Schüren von neuzeitlichen, heidnischen "Religionskriegen"

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    Frag mal die Gastarbeiter in Saudi Arabien was sie so vom Islam halten. Natürlich ist es nicht überall so, aber zumindest der Teil mit den Frauen ist - nach allem was ich gehört habe von Leuten die aus der Region sind - relativ weit verbreitet. Also nicht alles Sterotypen, sondern leider oft Realität.

    Nya, ohne dieses klammern ans Leben würden viele nicht überleben. Dieses klammern ist es was so manchen überhaupt in dieser Welt hält. Und wenn leben heißt das Leben anderer, die mir ans Leder wollen, zu nehmen, so be it.

    Was anderes ist natürlich "die müssen alle weg sonst kann ich so nicht leben". Das ist bullshit. Hoffe es kommt rüber wie ichs meine.

    Zum Thema Freiheit: Die Möglichkeit, sein Leben so zu leben wie man es will, solang man niemand anderem damit schadet. Sagen zu können was auch immer ich will ohne vom Regime dafür abtransportiert zu werden. Freiheit ist das höchste gut im Leben, bringt halt auch viel selbstverantwortung mit, den wenn man von "oben" nicht eingeschränkt werden will, kann oben auch nicht viel helfen.
    “All utopias are dystopias. The term "dystopia" was coined by fools that believed a "utopia" can be functional.” ― A.E. Samaan

    Maximillian wrote:

    Elikal wrote:

    Oder ist Europa eigentlich schon an den Islam verloren?


    Wäre das so schlimm?

    Hier ein schönes Beispiel, warum wir angegriffen werden:


    wolfpack-alpha wrote:

    Und man hat nen Grund warum man 100te Teuros für Gear ausgibt.


    Alles gibt es zu kaufen. Warum es Meinungsfreiheit im Westen gibt? Weil die Druckereien da schön an verdienen. Weil jeder darf seine Meinung kundtun, ein Buch schreiben und dieses veröffentlichen. Ein französisch-tunesischer Schriftsteller macht gerade viel Geld mit seinem düsteren Zukunftsroman, in dem er beschreibt, wie die Welt denn aussieht, wenn der pöhse Islam herrscht... Toll, der verdient schönes Geld mit dem Terror. Bravo, Westen. Ändern tut sich nichts, man konsumiert munter weiter. Mit allen Folgen. Und auch dass die Menschen hier länger leben, ist zum Teil verbunden mit dem Umsatz der Pharmaindustrie. Ach vielleicht rede ich auch nur dummes Zeug, ich will hier auch keinen anpampern, doch dieses ekelhafte Klammern am Leben. Es kann einem doch nichts widerfahren, was einem nicht ohnehin widerfährt. Ab unserem ersten Atemzug sterben wir. Wir sind nun einmal sterblich. Fröhlich sollten wir daher sein, und jeden Tag vernünftig genießen. Kein Schmerz währt ewig.

    Wenn ihr nicht wollt, dass eure Kinder in einer islamitischen Welt aufwachsen - gleichwohl ich nicht einsehen kann, was daran nun so schlimm wäre - dann solltet ihr eben keine mehr bekommen. Nichts bringt so viel Leid, wie das Klammern am eigenen Leben.



    zu (1) Als schwuler Mann und Heide wäre ich ziemlich schnell ziemlich tot, wenn der Islam hier regiert. Also ja. Das wäre schlimm.

    Befasse dich mal damit, wie Menschen in islamischen Ländern leben. Wie viele dort umgebracht werden, weil sie an Allah zweifeln. Erst vor 2 Tagen wurde schwule Aktivisten in Bangladesch von Muslimen ermordet. Zerstückelt.

