Numa Pompilius, der römische Moses

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      Numa Pompilius, der römische Moses

      (Kommentar, der Text über König Numa stammt von meinem römischen Freund, mit dessen Erlaubnis ich diesen interessanten Text weitergebe.)

      von
      Octavius Tullius Curio


      Numa Pompilius (753-673 v. Chr.) war der zweite König Roms.

      Laut Plutarch war Numa der jüngste von Pomponius vier Söhnen, die am Tag der Gründung Roms (traditionell am 21. April 753 v. Chr.) geboren wurden. Er selbst lebte ein strenges Leben der Disziplin und verbannte jeglichen Luxus aus seinem Haus. Titus Tatius, König der Sabiner und ein Amtskollege von Romulus, gab Numa seine einzige Tochter Tatia zur Frau. Nach 13 Ehejahren starb Tatia, was Numas Rückzug auf das Land zur Folge hatte. Laut Livius residierte Numa in Cures, kurz bevor er zum König gewählt wurde.

      Nach dem Tod von Romulus gab es ein Interregnum von einem Jahr, in welchem die königliche Macht von Mitgliedern des Senats abwechselnd an fünf aufeinanderfolgenden Tagen ausgeübt wurde. Im Jahr 715 v. Chr. Wurde Numa, selbst ein Sabiner, nach vielen Streitereien und als Ergebnis eines Kompromisses zwischen den Römer (Romulus-Ursprungs) und Sabiner (Tatius-Ursprungs) Fraktionen vom Senat von Rom zum neuen König gewählt.


      Aufgrund seines ruhigen Temperamentes war er geneigt jede Tugend zu praktizieren und er hatte sich viele wertvolle Eigenschaften durch strenge Disziplin, Ausdauer der Nöte und das Studium der Weisheit angeeignet. Er hatte damit nicht nur die allseits berüchtigten „Leidenschaften der Seele“ abgelegt sondern auch die Gewalt und die Tapferkeit die unter den Barbaren so hoch angesehen waren. Er glaubte, wahre Tapferkeit bestehe in der Unterwerfung der eigenen Leidenschaften durch die Vernunft.

      Er lehnte zuerst das Angebot ab, jedoch verbündete sich sein Vater und seinsabinischer Verwandter Marcus mit den römischen Gesandten (zwei Senatoren), um ihn zu überzeugen das Angebot zu akzeptieren. Plutarch und Livius berichten, wie Numa, nachdem er nun vom Senat nach Rom berufen worden war und die Bevölkerung ihn mit Begeisterung empfang, er darauf bestand,dass vor seiner Amtsannahme ein Augur die Meinung der Götter dazu einholen sollte. Jupiter wurde konsultiert und die Vorzeichen waren günstig. So wurde er einerseits von den Römern und Sabinern besänftigt und andererseits vom Himmel gesalbt. So nahm er anschließend seine Stellung als König von Rom ein.



      Numas erster Akt als neuer König war die persönliche Garde Romulus die sogenannten "Celeres" aufzulösen.

      Abgesehen davon, dass Numa sich seinen Zugang zur Macht durch Jupiter bestätigt lies, wird Numa zugeschrieben, eine dauerhafte und direkte Beziehung zu einer Vielzahl von meist niederen Gottheiten in der Person der Nymphe Egeria und auch einigen der Musen aufrecht erhalten zu haben. Wenn es aber die Umstände nötig machten, so hielt er auch mit den größeren Mächten, vorallem mit Jupiter selbst Gespräche, welche aber die meiste Zeit durch Egeria geführt wurden, um Fehler, Fehlinterpretationen oder Fallen zu vermeiden.

      Numa wurde später für seine Weisheit und Frömmigkeit gefeiert; Die Legende besagt, dass die Nymphe Egeria ihn gelehrt hat, ein weiser Gesetzgeber zu sein. Laut Livius gab Numa vor, dass er nächtliche Konsultationen mit der Göttin Egeria über die ordnungsgemäße Durchführung von heiligen Riten für die Stadt abhalte.

