Was ist die Römische Religion?

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      Was ist die Römische Religion?

      Ein etwas pompöser Titel, zugegeben. Was sie IST wird wohl etliche unterschiedliche Antworten ergeben. Ich versuche mal ein wenig drauf los zu schreiben, was ich darin sehe, warum ich mich dem annähere.

      Ich habe ja in der Selbst-Vorstellung schon geschrieben, dass ich seit ich 15 bin, also seit nun 30 Jahren, Heide und Ritualmagier bin. Ich habe immer viel ausprobiert und sehe meinen Weg vor allem als kreativer Mensch. (Ich male, schreibe und musiziere.) Vorweg zu Wort. Ich sage hier römisches Heidentum, obwohl 90% der Anhänger der RR "Roman Religion" bzw. des CD "Cultus Deorum" das Wort "Pagan" bzw. "Heide ablehnen. Mir persönlich war das eher immer schnuppe, da mir Begriffs-Schubladen nie so wichtig waren. Ich erwähne es nur nebenher. Ich weiss die Gründe auch nicht so genau, weil ich es ein wenig zu spalterisch ansehe. Aber das nur nebenbei. Ich bleibe der Einfachheit halber im Text beim Begriff des Heidentums.

      Ich habe das römische Heidentum aus sehr persönlichen Gründen gewählt. Es ist in starkem Maße eine Stadtreligion, ich bin heute im Alter (huch^^) eher ein Stadtmensch geworden und kann mich so recht an ruralen Kulten nicht mehr identifizieren. Ich bin ein Anhänger der Stadtkultur, wenn auch durchaus nicht kritiklos. Aber das soll ja hier kein Soziologie-Artikel werden. Zweitens mag ich die Atmoshäre der römischen Welt. Ich sehe mich zwar als Deutscher und Schwabe (im Berliner Exil, heheh). aber eben auch als Europäer einer modernen kosmopolitischen Zeit. Ich bewundere die Idee der republikanischen Identität und der Tugenden der Zeit eines Cicero und Cato, und die pragmatische Philosophie der vorchristlichen Römer.


      Die ersten drei Dinge, welche einem Römische Heiden immer sagen, wenn man sich neu dafür interessiert: wir haben keine orthodoxe Lehre, wir haben ein wohlwollendes Verhältnis zu unseren Göttern und unsere römischen Götter sind nicht einfach die griechischen mit anderem Namen.

      Orthopraxis ist, was die römische Religion kennzeichnet, als Gegenbegriff zur Orthodoxie. Orthodoxie ist ja die richtig Lehre, Orthopraxis ist die richtige Praktik, also die Riten und Gebräuche einhalten. es ist gerade für Christen schwer sich vorzustellen, dass eine Religion keine Gebote und Glaubenssätze kennt. Schon den Begriff "Glauben" lehnen die meisten Cultoren ab und betonen, wir leben eine Praxis. Diese ist auch praktisch moralisch "hohl". Was für einen Christ wie ein Vorwurf klänge, ist für uns eine Vorzug: wir haben Philosophie & Morallehre quasi von Anfang an getrennt von der Religion. Die Philosophie ist für den Römer etwas, das aus der Vernunft erwächst. Mit der Relgion gibt es nur sehr geringe Schnittmengen, etwa den Einhalt der Pietät in der Religion und bezeugt durch die Beachtung der Riten und Bräuche. Die alten Römer waren dabei oft extrem penibel. Anders als die christliche PR es später darstellte, waren die Römer sehr auf Pietät, Regeln und Sittenhaftigkeit bedacht. Die Communitas und die Dignitas, Gemeinschaft und Dignität, sind wichtige römische Tugenden. So war die alte RR klar eine Gemeinschaftsreligion, die überwiegend von den Städten in der Öffentlichkeit durchgeführt wurde. Es war nichts geheim oder verborgen. Man traf sich vor den Tempeln in der Gemeinschaft der Stadt.

