Allgültige Wahrnehmung von Kräften (in) der Natur ?

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      Allgültige Wahrnehmung von Kräften (in) der Natur ?

      Hallo zusammen,
      TripTrops Beitrag im Thread "Germanische Mondphasen", hat mich jetzt mal zu diesem inspiriert.
      Dort schrieb er:

      TripTrop schrieb:


      Ich möchte wissen welche Kräfte ich mit welcher Mondpase in Verbindung bringen kann.
      Ob es nun Kelten, Germanen oder Slawen waren... alle lebten sie in der gleichen Naturlandschaft und dementsprechend ist die Auffassung aller dieser Kulturen interessant.
      Es geht mir um die Kräfte des Mondes in Deutschland.
      Bei der Namensgebung würde ich vorzugsweise auf die germanischen (Blutmond, Schwarzmond...) zurück greifen. Habe aber kein Problem auch zB keltische Vorstellungen mit einfliessen zu lassen.

      Warum sollten Kelten die Kraft der Monde zB in Mittelhessen anders erspürt haben als die Germanen? Beide Kulturen gehören zur menschlichen Spezies ;)

      Letztlich haben vor 1000+Jahren Humanoide hier in Mittelhessen gesiedelt die den gleichen Naturkräften ausgesetzt waren. Die einen wurden später "Germanen" und die anderen "Kelten" getauft.


      Das Zitat bitte nur als Einstieg verstehen ;) .

      Wobei ich die Frage spannend finde, warum die Kelten einer bestimmten Region die Kraft (des Mondes) anders gespürt haben sollten, als die z.B. die Germanen.

      Gleiche Wahrnehmung würde m.M.n. voraussetzen, dass wir alle die gleiche(n) Wahrnehmung(sfilter) besitzen.
      TripTrops Beitrag könnte implizieren, dass, um bei seinem Beispiel zu bleiben, Menschen in Hessen denselben Naturkräften ausgesetzt und diese auch gleich wahrgenommen (und interpretiert? ) haben.
      Aber gibt es überhaupt so etwas wie eine universelle, allgemein gültige Wahrnehmung von "Naturkräften" ?
      Was verbinden wir (wenn) überhaupt mit diesem Begriff?
      Was verbindet Ihr damit?
      Wie nehmt Ihr diese wahr? Spielen diese für Euch überhaupt eine Rolle?
      Und bedeutet das Leben auf ein und demselben Fleckchen Erde zwangsläufig, dass jeder dieses Gebiet und seine Kräfte gleich wahrnimmt ?

      Ich denke nicht.
      Meiner ganz persönlichen Meinung nach gibt so etwas wie eine 100%ig gleich Wahrnehmung von Dingen nicht.
      Unsere Wahrnehmungsfilter unterscheiden sich erheblich von einander, so dass sich vielleicht Übereinstimmungen ergeben können, aber wir sie nicht unbedingt als allgemeingültig betrachen können.
      Auch die Weltbilder von Kelten und Germanen haben sich unterschieden -mit großer Wahrscheinlichkeit haben sich auch innerhalb der verschiedenen Stämme diese unterschieden- so dass sich auch hier Unterschiede in der Wahrnehmung annehmen lassen.
      Und betrachten wir uns heute, so sieht es genauso aus: Wir sind alle geprägt von unseren soziokulturellen Werten und Normen, von unseren religiös/spirituellen/magischen Weltbildern usw..
      Die übereinstimmende Wahrnehmungen von Kräften (magischer/spiritueller/... wie auch immmer Art) kann m.M.n. nur dann erfolgen, wenn auch entsprechend gleiche (oder stark ähnliche) Filter vorhanden sind.

      Aber MUSS auch die Wahrnehmung gleich oder ähnlich sein?
      Warum sollten unterschiedliche Gruppen ein bestimmtes Gebiet gleich wahrnehmen?


      Ich bin gespannt auf Eure Gedanken.

