Botanische Besonderheiten im Volksglauben

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      Persönliches geht leider auch nicht. (Es sei denn als Dekoelement, wenn's denn kurios aussieht, so wie der geschnitzte Wurzelgeist.

      Es sollte sonst generell schon Volksglaube sein (gerne regional.) Denkt eher so in die Richtung: Gebetsketten aus Lotus- oder Rudraksha-Samen (Leider außereuropäisches Beispiel :/ ).

      Alles andere was mir gerade einfällt, gehört wieder in den Bereich "Fauna": Kindern hat man gegen die Schmerzen beim Zahnen Korallenketten umgehängt.
      Oder um immer Geld zu haben, hat man Schuppe des Silvesterkarpfens im Portmonee mit sich getragen.

      In die Richtung geht's eher.
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
      Gänseblümchen - Orakel

      Um herauszufinden wie das Verhältniszu einem bestimmten Mann ist, sollte eine junge Frau an ihn denken,dabei eine Gänseblümchen - Blüte pflücken und dann deren Blütenblätter einzeln abzupfen und dabei "abzählen " für jedes einzelne im Wechsel "er liebt mich" - "er liebt mich nicht". Der Spruch zum letzten abgezupften Blütenblatt War die Antwort.

      War in dem 70ern und Anfang der 80er übliches Spiel wenn im Frühjahr die ersten Gänseblümchen auf den Heuwiesen auftauchten. Für mich War das als es irgendein anderes Kind in der Clique anschleppte ein ziemlich seltsames Spiel, mit irgendwas zwischen 8 und 12 Jahren waren wir alle noch vor der Pubertät, und irgendwie War das etwas spannendes und neues aus der "Erwachsenenwelt" das gleichzeitig völlig altmodisch wirkte. In dem alter hatten wir mit Männern oder gar Verehrern noch nicht wirklich was am Hut, und das ganze wirkte irgendwie absurd dadurch dass das für mich noch kein Thema War, fast märchenhaft wie aus altmodischen Geschichten und legenden von Minnesang etc entfleucht, als auch in Europa noch häufig Mädchen ab etwa 14 Jahren verheiratet wurden.

      Als ich Zuhause davon erzählte, schilderte die eine Oma dass sie das zu ihrer Jugendzeit und auch bis in die 60er Jahre hinein in Verbindung mit Tanz in den Mai und sonstigen Mainachtsbräuchen kannte. Es sei üblich gewesen dass sich befreundete junge Frauen nach der Mainacht zu einem gemeinsamen Spaziergang aufmachten, sich gegenseitig von ihren Verehrern aus der vergangenen Nacht erzählten und die Herren "durchhechelten", und wenn dann eine wissen wollte ob ihr neuer glühender Verehrer sie nun echt und wirklich liebte oder ob es sich nur um irgendwas zwischen Trophäenjagd und eigener Imagepflege des Verehrers handelte, wurde eben das Gänseblümchen-Orakel befragt.

      Was die Pilze betrifft: der Fliegenpilz existiert schon lange in allen möglichen Versionen in der vorweihnachtlichen Dekoration. In traditionellen Stickmustern für Kleidung oder Tischwäsche bis hin zu Plastikimitaten die mit Draht zusammen mit echten Tannenzapfen und (mal falschen, mal echten) Äpfeln an den Adventskranz getüddelt wurden. Anscheinend sind da Elemente der herbstlichen Erntekränze und der vorweihnachtlichen grün-rot-weiß ( -Gold ) Kombi die eigentlich mit Ilexzweigen samt roten Beeren sowie Mistelzweigen samt weißen Beeren sowie Kiefern-/Tannenzapfen in jüngerer Zeit miteinander vermischt worden.
      Da ist so ein wenig die Problematik der Darstellung. Getrocknete Fliegenpilze gehen, die erkennt man noch in dem Zustand.

      Aber eine trockene Gänsenblümchenkette sind ja leider echt traurig aus. Da müsste man dann allenfalls einen künstlichen Ersatz finden, der nicht zu sehr nach Kunststoff aussieht.

      Aber okay, ich denke nur gerade laut, lasst euch davon nicht abhalten weitere Vorschläge und Ideen zu bringen. :thumbup:
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      In katholischen Gegenden dürfte die Frage woraus man Rosenkränze machte spannend sein.

      Aus der Voreifel und Eifel gibt es Geschichten dass Rosenkränze gerade bei ärmeren Leuten nicht teuer gekauft wurden sondern selbst gemacht wurden - aus getrockneten Hülsenfrüchten, allem voran der Monstranzbohne.

      Einen link dazu hab ich gerade aus einer völlig anderen Gegend gefunden. regiowiki.pnp.de/wiki/Monstranzbohne
      Bitte!

      Ich fürchte allerdings dass es nicht sehr viele ähnliche Dinge gibt, weil die meisten Sachen aus Pflanzen nun mal nach dem ernten nur eine recht begrenzte Lebensdauer haben.

      Es liest sich ein bisschen so als wäre der Plan eine Ausstellung in einem Museum mit solchen Dingen zu gestalten. Wenn es nicht gerade eine Ausstellung in einem botanischen Garten oder einem Freilichtmuseum ist wo die Möglichkeit besteht neben einem Gegenstand und der Geschichte dazu, ggf mit Fotos davon in neuem Zustand ergänzt, so etwas darzustellen, sondern zusätzlich auch noch die entsprechende Pflanze in lebendigem Zustand zu zeigen, wird das ganze schwierig.

      Da müsste dann wohl jeweils passend zur Jahreszeit nach Verfügbarkeit das jeweilige Pflanzenmaterial irgendwo geerntet und verarbeitet werden um die Ausstellung regelmäßig zu erneuern.
      Nur ja die Pilze könnte man dann allerdings theoretisch ggf. direkt ziehen. Wer an das Exemplar selbst heran kommen will bzw. es hat, der kann sich ja auch etwas vom Myzel mitnehmen. In Zeiten von Terraristik etc. ließen sich entsprechende Vertreter sicher in Natura präsentieren. Das an sich wäre sicher noch einmal eine Seltenheit. Beim Leichenfinger würde ich dann allerdings die Käseglöcke bemühen xD
      Ludlul bel nemeqi - Ich will preisen den Herrn der Weisheit

      fee wrote:

      Leider ist das Gewaechs grade unauffindbar...ich wart mal bis die Sonne wieder scheint.


      @ fee
      Och schade...
      Na ja, solange die Sonne mal rauskommt, bevor die Blätter wieder austreiben und sich das Gefussel der Schlafäpfel dahinter verstecken kann, gehts ja. :D

      @all

      Es gibt übrigens verdammt gute Holzmodelle von Pilzen aus Anfang des 20. Jahrhunderts, habe ich festgestellt.
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