Nachhaltigkeit gegen den Klimawandel, und zur Rettung der Biodiversität... was tun?

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      Kurz und bündig: Ich habe keine Hoffnung, dass dies funktionieren wird.

      Immerhin muss dabei bedacht werden, dass die Weltbevölkerung rasant wächst. Jeder dieser Menschen möchte Anteil am Wohlstand haben. Die meisten Menschan haben einen Nachholebedarf. Der Verzicht, den jene leisten müssten, die nicht zu den Armen der Welt gezählt werden, wird nicht vermittelbar und schlichtweg zu groß sein. Sollte er gar erzwungen werden, würde es zu heftigen Unruhen kommen. Nur wenn äußere Umstände zu diesem Verzicht zwingen, würde er wirklich von den Menschen getragen werden. Allerdings würde dies dann alle Menschen treffen, auch jene, die jetzt schon nichts besitzen.

      Außerdem müsste das gesamte Wirtschaftssystem umgestellt und die Börse (der größte Wettanbieter weltweit) abgeschafft werden. Bekanntlich ist alles darauf ausgerichtet, dass die Wirtschaft ständig wächst. Sogar gleichbleibende Gewinnzahlen, sorgen für sinkende Aktienpreise. Ständig müssen neue Märkte erschlossen werden, neue Innovationen müssen her, die Nachfrage muss steigen usw. usf.

      Der vorgeschlagene Konsumverzicht, hat nicht nur mächtige Gegner, - in der Finanzwirtschaft, in der Politik, in der Wirtschaft, - er hat vor allem keine wirkliche Chance. Sorry, da bin ich Realist.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
      Ach, das muss alles nicht so an die grosse Glocke, im Grunde ist der Verzicht auf Konsum ja schon sehr verheißungsvoll so mit Konzentration auf das Wesentliche ...oder Minimalismus oder die neuen Unverpacktläden oder mit Tiny Houses oder verschärftem secondhand ... urban gardening containern foodsharing ...klein klein statt gross gross..

      Ich bleibe Optimist...eh man sich s versieht sind da ganze Märkte zu Null schrumpfbar sehr sehr leise und effizient.

      Lgfee
      *runtergekommene Meisterin*
      Genau diese Dinge müssen an die Grosse Glocke.