    Ich sehe den Islam als menschenfeindliche, faschistoide Ideologie und werde mich bis zum letzten Blutstropfen, Atemzug und bis zum Äußersten dagegen wehren, dass so eine Ideologie hier die Herrschaft antritt. Für mich selbst ist es eine Überlebensfrage, und ja, ich mag unsere westliche Kultur, ich finde sie besser und möchte nicht, dass sie untergeht. Ich weiss wohl dass es im heutigen nihilistischen Klima gerade in Deutschland viele gibt, die sagen, scheissegal, sterben eben Leute, gibts eben wieder Frauen Unterdrückung, Schwule die vom Dach geschmissen werden, "Ungläubige" die geköpft und gesteinigt werden. Und dafür ist nichts was eine mysteriöse Pharma-Industrie oder Kolonialregierungen aus dem 19. Jahrhundert taten IRGEND EINE Rechtfertigung. Entweder wir glauben, dass die Menschenrechte, dass Demokratie und Freiheit es WERT sind verteidigt zu werden, oder wir fallen ins Mittelalter der Sharia zurück.

    Nope. Nicht mit mir.

    Ja, ich halte unsere Kultur für die bessere. Und das muss man nicht kompliziert diskutieren. Man muss sich nur die Schlangen vor den deutschen, schwedischen, amerikanischen und britischen Botschaften ansehen, wo Leute ein Visum wollen. Dagegen sind die Schlangen vor Botschaften von Saudi Arabien, dem Libanon, Marokko oder Pakistan doch recht überschaubar. Das sagt alles, was man über dieses Thema wissen muss.

    Oder noch einfacher: würde hier die Sharia herrschen, dann könnten wir in diesem Forum gar nicht diskutieren, dann wären wir als Apostaten tot.




    "War is an ugly thing, but not the ugliest of things:
    the decayed and degraded state of moral and patriotic feeling
    which thinks that nothing is worth a war, is much worse. A man
    who has nothing which he is willing to fight for, nothing which he cares
    more about than he does about his personal safety, is a miserable
    creature who has no chance of being free, unless made and kept so by the
    exertions of better men than himself."

    - John Stuart Mill

    wolfpack-alpha wrote:

    Was anderes ist natürlich "die müssen alle weg sonst kann ich so nicht leben". Das ist bullshit. Hoffe es kommt rüber wie ichs meine.


    Ich verstehe dich schon. Was ich geschrieben habe, war eigentlich unklug. Lieber gesagt: nicht WAS ich geschrieben haben, sondern DASS ich es geschrieben habe. Ich machte das gleiche, was ich Christentum und Islam vorwerfe.

    Elikal wrote:

    zu (1) Als schwuler Mann und Heide wäre ich ziemlich schnell ziemlich tot, wenn der Islam hier regiert. Also ja. Das wäre schlimm.


    Dir ist aber schon klar, dass Du ohnehin sterben wirst?

    Elikal wrote:

    Befasse dich mal damit, wie Menschen in islamischen Ländern leben.


    Nein, weil ich nicht unbedingt möchte, dass der Islam hier herrscht. Aber ich weiß, dass es auch unter anderen Gesellschaftsformen möglich ist, gut zu leben. Dann hat man vielleicht weniger materiellen Luxus, doch dafür andere Dinge, die sehr viel wichtiger sind.

    Elikal wrote:

    Wie viele dort umgebracht werden, weil sie an Allah zweifeln. Erst vor 2 Tagen wurde schwule Aktivisten in Bangladesch von Muslimen ermordet. Zerstückelt.


    Und wie viele Familiendramen gibt es bei uns im Westen, weil wir nur noch arbeiten und arbeiten und alle nur den Traum vom großen Geld hegen? Und nur um mit einem vom gleichen Geschlecht Sex haben zu können auf die Straße zu gehen... da kann ich nur müde gähnen, das verbuche ich nämlich auch unter materiellen Luxus. Tut mir leid. Es gibt für Schwule auch Alternativen. Doch da ich es leider selbst bin, weiß ich, dass dem nicht so ist. Ich habe selten so viel Materialismus und Bosheit wie in der schwulen Szene getroffen. Und wenn das schon so in Antwerpen ist, will ich gar nicht wissen, was in Berlin, Paris oder New York los ist.

