Nach selbsternannten Obergoden spinnende Druiden...

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    @Sola

    Ziemlich missglückte Wortwahl wenn eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Text stattfinden soll.

    Selbst dann wenn hier keine Katholiken mit diskutieren - der Begriff faschismus ist selbst unter Historikern und Politologen nicht klar definiert, und obendrein dermaßen emotional aufgeladen durch die Klassifizierung des dritten Reichs als faschistisches Regime, dass eine solche Einordnung dieses katholischen Feuilletonartikels bzw seines Autors nur dazu führt dass selbst besonnene Heidens mühsam schnappatmend den "nieder mit dem antidemokratischen Ewiggestrigen!" - Impuls kämpfen.

    Bringt nix. Man kann nicht gleichzeitig jemanden anbrüllen dass er ein Schwein sei und fordern er solle zuhören und einsehen dass man selbst kein Arxxx ist.

    Mich ärgert der Artikel auch - aber mit so einem Killerspruch kann ich keinen meiner christlichen Nachbarn davon überzeugen dass ich anders bin als das was da unterstellt wird.

    Vor allen Dingen sind genug Ansatzpunkte vorhanden um die völlige Unkenntnis über die alles andere als homogene Heidenszene die aus dem Artikel deutlich wird in den Mittelpunkt zu stellen.
    Was zum Geier ist das denn für ein Artikel?

    Das wiederum lag nicht am Christentum, sondern zum einen an den politischen Garanten des (damals) neuen Glaubens, die gegen den Willen der Kirche eine Mission mit dem Schwert betrieben


    Lieber Autor, bitte informiere dich, bevor du so einen Blödsinn raushaust. :S
    Selbst Nichthistoriker sollten schon mal etwas davon gehört haben, dass eine Mission mit dem Schwert eine ganz konkrete Taktik der Kirche war. Sei es gegen Heiden oder gegen sogenannte Ketzer aus den eigenen Reihen, die das Pech hatten, dass ihre Auslegung des Christentums politisch nicht so viel Macht hatte wie die des Siegers, der sie kurzerhand zu ketzerisch und häretisch erklärte und sich damit das Recht herausnahm, die Vertreter des selben zu töten oder gewaltsam zu bekehren.

    Argumente und liebevolle Zuwendung waren in der Heidenmission de facto untaugliche Mittel.


    Mit anderen Worten: Die Heiden mit Gewalt vom friedlichen Glauben zu bekehren, hätte keinen Erfolg gehabt. Die Heiden haben also die Christen quasi gezwungen, sich gewalttätiger Überzeugungskunst zu bedienen, was?
    Das ist eine wunderbare Argumentation, die so richtig schön auf besage Kreuzzugmentalität zurückgreift, die eben genau auf dieser Schiene Mord und Totschlag im Namen Christi rechtfertigte. Bravo, lieber Autor!

    Welcher Gott lässt uns Schlachten und Kriege gewinnen? Das war die Frage des Heiden.


    Und die christlichen Vitenschreiber haben dieses "König XY bekehrte sich zum Christentum, weil Christus ihm den Sieg schenkte" nicht etwa zum Topos gemacht, weil sie der selben Überzeugung waren und damit beim Leser punkten konnten?

    Dann setzte sich das Christentum als auch kulturell überlegen durch.


    Oh ja, mal eben alle kulturellen Leistungen von der Erfindung des Pfluges bis zum Bau der Pyramiden als null und nichtig abtun und die Kultur mit der Ausbreitung des Christentums beginnen lassen.
    Das ist so absurd, das man sich fremdschämt.

    Zudem: Mit welchen Mitteln setzte sich das Christentum wohl als vermeintlich "kulturell überlegen" durch? Warum musste so viel heidnisches Wissen verboten, ausgelöscht oder verteufelt werden? (Nur mal als Stichwort Hypatia von Alexandria. Oder Astronomie, die nicht erklärte, dass die Erde im Mittelpunkt der Schöpfung lag.).

