Nach selbsternannten Obergoden spinnende Druiden...

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    Nach selbsternannten Obergoden spinnende Druiden...

    Hallo zusammen,
    vielleicht hat es der oder die eine oder andere schon in den Medien mitbekommen.
    Nachdem es ja in den letzten Jahren um den selbsternannten Heidenpapst und Obergoden etwas ruhiger geworden zu sein scheint, vor allem auf FB dieser selbsternannte Druide Burgos von Buchonia auffällig geworden.
    Zumindest scheinen auf ihn schon so etliche Heiden auf FB aufmerksam geworden zu sein, weil der u.a. durch seine Extremismus und seine Gewaltaufrufe auffällig war/ist, mit denen er natürlich auch AnhängerInnen des keltischen Pfades in eine Situation bringen, wie rechtsextremistische "Germanen" Anhänger des germanischen Weges.
    Dementsprechend titeln natürlich die Medien:

    Der Druide, der Juden vernichten will (Tageschau)

    Keltische und germanische Werte (Spiegel)

    Der Spiegel schreibt:
    Die Razzien rücken eine möglicherweise gefährliche Gruppe in den Fokus: Die rechtsesoterisch politisierten Neodruiden.


    Da stellen sich mir doch schon gleich die Nackenhaare auf, wenn gleich der Spiegel dann im nächsten Absatz zumindest schreibt:

    Die Szene der Druiden ist eigentlich unpolitisch, ihre Mitglieder berufen sich auf die Kelten, vertrauen auf diverse Zauberkräfte oder besuchen Kultstätten wie Stonehenge in England


    Bedauerlicher Weise werden so wieder dieselben "alten" Vorurteile von "den rechtsextremistischen Heiden" und "gefährlichen esoterischen Spinnern" genährt... *seufz*

    Ich hoffe jedenfalls, dass dieser selbsternannte Druide sein "Fett weg" bekommt und eine gehörige Strafe kassiert!

    LG
    Siat
    Von den Hohen erschaffen
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    ANB´s
    Also ich fürchte mich da aktuell und wg. dieses BvB-Typen eher nicht, als Heide da abgestempelt zu werden. Die meisten Artikel, die ich dazu die letzten zwei Tage gelesen habe, verorten den Kerl auch eher in der Reichsbürger- und Rechtsextremistenszene. Es ist vor allem wichtig, sich von solchen Typen und auch schon Tendenzen, die eindeutig in eine solche Richtung gehen, klar und unmissverständlich abzugrenzen, und zwar nicht nur als "Heide" sondern grundsätzlich. Und es gibt auch genügend Heiden und heidnische Gruppen, die das glaubwürdig hinkriegen. Der selbsternannte "Druide" ist übrigens kein unbeschriebenes Blatt, sondern wohl schon seit Jahren einschlägig bekannt und das so wie ich das interpretiere eher als "Rechtsaußen unter Heiden", denn als "Heide=rechts" morgenweb.de/region/schwetzing…nkreisverein-aus-1.787403 und btw. der Lügenbaron, treibt sich immer noch bei der AfD rum?
    Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

    "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold
    Vor allem denke ich bei diesem Typ, dass es ihm darum geht, die Religion, konkret das Heidentum, zu benutzen/missbrauchen. Solchen Leuten sollten alle Heiden widersprechen, schon damit nicht das gesamte Heidentum in ein völlig falsches Licht gerückt wird.
    Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
    Beziehen sich deine zwei Sätze aufeinander? Wenn man den zweiten nämlich in Bezug zum ersten setzt, liest sich das so, als wären dieser selbsternannte "Druide" und die Reichsbürger arme Opfer von (staatlicher?) Hetze, um die Bevölkerung zu verunsichern und so besser kontrollieren zu können. Nee jetzt? Oder?
    Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

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    Wetterleuchten schrieb:

    Beziehen sich deine zwei Sätze aufeinander? Wenn man den zweiten nämlich in Bezug zum ersten setzt, liest sich das so, als wären dieser selbsternannte "Druide" und die Reichsbürger arme Opfer von (staatlicher?) Hetze, um die Bevölkerung zu verunsichern und so besser kontrollieren zu können. Nee jetzt? Oder?


    Hallo Wetterleuchten,
    ich lese das jetzt ehrlich gesagt nicht daraus...
    Aber das in meine Interpretation :sarcastic:
    Diesen selbsternannten Druiden oder Reichsbürger als Opfer einer staatlichen Verschwörung... Wohl eher nicht.
    Jeder ist immer noch für sich selbst verantwortlich.
    Auch wenn ich durchaus der Ansicht bin (generell gesehen und völlig von diesem Thema unabhängig!) das Angstmache (bewusst oder unbewusst) durch Politik und Medien stattfindet, so denk ich, dass Typen wie dieser Burgos sicherlich keine hilflosen Opfer sind.

