Germanische Mondphasen

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      Maximillian schrieb:



      Dazu gibt es eine lustige Anekdote. In einem kleinasiatischen Königreich war der Mond der höchste Gott und männlich gedacht. Als die Römer dieses Königreich eroberten, erfuhren die Eroberten, dass die Römer sich den Mond weiblich dachten. Da entstand wohl die Idee oder Redewendung, dass wer sich den Mond weiblich vorstellt, unter der Fuchtel seiner Frau oder aller Frauen stünde. Wer den Mond als männlichen Gott verehrt allerdings hätte die Damen gut in Griff.


      Das sich kulturelle Wandel - gerade was den Bereich der Wertung der Geschlechter betrifft - auch in der Mythologie manifestiert, ist ja gerade bei den Griechen gut zu beobachten. Da spiegelt sich der Zusammenprall der matrilinearen Stämmen mit den matrilinearen Stämmen ziemlich deutlich als Wandel in der Götterwelt (und wohl auch im Kult, wenn man den archäologischen Funde richtig deutet) wieder.

      Maximillian schrieb:

      Es gibt so gesehen ja auch christliche Spirituelle und eben auch heidnische ... naja, was wäre das Gegenstück? Traditionalisten? Denen es eben mehr um die Wahrung der alten Bräuche denn um spirituelle Erfahrungen geht. Das ist ein Denkfehler, der im heutigen Heidentum gemacht wird.


      Ich würde unterscheiden zwischen (sagen wir mal "weltlich motiviertem") Kultpersonal wie Priestern und anderen von Menschen eingesetzten Amtsträgern als den "Traditionalisten" einerseits und den Mystikern als den "Spirituellen" anderseits ("Spiritisten" bezeichnet etwas anderes, by the way, das sind die Typen, die Séancen abhalten um Geister zu beschwören. ;) ).

      Wie sehr eine Religion nun die Mystiker achtet und auf sie hört, das macht sicherlich ihre Ausprägung zu einem ganz entscheidenden Teil aus. Werden die Mystiker missachtet oder gar verfolgt basiert die Religion irgendwann nur noch auf (überholten) Regeln und Vorschriften, die die Amtsträger als Tradition weitertragen. Und diese Priester sind dann keine spirituellen Lehrer mehr, sondern nur noch Wächter und Ordnungshüter eines Kultes, der um seiner selbst Willen besteht.
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!

      TripTrop schrieb:


      Ich möchte wissen welche Kräfte ich mit welcher Mondpase in Verbindung bringen kann.
      Ob es nun Kelten, Germanen oder Slawen waren... alle lebten sie in der gleichen Naturlandschaft und dementsprechend ist die Auffassung aller dieser Kulturen interessant.
      Es geht mir um die Kräfte des Mondes in Deutschland.
      Bei der Namensgebung würde ich vorzugsweise auf die germanischen (Blutmond, Schwarzmond...) zurück greifen. Habe aber kein Problem auch zB keltische Vorstellungen mit einfliessen zu lassen.

      Warum sollten Kelten die Kraft der Monde zB in Mittelhessen anders erspürt haben als die Germanen? Beide Kulturen gehören zur menschlichen Spezies ;)

      Letztlich haben vor 1000+Jahren Humanoide hier in Mittelhessen gesiedelt die den gleichen Naturkräften ausgesetzt waren. Die einen wurden später "Germanen" und die anderen "Kelten" getauft.


      Was Jemand gespürt hat oder nicht halte ich an der Stelle allerdings für ein Stück weit irrelevant, da letztlich auch nicht unbedingt nachvollziehbar. Gespür lässt sich nicht bzw. nur bedingt indirekt über das Schriftgut rekonstruieren, auch wenn man wohl annehmen kann, dass die Wahrnehmung einzelner Menschen innerhalb einer bestimmten Bandbreite recht gleich war.

      Sehr wohl aber - und das halte ich nun auch für entscheidener - lässt sich zumindest teilweise klären wie gewisse Dinge aus der Lebenswelt der Menschen im Weiteren verarbeitet worden sind, wie sie gedeutet worden sind, womit man sie assoziiert und wie man sie kontextualisiert hat, sprich, wie man die Einzelelemente miteinander in Beziehung gesetzt hat. Darüber lässt sich dann wohl auch z.T. das zumindest erahnen, wenn auch nicht wirklich rekonstruieren, was Menschen einstmals gespürt haben mögen, wofür es dann allerdings unerlässlich ist sich mit der entsprechenden Mythologie kritisch auseinander zu setzen.