    Denn Kultur braucht Verstetigung. Die gab es bei den alten Germanen aber nicht, weder besondere Bauwerke noch Bücher oder Artefakte, die nicht zugleich Gebrauchsgegenstände waren.


    Ich wäre dafür, das Wort "Kultur" durch "materielle Kultur" zu ersetzen. Die braucht "Verstetigung". Eine Kultur, die nicht davon ausgeht, dass es so etwas wie eine lineare Zeit oder eine einzige Wahrheit gibt, die braucht so etwas nicht zwingend.

    Ansonsten: Bruhahahaha! Hat der sich schon mal Schmuck und andere Kunstwerke angesehen, die Heiden geschaffen haben, bei denen fast jeder Gebrauchsgegenstand ein kleines Kunstwerk war? Die Münzen der Kelten? Die Schnitzereien der Wikinger? (Oder hat der mal überlegt, wieviel kunstvolles und kulturelles nicht überliefert wurde, da Inhalte immateriell oder aus vergänglichen Materialien waren? Oder wieviele materielle Zeugnisse von den Christen zerstört worden sind, weil es Zeugnisse heidnischer Kultur waren, die zu existieren man nicht erlauben durfte?)

    Bibliotheken gab es erst, als auf „deutschem“ Boden Kirchen und Klöster errichtet wurden.


    Was soll man denn mit Schriftlichkeit oder Bibliotheken, wenn man Mnemotechniken hat, die es einem erlaubt, Unmengen an Stoff auswendig zu lernen und aktuellen Gegebenheiten anzupassen?

    Wenn er von Heiden spricht, dann hat er hier jetzt hoffentlich nur die germanischen und keltischen im Kopf, denn sonst bekomme ich mich vor Lachen nicht mehr ein wenn er meint, es hätte keine vorchristlichen Bibliotheken gegeben. Die im Mittelmeerraum sind heute noch berühmt, die alles damalige Wissen von Astronomie, über Ingenieurskunst bis hin zu Philosophien umfasste.
    Während so eine mittelalterliche christliche Kloster-"Bibliothek" sich als solche bezeichnen durfte, wenn sie die Bibel und fünf theologische Kopien auf einem Regal hatte.
    Zur Renaissance des Mittelalters, sprich dem großen Aufschwung sozialer, kultureller und vor allem intellektueller Art kam es erst als das christliche Europa wieder Zugang zu antiken heidnischen Texten erlangte.

    Hinzu kommt der ethische Anspruch des Christentums. Die Sorge um den Schwachen, ganz allgemein: die prinzipielle Infragestellung von gewaltsamer Stärke als Prinzip von Gemeinschaft.


    Die Sorge, die rein theologisch existiert(e). Wie es mit der Auslegung oder gar Umsetzung aussah und aussieht, das verrät uns die reale Historie, in der das Töten eines Menschen kein Mord ist, wenn man den nicht aus eigener Gewinnsucht unternimmt, sondern um die Gewinnsucht des geistigen oder weltlichen Herrn zu befriedigen. In der man jeden Krieg als einen gerechten und gottgewollten propagieren kann, weil man das Heilige Land befreien oder gegen Häretiker oder die Achse des Bösen kämpft. (Es gab so viele Kreuzzüge gegen andere Christen, das wissen die wenigsten. Z.B. das der Bremer Erzbischof seinen Krieg gegen die Bevölkerung der Region Stedingen bei Bremen einfach mal rechtfertigte, in dem er die zu Ketzern erklärte.)

    Oder ich denke gerade auch an den lieben Martin Luther, der jetzt gerade überall wieder gefeiert wird. Der dazu aufrief, die aufmüpfigen Bauern zu töten, weil sie sich gegen die gottgewollte Obrigkeit auflehnten.

    "Infragestellung von gewaltsamer Stärke"! Hahahaha!

    Bindung an die Metaphysik und Bindung an die Geschichte bedingen sich gegenseitig und gehören zusammen;


    "Bindung an die Geschichte"? Meint der damit, dass der Sieger die Geschichte schreibt und das Geschehen in seinem Sinne auslegt, ganz so wie es schmerzhaft offensichtlich in dem besagten Artikel geschehen ist...?