    Übrigens ist mir dieser Heini nur ein/zwei Mal am Rande aufgefallen... Hab dem ehrlich gesagt aber gleich wieder in der Versenkung meines Unterbewusstseins verschwinden lassen.
    Da war G.v.N. "einsprägsamer", aber das mag auch an persönlichen "Erleben" über verschiedene Foren gelegen haben...

    LG!
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    Stimmt, hast Recht, @Siat, man kann die zwei Sätze auch andersrum lesen. Meine Lesart ist mir jetzt schon öfter begegnet, also das Umdeuten zur Schaffung "alternativer Fakten" und Stilisierung der Opferrolle, meist als "argumentative" Basis dafür, dass man den Rechtspopulisten (oder Schlimmeren) "regelrecht in die Arme getrieben werde" vom achsofiespöhsen Staat. Das ist durchaus verbreitet, und scheint sich nach Art des schleichenden Gifts weiter zu verbreiten. Und an dem Punkt geb ich dir völlig Recht: Jeder ist immer noch selbst für seine Entscheidungen verantwortlich.

    In einem Punkt möchte ich jetzt aber doch widersprechen: die "alten Vorurteile" gegen Heiden sind leider keine. Ich treibe mich ja jetzt schon einige Jährchen, Jahrzehnte eigentlich, an und in verschiedenen Heiden-, Eso- und sonstigen Subkulturszenen (es gibt da ja immer die tollsten Überschneidungen) herum und da ist ja teilweise sehr krudes Zeug, auch in Sachen Geschichts-und Politikverständnis, dabei. Vor allem scheinen die völkisch-esoterischen Wurzeln aus dem 19./20. Jhd immer noch nicht völlig überwunden und bewältigt, Leute wie Odinsauge von NorniersAett schreiben sich ja jetzt nicht umsonst nen Wolf mit Aufklärung der Zusammenhänge.In den 80er Jahren wurden diese Wurzeln von vielen teilweise sehr unkritisch rezipiert, von einigen auch ganz bewusst. (Damals fing auch ein gewisser selbsternannter Obergode an, der mMn zu den Bewusstrezipienten und -verbreitern der völkischen Soße gehört. An dessen Beispiel kann man übrigens auch sehen, dass dieser braune Bodensatz damals in ziemlich vielen "Subkulturgruppen" schwappte, denn der Obergode war auch in der damals neu entstehenden Umweltschutzbewegung engagiert. Die meisten Gruppen schafften es aber, sich nicht von braunen "Heimatschützern" vereinnahmen zu lassen und positioneren sich auch ganz bewusst entsprechend).
    Heute scheint es eine Zunahme diverser"Eso"grüppchen und Einzelpersonen zu geben, die diese Welle wieder reiten. Könnte natürlich auch daran liegen, dass jeder Honk eine kostenlose Internetpräsenz basteln kann und worldwide so gut wie alles rauströten kann.

    Es ist ja jetzt nicht so, dass es in den letzten 30, 40 Jahren keine "innerheidnische" Auseinandersetzung mut dieser Problematik gegeben hätte, und es gibt unzählige Gruppen, Pfade und "neue Traditionen", die ohne diesen ollen völkischen Käse auskommen. Aber überwunden ist er ganz und gar nicht. Es ist nicht nur ein "heidnisches" Problem, dass Geschichtsvergessenheit, bewusste Umdeutung der Geschichte und Geschichtsverbiegung (wieder) mehr und mehr in Mode zu kommen scheinen. Nicht nur dieser selbsternannte "Druide" muss sich fragen lassen, was zur Hölle die letzten 130 Jahre deutscher Geschichte mit den "Germanen" oder "Kelten", Bevölkerungsgruppen der A n t i k e, ( oder anderen historischen Begriffen wie z.B. "christliches Abendland" wie es bspw. (gewählte) Politiker tun) zu tun haben. Allen gemein ist, dass damit ein eigentlich überkommenes völkisches Denken etabliert werden soll. Gut, die "Druiden"gruppe scheint eindeutig die Grenze zur Kriminalität überschritten zu haben. Aber im bürgerlichen Milieu wird mitunter auch sehr schmerzfrei verbal gezündelt und Grenzen gedehnt.