      Und hier kommen wir dann auch in einen Bereich schier unendlicher Möglichkeiten und sich eröffnender Wege wie man nämlich die Welt und eine daraus erwachsende Glaubensvorstellung aufsetzen kann bzw. es faktisch getan hat.

      An sich unterschiedliche Lebensumstände führen mitunter zu daraus abgeleiteten unterschiedlichen Ansichten über das Gefüge der Welt. Die Sonne kann mal als segensspendend gedacht werden, man sehnt sich nach ihr, wenn sie in einer kalten Jahreszeit schier endlos zu verschwinden scheint. Woanders wiederum brennt die Sonne ohne Gnade, wird mitunter gar gefährlich, wenn sie die Ernte zu zerstören droht und Hitzschlag alltäglich droht. Gleichsam können aber eben unterschiedliche Umstände doch im Kern in dieselbe Richtung führen genauso, wie ähnliche oder gleiche Umstände zu unterschiedlichen Ansichten führen können, denn letztlich ist abstraktes Denken auf dieser Ebene nicht schlichtweg mechanisch. So komplex wie es hier schnell wird erreicht man kaum zwei Mal denselben Schluss (Beispiele spare ich mir aus Faulheit ;) ).

      Die Frage wie Menschen einstmals die Welt direkt wahrgenommen haben lässt sich letztlich zwar indirekt über den Rückschluss klären, in Bezug auf das Obige aber stellt sich die Frage nach dem Gespür meines Erachtens weniger, als die Frage danach was für gedankliche Folgen es bei den verschiedenen menschlichen Gesellschaften hatte. Und da zeigt sich dann doch: Unterschiedliche. Das, was man sich im weiteren Verlauf gedacht hat unterscheidet sich. Oft sind viele Grundlagen ähnlich oder gleich, doch der böse böse Teufel steckt im Detail und gerade dieses farbenprächtige Detail, das die einzelnen Knoten im Geflecht erst zu den verschiedenen Mustern verbindet, die sich am Ende als eine Religion ergeben, als individuelle Kultur, das sollte man doch beachten. Kelten und Germanen, bzw. die verschiedenen keltischen, germanischen, slawischen und andere Stämme unterschied eben nicht nur, dass sie an verschiedenen Stellen zu verschiedenen Zeiten gelebt haben, sondern dass ihre jeweilige Kultur als Summe der unterschiedlichen, individuellen Denkleistung Vieler eben auch unterschiedliche Wege erschuf sich die Welt zu denken.

      PS: Und mal ein ganz persönlicher Kommentar dazu, dass das alles doch nur eine Naturlandschaft ist ;) Ich bin gut ein Vierteljahrhundert einzig und allein in der tiefsten Norddeutschen Tiefebene aufgewachsen. Ich bin ein bisschen wie Samweis, der zum ersten Mal das Auenland verlies. Was ich kenne, das sind ein paar relativ "steiler" Erhebungen, andere schimpfen sie Hügel, für mich sind es Berge, ab und an ein kleiner Fluss und ansonsten nur Wald, Wald, Wald, den ich kenne wie nichts Anderes. Wohlgemerkt aber eine bestimmte Art Wald. Da gibt es Unterschiede. Mischwald, hauptsächlich geprägt von Kiefern und Eichen, trocken und mager (Einmal war ich in einem Birkenwald, das war was) Und immer wieder einmal öffnet er sich und macht Platz für eine weite Rodung, die für ein nie endendes Feld angelegt wurde. In alle Richtungen bin ich frei zu gehen, nichts hält mich auf und überall ist nur der endlose Wald.

      Wie suspekt waren mir dann doch immer die ersten Begegnungen mit eben vollkommen anderen Naturlandschaften, die obgleich relativ nah eben NICHT gleichzusetzen sind mit dem, was ich kenne. Küste, auf einmal kann man da eben NICHT in eine Richtung gehen, man ist geradezu in die Ecke getrieben. Ganz zu schweigen von echtem Hochgebirge. Da wird man geradezu klaustrophobisch. Auf einmal erhebt sich da Etwas, ein Hindernis, so vollkommen anders. Sogar der Horizont verschwindet vor Einem. Selbst Auen sind für mich manchmal ein Anblick wie aus einer anderen Welt.