    Es gibt edelere Formen der Liebe als Analverkehr. Sorry, aber dem ist so.

    Elikal wrote:

    Ich sehe den Islam als menschenfeindliche, faschistoide Ideologie und werde mich bis zum letzten Blutstropfen, Atemzug und bis zum Äußersten dagegen wehren, dass so eine Ideologie hier die Herrschaft antritt.


    Das ist dann aber Schade um dein Leben. Du hast nur eines. Dies solltes Du sinnvoller gestalten. Außerdem möchte ich noch einmal betonen, dass ich auch nicht unbedingt von einem islamitischen Europa träume. Doch so wie es jetzt ist, geht es auch nicht weiter.

    Elikal wrote:

    Entweder wir glauben, dass die Menschenrechte, dass Demokratie und Freiheit es WERT sind verteidigt zu werden, oder wir fallen ins Mittelalter der Sharia zurück.


    Ich glaube an Demokratie und Menschenrechte. Ich glaube aber nicht, dass es unseren westlichen Herrschern in erster Instanz darum geht. Denen geht es genauso wie den Herrschern in den arabischen Emiraten oder denen in Amerika oder denen sonst wo nur um Mammon, Moloch und Baal.

    Elikal wrote:

    Ja, ich halte unsere Kultur für die bessere.


    Ich halte sie für keine so schlechte.

    Elikal wrote:

    Oder noch einfacher: würde hier die Sharia herrschen, dann könnten wir in diesem Forum gar nicht diskutieren, dann wären wir als Apostaten tot.


    Vielleicht täten wir ja etwas Sinnvolleres?
    Ok, mit solchem Relativismus kann ich nichts anfangen. *Schulterzuck*

    Klar, vielleicht, vielleicht, vielleicht ist es auf der anderen Seite des Rachens des Tigers schöner. Aber ich begründe mein Tun lieber auf praktischer Vernunft und meinen realen Interessen.
    Mit überspitztem Materialismus und Individualismus kann ich nichts anfangen.

    Du hast nur das Glück, dass Deine Meinung der gängigen Meinung des Westens entspricht (so viel zur Meinungsfreiheit) und dir dadurch der Beifall gesichert ist. Und als Schwuler (Minderheit) hat man ja sowieso Recht. Zu dumm nur, dass ich es auch bin.

    Elikal wrote:

    zu (1) Als schwuler Mann und Heide wäre ich ziemlich schnell ziemlich tot, wenn der Islam hier regiert. Also ja. Das wäre schlimm.

    Befasse dich mal damit, wie Menschen in islamischen Ländern leben. Wie viele dort umgebracht werden, weil sie an Allah zweifeln. Erst vor 2 Tagen wurde schwule Aktivisten in Bangladesch von Muslimen ermordet. Zerstückelt.

    Ich sehe den Islam als menschenfeindliche, faschistoide Ideologie und werde mich bis zum letzten Blutstropfen, Atemzug und bis zum Äußersten dagegen wehren, dass so eine Ideologie hier die Herrschaft antritt. Für mich selbst ist es eine Überlebensfrage, und ja, ich mag unsere westliche Kultur, ich finde sie besser und möchte nicht, dass sie untergeht. Ich weiss wohl dass es im heutigen nihilistischen Klima gerade in Deutschland viele gibt, die sagen, scheissegal, sterben eben Leute, gibts eben wieder Frauen Unterdrückung, Schwule die vom Dach geschmissen werden, "Ungläubige" die geköpft und gesteinigt werden. Und dafür ist nichts was eine mysteriöse Pharma-Industrie oder Kolonialregierungen aus dem 19. Jahrhundert taten IRGEND EINE Rechtfertigung. Entweder wir glauben, dass die Menschenrechte, dass Demokratie und Freiheit es WERT sind verteidigt zu werden, oder wir fallen ins Mittelalter der Sharia zurück.

