Nachhaltigkeit gegen den Klimawandel, und zur Rettung der Biodiversität... was tun?

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      Hi Siat,
      Naja, das alte Pferd mag eh nicht mehr so schnell ...Aber der Reihe nach.
      Mir ist nicht bewusst, einen Satz von dir aus dem Zusammenhang gerissen zu haben. Ich ging lediglich auf einen Aspekt deines Beitrags genauer ein und übrigens auch ohne herauszulesen," das Mensch überhaupt nix tun sollte",
      In der Tat finde ich den Bogen, den du da geschlagen hast aber ziemlich gruselig Es fängt an mit:

      Siat schrieb:

      Ich finde diese Diskussion um den schrecklichen Klimawandel zum einfach falsch geführt, weil es EIGENTLICH eben nicht um Mutter Erde geht, sondern einzig und allein um unseren eigenen Ar...m bzw. Hintern. Es geht einzig und allein um die Existenz von uns Menschen bzw. der Angst davor, das diese, von Gott als Krone der Schöpfung erschaffene und über allen erhabene Spezies Mensch ausgelöscht wird, wenn "wir" nicht endlich in die Pötte kommen.

      Abgesehen davon, dass ich so eine Einstellung auch legitim finde (es geht ja nicht nur um den eigenen Arsch sondern auch um die Welt, die wir unseren Kindern und Kindeskindern hinterlassen) zeugt es mMn auch von einem Mindestmaß an Empathie, wenn man sich um unbekannte Menschen sorgt, deren Heimat gerade jetzt durch den Klimawandel zerstört wird und wenn man sich auch Sorgen macht, was die Bedrohung ddurch den Klimawandel mittel- oder langfristig mit den eigenen Lebensverhältnissen anstellt. Darüberhinaus unterstellst du mit diesem Satz allen, die sich für die Erhaltung und den Schutz von Ökosystemen um derer selbst willen einsetzen, es ginge denen nur um den eigenen Popo. Egal ob es um den Erhalt der letzten europäischen Moore oder Urwälder geht und in diesem Zusammenhang eben a u c h auf deren Bedeutung als CO2-Speicher verwiesen wird, oder ob jemand ernsthaft und aufrichtig bestürzt über das Sterben des Great Barrier Riffs ist (definitiv ein Opfer der Klimawandels) und auf die Bedeutung von Korallenriffen im ozeanischen Ökosystem hinweist und überlegt, ob das Riff noch zu retten ist und welche Maßnahmen dafür nötig sind. Mitgefühl und Solidarität über den eigenen Tellerrand hinaus scheinst du "anderen" nicht zu zugestehen?

      Dann spannst du den Bogen über nebulöse "Interessen", die hinter der Mär(?) der aktuelle Klimawandel sei etwas menschengemachtes steckten. Ich weiß übrigens auch nach deiner letzten Antwort nicht, was ich mir unter "diversen politischen und wirtschaftlichen Interessen" nun genau vorstellen soll. Immerhin in der Anerkennung existentieller Interessen scheinen wir uns ja einig.
      Bis hin zur Sonne als roten Riesen in ca. 4 Mrd. jahren. Das mag aus astronomischer Sicht angebracht und interessant sein, in Bezug auf die aktuelle Entwicklung ist es aber total irrelevant. Aber in Klimadiskussionen taucht das immer gerne auf. Ich halt's für ein verzichtbares sophistisches Spielchen, das vom eigentlichen Thema ablenkt.

      Und nein, der aktuelle Klimawandel ist in ganz wesentlichen Teilen kein Bestandteil eines natürlichen Erdzyklus oder der natürlichen Abfolge von Eis- und Warmzeiten, darüber ist sich die Klimaforschung weltweit einig. Um nur eine Quelle zu nennen
      Der wissenschaftliche Kenntnisstand in der Klimaforschung belegt, dass der Klimawandel tatsächlich stattfindet und dass er größtenteils vom Menschen verursacht wird (IPCC WG I)(*). Inzwischen wurden auch viele Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich Emissionen reduzieren lassen, um die globale Erwärmung zu begrenzen.

      pik-potsdam.de/forschung/klima…-vulnerabilitat/forschung
      (*) näheres hier: de-ipcc.de/de/119.php

      Siat schrieb:

      Das Einzige, was ich als "unnatürlich" (und äußerst irritierend) bei der ganzen Diskussion um den Klimawandel empfinde, sind diese Arroganz und Ignoranz, die bezüglich dieses natürlichen Vorganges, dieses natürlichen Zyklus´an den Tag gelegt werden, gepaart mit der menschlichen Eitel- und Überheblichkeit, das wir für alles Geschehen in der Welt die Ursache seien!

      Nun, wenn man das Anthropozän als natürliches Erdzeitalter anerkennt, kann man auch den menschengemachten Klimawandel als Teil einer natürlichen Entwicklung betrachten. (und an diese Stelle gehört dann vielleicht auch die Diskussion über Anthropozentriertheit).

