Auffällige Übereinstimmungen bei Traditionen, Festen, und Überlieferungen verschiedener Religionen

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      Ich ignoriere einmal Deine unhöfliche Art - habe ja aus anderen Threads herauslesen können, dass Du das nicht merkst, wenn Du unhöflich wirst - und räume einfach ein, dass ich bisher tatsächlich Synkretismus als Verschmelzung zweier Gottheiten sah. Aus diesem Grund dachte ich, es handle sich bei Perun nicht um eine durch Synkretismus entstandene Gottheit, sondern um die Übernahme einer neuen, fremden Gottheit ins eigene Pantheon. Der germanische Gott Thor wurde nicht mit einem slawischen Gott Perun gleichgesetzt, weil es einen solchen nicht gegeben haben soll, der germanische Gott Thor wurde von den Kiewer Slawen übernommen und slawisiert. Ich wusste nicht, dass das auch als Synkretismus galt.

      So, und nun da die Terminologie (Fakenews, Plagiat, Synkretismus) geklärt wurde, können wir bitte zum eigentlichen Thema des Threads zurückkehren und diesen bitte nicht durch irgendwelche Nebendiskussionen zerklauben? Ich finde es auch etwas seltsam (und armselig), dass ihr beiden, @Wetterleuchten und @Umo, euch nur zu diesen kleinen Details meldet, sonst aber keinen Beitrag liefern könnt. Oder wollt... na ja... Da vergeht einem schon die Lust, hier noch zu schreiben... Aber auch das hatten wir ja schon.
      Ähm Leute, auch wenn ich kein Mod, sondern nur der Threadgründer bin, möchte ich einmal feststellen, dass wir jetzt hier ausreichend über Fakenews, Falschmeldungen und Plagiaten ausgetauscht haben. Dazu hat jeder der es wollte, seine Meinung kundgetan, und damit sollte es auch gut sein.

      Zudem möchte ich darum bitten im verständlichen Deutsch zu schreiben und nach Möglichkeit Fremdworte wegzulassen. Genau dies ist eine der Ursachen, warum das Forum von einigen Usern nur schweiugend betrachtet wird, falls überhaupt noch. Ich erinnere diesbezüglich daran, was fleah in einem anderen Thread sagte: "zudem hatte ich hier in diesem forum oft das gefühl, dass ich wissenschaftlich-historisch bewandert sein muss, um überhaupt mitreden zu können."

      Ich bitte dies im Interesse des Forums zu beachten und hoffe darauf, das jetzt dazu keine 'ja aber - Rechtfertigungsdiskussion' beginnt. Hier ist niemand so ungebildet, dass man Fremdworte nicht weitgehend vermeiden kann. Das sie manchmal dennoch unerlässlich sind, weiß auch ich, aber wir sollten sie auf ein Minimum reduzieren oder wenigstens erklären.

      Vielen Dank für euer Verständnis, und dann bitte weiter im Thema.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
      Hallo zusammen,
      @ Agnosco: Passt schon mit Deiner "Ansage". ;) Danke. Bin leider erst heute wieder online gekommen :rolleyes:

      Zum Topic:
      Ich denke, dies bezüglich wären da auch die biblischen zehn Gebote zu nennen, die man als "Abklatsch" des kemetischen "Negativen Sündenbekenntnisses" sehen kann.
      Dies ist im Rau per em heru (den "Sprüchen vom Herausgehen am Tag", oder bekannter als das Totenbuch) als Spruch 125 zu finden.
      Das Totenbuch ist eine Sammlung von verschiedenen Sprüchen, die dem Verstorbenen den Weg durch die Unterwelt hin zum Totengericht weisen und ihn dazu befähigen (sollen) das Totengericht zu bestehen.
      Die ersten, damals nur den Pharaonen zugänglichen Sprüche finden sich als Pyramidentexte in der 5./6. Dynastie (ich glaub, so um 2500 v.Chr.), das wandelte sich dann im Alten Reich, so dass sie auch für andere zugänglich waren bis dann ab der 18. Dynastie (wenn ich mich recht entsinne) die Sprüche auf die Mumienbinden und Papyrie geschrieben und den Verstorbenen mitgegeben wurden.