    Nope. Nicht mit mir.


    Verfolgung Homosexueller, Ermordung "Ungläubiger"... Das sind doch alles keine Erfindungen des Islam..In diesen Ländern,die du beschreibst herrschen Extremisten... oder dort versuchen Extremisten die Macht an sich zu reißen..In Nordkorea z.b sieht es auch nicht gerade rosig aus( weil du Asien angesprochen hast)..Wie ist es denn dazu gekommen, dass sich Extremisten in diesen Ländern breit gemacht haben?. Man muss ja kein Freund des Islam sein, aber deine Haltung hier tendiert in Richtung Extremismus... Und genau gegen den sollte man bis aufs Blut vorgehen... Egal ob die Extremistische Ansicht von einem Moslem, Christen, Homosexuellen oder sonst wem kommt...
    ich werde mich bis zum letzten Blutstropfen, Atemzug und bis zum Äußersten dagegen wehren, dass so eine Ideologie hier die Herrschaft antritt
    Hi Elikal,

    du begibst dich ja auf ein paar ziemlich schmale Bretter

    Elikal wrote:

    In Griechenland zb wählen Leute Politiker, weill ein invidueller Politiker ihnen als Einzelnem etwas verspricht: wenn du Herr X mich, Politiker Y wählst, dann sorge ich dafür das du, Herr X einen Job in er Firma meines Vetters Z bekommst. Das ist Paternalismus. Der Politiker bzw die Obrigkeit wird nur insofern respektiert, als diese wie ein Patron direkt und individuell für mich etwas tut. Es gibt in solchen Kulturen kein ausgeprägtes Verständnis für das abstrakt-bürokratische Denken, das aus dem Geist des Protestantismus erwachsen ist.

    Soso. Eine andere mögliche Erklärung wäre vielleicht, dass Griechenland als moderner Staat einfach noch keine gefestigte demokratisch-rechtstaatliche Tradition hat? Nach der Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich von Europas Großmächten aufgezwungene Monarchie, Putschversuche, deutsche Besatzung, Bürgerkrieg und bis 1974 schließlich Militärdiktatur. Da scheint es doch logisch, dass bei soviel Willkürtradition keiner etwas auf abstrakte staatliche Werte geben will und lieber den privaten Seilschaften vertraut (nach dem Prinzip wurde in Italien z.B. die Camorra groß). Demokratie und und ein auf Gleichheitsgrundsatz basierendes System muss wachsen können. Schau dir Russland an, da kommen demokratische Werte auch nicht richtig auf die Beine, weil die diktatorische Willkür seit Jahrhunderten das "vertraute System" ist.


    Elikal wrote:

    Verwachsen ist dies in der muslimischen Welt mit Tribalismus.

    Und das hat mit "dem Islam" zu tun oder eher mit den politischen Strukturen? Es ist ja nicht so, dass es im Iran oder in Ägypten, Palästina oder Syrien oder sonstwo in der islamischen Welt keine demokratisch denkenden Menschen gäbe, die teilweise ihr Leben riskieren (oder zu uns flüchten) für einen demokratischen Wandel. Nur ist sich schlecht durchsetzen, gegen etablierte Machtstrukturen oder Panzer. Diese Leute verdienen unsere Solidarität und Unterstützung, nicht unsere Vorurteile.


    Elikal wrote:

    Der Kompromiß ist für uns das Normale, weil er die "Res Publica", das Allgemeinwohl im Sinn behält. Egal wie sehr Gruppen in unserer Gesellschaft für ihre Interessen kämpfen, keiner denkt daran, die anderen total an die Wand zu drängen.

    Das ist uns aber auch nicht in den Schoß gefallen, das war ein Jahrhunderte langer Kampf. Und wenn ich mir so manchen "besorgten Bürger" und deren Stichwortgeber so anschaue, müssen wir täglich darum ringen.
    Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

    "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis genannt sein wollen." Philip Meinhold
    Hi Elikal,

    ich hadere immer noch mit diesem einen Beitrag von dir und werde da immer noch nicht schlau daraus.