      Siat schrieb:

      Weisst, ich finde das ganze Thema, auch bezüglich dessen, was Mensch tun kann, sehr, sehr wichtig.

      Dann sind wir uns wenigstens in diesem Punkt einig. :D

      Siat schrieb:

      Das betroffene Gucken, Hände über dem Kopf zusammenschlagen, sich Asche auf das Haupt streuen und wehzuklagen: "Ach, hätten wir doch was tun können, um diese Katastrophe verhindern zu können!" ist das verlogenste und bigotteste, was Mensch tun kann.

      Wer macht den sowas?


      Siat schrieb:

      Aber das ist genau das, was momentan einfach (noch) viel zu viel getan wird, statt sich z.B. mit konkreten Hilfen auseinander zu setzen oder Krisenpläne zu entwickeln, wie man mit den Menschenmassen umgehen wird/werden könnte, die als "Klimaflüchtlinge" ihre Heimat verlassen.

      Kann ich nicht beurteilen, ob in diesem Punkt zuwenig getan wird. Aber in einem bin ich mir sehr sicher: wenn wir den menschengemachten Klimawandel als natürlichen Prozess betrachten und uns auf dererlei Dinge beschränken, dann rennen wir einer, zumindest in Teilen eigentlich umkehrbaren oder wenigstens verhinderbaren Entwicklung solange hinterher, bis wir entgültig abgesoffen, verdorrt und verhungert sind und weite Teile der aktuellen Ökosysteme gleich mit.

      Siat schrieb:

      Für viele Dinge IST es einfach zu spät. Die Ausbreitung der Wüstengebiete wird (m.E. !) nicht zu stoppen sein. Bestenfalls (!) wird sich die Ausbreitung (etwas) verlangsamen.

      Sehe ich nicht so. Manches mag für die nächsten hundert oder tausend Jahre vielleicht zerstört sein, aber mit dem Raubbau aufzuhören und durch nachhaltiges Wirtschaften den Raum für Regenration der betroffenen Ökosysteme zu schaffen, kann durchaus zum Erfolg führen. Genau wie du glaube ich auch, dass "Natur" an sich anpassungsfähig ist und "das Leben einen Weg findet" wie's so schön heißt. Aber wenn es mit dem Tempo von Raubbau und Umweltzerstörung, das wir als Menschen an den Tag legen nicht annähenrnd Schritt halten kann, nützt alle evolutionäre Schöpfungskraft nix.

      Siat schrieb:

      Das Abschmelzen der Polkappen und der (letzten) Gletscher, und damit das Ansteigen des Meeresspiegels, werden sich m.E. ebenfalls nicht aufhalten lassen.

      Da denke ich durchaus, dass das Spiel noch nicht gelaufen ist.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.
      Aber eigentlich geht's in diesem thread ja darum

      Eule schrieb:

      Ich habe gerade einen Artikel dazu gefunden, der sehr deutlich Konsumverzicht als einzige wirklich erfolgversprechende Strategie benennt.

      Wie seht ihr das, und wie handhabt ihr das in eurem Leben?


      zeit.de/wirtschaft/2017-07/nac…sionen-nutzen-klimawandel


      Habe den Artikel nur überflogen, gebe dem Autor aber dahingehend Recht, dass "grüner Konsum" die sehr viel schlechtere Alternative zu kein Konsum darstellt. Beispiel "essbares Einmalgeschirr", das ist Blödsinn wenn man auch Mehrweggeschirr nehmen kann. Bei Reisen den eigenen Kaffee/Teebecher dabeihaben kann schon helfen, statt immer die Einwegpappe aus dem Automaten zu ziehen. Oder gleich Thermoskanne mit integrierter Tasse. Und nein, ich spüle den nicht jedes mal aufwendig blitzsauber aus.. Ich bin da abgehärtet vom Campen und wandern, gut ausschütteln oder mit einem Minischluck Wasser grob ausspülen reicht völlig, gründlich spülen kann man dann immer noch mit dem restlichen Geschirr. Oder Verpackungen mehrfach verwenden. Da fällt mir grade ein ein pfiffiges Beispiel ein: Kirchenweihrauch.de versendet ausschließlich in gebrauchten Schuhkartons. Man muss sich halt klar machen, dass für jedes Stück Ware oder Dienstleistung Energie und sonstige Ressourcen verbraucht werden, unter diesem Gesichtspunkt kann man sein eigenes Verhalten schon regelmäßig hinterfragen und anpassen.