      Nun wissen wir über das römische Heidentum zwar wegen der Schriftlichkeit mehr als über das keltische, germanische oder slawische, aber in Relation etwa zum Christentum wissen wir auch über das römische wenig. Teils liegt es einfach daran, dass es eine so selbstverständliche Praxis war, dass keiner auf den Gedanken kam, etwa eine Theogonie nieder zu schreiben, oder eine Sammlung aller Riten. Anderes ging in den Flammen des christlichen Fanatismus unter. Auch hier sind wir also in weiten Teilen auf Improvisation angewiesen. Das liegt auch daran, dass wir kein Römisch Reich mehr haben, das damals die Riten organisierte. Es gab auch private Religiosität, aber das Gros machte doch der staatlich organisierte Kult aus. Etliches ist auch so nicht mehr ohne weiters organisierbar. Etwa waren etliche große Feiertage Ludi, also Spiele. Meist Wagenrennen, manchmal Arenenkämpfe, was sich heute doch nur noch schwer organisieren läßt. ;) Auch große Tierverbrennungen auf einem öffentlichen Platz kämen glaube ich nicht mehr so gut an. Zuletzt sind auch Römische Heiden so wenige, dass die Mehrzahl Einzelkämpfer sind. Aus all diesen Gründen versuche ich seit ca 2 Jahren eine für den modernen Einzelnen praktikable Riten zu erstellen. Was, wie ich zugebe, nicht ungeteilte Freunde findet, da manche hier natürlich eher Traditionalisten sind. Ich respektiere das total, aber ich denke wir haben heute einfach nicht die Vorraussetzungen für eine Rekonstruktion 1 zu 1. Das wird jeder Heide kennnen: wir müssen etwas schaffen, dass ggf eine Einzelperson allein machen kann, oder ad hoc von 2-3-4 Leuten. Nichts anderes ist einfach realistisch heute. Daran arbeite ich derzeit an einem Textwerk. Das wird aber eine Arbeit von Jahren.



      Das Wohlwollende: Auch das erscheint mir wichtig, und gehört mit Punkt 3, unsere Götter sind nicht die Griechischen. Als Römer hat man zu seinen Göttern das Verhältnis, welches mit dem Schlagwort DO ET DES "Ich gebe, damit du gibst" beschrieben wird. Der Gott ist eine Art Patron, wie ein weltlicher Patron oder ein politischer, nur mächtiger und transzendent. Das Viehopfe lief so ab: man gab dem Gott das Tier, das nun sein Besitz wurde, und damit sacer, dem Heiligen zugehörend. Es war in den Besitz des Gottes übergegangen. Nun schlachtete man das Tier im Namen des Gottes, aß das Fleisch und verbrannte die Innereien und Knochen, und danke dem Gott für die Großzügigkeit sein Vieh mit dem Opferden zu teilen. Ein wesentliches Element stellten auch Eide dar. Man schwor für den Gott X etwas zu tun, einen Tempel stiften, eine Ode schreiben, was auch immer. Tat der Gott dies, gelang es also, war man den Eid schuldig. Lies es der Gott sein, wurden die Eide an bestimmten Feiertagen aufgelöst. Anders als die Griechen, die die Götter sehr unberechenbar, egoistisch und willkürlich beschrieben, gingen die Römer klar davon aus, dass die Götter am Aufbau der menschlichen Zivilisation wohlwollend interessiert sind. Man stellte sich die Götter durchaus als moralisch vorbildlich handelnd vor, im Sinne der altrömischen Tugenden. Viele Götter wurden oft sehr anders definiert, Mars war anders als Ares ein Beschützer, ein Bewahrer des Rechtes und der Gerechtigkeit; Jupiter war kein Gott der Eskapaden, und die römischen Götter entsprangen ja urspünglich ganz eigenen Quellen, teils auch dem Etruskischen. Im Römischen etwa hat Jupiter nicht Saturn gewaltsam entthront, wie Zeus es mit Cronos tat, sondern Saturn räumte den Thron und der Übergang an Jupiter war eher friedlich. Einmal im Jahr geht die Herrschaft sogar an Saturn zurück, in der Zeit der Saturnalien (17.-24.12.), die als Erinnerung an ein Goldenes Zeitalter gelten. Es gibt im römischen Heidentum auch zahlreiche ganz eigene Gottheiten, davon die wichtigsten sind Vesta und Janus.

      Janus ist der doppelköpfige Gott, dessen zwei Gesichter in gegensätzliche Richtungen schauen. Janus wurde in alter Zeit als "Vater Janus" angesprochen. Er ist der Gott der Anfänge und Enden, des ewigen Kreislaufes, der Zeit, der Dualität und andere änhlicher Konzepte. Vielfach wurde er sogar als Schöpfer aller Dinge benannt. Auch Vesta, die Göttin des Herdfeuers gibt es in dieser Form nur in Rom. Sie ist eine Göttin der Familie, der Zivilisation, der Gemeinschaft und der Geltung des Rechtes. Man beginnt Rituale immer im Namen von Janus und beendet sie im Namen von Vesta.