    Wenn man demgemäß sagen darf, dass der Sieg des Christentums über die heidnischen Religionen nicht zuletzt durch den Anspruch seiner Vernünftigkeit ermöglicht wurde...


    Ich liebe die Aussagen von Ratzinger, der nur Sinn macht, da er Worte anders gebraucht, als im normalen Sprachgebrauch üblich.

    Das oben macht ja wohl nur Sinn, wenn man "Vernünftigkeit" nicht im allgemeinen Sinne von Vernunft sieht, also der Erfassung eines Sachverhaltes durch Logik, die einem erlaubt, die Bedeutung eines Umstandes zu erkennen, um in Folge Regeln und Prinzipien aufzustellen nach denen man handelt, so wie es die Philosophie und Ethik des Humanismus tun - im Gegensatz zur Religion, die einem erlauben Gräueltaten oder auch nur die persönliche Weltsichten als Willen des eigenen Gottes zu deklarieren.

    Natur kann dabei völkisch oder auch globalistisch aufgeladen sein.


    Mal ein Satz in dem Geschwurbel, dem ich zustimmen kann.
    Ja, das ist der Pferdefuß des Neuheidentums, jeder kann da seine ganz persönliche Weltsicht reindeuten, da eben zu wenig überliefert ist und das Heidentum so zu einer wunderbaren Projektionsfläche wird.

    Aber davon ist auch das Christentum nicht frei. (Das hat es nur etwas schwerer, die richtige Stelle aus der heiligen Schrift zu finden, die im eigenen Sinne (um)interpretieren werden kann.)

    Beiden Ausrichtungen ist eine Distanz zu Kultur und Technik zu eigen


    Ist es nicht lustig, wenn christliche Autoren die Begriffe "Natur" und "Kultur" so gebrauchen, dass sie inhaltlich im eigenen Sinne aufgeladen werden können?

    Ich denke da gerade an Ratzingers Gebrauch des Begriffes "Natur" mit der er rechtfertige, dass die natürliche Ordnung keine Homosexualität zulasse. (Trotz oder obwohl Natur im Sinne von "Biologie" gerade bestätigt, das Homosexualität natürlich ist, da sie auch im Tierreich vorkommt.)

    Wenn man unter "Kultur" also nur Dinge wie Schriftlichkeit oder monumentale Bauwerke verstanden haben will, dann kann man jeder Kultur, die andere Werte hat oder andere Zeugnisse vervorbringt, natürlich jede Kultur absprechen.

    Vergötzung als Mittel zum Zweck.


    "Vergötzung" ist ein Begriff, der nur im Christentum Sinn macht, in dem man alles andere als den eigenen Gott als nicht anbetungswürdig erklärt. Das als Argument für oder gegen etwas zu bringen ist absurd.


    Dass der neuheidnische Kult alles andere als ein harmloses Freizeitvergnügen esoterisch veranlagter Naturfreunde ist, wird aber immer dann offensichtlich, wenn er sich mit rechtem Gedankengut paart.


    Alles ist kein harmloses Freizeitvergnügen mehr, wenn man es mit rechtem Gedankengut paart. Punkt.

    Das trifft auch zum Beispiel aufs Christentum zu. (Wie besonders schön das Deutschchristentum zeigt: de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Christen)
    Wer meint, dass sei ein Ausreißer, der kann sich auch gerne all die kirchlichen Vertreter rechten Gedankengutes ansehen, die im 3. Reich und nach dessen Ende die Ideologie der Nazis unterstützten. Oder auch nur still hielten, da es in ihrem Sinne war, dass Judentum und gottloser Kommunismus an politischen und gesellschaftlichen Einfluss verloren.

    Der Neopaganismus erscheint hier als das religiöse Moment der rechtsextremen Ideologie, mit dem vor allem Frauen und politisch weniger interessierte Menschen an die „Bewegung“ angebunden werden sollen
    .