      Das finde auch ein sehr interessantes tool zum hinterfragen und Änderungsspielräume finden: uba.co2-rechner.de/de_DE/start#panel-calc
      Man muss da evtl. ein wenig modifizieren und anpassen, aber der Rechner liefert schon mal einen guten Überblick wo noch Potential ist. Auch Dinge, wo ich dachte, da bin ich eh schon "gut" drin, z.B. überflüssige Autofahrten abzuschaffen, in dem man Besorgungen auf Fahrten legt, die man eh hat. Aber auf diesen Einkauffahrten dann verstärkt die regionalen Produkte einkaufen, Fleischkonsum noch mehr einschränken z.B.
      Ansonsten wird mein Haushalt auch das Projekt Wärmedämmerung weiterverfolgen (mit Blick darauf, dass die Dämmung ressourcenschonend ist) unseren Stromverbrauch sollten wir auch weiter senken, Ökostrom hin oder her, auch für Ökostrom werden Ressourcen verbraucht. Photovoltaik/Solarthermie für den Eigenbedarf steht auch zur Debatte.

      Außerdem lasse ich gerade keine Gelegenheit aus, an die Jamaica-Verhandler zu appellieren, den ökologischen Umbau der Landwirtschaft, den Ausstieg aus der Massentierhaltung und den Kohleausstieg endlich mal anzugehen bevor alles zu spät ist.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.
      eines nur weils mir auffällt: kohleausstieg klingt schön und gut, nur wenn kohle weg ist und atom sowieso böse, wo soll dann noch der strom herkommen? Recht viel sauberer als nuklear geht derzeit halt nicht....zumindest nicht in den benötigten mengen. und wenn dann strom knappheit kommt möcht ich nichtmal raten was danach kommt.
      ΜΟΛΩΝ ΛΑΒΕ
      Zumindest in D ist die Situation die, dass wir "zuviel" Strom produzieren, also über den Eigenbedarf hinaus, und deshalb Strom exportieren, bestimmt auch nach Österreich. Wenn wir die 20 schlimmsten Dreckschleudern von Kohlekraftwerken sofort vom Netz nähmen, hätten wir immer noch Überkapazitäten, die wir exportieren müssten, (was auf die Importeure durchaus eine innovationshemmende Wirkung hat in Bezug auf den Umstieg zu erneuerbaren Energiequellen. ) Der Rest kann sukkzessive bis ~2030 vom Netz genommen werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Der Atomausstieg, so wie er aktuell geplant ist, bleibt davon unberührt.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.
      Wie wäre es wenn Menschlein einfach mal versuchen würde seinen Energieverbrauch zu reduzieren?
      Dann müsste er weitaus weniger von den Dreckschleudern am laufen halten...

      Wir verballern so einen Haufen Energie für so unsäglich sinnlosen Mist dass einem echt übel werden kann...
      Aber es ist ja unerlässlich für diese selbstherrliche Wegwerfgesellschaft, einzig und allein um ihren Reichtum zu demonstrieren, nur mal so als Beispiel, dass unsere Straßen taghell erleuchtet werden egal wie stark sie frequentiert sind (ich meine mich sogar erinnern zu können dass unsere modernen Fahrzeuge im vorderen Bereich sogar ne eigene Fahrbahnbeleuchtung mitführen...), oder dass Bürogebäude Tag und Nacht innen und außen in voller Beleuchtung erstrahlen obwohl nur gerade mal ein drittel der Zeit überhaupt irgendwer anwesend ist und das obwohl mittlerweile sogar jeder weiß dass die die ganze Nacht hell erleuchteten Städte ihre eigenen Bewohner sogar krank machen.
      Sowas ist Blödheit und Verschwendung in Reinstform.

      Es ist ja nicht notwendig dass wir hier Nachts komplett das Licht ausschalten, aber es etwas sinnvoller zu dosieren könnte schon einiges an Verschwendung eindämmen.

      Menschlein sollte einfach insgesamt mal drüber nachdenken ob er sich nicht ein bisschen einschränken könnte und ob er den ganzen Schnickschnack wirklich braucht.
      Bei dem Thema krieg ich echt Stimmung... und das war jetzt nur mal Strom als Beispiel... in anderen Bereichen sind wir noch viel verschwenderischer.

      Hauptsache man hat den ganzen Winter die Bude hell erleuchtet und die Heizung rund um die Uhr auf volle Pulle laufen..... grmpf
      "Das ist die Seuche dieser Zeit,
      Verrückte führen Blinde"


      King Lear, W. Shakespeare 1606


      Wobei Moore jetzt keine Kulturlandschaft sind, eher die trockegelegten. In gewisser Hinsicht ist aber das Wiedervernässen trockengelegter Moore eine kulturelle Leistung ;)
      Und durchaus interessant in Bezug auf Küstenschutz bzw. Landmanagement in Zeiten des Klimawandels. Im Hinterland des Wattenmeers ist eines der Probleme eben auch, dass Frisch- also Süß- bzw. Regenwasser immer aufwendiger Richtung Nordsee gesielt werden muss. Und das liegt wohl nicht nur am steigenden Meeresspiegel sondern auch an der intensiven Nutzung ehemals wasserspeichernder Flächen. Daraus ergeben sich massiv Probleme und Konflikte. Zuhause hab ich dazu noch Infomaterial, muss mal suchen.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.