      LG
      Siat
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      ANB´s
      Meine Innenwelt ist das Kaleidoskop, durch das ich die Außenwelt betrachte.
      Diese Innenwelt wird durch meine Erfahrungen und Reflektionen beeinflußt;
      und da die Landschaft, mit all ihren Wesen und die Kultur in der ich aufwachse und in der ich lebe den Grundstock dieser Erfahrungen bereitstellt, werden viele - wenn auch nicht alle - meiner Interpretationen der Außenwelt (materiell oder geistig) ähnlich aussehen.

      Trotzdem gibt es wohl zumindest Pflanzengeister, die sehr spezifische Erscheinungsformen annehmen.
      Bilsenkrautgeister sah ich erst (In ihrer bedrohlichsten Form und ohne sie dem Kraut zuordnen zu könen), ehe ich Jahre später in einem Vortrag über sie hörte und eine entsprechende Zeichnung zu Gesicht bekam.

      Also von Beidem etwas.
      Biologisch gesehen ist das Hirn ein selbstreferenzielles System. D.h. die Sinnesorgane senden bioelektrische Impulse an das Gehirn, das keine eigenen Wahrnehmungsorgane besitzt und das interpretiert diese Signale. Alleine schon aus diesem Grund kann kein Mensch genau dieselbe Wahrnehmung haben, wie ein Anderer.

      Menschengruppen einigen sich dadurch, daß sie zusammen leben, auf einen gemeinsamen - aber immer subjektiven - Nenner. Das Fachwort heißt "Intersubjektivität". So wird ein Besucher, der beispielsweise aus einer Wüstengegend kommt, eine Umgebung mit saftigen Wiesen und Feldern völlig anders wahrnehmen, als die Bewohner dieses Ortes.

      So kann ich z.B. zwar dieselben Energien wahrnehmen wie Siat. Beim Abgleich der Wahrnehmungen allerdings gibt's deutliche Unterschiede. Im Prinzip sehen wir dasselbe - nehmen es aber unterschiedlich wahr, bzw. werten und interpretieren unterschiedlich. Erst durch Abgleich schaffen wir uns unsere eigene Intersubjektivität.
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      Man weiß ja heute auch aus der Forschung zur Frühkindlichen Entwicklung, dass es für unsere Wahrnehmung ganz entscheidend ist, was wir in den ersten Jahren für Erfahrungen machen. Man denke nur an die Beispiele der "Wolfskinder" die in der Wildnis aufwachsen und ab einem gewissen Alter nicht mehr in der Lage sind "menschliches Verhalten" und! "menschliche Wahrnehmung" zu lernen. Auch sie sind in Mitteleuropa aufgewachsen und waren dem gleichen Mond ausgesetzt, um es einmal krass zu verdeutlichen. Natürlich erleben wir im gleichen Gebiet die selben Natureinflüsse. Doch wie wir damit umgehen und diese wahrnehmen hängt beim Menschen sehr viel mehr als bei den meisten anderen Säugetieren vor allem damit zusammen welches Verhalten wir bei den Wesen in unserer Umgebung beobachten. Und aus diesem Verhalten schließen wir auf die Realität und erschaffen so unsere Version der Wirklichkeit. So ist es auch zu erklären, dass es heißt die eingeborenen Völker in Amerika hätten bei den ersten Begegnugnen zum Teil Schiffe nicht wahrnehmen können, schlicht und einfach weil sie in ihrer Wirklichkeit nicht angelegt waren... Es ist eben wie Starfire gesagt hat. Unsere Wirklichkeit im Gehirn entsteht durch elektrische Impulse, die unsere Wahrnehmungsorgane senden. Dazu kommt, dass unser Gehirn aussortiert und nur die Impulse weiter verarbeitet, die laut dem, was es bisher erlebt hat, relevant sind und dabei bezieht sich der Mensch vor allem auf Nachahmung. Wenn also unsere Mutter auf bestimmte Reize nicht reagiert hat, so werden wir es vermutlich auch nicht tun, stark vereinfacht dargestellt... soweit ich das verstanden habe..
      „Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedesmal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie paßten auch heute noch.“ George Bernard Shaw