    Elikal wrote:

    Es gibt in solchen Kulturen kein ausgeprägtes Verständnis für das abstrakt-bürokratische Denken, das aus dem Geist des Protestantismus erwachsen ist.

    Als Berliner kannst du das durchaus so sehen. Berlin-Brandenburg ist ja größtenteils protestantisch,wenn ich's richtig hab. Und ich vermute, dass das "abstrakt-bürokratische Denken" im preussischen Pragmatismus begründet liegt. Bei mir im Südwesten stellt sich das deutlich anders dar (und mit den Preussen hammer so ganz spezielle "pragmatische" Erfahrungen gemacht 1848/49, aber das gehört hier nicht her. ). Da gibts eher die wechselvolle Geschichte von Reformation, Gegenreformation, Tolernazpatenten, Religionswechsel, verdrängen, zulassen, zusammenraufen. Wirklich an Bedeutung verloren haben konfessionelle "Demarkationslinien" erst durch die Werte der Aufklärung und Verbürgerlichung des kirchlichen Standes. Absolutistische Herrscher gabs bei uns in katholisch und protestantisch.

    Elikal wrote:

    Dennoch gibt es in Kulturen, Nationen und sogar Regionen klare Identitäts-Linien. So ist die Kultur schon immerhalb Deutschlands sehr verschieden, etwa von einem lebensfrohen Rheinländer im Vergleich zu einem ruppigen Berliner. Es ist eben Wunschdenken anzunehmen, die anderen seien alle wie man selbst. Und Ethnozentristisch ist es obendrein.

    Aber sicher und ich serviere jetzt nicht das alte badische Kinderlied "schlaf mein Kind schlaf leis' draußen geht der Preuß' ... ;). Übrigens nimmt hier keiner an, "alle seien so wie man selbst". Warum die Chimäre ohne Not in die Arena treiben?
    Deswegen kann man doch aber im Sinne eines Zusammenlebnes trotzdem nach Gemeinsamkeiten oder gemeinsamen Interessen suchen und diese dann zur Grundlage eines gemeinsamen Handelns oder wenigstens friedlichen Miteinanders machen.
    Aber warum nimmst du als Beispiel für erfolgreiches Zusammenleben in einer Föderation ein Science Fiction-Beispiel? Es gibt doch real existentierende Föderationen, förderalistisch organisierte Staaten, in die trotz kultureller oder Mentalitätsunterschiede funktionieren. Die Bundesrepublik Deutschland z.B. oder die USA.

    Elikal wrote:

    Und da müssen wir eines klar anerkennen: der Islam will, dass seine Vorstellung die Vorstellung aller wird.

    Nachdem du einem Rheinländer oder Berliner deutliche Mentalitätsunterschiede zugestehst, nachdem du weist, dass es x Christentümer gibt, jetzt so eine Verallgemeinerung? Auf welcher Grundlage?
    Ich weiß, das Beispiel hinkt ein wenig, aber frag mal einen fundamtalistischen Protestanten, was er von katholischer Marien- oder Heiligenverehrung oder einem Weihnachtsbaum hält.
    Und dann frag mal einen fundamentalistischen Sunniten, was er von Schiiten oder oder gar Yeziden hält. "Heidentum" wird in beiden Fällen noch die höflichste Antwort sein.
    Und natürlich jeweils vice versa
    Und nein, ich bin ganz bestimmt keine "isalmverstehendelinkeallesumarmende" usw. ich bemühe mich lediglich um Differenzierung, und du doch auch, oder?