      Ich finde ebenso spannend, dass viele Schöpfungsmythen mit einem "Urwasser"/Chaos oder/und Dunkelheit beginnen.
      Angefangen bei dem Kemeten, in denen (je nach Stadt) der entsprechende Schöpfergott aus dem Nun (dem Urozean) entsteig, über die shintoistische (wo das Schöpferpaar Izanami und Izanagi das Urmeer mit einem Speer umrühren) hin zu den abrahamitischen Schöpfungsgeschichten, um nur ein paar kurz zu nennen.
      Allerdings müsste ich da alle einzelnen Daten und Einzelheiten erst mal raussuchen. :scratch: :crazy2:
      Und ich denke, da ließen sich bestimmt noch ein paar andere finden. ;)


      LG
      Siat
      Von den Hohen erschaffen
      zu lernen, zu lehren, zu wachen
      Geboren in der Sterne Welten
      Wandern und wandeln sie
      Die Drachen
      ©Siat



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      ANB´s
      Da gerade Siat die Schöpfungsmythen erwähnte, möchte ich dort gleich einmal einhaken. Hier gibt es zwischen der biblischen Schöpfungsgeschichte, neben einigen Unterschieden, auch erstaunliche Parallelen.

      Der markanteste Unterschied besteht darin, dass der Mensch in der Bibel von Gott geschaffen wurde, in der griechischen Mythologie nicht.

      Doch kommen wir zu den Parallelen. Wir kennen die biblische Geschichte. Gott schafft den Menschen aus Lehm und haucht ihm das Leben ein. Dann gibt es noch die Geschichte mit der Rippe, .. naja, die muss jetzt nicht thematisiert werden.

      Ähnlichkeiten gibt es zur griechischen Mythologie. Verkürzt dargestellt, formt in ihr Prometheus den Menschen ebenfalls aus Lehm. Schlussendlich wird dem (zum Teil beseelten) Menschen auch in dieser Geschichte der Atem einhaucht, in diesem Fall durch Pallas Athene.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
      Die Manna-Esche? Die kenne ich gar nicht?

      Die Fabeln von Äsop und Phaedrus stellen zwar auch eher Prometheus als Schöpfer der Menschen dar, doch hie und da tauchen Zeus und andere Götter auch als Schöpfer der Tiere und Menschen auf. Fabeln sind zwar auch keine theologischen Werke, bieten allerdings Einblicke in die Volksvorstellungen der Menschen. Damit möchte ich sagen, dass wir diesbezüglich keine klare Antwort haben. Wir wissen nur, dass Zeus nicht zwangsläufig als Schöpfer der Menschen und Tiere galt.

      Viktor wrote:


      Hatte nicht Zeus das 3. Menschengeschlecht aus der Manna-Esche geschaffen?


      Ja, entweder die Manna-Esche (gr. melía) oder die entsprechendenten Nymphen (Meliaden) sind bei Hesiod (Werke und Tage 145) Ursprung des dritten Menschengeschlechts und von Zeus "gemacht". Aber: gerade was den Ursprung der Menschheit angeht, ist die griechische Weltanschauung sehr, sehr pluralistisch. Hesiods Werk hatten zwar kanonischen Status, aber auch Eigenheiten, die für die griechische Welt eher untypisch waren. Dazu gehört auch die Vorstellung von einem weltordnenden und menschheitsschöpfenden Gott. Die Vorstellung gibt es zwar auch bei anderen indoeuropäischen Völkern (z.B. altindischer Indra), aber in Hesiods Fall ist sie aus dem Nahen Osten übernommen, entweder über Kleinasien oder über die Phönizier, das Vorbild ist indirekt der babylonische Marduk. Dasselbe gilt meines Wissens für die Schöpfung durch Prometheus.