      Numa schrieb mehrere „heilige Bücher", in denen er die Lehren und Empfehlungen der Gottheiten niedergeschrieben hatte, hauptsächlich die der Egeria und der anderen Musen, mit denen er interagierte. Livius erwähnt, dass er auf seine Bitte hin zusammen mit diesen "heiligen Büchern" begraben wurde, mit der Begründung, dass das, was sie angaben den Priestern völlig bekannt war. Sie sollten lieber die Regeln und Rituale, die sie von ihm erhielten, durch eine lebendige Erinnerung und Praxis erhalten statt sie als Reliquien aufzubewahren wo sie zum Vergessen und Nichtgebrauch verurteilt sind.

      Ungefähr die Hälfte von ihnen sollte dem Dienst der verschiedenen Orden von Priestern (Flamen, Pontifexen, Salii, Fetiales ...) gewidmet sein, die er selbst eingerichtet oder angepasst hatte. Nach Plutarch wurden diese Bücher vierhundert Jahre später bei einem Erdrutsch der das Grab enthüllte wiedergefunden. Sie wurden vom Senat geprüft und für die Offenlegung gegenüber dem Volk als unangemessen angesehen und daher verbrannt.

      Numa soll zwei kleinere Götter, Picus und Faunus, dazugebracht haben, einige Prophezeiungen über zukünftige Geschehnisse preiszugeben.

      Als in Rom eine verheerende Seuche ausbrach, geschah laut Überlieferung ein Wunder: Ein bronzener Schild , die Ancile, auf dem nicht entzifferbare Buchstaben geschrieben standen, fiel auf dem Palatin vom Himmel. Als der Schild zu Numa gebracht wurde, erklärte dieser, dass Egeria ihn aufgeklärt habe, dass dies ein Zeichen des Schutzes von Jupiter selbst sei. Er ordnete sofortige Dankeszeremonien an und die Seuche verschwand umgehend. Das Schild wurde anschließend zu einem heiligen Relikt der Römer von welchem auch mehrere Kopien angefertigt wurden um es vor Diebstahl zu schützen.

      Das erste, was man über die Religio Romana verstehen sollte, ist, dass sie aus einer ekstatischen Tradition stammt. Der legendäre Gründer,Numa Pompilius, konsultierte Egeria, während er die religiösen Institutionen Roms gründete. Sie soll eine Nymphe im heiligen Hain Carmenta am Fuße des Kapitols gewesen sein. Oder vielleicht war Egeria auch eine Priesterin von Carmenta, eine der Auserwählten, die unter Trance mit den Göttern in Verbindung standen wie Albunea, die Weiße Sibylle oder wie die Sibylle von Cumae. Egeria wies Numa an, wie man die Götter richtig anruft, damit sie ihn selbst in der richtigen Weise lehren könnten. Die Legenden sind eindeutig, dass Numa Egeria in seinen Träumen konsultierte und zudem rief der die Götter während der Inkubationsriten an. Er zog sich in heilige Haine in der Nähe einer Quelle zurück um ihnen seine Opfer zu darzubringen, bevor er sich hinlegte, um diejenigen Visionen zu empfangen, welhe die Götter ihm vorlegten. Welche Feste zu halten sind, wann sie zu halten sind, welche Rituale man auszuführen hat und welche Opfer darzubringen sind. Numa wird zugeschrieben, zuerst den römischen Ritualkalender und die Rituale, welche an den Festtagen durchgeführt werden sollen, und die verschiedenen Priesterschaften in den Priesterschulen eingeführt zu haben. Diese beaufsichtigten dann den Kalender und die Rituale um dem römischen Staat zu nützen. Er legte diese Anweisungen als religiöse Gesetze direkt von den Göttern für diejenigen fest, die ihm folgen würden. In diesem Sinne handelte Numa wie Moses als er die 10 Gebote erhielt oder wie Mohammed, der von Allah mit seiner Mission beauftragt wurde.