    Hehe. Muhahaha! "Vor allem Frauen!" Welche religiöse Bewegung rekrutiert sich aus der Masse wenig politisch interessierter Frauen? Hat der Autor sich schon mal in christlichen Kirchen und bei deren Gemeindearbeit umgesehen und gezählt, welchem Geschlecht die da Aktiven zugehören? Oder, da er ja so historisch versiert ist, nachgelesen hat, wie sehr das Christentum an Einfluss und Reichtum gewann, da Frauen ihre Männer überzeugten oder ihre Mitgift und sonstigen Besitz den Kirchen vermachten?
    Pot, kettle, black, huh?

    Neuerdings auch in den Sozialen Medien, also mithilfe modernster Technik.


    Wie können die denn so etwas bloß machen!?
    Pfui, wo man sich doch so viel Mühe gegeben hat, ihnen den ganzen Artikel lang eine Distanz zur Technik zu unterstellen. Die sind schuld, wenn man sich widerspricht!
    Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
    Wen ich einen solchen Text lese und an die vielen blutig niedergemetzelten Menschen denke die sich eben nicht zum christlichen Glauben bekennen wollten und Der Autor des Textes das dann quasi sportlich darstellt (der stärkere - Gott habe gewonnen) dann habe ich auch keine Skrupel einen solchen Text faschistisch zu nennen.
    Etwas "faschistisch" zu nennen oder jemanden als "xy-Nazi" (Feminazi, Grammar-Nazi, Quellen-Nazi) zu bezeichnen ist leider gerade chic, um den anderen pauschal zu diskreditieren aber bedeutungsleer. Es sagt nämlich nichts anderes aus, als das der andere "irgendwie politisch rechts und/oder extrem ist" und man sich darum nicht die Mühe machen muss, inhaltlich auf den einzugehen.

    Zudem führt es zu einer Relativierung und Verharmlosung des Faschismus, wenn diese politische Gesinnung (Nazi) auf die selbe Ebene gesetzt wird wie z.B. die Forderung an andere, grammatikalisch richtig zu schreiben (grammar-nazi).


    "Sportlich dargestellt" hat der Autor in seinem Artikel auch nichts. Er hat ganz richtig dargestellt, dass Heiden pragmatisch zum Christentum übergetreten sind, wenn sie der Ansicht waren, dass der christliche Gott sich als der Stärkere erwiesen hat. (Was große Folgen hatten, wenn diese Heiden Könige oder Adelige waren, und die darum nach ihrer Taufe ihr Volk zum Übertritt zum neuen Glauben gebracht haben.)
    Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
    @Umo

    Danke fürs inhaltliche fleddern des Artikels wozu ich in dieser epischen breite gerade keinen Nerv hatte.

    Dieser Autor schießt sich dermaßen selber ins Aus dass man ziemlich easy einhaken kann, an etlichen Punkten die auch überzeugten Katholiken unangenehm sind.
    Ich stimme Umo voll zu, ein Artikel, der unmöglich ist, Gewalt relativiert, begatellisiert und und rechtfertig. Mit einem Wort: Unmöglich. Zudem aus historischer Sicht nicht einmal korrekt. Aber sich hier aufzuregen hat keinen Sinn und wird kaum Wirkung zeigen. Ich bin noch am überlegen was man machen kann. Zumindest habe ich schon mal eine Funktion für Leserbriefe unter dem Artikel gefunden. Aber wie gesagt, ich denke noch nach.
    Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
    Ich schätze, da ist nicht viel ausrichten. Die Zeitung ist eine konservativ katholische und der Autor, Josef Bordat, ist auch ziemlich ... sagen wird mal nett "konservativ". (Wenn du ihm schreiben willst, kannst du das ja über seinen Blog machen. Sein Blog ist leicht auffindbar. Oder wenn du es über die Zeitung machen willst, die Kontaktdaten der Redaktion besagter Zeitung ist auch auffindbar.)