    Elikal wrote:

    Wir Deutschen verstehen das oft nicht, da wir durch unsere Geschichte ein recht negatives Verhältnis zur eigenen geschichtlichen Identität haben, das ist bei anderen Völkern aber durchaus NICHT so. Ein Türke, ein Franzose, ein Russe, ein Chinese

    Ich sehe nicht, das "wir Deutschen" ein recht negatives Verhältnis zu unserer Geschichte hätten. Wir haben lediglich "den Schuss" gehört und versuchen daraus zu lernen (ja ziemlich euphemistisch ausgedrückt nachdem der "Schuss" Millionen Menscheleben kostete). Ich glaube, inzwischen begreifen mehr Menschen das als Chance denn als "gestörte Idendität".
    Interessanterweise bringst du als Gegenbeispiel für eine angeblich nicht negative (positive?) nationale Idendität Länder mit einer sehr zentralistischen, eben nicht föderalen Struktur. Und da schwelen sehr wohl kulturelle Konflikte, bzw. brechen offen aus. Wobei ich die systematische Prügelstrafe für bretonische Schulkinder, die bretonisch statt französisch sprechen (bis in die 80er noch so praktiziert in Frankreich) noch vergleichsweise harmlos im Gegensatz zum kurdisch-türkischen Konflikt in der Türkei. Eine zentralistisch und national-türkisch ausgerichtete Politik hat den Konflikt in jüngster Zeit wieder blutig ausbrechen lassen.
    Von daher finde ich, ist immer Vorsicht geboten mit angeblich "positiver und ungebrochener nationaler Idendität der Völker". Oft sind Nation und Volk(sethnie oder Sprache) nicht deckungsgleich.
    Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

    "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis genannt sein wollen." Philip Meinhold

    Wetterleuchten wrote:

    Warum die Chimäre ohne Not in die Arena treiben?


    Wenn ich da stellvertretend antworten darf (und diesmal ohne Moralpredigt aus der Ostzone). Ich finde dieses Sichtweise gar nicht so verkehrt, denn auch ich ertappe mich dabei. Nicht nur im Umgang mit Menschen anderer Kulturen, sondern pauschal im Umgang mit Menschen. Man denke hier an die Diskussionen über Orthopraxis und Heidentum von mir. Ich persönlich gehe auch oft davon aus, dass das, was für mich 'gut und schön' ist, für andere ebenfalls 'gut und schön' ist. Ich denke, es ist gar nicht mal so dumm, wenn man das berücksichtigt. Es erscheint mit sogar überaus klug. Du schreibst jetzt zwar, du nimmst das nicht an, dass andere so wie du seien und wir alle heißen Diversität ja auch gut (ja, sogar ich aus der Ostzone ^^), doch ich glaube, die Unterschiede sind oft subtiler. Man nehme zum Beispiel das nicht allzu alte Beispiel des Händeschüttelns, bzw. des Verweigerns des Händeschüttelns. Da ging es um eine Journalistin aus dem westlichen Kulturkreis und einem Sportler aus einem anderen Kulturkreis (ich glaube, aus dem arabischen Kulturkreis). Der Sportler schüttelte der Journalist nicht automatisch die Hand zu schütteln, weil ihm das wohl von Hause aus beigebracht wurde, dass man eine fremde Dame nicht berührt, genauso wie es der Journalistin von Haus aus beigebracht wurde, dass es höflich ist, jemandem zur Begrüßung die Hand zu schütteln. Kleiner Kulturclash, doch ziemlich subtil, würde ich mal sagen. Über wer sich jetzt wem anzupassen hat, sei mal dahingestellt. Und auch das ist wieder eine interessante Denkübung: Elikal schrieb oben, in muslimischen Kreisen gelte es als Schwäche, wenn man Zugeständnisse macht. Bei uns ist das allerdings nicht so. Wenn wir uns "anpassen" ist das in meinen Augen kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Überlegenheit. Deswegen sollten auch wir mit dem "anpassen" aufhören, denn dies merken sicherlich auch Menschen aus anderen Kulturkreisen. Die Franken passten sich so gesehen ja auch den Gallorömern an, indem sie deren Sprache und deren Glauben übernahmen, doch gleichzeitig übernahmen sie auch die Herrschaft über die Gallorömer. Vielleicht ein bisschen weithergeholt, vielleicht rede ich wieder nur dummes Zeug, aber zumindest wieder etwas salonfähiger als gestern (@Elikal: Sorry für gestern. Die Höll' kennt keine größere Wut als die eines versmähten Weibes).