      KonsumVerzicht kann nur dann von ausreichend vielen Leuten umsetzt und durchgehalten werden wenn sie überzeugt sind, dass sie ganz persönlich einen Gewinn davon haben. Solange Verzicht negativ belegt ist, als Sowas ähnliches wie eine selbstkasteiende Diät, bei der einem alle möglichen leckeren Dinge verboten werden, während alle anderen diese leckeren Dinge wetter haben dürfen, wird niemand verzichten wollen, schon gar nicht im eigentlich nötigen Umfang. Das kann erst dann funktionieren, wenn man versteht, dass nicht dauernd neue Dinge kaufen, oder Dinge abschaffen, die sowieso die längste Zeit des Jahres nur Platz in irgendwelchen schränken belagern, auch eine Chance sein kann, weniger Zeit für aufräumen, reinigen, pflegen der Wohnung und der Besitztümer aufwenden zu müssen. Vielleicht kann man dann auch in einer kleineren Wohnung die weniger miete, weniger Heizkosten, weniger Strom verbraucht wohnen, so dass man Geld übrig hat für Kultur Veranstaltungen, oder sich vielleicht erlauben kann weniger Zeit zu arbeiten, ohne dass das zu Geldnot führt. Erst wenn man den positiven Effekt eines Verzichts sieht, ist man dazu bereit, die eigene Einstellung, das eigene Handeln zu ändern. Solange man den eigenen Vorteil daran nicht sieht, und Konsumverzicht bestenfalls etwas fürs Ego von Moralaposteln ist, die daran festmachen, dass sie gute Menschen sind, sind die, meisten nicht dazu bereit, und plärren nur in Kindergartenstil “der da hat/ tut aber auch, also warum soll ich einen Rückzieher machen, nur damit wer anders sich das schnappt, was ich mir selber verbiete?!“
      Also ich persönlich nehme Konsumverzicht in vielen Bereichen durchaus positiv wahr! Vor Neuanschaffungen sich erst einmal ein paar Wochen Bedenkzeit einzuräumen, um auszuloten, wie wichtig einem diese Neuanschaffung wirklich ist, verhindert einige ärgerliche Fehlkäufe. Ausmisten finde ich sehr befreiend! Wenn man sich dabei die Mühe macht, die noch brauchbaren Gegenstände sinnvoll weiterzuverkaufen oder zu verschenken, hemmt das, meiner Erfahrung nach, auch die Freude am Neukauf. Welche Technologien man unbedingt besitzen muss, muss jeder selbst entscheiden. Ich fühle mich jedenfalls ohne Smartphone und ohne Fernseher ausgesprochen wohl! Ich kaufe sehr viel second-hand und liebe do-it-yourself. Gerade bei Lebensmittel spart man sich eine Menge Müll (sowohl was die Verpackung angeht, wie auch inhaltlich), wenn man weitestgehend unverarbeitete Lebensmittel selbst verarbeitet. Ich versuche auch Verpackungen zu sparen, indem ich z.B. Putzmittel selbst herstelle oder statt Duschgel und Shampoo Seife und Shampoo-Bars nutze. Es muss aber alles zeitlich machbar sein. Ich schaffe es z.B. nicht jede Woche in X Läden einzukaufen, um möglichst wenige verpackte Lebensmittel einzukaufen. Ich denke aber, dass es auch gar nicht darum geht 100% nachhaltig zu leben. Fast jeder hat Bereiche, in denen es möglich wäre nachhaltiger zu leben. In meinem Bekanntenkreis ist eine positive Einstellung zum Thema Konsumverzicht auch gar nicht selten. Also ich denke schon, dass es sich lohnt darüber zu sprechen. Zumindest in unserer Wohlstandsgesellschaft glaube ich schon, dass sich die Bewegung, hin zu einer nachhaltigeren Lebensweise, weiter ausbreiten wird. Inwieweit dies sich aber weltweit und letztlich auf unser Klima auswirken wird, ist tatsächlich fraglich. Sinnvoll ist es aber so oder so!
      Die Sinnhaftigkeit stelle ich ja gar nicht in Frage.

      Auch der verlinkte Artikel sagt ganz klar, dass es nötig und sinnvoll ist, gerade in den westlichen Industrieländern in dieser Hinsicht umzudenken und auch anders zu handeln.

      Allerdings geht der Artikel noch einen kräftigen Schritt weiter: es reicht nicht, beispielsweise das spritfressende Auto oder ein stromfressendes elektro Gerät im Haushalt durch ein technisch besseres und sparsameres zu ersetzen - man müsste beispielsweise viel stärker auf ÖPNV, Carsharing und andere Mobilitätskonzepte umsteigen, im Haushalt konsequenter beim lagern und haltbar machen auf Methoden zurückgreifen, die keinen Gefrierschrank erfordern, man dürfte überhaupt nicht mehr per Flieger in den Urlaub, auch nicht nur einmal alle zwei bis drei Jahre, selbst die überregionalen second Hand Börsen für Kleidung, Bücher etc werden damit fragwürdig, schliesslich rasen dafür hunderte Fahrzeuge von Paketdiensten jede Menge Kilometer durch die Gegend.
      Sorry aber das alles klingt für mich nach purer Hölle oder Soviet 2.0. Was ich da höre ist "einzelrechte im namem von umwelt beschneiden" und "besitz ist diebstahl", das sind so die gefühle die bei mir da hochkommen.

      Wenn ich ein Auto fahre das seine 10 Liter schlüft dann ist das mein Problem, muss schließlich ich den Sprit zahlen. Dieses vorschreíben, verbieten usw...geht mir sowas von gegen den Strich.

      Ich bin Konsument. Und das bleib ich auch. Verzichten, warum? Das leben ist hart genug, warum soll ichs mir noch schwerer machen. Die Welt schert sich nicht darum sollte ein Klimawandel kommen ja mei, ist nicht der erste, wird nicht der letzte sein. Dieser Planet ist eine Ressource die genutzt werden will.
      ΜΟΛΩΝ ΛΑΒΕ

      Eule schrieb:

      Die Sinnhaftigkeit stelle ich ja gar nicht in Frage.