      Die griechische Vorstellung kennt eigentlich nämlich viele autochthone Völker, die auf verschiedenen Wegen entstanden sind, und zwar weder nach einem Plan noch nach demselben Muster. Beispiele: die Arkader sollen älter als der Mond sein, die Athener (oder ihr Königsgeschlecht) gehen letztendlich auf den Samen des Hephaistos zurück, der auf die Erde gefallen ist, die Myrmidonen sind aus Ameisen in Menschen verwandelt worden (durch Zeus, aber auf Bitte eines Menschen). Dazu kommt natürlich die vielerorts existierende Vorstellung, von einer lokalen Naturgöttin und einem olympischen Gott abzustammen (z.B. Kyrene und Apollon -> die Gegend Kyrenaika).
      Bezeichnenderweise hat nicht die eine Vorstellung die andere abgelöst, sondern die Vorstellung, dass der Mensch durch göttliche Vorsehung erschaffen ist und dass er spontan aus der Natur entsteht wurden in der Philosophie vereint (zumindest in der stoischen und platonischen).

      Allgemein kann man glaube ich sagen, dass die Herkunft des Menschen für die alten Griechen einen ganz anderen Stellenwert hatte als im Juden- und Christentum, bzw. viel mehr unterschiedliche Funktionen erfüllen konnte. Die Abstammung von einem Gott begründet Adelsstatus, Autochthonie höheren Status gegenüber Zugezogenen, und der Ursprung der Frau ist bei Hesiod (Pandora) und in einem Gedicht von Semonides (wo zehn Arten von Frauen unterschieden werden, jeweils aus einem Tier erschaffen und mit besonderen Eigenschaften, wobei nur die aus der Biene gemachte Frau positiv bewertet wird) zur Berechtigung von Frauenfeindlichkeit gestaltet. Auch die Fabeln über Prometheus waren ja nicht direkt wörtlich gemeint, sondern wollten eine moralische Aussage machen.
      Ich habe auch noch nichts von der Manna-Esche gehört. Da aber die Götter an verschiedenen Orten mit unterschiedlichen Eigenschaften in Verbindung gebracht wurden, und dazu auch immer neue Geschichten entstanden, kann es schon sein, dass es auch zur Schöpfung mehrere Geschichten gibt.

      Ich kann aber nur unterstützen, was bereits Baal-ist-meine-Hilfe schrieb. Das Verhältnis der Menschen zu den Göttern war und war schon im antiken Griechenland, wie auch bei den Römern sehr viel anders, als es bei Christen, Muslimen und Juden üblich ist. Von daher war die Schöpfungsgeschichte nicht so wichtig. Die Götter waren nicht die Schöpfer des Universums, sondern Teil unserer Welt.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
      Speziell zu den Sintflut-Mythen gibt es noch eine (allerdings umstrittene) andere Idee, warum die aus nicht nur einer Kultur bekannt sind. amp.welt.de/amp/wissenschaft/a…am-6300-vor-Christus.html

      Was und warum daran umstritten ist, samt links zu den entsprechenden papers und Theorien gibt es hier, allerdings auf englisch all-geo.org/highlyallochthonou…-of-european-agriculture/

      Auch wenn Teile der Schlussfolgerungen von Turney mit Vorsicht zu geniessen sind, grundsätzlich ist eine durch eine massive Flut ausgelöste Wanderung vieler Menschen durchaus Grund, anzunehmen, dass mehr als eine der Kulturen, die diese Flüchtlinge aufnahmen, von den Flüchtlingen erobert wurden und natürlich auch die geflüchteten an ihren neuen Orten die alte Sintflut-Geschichte immer noch in ihren Sammlungen der Geschichten für lange Erzählabende haben. Auch im Mittelalter wurden wahre und weniger wahre Geschichten und Ereignisse aus fernen Ländern durch reisende Menschen von einem Ort zum anderen gebracht. Und natürlich wurden sie dabei auch verändert, mal absichtlich, weil der Erzähler etwas damit erreichen wollte, und sicher oft auch unabsichtlich, so wie es Kindern passiert, wenn sie Stille Post spielen.