      Ein wichtiges Element des römischen Heidentums erinnert ein wenig an Küchenmagie und Hexentraditionen: man hat einen Altar im Haus, das Lararium und führt Kulte im privaten Haus durch, in dem Geister und Schutzwesen leben und das Haus bewachen, während sie direkt darinnen wohnen. Es gibt also nicht nur das Element des öffentlichen Kultes, sondern eine starke Ahnenfrömmigkeit. Gerade die Ahnenverehrung ist (leider) in den anderen Heidentümern nicht so sehr wiederbelebt worden. Im römischen Heidentum spielt es gerade für den Einzelnen eine sehr große Rolle, da man als "Römer" nicht nur Individuum ist, sondern Teil seiner Gens, seiner Famile, seines "Hauses", dann seiner Civitas bzw Stadt und dann seiner Nation. Das erinnert ein wenig an die drei aufeinandergeschichteten Verpflichtungen im Konfuzianismus - Familie, Heimat, Staat. (Klammer: Konfuzius lehnte die Motseanische Lehre der "Liebe alle Menschen gleich", die dem Christentum darin ähnelt, als unmoralisch ab. Er sagte, wer Fremde so liebe wie die Familie, der entwürdige seine Familie, der er mehr verpflichtet sei. Ich finde das eine sehr logische und würdige Erwiederung, die auch an meine Vorstellung von der Römischen Ethink nahe kommt.) Das Haus, das physische wie das familiäre, spielen eine zentrale Rolle. Im römischen Haus ist ein Lararium, ein Ahnenschrein.

      Ein klassisches Lararium sah etwa so aus:
      upload.wikimedia.org/wikipedia…um_-_Larenhausaltar_1.jpg

      Man hat Bilder der Ahnen, und ein oder zwei Laren, das sind Schutzgeister der Familie, und dazu ein Bild des Familien-Genius. Ein Genius ist so etwas wie ein Schutzengel, wenn man so will. Diese Laren und Genien wohnen im Schrein, physisch, und wenn jemand unzog, wurde der Schrein unter großer Umsicht mitgenommen.

      Ich selbst habe eine solche Box erworben, bemalt und umgearbeitet, die eine Tür hat. Für mich hat das die Funktion, dass ich die Tür an hohen Feiertagen geöffnet habe, und außerhalb der größeren Feiertage, die Tür zu ist.

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      i61.photobucket.com/albums/h49…9218099_n_zpsxr5rjsv7.jpg

      Offen ist ein Bild meines verstorbenen Vaters, meiner Großeltern und zweier Laren die ich gemalt habe, zu sehen. Es war als Schlüsselkasten erworben, ich habe die Aufhäger einfach heraus gedreht.

      An Feiertagen öffene ich das Lararium, opfere etwas, je nach Anlass. Kuchen und Saft, selten Alkohol (geht mit meiner Gastritis nicht so), regelmäßig Weihreich, auch immer mal Blumen. Ich koche manchmal etwas aufwändigeres zu Ehren der Götter und/oder Ahnen. Ich rede zu den Ahnen, auch außer den Feiertagen, und habe das Lararium als religiöses Zentrum des Hauses und meiner Praktik. Für meinen persönlichen Patron, der auch der Patron meines Hauses ist, habe ich einen extra Altar für Mars. Ich arbeite mich im Moment durch das Jahr und die Feiertage. Etwas was hier auffällt: es gibt im römischen Jahr praktisch gar keine Berührung mit dem was man sonst den Jahreskreis nennt. Außer den Saturnalien, die sich mit dem Julfest decken (fast), sind alle römischen Feiertage komplett anders. Einige kommen zeitlich an den Jahreskreis heran, etwa Quinquatra, das fünftägige Fest für Minvera (Athene), das durchaus Ostern entfernt ähnlich ist. Das Totenfest, welches in den anderen Heidentümern im Spätherbst ist (Samhain) liegt aber im römischen Heidentum im Frühsommer. Nun hatten die Römer früher eine ganz erhebliche Zahl an Feiertagen. Das macht natürlich nicht so viel Sinn. Wesen eines heiligen Tages ist eben seine Seltenheit. Darin begründet sich die "feierliche Stimmung". Ich sehe das so: einmal werden auch die Römer früher nicht jeden Feiertag als Privatperson mitgemacht haben. Es gar zwar für jeden eine staatliche Kulthandlung der Priester, aber ich denke nicht, dass jeder Römer so aktiv an jedem der vielen Feiertage mitgemacht haben wird. Zweitens sind wir in der modernen Zeit auch gefordert eine Religion kreativ zu gestalten. Ich versuche da so maximal ein Duzend Feiertage als Hohe Feiertage herauszuarbeiten, die ich in meinem Arbeitsbuch beschreibe und hevorhebe. Im Moment habe ich es auf 9 Hohe Feiertage und 17 kleinere Feiertage herunter gebrochen. Das ist aber alles work in progress, wie man so sagt. ^^ Um einen Einblick in meine Arbeit zu bringen, poste ich einfach mal die Liste dieser ausgewählten Feiertage, damit ihr eine Vorstellung bekommt. (Unterstrichene sind Hohe Feiertage HF)


