Was ist ein Erdstall bzw. wozu wurden sie genutzt?

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      Was ist ein Erdstall bzw. wozu wurden sie genutzt?

      Ich bin heute über die Erdställe gestolpert. Hab dann gleich mal beim Wikipedia nachgeschaut. Ist mir allerdings etwas zu wenig.
      Hat von euch jemand Informationen über die Erdställe und wozu sie genutzt wurden?

      blacksmith
      spiegel.de/spiegel/print/d-79572349.html ganz netter Artikel

      erdstall.de/ Forschung

      lochstein.de/erdstall.htm und noch ein Neugieriger der einen Haufen Links zum Thema zusammengefischt hat - darunter auch etliches beim obigen Arbeitskreis. Netterweise teilweise mit Fotos.

      Anhand der Verbreitung könnte man ins Blaue schießen und mutmaßen dass es etwas mit keltisch geprägten Kulturen zu tun haben kann. Ist aber grob unseriös bei der dünnen Faktenlage ;)
      war vor kurzem in der Fränkischen Schweiz, die von vielen, auch frei zugänglichen Höhlen, durchlöchert wird. Hatte mich auch zu einer Meditation in die Erde zurückgezogen. In der absoluten Dunkelheit verschwimmen die eigenen Grenzen und das Bewusstsein kann sich ausdehnen. Daran musste ich sofort denken, als ich einen Artikel über die Erdställe las und dass ihre Nutzung im "Dunkeln" liegt. Bemerkenswert, dass sie anscheinend auch oft in der Nähe von Kirchen, also auch alten Ritualplätzen zu finden sind. Als Lagerplätze oder Fluchtstollen scheinen sie auch nicht viel Sinn zu machen. Daher erscheint mir ein mystischer Hintergrund, z.B. für Initiationen oder auch Meditationen sehr wahrscheinlich. Dazu passt, dass es praktisch keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt. Wurden anscheinend totgeschwiegen. In den von mir gefundenen Artikeln und Quellen gibt es zwar auch Hinweise in diese Richtung. Tiefergehende Ansätze habe ich aber nicht gefunden. Muss wohl irgendwann so einen Erdstall auch mal ausprobieren.

      viele Grüße

      Wolfgang

      P.S.: auch in Schwitzhütten herscht meistens Dunkelheit

      blacksmith wrote:

      Als Lagerplätze oder Fluchtstollen scheinen sie auch nicht viel Sinn zu machen. Daher erscheint mir ein mystischer Hintergrund, z.B. für Initiationen oder auch Meditationen sehr wahrscheinlich. Dazu passt, dass es praktisch keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt. Wurden anscheinend totgeschwiegen.


      Es macht nun aber auch allerdings nicht viel Sinn geheime Lagerplätze z.B. eben als Notlager für schwere Zeiten oder Fluchtplätze an die große Glocke zu hängen. Da kann man sich auch gleich erhängen. In schlimmen Zeiten ist man sich zumeist eben erstmal selbst der Nächste. Dass also über diese Einrichtungen nichts berichtet wurde halte ich vor dem Hintergrund durchaus für passend. Umso kleiner die Gänge dann letztlich auch sind, umso besser ist das alles zu verstecken.

      Und nun ... Kirchen ... Die wurden eh überall gebaut wo es ein Dorf gab, nicht? Da müsste man sich schon deutlich tiefgehender die vorhergehenden Nutzungsarten der Plätze ansehen.
      Ludlul bel nemeqi - Ich will preisen den Herrn der Weisheit
      Das macht absolut Sinn, finde ich. Zumal es ja durchaus Forschungsmaterial zu diesen Erdställen zu geben scheint.
      An die würde ich mich zuerst halten, wenn ich mich dem Phänomen nähern wollte. Und wenn es schon keine historische Aufzeichnungen zu den Erdställen dirkt gibt, so aber vielleicht welche, die die soziale, gesellschaftliche und politische Situation zum Zeitpunkt der Errichtung erhellen können? Nur damit man eine Vorstellung davon bekommt, in welcher Situation die Dinger gebaut wurden. Da muss zwar auch nicht zwingend ein direkter Zusammenhang bestehen, aber es könnte ja vielleicht in eine wahrscheinliche Richtung weisen.

      Ich finde, man muss auch unterscheiden zwischen subjektiven Gefühlen und Erlebnissen und einer möglichen Motivation und Erlebenswelt ganz anderer Menschen in ganz anderer Situation vor tausend Jahren. Mein Bewusstsein z.B. öffnet sich ganz und gar nicht, wenn ein paar tsd. Kubikmeter Fels und Erdreich drum herum darauf drücken. Freilich ist die Erkenntnis, dass es Dinge gibt, die größer und mächtiger sind als ich und mich grad mal so zu einem namenlosen Stäubchen quetschen könnten ohne das sie es auch nur jucken würde, so beeindruckend wie banal. Dazu muss ich unter meinem Gehöft keinen Schwezer Käse anlegen, um mich in Dunkelheit und Stille zu versenken auch nicht.
      Also ich jedenfalls nicht.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold

      TerraM wrote:

      Ich finde Höhlen sehr faszinierend. Hab aber noch nie in einer meditiert. Hier oben gibt es keine.


      Gibt aber einige schöne Megalithgräber in der Nachbarschaft (Niedersachsen, Holland, Dänemark) in denen es Nachts auch ziemlich dunkel [und wenn man Pech hat, sehr feucht] ist und man auch so die eine der andere interessante Erfahrung machen kann...
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!