Die Dunkle Dualität des Monotheismus (Zeitungsartikel)

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    Die Dunkle Dualität des Monotheismus (Zeitungsartikel)

    Ich fand diesen spannenden Artikel in einer hinduistischen Zeitung, zwar leider eben in English, aber ich fand ich sehr lesenswert,
    und er sprach mir auch aus dem Herzen, so wollte ich ihn hier einfach mal teilen:

    hindupost.in/society-culture/d…ind-exclusive-monotheism/


    "Monotheism – in spite of its name – is a highly dualistic system, not a unity based approach.
    Monotheism has divided humanity into hostile camps of believers and non-believers, which easily
    results in misunderstanding and conflict.

    An inclusive unity consciousness is not the prime concept behind the monotheistic mind but rather
    a sharp duality that leads to the need to convert or eliminate the heretic, heathen, kafir, enemy,
    sinner or idolater – for which many negative terms have been created over the centuries.
    Monotheism is authoritarian, often intolerant, and poor at dialoguing with other spiritual persuasions,
    which it tends to dismiss on principle as wrong and dangerous."
    Mit geht es wie Dir: ich finde den Artikel sehr erhellend.
    Vor etlichen Jahren habe ich mir noch weißmachen lassen, dass der Monotheismus eine evolutionäre Weiterentwicklung wäre.
    Aus der Sicht eines Hindus betrachtet wäre er wohl ein Rückschritt.
    Wahrscheinlich auch aus der Sicht unserer Vorfahren: er hat ihnen Feudalismus, Leibeigenschaft und noch einige weitere bahnbrechende Errungenschaften gebracht.

    Danke fürs Teilen.
    Das Problem ist, wie ich meine, dass die Monotheisten eine extrem starke Spaltung der Welt in Licht und Dunkel vornehmen. Da das herhe, reine Licht, dort der finstere, böse Schatten. Mit C.G. Jung gesprochen wird der eigene Schatten verleuget und dann im jeweils anderen extrem verstärkt gesehen. Davon ist unsere ganze Gesellschaft Europas und Americas geprägt, und auf seine Weise die Islamische ebenfalls.

    Im Heidentum aktzeptieren wir den Schatten, weil er zur Ganzheit gehört. Wir sehen in den Göttern keine blütenweißen Ikonen. Wir sehen und akzeptieren, das Licht und Dunkel eher wie Yin und Yang sind. Dieser ich möchte sagen "puritanische" Dualismus der beiden Monotheismen schadet beiden Kulturkreisen, Westen und Islam, und hindert diese an Versöhnung und Weiterenwicklung.

    Ich war früher dem Monotheísmus gegenüber eher gleichgültig, sehe heute aber welchen Schaden er in die Kulturen gebracht hat und bin da heute wesentlich skeptischer. Dieses Pochen auf Reinheit, der das "Böse", "Sündhafte" gegenübersteht, das besteht auch heute noch als säkularer Gedanke weiter, und da sehe ich heute wie schädlich das für die seelische Entwicklung ist. Bin da heute sehr viel skeptischer eingestellt gegen den Monotheismus wie früher.
    Insbesondere zum Islam, der von seinem ursprünglichen Kerngebiet auf der arabischen Halbinsel per Eroberung bis auf den indischen Subkontinent vorgedrungen ist gibt es einen immer noch aktuellen und lesenswerten Klassiker: V.S. Naipaul - eine islamische Reise. Entstanden Anfang der 80er vor dem Hintergrund der damals gerade begonnenen islamischen Revolution im Iran, und etwa 20 Jahre später mit dem Literatur Nobelpreis ausgezeichnet.
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    Beitrag von „fee“ ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    Die Dreifaltigkeit des Christentums weist noch heute auf die polytheistische Ursprünge hin. Heute gehen viele Forscher davon aus, dass auch der jüdische Gott einst eine Göttin an der Seite hatte, die aber verdrängt wurde.

    Aber es ist schon richtig, der Monotheismus (zumindest der Buchreligionen Christentum und Islam) beinhaltet immer Konfliktpotential, da sie neben ihrem Gott, keine anderen Götter akzeptieren. Damit anders und neu umzugehen, ist die Herausforderung, vor der sie stehen.
    Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.