    Es wird wohl nur meines Erachtens nichts nutzen, denn der Philosoph hat eigentlich rhetorisch viel mehr auf dem Kasten als er in dem Artikel zeigt, wie ich vorhin gemerkt habe.
    Oder anders: Seine Haltung ist gar nicht so widersprüchlich oder albern, wie man das aus humanistischer Sicht beim Lesen wahrnimmt. Denn seine Haltung ist tatsächlich theologisch stringent.

    Ich wusste nicht, dass in der heutigen Kirche immer noch antike und mittelalterliche Kirchenväter als Rechtfertigung für die Haltung zu Kriegen herangezogen werden. (Obwohl mich das nicht hätte überraschen sollen.)

    Ich habe beim Anhören des Podcasts "Faktencheck Kichengeschichte" gelernt, dass die Kreuzzüge mit der mittelalterlichen bzw. der augustinischen (oder aquinischen?) Idee vom bellum iustum, dem "gerechten Krieg", im heutigem Sprachgebrauch als "humanitäre Intervention" zu deuten und zu rechtfertigen ist. Und das sie zeitgemäß und ethisch unbedenklich ist, was die Haltung des Christen zum Krieg betrifft.

    "Die Voraussetzung des Krieges ist immer die Verfehlung des anderen. Dieses Übel kommt in einem eschatologischen Sinne auch dem ungerechten Gegner zugute, da er so in die von ihm verlassene Ordnung zurückkehren kann. Mit dieser erzwungenen Umkehr orientiert man den Kriegsauslöser wieder auf Gott hin und trägt damit dem Gebot der Feindesliebe Rechnung." (horeb.org/xyz/podcast/credo/20150611cr.mp3, 6:47)

    "Gewalt ist, so wie Herrschaft, nach dem Sündenfall möglich und auch nötig, um ein gutes und friedliches Zusammenleben zu gewährleisten."
    (ebd.) Das erklärt wohl auch, dass man Heiden gewaltsam bekehren darf oder gar sollte.
    Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
    Ziemlich gruselig, da hast du recht.

    Wobei mir schon sämtliche Alarmglocken schrillten als ich ziemlich zu Anfang eine wertschätzende Bemerkung zu etwas das Ratzinger gesagt hat las.

    Ratzinger ist vor seiner Wahl zum Papst als Vertreter vieler sehr konservativer theologischer Positionen berüchtigt gewesen, er galt als einer der Hardliner beispielsweise auch im Umgang mit den “abtrünnigen“ Protestanten, als einer der auch zu vielen anderen Themen von Verhütung über Abtreibung bis Sex und Scheidung Positionen vertrat die von der Lebenswahrheit vieler Menschen in Deutschland um 50 bis 80 Jahre entfernt waren. Der hat auch manchen durchaus braven Katholiken auf die Palme gebracht. Als krasseste Aussage habe ich die Forderung in Erinnerung, einem Sünder in diesen Dingen müsse man selbst nach der Beichte und Buße die Kommunion verweigern.

    Das schwierige daran war auch bei Ratzinger dass er in sich schlüssig argumentierte, und auch seine aussagen anhand von Bibeltexten oder durch Verweis auf frühere Beschlüsse und Anweisungen wie,Konzile, päpstliche Erlasse etc belegen konnte dass das der aktuelle Stand der katholischen Theologie war.

    Aber ausserhalb der katholischen Lehre ist dieser Argumentationsstil sowohl inhaltlich als auch in der Wortwahl erstklassiger Zündstoff.

    es ist schon ziemlich erschreckend dass momentan in so ziemlich jeder Religion Fundamentalisten, Hardliner, Fanatiker die Deutungshoheit über religiöse Inhalte und vor allem auch über den Umgang mit Angehörigen anderer Religionen beanspruchen und munter drauflos agitieren.

    Als ob sie sich darauf geeinigt hätten dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt für das hoch kochen alter Ressentiments sei,in der Hoffnung dass ihr Verein die Explosion des Pulverfasses an dem sie so einträchtig zündeln mit maximaler Verbesserung des eigenen Einflusses übersteht.