Wie feiert Ihr Imbolc/Oimlec/Lichtmess?

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      Eine Freundin von mir zieht zu Imbolc mit einem Haselzweig und einer Schellenrassel los in die Felder und in den Wald. Da klopft sie dann unterwegs mit dem Zweig auf den Boden uns rasselt dabei. Sie nennt das "Herausrufen". Erklärt hat sie es mir damit, das zu dieser Zeit schon das neue Leben im Boden herankeimt, und sie unterstütze es auf diese Weise.
      Schöne Idee, finde ich.
      Einen Haselzweig hab ich noch im Stadl stehen.... ;)

      Gruss Haleg
      "Wenn Du Deine silberne Barke besteigst, Du Königin des Nachthimmels -
      Wenn alle Sterne Deine Schönheit besingen-
      Dann jubelt mein Herz, meine Sinne tanzen
      um in Dein Silberlicht einzutauchen. "

      © by Haleg/S.D.
      Schöne Ideen....

      Zu derm irisch/neuheidnischen Imbolc habe wir dieses Jahr, neben dem Ausräuchern der Wohnung, Butter selbst herrgestellt, einen Teil der Butter und Buttermilch geopfert.

      Am 18. Februar werden wir ein weiteres, heimisches Fest feiern, welches trotz Verbot 575 auf der Synode in Tours tatsächlich noch alten Leuten in den 1970er Jahren bekannt war - das Fest der Motten und Mäuse (heute Petri Stuhl). Dort werden ich und Lebensgefährtin neben dem gründlichen Aufräumen der Wohnung auch grüdlich ausräucherm und die Wintergeister in Form der Motten und Mäuse austreiben.

      Natürlich werrden wir nicht, wie es wohl früher Brauch war, eine echte Maus an den Türpfosten nageln - das wird wohl dem heutigen Tierschutzgedanken entsprechend eher symbolisch passieren.

      Ausserdem, da diese Spätwinterfeste ja auch Reinigungsaspekte beinhalten, werden wir Konflikte aus dem Winter aufarbeiten und "reinenTisch" machen -früher in bäuerlichen Gesellschaften ein ganz wichtier Aspekt.

      Als Festmahl orientieren wir uns ebenfalls an bäuerlichem Festbrauchtum und werden es so gestalten, dass wir das, was früher als Rest der Wintervorräte übrigblieb - zum Beispiel ein Kartoffelbrot.

      Und zuletzt natürlich Opfer und Segensbitten der heimischen Haus-und Hofgottheit.
      Mäuse und Motten ist mir noch nicht begegnet.

      Aber ich male mir gerade aus was meine Katze (Kampfkatze die es kürzlich fertig brachte in der Nachbarschaft eine Feldmaus zu belauern,die ihrerseits eine mit Käse bestückte Mausefalle belauerte - und weil sie sich von der blöden Falle nicht die Beute abnehmen lassen wollte, erfreute sie mich dann mit richtig Geschepper an der Katzenklappe indem sie Maus samt Falle anschleppte) wohl tun würde wenn ich eine ihrer Spielmäuse irgendwo annageln würde

      Scherz beiseite: in welche Gegend gehört dieser Brauch?

      Was mir für Februar und März in Erinnerung ist, ist dass das eingekellerte Obst und Gemüse verbraucht werden musste, und daher sehr häufig Kartoffelbrei, teilweise aufgepeppt mit Zwiebeln, Möhrenraspeln oder Apfelstücken und Rosinen auf dem Tisch kamen. Manchmal wurde diese "Pampe" auch in einer Auflaufform zu einem Kuchen gebacken oder mit Wasser und Milch bzw Ei so verflüssigt dass man es in der Pfanne wie v irgendwas zwischen Kartoffel Puffer und Pfannkuchen backen konnte, und dann kamen die c ersten frischen Kräuter die der Garten hergab grob gehackt und gemischt mit in Butter angedünsteten Speckstücken oben drauf - wobei ich den Speck als Kind furchtbar fand und ewig in den Kräutern gerumgefischt habe um ihn auszusortieren.
      Süddeutschland, Südwesten. Hier noch auszumachen Elsass, Lothringen, Saarland, Saarpfalz, Pfalz. Hier hat ein ansässiger Volkskundler ein intensives Monitoring in den 1960ern und 1970ern durchgeführt. Und zu seiner Überraschung festgestellt, dass das noch im Gedächtnis der Leute geblieben ist - als eben ein Fest, welches Imbolc vollkommen gleicht.

      Urkundlich ist das Fest auch erwähnt, auf der Synode in Tour 575 wurde das Fest offiziell von der Kirche untersagt und in "Petri Stuhl" umbenannt.

      Es hängt zusammen mit den im Südwesten in der frühen gallogermanischen Zeit entstandenen Vorstellungen über die Gottheit Hulda, die vermutlich eine Symbiose aus Freyja und gallischen Schutzgottheiten wie Sequana/Sirona war und bis in die Neuzeit als "alte Spinnmutter" im Gedächtnis blieb. Die eben mit Mäusen und Motten auftrat. Der Spruch "Da beisst die Maus kein Faden ab" entstand aus dieser Geschichte.


      Danke für deine Erinnerung - ich hatte das schon fast vergessen. Stimmt, daraus kann man immer noch Leckeres zubereiten!
      Ok, dann ist mir klar dass es mir nicht bekannt sein konnte. ich bin im Rheinland am Rand der Voreifel aufgewachsen, und meine Familie kommt aus Nordhessen. Daher kann ich oft schlecht sagen ob nun das was ich an Traditionen in Erinnerung habe nun eher aus der Region Kassel oder aus dem Rheinland stammt - außer bei den Sachen die heute klar mit evangelisch oder katholisch in Zusammenhang gestellt werden, "Berühmtheiten" wie der nordhessischen Variante der Grünen Soße, oder allem was mit Weinbau zu tun hat.

      Vailos schrieb:

      Hier hat ein ansässiger Volkskundler ein intensives Monitoring in den 1960ern und 1970ern durchgeführt.


      Gunter Altenkirch? In welcher seiner Publikationen beschäftigt er sich damit?
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
      @ Eule

      Ja, nicht falsch verstehen - es ist mittlerweile auch völlig vergessen. Und die älteren Leute, die sich noch erinnerten, sind natürlich auch gestorben. Man kann dabei jetzt nicht sagen, dass es auch hier in der Region bekannt wäre.

      @ Urma

      Ja, genau.

      Es wird in Band 1 der Saarländischen Volkskunde etwas zu geschrieben. Wenn man in seinem Museum ist, erzählt er aber noch mehr.
      Für mich ist Imbolc das Fest des spürbar zunehmenden Lichts. In meiner
      Wahrnehmung ändert sich die Atmosphäre draussen deutlich. Die Luft ist
      anders, die Energie ist anders. Man ahnt das zurückkehrende Leben. Es
      ist eine Zeit des Neubeginns.
      Ich bin erst heute zum feiern gekommen.
      Habe seit langem mal wieder einen Kreis gezogen, und in erster Linie
      Sunna geehrt, für ihr Licht, ihre Wärme und ihre lebensspendende Kraft
      gedankt.
      Musikalischer Abschluss war Intension von Tool, irgendwie verbinde ich diesen Song mit dem Lichterfest...spark becomes a flame / flame becomes a fire...