      9.1. Agonalia – JANUS

      27.1. birth of Castor & Pollux

      1.2. HF: JUNO Mother and Queen


      1.3. Matronalia, JUNO and Birthday of MARS

      14.3. Mamuralia Shield Festival of MARS

      17.3. Liberalia - Bacchanal

      19.-23.3. HF Quinquatria MINERVA

      1.4. Veneralia – VENUS

      28.4 - 1.5. Ludi Florales for FLORA & Roman Lares
      (1.5.)

      9/11/13.5. HF Lemuria Festival of the Dead (röm. Samhain, mit Elementen vom Karneval)

      15.5. Mercuralia MECURIUS

      7.-15.6. HF Vestalia - VESTA

      27.6. Lares & Jupiter as supreme Genius

      23.7. NEPTUNALIA, plea for rain

      12.8. Hercules Invictus

      13.8. DIANA, free day for slaves

      17.8. Portunalia, Day for JANUS

      23.8. Vulcanalia, VULCAN

      13.9. JUPITER Optimus Maximus (klingt wie von Transformers, hihi ^^)

      23.9. HF APOLLO

      4.10. fasting for CERES

      13.10. Fontinalia, FONS

      14.10. Penates

      19.l0. HF Armilustrium MARS sacred weapons, end of campaign season (Mars hatte nach Jupiter die zweitgrößte Rolle in Rom)

      3.12. Bona Dea, festival for women only

      17.-23.12. HF Saturnalia SATURN

      25.12. HF SOL INVICTUS



      Soweit erst einmal mein erster Einblick. Das ist alles nur, was ich mir laienhaft für mich selbst erarbeitet habe.
      Schlüsselkasten umfunktionieren ist natürlich eine tolle Idee, wenn da nur etwas flachen wie Bilder reinkommt, und man darein selbst keine Opferschüsselchen oder Statuen stellen will. :thumbsup:
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!

      fee schrieb:

      Danke Elikal :)

      spannende Sache, vor allem so ein lararium zippelt immer wieder mal an mir ...fasziniert mich und spricht mich an ( siehe auch den Küchengötterthread )

      lg fee


      Ich lerne das alles ja selbst erst und entwickle es. Das Lararium finde ich echt mittlerweile nen guten spirituellen Anker in der Wohung.

      @Umo: Schüssel und Statuen stelle ich quasi davon und seitwärts.
      Danke für den Beitrag.

      Ich bin zwar selbst kein Cultor, habe allerdings durch die römische Religion viel über das Heidentum lernen können. Eben auch die Sache mit der Orthopraxie. Ob die sich auf alle heidnischen Völker übertragen lässt, weiß ich zwar nicht, aber beim Hellenismos und beim Kemetismus scheint sie ja vorhanden zu sein. Und ich denke auch, dass es den Kelten, Germanen, Slawen und Balten sehr wichtig war, dass ihre Traditionen und Bräuche weiterhin gepflegt werden würden.


      Elikal schrieb:

      Ich selbst habe eine solche Box erworben, bemalt und umgearbeitet, die eine Tür hat. Für mich hat das die Funktion, dass ich die Tür an hohen Feiertagen geöffnet habe, und außerhalb der größeren Feiertage, die Tür zu ist.

      i61.photobucket.com/albums/h49…3424380_n_zpsogbqkqyb.jpg
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      Offen ist ein Bild meines verstorbenen Vaters, meiner Großeltern und zweier Laren die ich gemalt habe, zu sehen. Es war als Schlüsselkasten erworben, ich habe die Aufhäger einfach heraus gedreht.