    Maximillian wrote:

    Ich finde dieses Sichtweise gar nicht so verkehrt, denn auch ich ertappe mich dabei. Nicht nur im Umgang mit Menschen anderer Kulturen, sondern pauschal im Umgang mit Menschen.

    Da bin ich ganz bei dir, Maximillian. Ich nehme an, dass du eine Generation jünger bist als ich und (davon ausgehend) ich hab mir als ich noch in deinem Alter war wegen so Sachen auch schon öfters ne blutige Nase eingehandelt, sowohl im übertragenen als auch im wörtlichen Sinn. Mit steigender Lebenserfahrung ändert man auch die Erwartungen und Sichtweisen (oder sollte man zumindest). Sich an den eigenen maßstäben zu orientieren und offen sein für die anderer ist ja jetzt auch nicht unbedingt ein Widerspruch. Und die Fähigkeit miteinander zu reden oder verhandeln ist doch auch allen Menschen gegeben, oder?

    Aber das war nicht der Grund, warum ich die (u.U. rhetorische) Frage stellte. Dererlei "Wunschdenken"-Argumentation ist eine klare Diskerditierung derer, die sich um eine differenzierte Betrachtungsweise bemühen. Unterstellung von Ethnozentrie machts auch nicht besser. In manchen Debatten ist das ein beliebtes Totschlagargument gegen die solchermaßen Diskreditierten. Ob das in Elikals Absicht lag, kann ich nicht beurteilen. Aber ich selbst reagiere ausgesprochen sensibel auf solche "Floskeln", deswegen die Formulierung meiner Frage. Ich ging nämlich bisher davon aus, dass wir uns hier um eine differenzierte Betrachtung bemühen wollen.

    Maximillian wrote:

    Da ging es um eine Journalistin aus dem westlichen Kulturkreis und einem Sportler aus einem anderen Kulturkreis (ich glaube, aus dem arabischen Kulturkreis). Der Sportler schüttelte der Journalist nicht automatisch die Hand zu schütteln, weil ihm das wohl von Hause aus beigebracht wurde, dass man eine fremde Dame nicht berührt, genauso wie es der Journalistin von Haus aus beigebracht wurde, dass es höflich ist, jemandem zur Begrüßung die Hand zu schütteln. Kleiner Kulturclash, doch ziemlich subtil, würde ich mal sagen.

    So subtil finde ich das gar nicht, und ja, kleiner Kulturclash. Es gibt übrigens auch in "unserer Kultur" genügend Händedruckverweigerer, allerdings aus anderen Gründen. Ich selbst lehne dieses Händegeschüttel zur Grippesaison konsequent ab. Seltsamerweise stört das aber niemanden groß.

    Maximillian wrote:

    Und auch das ist wieder eine interessante Denkübung: Elikal schrieb oben, in muslimischen Kreisen gelte es als Schwäche, wenn man Zugeständnisse macht.

    Ok, ich denke mal mit. Der Kontext, in dem dieses Zugeständnis als Schwäche auslegen stattfindet, ist die "umherziehende Jungmännerhorde" (Zitat: Der hat mir erzählt, wenn Araber-Gangs einen anmachen und merken, dass man Russe ist, ziehen die sich sofort zurück, weil sie wissen, die sind keine Weicheier.) Das ist ein ganz typisches Verhalten in dieser Art Gruppen und zwar weltweit. Das würd ich jetzt nicht für kulturbestimmend für den Rest einer Gesellschaft annehmen.
    Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

    "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis genannt sein wollen." Philip Meinhold