Kleines heidnisches Trauerritual

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      Kleines heidnisches Trauerritual

      Hallo pagane Mitmenschen! Ich habe für meinen Blog mal ein heidnisches Ritual gebastelt, dass einem hilft, Abschied von Verstorbenen zu nehmen und in der Familie zu trauern. Würde mich freuen zu hören, was ihr von der Idee haltet. :)

      Es steckt noch immer in uns, dieses Bedürfnis etwas von uns in der Welt zu erhalten. Am besten über den Tod hinaus. Doch in einer schnelllebigen Welt wie unserer ist es fraglich, was uns wirklich auf lange Zeit überdauern wird. Ein Grab wird nach 25 Jahren abgerissen. Häuser stehen länger, weichen aber auch heute immer schneller dem Fortschritt. Und Bäume werden schnell gefällt, wenn sie einem anderen Vorhaben im Weg stehen.

      Sich mit der Frage, was von einem bleiben soll, zu beschäftigen, ist heute wichtiger denn je. Denn zu keiner Zeit waren wir so sehr damit beschäftigt unsere eigene Sterblichkeit zu verdrängen, wie heute.

      Um etwas von sich zu erhalten, sollten andere Möglichkeiten herangezogen werden. Natürlich kann man ein Fotoalbum oder Ähnliches erstellen. Aber auch Fotos verblassen. Und wer bereits einmal einen Festplattenschaden hatte weiß, wie unsicher digitale Fotos aufbewahrt sind.

      Wieso also nicht ein Familientotem erstellen, das von Generation zu Generation weitergegeben werden kann? So schafft man mit dem Totem gleich Sterberituale, das den Angehörigen bei der Trauer helfen kann.

      Ein Totem soll eine Verbindung zwischen einem Menschen und einer Naturerscheinung herstellen. Viele von euch kennen sicher die Totems der amerikanischen Urvölker. Bei einigen Stämmen hatten viele Mitglieder ein persönliches Totem, das sie mit einer Naturerscheinung oder einem Tier verbunden hat. Ähnlich könnt ihr bei einem Familientotem vorgehen.

      Jedes Familienmitglied erstellt einen neuen Teil für das Totem, der ans Totem angehängt wird. Wenn ihr schnitzen könnt, könnt ihr euren Teil des Totems aus einem Stück Holz fertigen. Es bieten sicher aber noch weitere Materialien an. Ihr könntet zum Beispiel ein Werk aus Ton schaffen, den ihr im Ofen härtet. Alternativ geht natürlich auch Metall. Aber da dürfte Holz einfacher zu bearbeiten sein.

      Wer auch Ton nicht kreativ bearbeiten kann, findet sicher andere kreative Wege, eine eigene Figur für das Totem zu schaffen. Ich denke da nur an den letzten Geburtstag meiner Nichte, auf dem Play Doh Knete mitsamt Formen verschenkt wurde. In der Kategorie Backen findet ihr auch viele Formen, die ihr nutzen könnt, im euer eigenes Totem zu formen. Wenn ihr Ton mit den Formen nutzt, habt ihr auf der Rückseite auch genügend Platz, ein Paar Informationen wie Name und Geburtsdatum unterzubringen.

      Wichtig ist, dass ihr euer Werk mit einem Draht oder einer Schnur am Familientotem befestigen könnt. Ein Metallring ist wohl am besten geeignet. Zusätzlich sollte euer Name und euer Geburtsjahr eingraviert werden. In der Familie lässt sich dann die Vereinbarung treffen, dass der Todestag nach eurem Ableben ergänzt wird.

      Für den Trauerfall kann dann ein kleines Ritual etabliert werden. Hier ein Beispiel.

      Der Vater verstirbt und hinterlässt als Totemtier einen Schmetterling. Kommt es für das letzte Geleit zu einer Aufbahrung, kann dem Toten das Tier in die Hand gegeben werden. Die Familie betritt gemeinsam den Raum und bringt das Familientotem mit.

      Eins seiner Kinder tritt an den Toten heran und sagt ein paar Worte. Zum Beispiel „Hiermit nehme ich die Andenken meines Vaters an mich und übergebe die Seele meines Vaters an das nächste Leben.“ Mit diesen Worten wird dem Toten die Figur abgenommen und mit ihr zum Familientotem gegangen. Dort wird das Tier mit ein paar Worten aufgehängt. Zum Beispiel „All das, was meinem geliebten Vater wichtig war, liegt in diesem Tier und kehrt mit ihm in unsere Familie zurück, auf dass wir ihm und seiner unsterblichen Seele immer gedenken werden.“

      Das kurze Ritual schafft für die gesamte Familie Abschluss und kreiert etwas, das mehr als 25 oder 100 Jahre bestehen kann. Denn das Familientotem lässt sich ähnlich nutzen, wie ein Familienschrein. Für das Totem kann ein besonderer Raum geschaffen werden, an den man immer wieder zurückkehren kann, um den verstorbenen Angehörigen zu gedenken.
      Sehr schön, ja.

      Bei den alten Römern gab es einen sehr ausgeprägten Hauskult, an der auch die ganze Familie teilnahm und der auch etwas sehr Persönliches war: Junge Männer opferten ihren ersten Bart, freigelassene Sklaven ihre Ketten usw. am Hausaltar, der wirklich ein Schrein der ganzen Familie und des ganzen Haushalts war. Und schön muss ja auch das Gefühl sein, wenn man da die uralten Götzenfiguren hat, die schon die Großeltern vor einem verehrt haben.

      Daher halte ich persönlich auch sehr fest an allen Bräuchen, die ich von zu Hause aus gelernt habe. Weil Familie ist indertat etwas Schönes und gemeinsame Rituale schweißen zusammen.