      Sehr schön! Danke, dass du es mit uns teilst! Gerade dass mit der offenen und geschlossenen Tür gefällt mir sehr gut, so wird das Sakrale noch mehr unterstrichen.
      Mein "Lararium" ist ein Familienporträt vor dem ich Kerzen anzünde. Donnerstags würde dann zu Ehren der Götter und Geister geräuchert.

      Es gibt da auch so ein schönes Stück aus der lateinischen Literatur, wo der Verfasser sich an seine Laren wendet, damit sie ihm davor schützen, in die Armee eingezogen zu werden. Er beschreibt sie als aus Holz geschnitzt, die bereits bei seinem Großvater herrschten. Ich kann mir nicht helfen, aber diese Beschreibung erinnert mich doch immer an die gedrechselten Räuchermännlein. Das meine ich nicht abwertend, denn lieb und teuer sind mir diese, kommen sie doch auch von den Eltern und Großeltern, und werden ihre Kollegen, die Nussknacker, zuweilen sogar mit Hausgeistern und Götzen verglichen.
      Ich kenne nur eine Geschichte um die Laren.

      Aeneas ist einer der Helden aus Troja, der vor dem nahenden Untergang gewarnt wurde. Er floh rechtzeitig zusammen mit seinem alten Vater Anchises. Aaneas' Mutter war keine Geringere als Venus. Aeneas ist der Ahnvater von Romulus und Remus, und damit der Vorfahr des Gründers von Rom. Noch das Haus der Julier galt als Abkomme dieser Familie, zu der auch Gaius Julius Caesar gehörte.

      Aeneas ging nach Italien, wobei er seinen alten Vater meist tragen musste. Trotz der Tatsache, dass er floh und der Last trug er das Lararium und die beiden Laren-Statuen bis nach Italien, weil dem Glauben nach die Laren darin wohnen und die Ahnen dadurch Verbindung zur Welt aufrecht erhalten. Das unterstreicht die hohe Bedeutung der Ahnenverehrung und des Larariums. So ganz klar abgegrenzt waren die ganzen Wesen aber wohl nicht. Laren und Genien und Penaten waren Schutzgeister alle mit ähnlichen Funktionen.

      Soweit ich sehe waren die Laren mobil aber an den Altar gebunden und zogen mit der Familie um. Die Penaten waren eher Schutzgeisters des Hauses selbst und wer eben darin wohnte, während ein Genis eine Art Schutzengel war. Ich denke aber nicht, dass es im alten Rom so klar definiert war, das macht ja gerade den Unterschied zu einer Buchreligion. Auch die Götter selbst haben im Laufe der Zeit eine teils recht unüberschaubare Vielfalt an Aufgaben bekommen, die sich oft überschnitten. Praktisch jeder zweite Gott hatte irgendwas mit Ackerbau und Furchtbarkeit zu tun. ^^

      Elikal schrieb:

      Soweit ich sehe waren die Laren mobil aber an den Altar gebunden und zogen mit der Familie um. Die Penaten waren eher Schutzgeisters des Hauses selbst und wer eben darin wohnte, während ein Genis eine Art Schutzengel war. Ich denke aber nicht, dass es im alten Rom so klar definiert war, das macht ja gerade den Unterschied zu einer Buchreligion. Auch die Götter selbst haben im Laufe der Zeit eine teils recht unüberschaubare Vielfalt an Aufgaben bekommen, die sich oft überschnitten. Praktisch jeder zweite Gott hatte irgendwas mit Ackerbau und Furchtbarkeit zu tun.


      Das sehe ich auch so. Letztendlich wenden wir Menschen uns auch zumeist aus den gleichen Gründen an die Götter und Geister und Ahnen. Mich selbst habe ich darauf ertappt, wie ich vor Antritt einer Reise, die meine Bruder nach Südostasien unternahm, unsere Ahnen innig darum bat, sie mögen ihn beschützen. Die Ahnen und nicht all die Götter, die ich aus der Mythologie kenne und die mit Reisen und Schutz verbunden sind wie Hermes-Merkur und Wotan.

      Maximillian schrieb:

      . Die Ahnen und nicht all die Götter, die ich aus der Mythologie kenne und die mit Reisen und Schutz verbunden sind wie Hermes-Merkur und Wotan.


      Gab schon andere Zuständige hier, als die göttlichen. Meine liebsten Reisebegleiter sind ja die Genii cucullati.
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!