      Auch der verlinkte Artikel sagt ganz klar, dass es nötig und sinnvoll ist, gerade in den westlichen Industrieländern in dieser Hinsicht umzudenken und auch anders zu handeln.

      Allerdings geht der Artikel noch einen kräftigen Schritt weiter: es reicht nicht, beispielsweise das spritfressende Auto oder ein stromfressendes elektro Gerät im Haushalt durch ein technisch besseres und sparsameres zu ersetzen - man müsste beispielsweise viel stärker auf ÖPNV, Carsharing und andere Mobilitätskonzepte umsteigen, im Haushalt konsequenter beim lagern und haltbar machen auf Methoden zurückgreifen, die keinen Gefrierschrank erfordern, man dürfte überhaupt nicht mehr per Flieger in den Urlaub, auch nicht nur einmal alle zwei bis drei Jahre, selbst die überregionalen second Hand Börsen für Kleidung, Bücher etc werden damit fragwürdig, schliesslich rasen dafür hunderte Fahrzeuge von Paketdiensten jede Menge Kilometer durch die Gegend.


      Ja klar, das gehört natürlich alles dazu. Aber nicht alles ist für jeden umsetzbar und schon gar nicht von heute auf morgen. Ich glaube schon, dass auch viele so empfinden wie wolfpack-alpha, dass Konsumverzicht, wenn es z.B. ums Auto oder um Fernreisen geht, sich erstmal gar nicht gut anfühlt, sondern einfach nur weh tut! Deswegen bin ich auch überhaupt kein Freund von Alle-jetzt-sofort-mitmachen-Aktionen mit hocherhobenen Zeigefinger. Ein Umdenken im Kopf klappt nunmal am besten in kleinen Schritten und von innen heraus. Also darüber reden: ja, so viel wie möglich! Aber bitte nicht vor U-Bahneingängen fremde Menschen mit moralischen Fangfragen traktieren!
      Auch ohne massigen Konsum lebe ich ganz gut. Es gibt wichtigere Dinge, als das neueste Smartphone zu besitzen. Mein Lebensstil ist sicher nicht luxeriös, aber es muss jeder für sich entscheiden, ob er so leben möchte. Sowas niemanden vorgeschrieben werden. Ich habe z.B. mein Auto abgeschafft und fahre im Jahr zwischen 5000 bis 6000 km mit meinem Drahtesel. Nur das kann nicht jeder machen. Zudem kann sich die westliche Konsumgesellschaft einschränken wie sie will, durch das Bevölkerungswachstum, wird global gesehen, der Konsum nicht nachlassen. Ich befürchte, dass dies maximal eine Nullnummer wird, doch selbst daran habe ich Zweifel.

      Um Nachhaltigkeit zu erreichen, müssten die Waren und Konsumgüter global gerecht verteilt und der Profitmaximierung ein Ende gesetzt werden. Wer aber bekommt dafür eine Mehrheit?

      Ich kann sicher als Individuum mit gutem Beispiel vorangehen (ähnlich der Schenkerbewegung), doch dies bleibt ein Tropfen auf dem heißen Stein. Bevor eine Massenbewegung daraus resultiert, dürfte es zu spät sein. Hawkins gibt den Menschen noch 100 Jahre auf der Erde, ähnlich äußerst sich Musk. Mögen es auch nur dringende Warnungen sein, ihre Meinungen stimmen nachdenklich.

      Im Durchschnitt befinden sich in jedem Haushalt 400 Liter Erdöl, die in Gebrauchgegenständen verarbeitet wurden. Wer will auf diese Artikel verzichten? Es beginnt schon mit der Tastatur, auf der ich gerade schreibe.

      Natürlich gibt es viel unnützen Konsum. Doch das liegt in der Verantwortung jedes Konsumenten und auch der Werbeindustrie.
      Das gesamte Thema ist so komplex, dass es leider keine einfachen Lösungen gibt.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.