    Ich habe das, manchmal beklemmende, Gefühl, dass wir als Gesellschaft uns mitten in einem Riesenkraftakt befinden zu definieren, was wir eigentlich unter Demokratie, gesellschaftlicher Teilhabe und Politik verstehen, wie wir das umsetzen und ggf verteidigen sollen mit all diesen epochalen Herausforderungen wie Globalisierung und Umweltzerstörung. Wir als Gesellschaft und als Einzelpersonen werden uns mit zunehmendem Extremismus, der aus den genannten Herausforderungen nun mal auch entsteht, auseinandersetzen müssen. Und hey, warum sollte dieser Kelch ausgerechnet am "Heidentum", das aus lauter einzelnen Mitgliedern dieser Gesellschaft besteht, vorüber gehen :sarcastic:
    Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

    "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold
    Gabs hier nicht mal Smileys die ein Schild mit Pfeil nach oben hochhielten, auf denen "Good post!" stand? (Ein "Like", ist ja bei der inflationären Verteilung nichts wert...)


    Ich füge dem nur noch mal kurz hinzu: Es ist nicht zu vergessen, dass ja auch immer wieder junge, unbedarfte Mini-Pagans nachwachsen. Denen man nicht wirklich zum Vorwurf machen kann, wenn sie erst mal auf die braunen Rattenfänger reinfallen, wenn die im Schafpelz und/oder mit irgendwelchen tollen Ködern daherkommen, was Selbstwertgefühl und Sinnsuche der Mini-Pagans erst mal einen Schub gibt und sich womöglich noch einer coolen Ästhetik bedient.
    Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
    Grüss Euch,
    vor einiger Zeit habe ich noch über solche Typen wie Burgos und GvN gegrinst. Die mehr oder weniger häufigen Auftritte in den Medien - wenn ich sie denn mal mitbekam - habe ich nach dem Motto: "Jedem Tierchen sein Pläsierchen" abgetan, es einfach nicht ernstgenommen, was da teilweise auch sehr schräg rüberkam.
    Doch mit der Zeit merkte ich immer mehr, das diese Typen mit den sogenannten harmlosen Spinnern, wie sie einem manchmal im Leben über den Weg laufen können, nichts zu tun haben. Im Gegenteil.
    Ich denke, das Ihre nach aussen demonstrierte Liebe und Einheit mit der Natur und ihre ach so oft beschworene Achtung vor den Göttern nur Mittel zum Zweck war und ist.
    Wenn ich mitbekomme, wie solch "liebenswerten Menschen- und Götterfreunde" mit anderen Menschen umgehen, Behinderten , Kranken und Minderheiten das Recht zum selbstbestimmten Leben absprechen, zur Gewalt aufrufen, rassistisch und sexistisch argumentieren - da wird mir richtig schlecht und ich werd stinkewütend.
    Ich denke, diese Typen sind berechnend, sie wissen genau wie sie die Menschen täuschen und manipulieren können. Da ist knallhartes Kalkül und Menschenverachtung dahinter.
    Schlimm find ich, das sie in unserer "kunterbunten Heidenlandschaft" ihr Unwesen treiben, dies tun sie teilweise recht ungeniert auch noch im Namen ihrer jeweiligen Götter. So sehe ich es. Dadurch geraten leider mittlerweile solche, die sich in wirklicher Liebe und Achtung den Göttern und der Natur zuwenden, in Verruf.
    In "Heidenkreisen" wird immer wieder mal gefordert, das man sich zusammentun und für mehr Toleranz uns gegenüber aktiv werden solle. Welch eine enorme Aufgabe!
    Wie wär es, wenn wir erst mal ganz unten anfangen: nämlich in unserer eigenen Umgebung dafür zu sorgen, das wir solchen "Individuen" wie oben genannt keinen "Spielraum" und keine "Energie" mehr zur Verfügung stellen ?

    Wenn das geschafft würde, könnte ich fast daran glauben, das man die kunterbunte Heidenschar irgendwann in ferner Zukunft gemeinsam und kreativ in einem Kreis erleben kann. :)

    Gruss Haleg
    "Wenn Du Deine silberne Barke besteigst, Du Königin des Nachthimmels -
    Wenn alle Sterne Deine Schönheit besingen-
    Dann jubelt mein Herz, meine Sinne tanzen
    um in Dein Silberlicht einzutauchen. "

    © by Haleg/S.D.
    Und hier haben wir genau das was ich befürchtet habe als diese Geschichte hoch gekocht wurde - eine katholische Zeitung die sich ahnungslos pauschalisierend über Heiden austobt, und dabei unterstellt dass zwangsläufig alle Menschen die sich selbst als naturreligiös oder heidnisch bezeichnen gleichzeitig deutschtümelnde Völkische sein müssten, oder dass es ihnen an Bildung und Intelligenz mangeln müsse, um an "Mutter Erde" zu glauben.

    Mir graust es.

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