlich kann ich mir gut vorstellen, dass die Religionen der Griechen, Römer, Germanen usw. eher im Animismus ihren Anfang fanden. Aus dem Kollektiv der angerufenen Mächte entwickelten sich dann mehr und mehr die einzelnen Gestalten heraus, die einzelnen Götter eben, von denen die Menschen sich Mythen erzählten. Die Altertümlichkeit und Undeutlichkeit einiger Kulthandlungen und Gebetsformeln weißt zum Beispiel darauf hin, dass diese älter sind als die Mythen der gleichen Gottheit, dass sie also vorher da waren und manchmal sogar auf bekannte Götter übertragen wurden (denn das geschah nicht nur in der christlichen Kirche). Die bekannte Diana von Ephesus ist da ein Beispiel: In der Mythologie ist sie eine keusche Jägerin, doch im Tempel von Ephesus wird sie als Fruchtbarkeitsgöttin und Mutter der Götter verehrt. Und der Mars ist für uns heute Inbegriff des Krieges, weil die römischen Dichter ihn mit Ares verglichen, doch in den Kulthandlungen, die von ihm überliefert sind, gibt sich noch ein anderer Aspekt zu kennen: der des Fruchtbarkeitsgottes, der die Äcker schützen soll.

      Bei einer Lehre denke ich mehr an Religionen wie die antiken Mysterienkulte und eben auch das Christentum. In dieser Hinsicht muss ich meine Worte tatsächlich zurücknehmen: Es gab tatsächlich heidnische Lehren, wie die der Isis oder des Mithras. Und den Isismysten oder Mitrhaisten sind ebenfalls Heiden. Ich denke nur eben, dass Religion nicht gleich Religion ist. Der Mithraismus ist eine Offenbarungsreligion. Es wird ein Mysterium offenbart, die Anhänger werden eingeweiht in die geheimen Riten, bekennen sich zu dieser Gottheit und leben nach ihren Regeln und nach ihrer Lehre. Götter wie Jupiter oder Mars hatten zwar eine Liturgie und Kultvorschriften, doch in dem Sinne keine wirkliche eigene Lehre. Ihr jeweiliger Kult gehörte quasi zum „Römersein”, es sind ererbte Kulthandlungen. Sie bedürfen keines speziellen Bekenntnisses. Fraglich ist sogar, ob es gern gesehen war, ob Außenstehende an allen Kulthandlungen beteiligt sein durften usw.

      Artjom wrote:

      Es ist nur meine Meinung (was sonst), denn dabei war ich ja nicht. Nur irgendwie habe ich diesbezüglich einige Probleme mit dem Wort „Spiritualität”.


      Ich meinte es im engen Wortsinn als geistig-transzendent. Also ähnlich wie du. Da haben Menschen irgendein Numinosa wahrgenommen.

      Artjom wrote:

      Wer weiß, vielleicht haben die ersten Menschen Raubtiere fernhalten können, indem sie ihnen zum Beispiel Teile ihrer Nahrung (oder ihres Viehstands oder ihrer eigenen Leute?) vorsetzten?


      Damit hätten sie die wohl eher angelockt anstatt ferngehalten... ;)

      Artjom wrote:

      Persönlich kann ich mir gut vorstellen, dass die Religionen der Griechen, Römer, Germanen usw. eher im Animismus ihren Anfang fanden. Aus dem Kollektiv der angerufenen Mächte entwickelten sich dann mehr und mehr die einzelnen Gestalten heraus, die einzelnen Götter eben, von denen die Menschen sich Mythen erzählten.


      Das ist höchstwahrscheinlich so, da man ja bei vielen Göttern noch deren "Karriere" von z.B. Wettergöttern oder Ortsgöttern über Stammesgöttern bis hin zu Staatgöttern oder gar Schöpfergöttern rückverfolgen kann. (Der kanaanäische Berggott El zum Beispiel hat es als JHWH/Allah weit gebracht. )

      Artjom wrote:

      Bei einer Lehre denke ich mehr an Religionen wie die antiken Mysterienkulte und eben auch das Christentum.


      Mit einer Lehre meinte ich, dass da nicht mehr wie im Animismus das Numinose direkt wahrgenommen wird, sondern da jemand ist, der das für den Normalsterblichen interpretiert. Der lehrt die Leute, was der Gott will. (Allerdings würde ich keine klare Grenze zwischen Animismus und Theismus ziehen wollen würde, ich denke das ist ineinander übergreifend. Stufen sehen da wohl eher die Leute, die einen geistigen Aufstieg der Menschen von Animismus über Polytheistmus zum Monotheismus sehen wollen.)

      Wenn Kultpersonal den Normalsterblichen erklärt, was ein Gott will, weil das entweder mündlich oder schriftlich tradiert wurde, ist da bereits eine Tradition, die zur Religion geworden war. Da ist wohl das, was du "ererbte Kulthandlungen" nennst. Das sehe ich als Lehre, da da jemand ist, der für sich in Anspruch nimmt - oder dem zugesprochen wird - mehr Wissen zu besitzen als der Normalsterbliche und das lehrt er die Leute. Wann man dem opfert, was man dem opfert, wofür man den speziellen Gott anruft und für was einen anderen anruft, etc..
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!