      Lange Rede kurzer Sinn: Wenn man so lange in einem Naturraum aufgewachsen ist wie ich und ihn so intensiv kennen gelernt hat, dann merkt man wie total anders doch das ist, was vermeintlich "Dasselbe" sein soll. Das Urteil, dass das alles Dasselbe wäre kann für mich nur auf den fehlenden Blick für das Detail seitens des Außenseiters zurück zu führen sein ;) Da zu sagen keltische, germanische und slawische Stämme hätten in derselben Naturlandschaft gelebt grenzt für mich ein wenig an Fahrlässigkeit, wenn ich noch daran denke, dass Kultur eben auch mitunter die Rezeption der Umwelt beeinflusst und wie man sie eben wahrnimmt s.o. Im Großen und Ganzen mag das für Flachlandbewohner untereinander gelten, Küstenbewohner, Bergbewohner usw. usf. doch auch da gibt es wieder viele Unterschiede im "Detail".
      Ludlul bel nemeqi - Ich will preisen den Herrn der Weisheit
      @Ragnor:
      Ich gebe Dir recht was die Unterschiedlichkeit deutscher Naturlandschaften (Küstenregion, Flachland, Mittelgebirge, Alpen, Schwarzwald...) anbelangt.
      Meine Bemerkung punkto Slawen war unglücklich gewählt, da die slawischen Siedlungsgebiete weit entfernt von meinem Lebensraum Rund-um-den-Taunus liegen.
      Ich gehe also in erster Linie von den Kräften Taunus und Umgebung aus. Hier lebten über Jahrhunderte Kelten und Germanen in unmittelbarer Nachbarschaft miteinander.
      Die Nachbarschaft war so eng das noch bis heute bei diversen Stämmen Unsicherheit besteht ob es keltische oder germanische Stämme waren.
      Erst durch das Eintreffen der Römer unter Julius Cäsar und der Vertreibung der keltischen Stämme bzw Umsiedelung auf linksrheinische Gebiete wurde die Gegend neu strukturiert. Wenn auch nicht eindeutig nachweisbar (oder doch? --> Genetik! Da bin ich aber nicht genügend informiert) ist es hochwahrscheinlich das Vermischungen stattfanden, so dass man tw. von einer keltogermanischen Kultur reden kann. Auch exisitieren Annahmen das Cäsar bestimmte Kleinstämme schlicht "germanisch" taufte obwohl es sich um Keltogermanen handelte.

      Aus gen. Gründen habe ich auch keine Probleme das Wissen/die Vorstellungen der Kelten und Germanen miteinander zu vergleichen und zu synkretisieren.

      @Vailos: Hast Du einen guten Link o.ä. zum keltischen Mondkalender?
      Trotz Umo´s Einwand bzgl. des Zitates der ersten Zeilen des Eintrages "Mond" im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens muss ich nach Studium des kompletten Artikels sagen, dass es einiges an interessanten Info´s zum Thema dort zu finden gibt.

      Hier einige Zitate:

      HDA schrieb:

      [...], so ist an sich schon durch den Mond selbst infolge seines Phasenwechsels eine ständige Veränderung im Aussehen der Erdoberfläche bei Nacht gegeben. Dies läßt die Zeiten des Vollm.s wie die des Neum.s am stärksten heraustreten als irgendwie wesentliche Augenblicke.
      Der Volksglaube verrät dieses Unvermögen bis zum heutigen Tage; fast nie heißt es, bei Vollm. oder Neum. solle man etwas tun oder unterlassen, sondern allgemein in den Nächten um den Vollm. oder Neum.
      [...]
      Denkt man nun schließlich daran, daß Springfluten bei Vollm. entstehen, was als ein den Menschen sehr gefährdender Vorgang in Seegegenden sehr früh wahrgenommen wurde, daß ferner nach Vollm.nächten oft Tau die Wiesen bedeckt, daß die weibliche Reinigung in ihrer Dauer etwa der Periode des Mondumlaufs entspricht, so liegt die Möglichkeit sehr nahe, solche Veränderungen im Bereich des Irdischen mit dem Wandel des Mondes ursächlich zu verbinden und schließlich alles veränderliche Leben überhaupt von dem Mond abhängig zu machen

      HDA schrieb:

      Die Idee der Entwicklung irgend einer Sache zum Vorteil oder Nachteil des Menschen vermochte angesichts der Tatsache des zu- oder abnehmenden Mondes an den Mond leichter anzuknüpfen als an irgend ein anderes Gestirn. So gibt es wie bei anderen Völkern auch im Bereich des deutschen Volkes eine große Menge von Vorschriften, deren Gegenstand (z.B. das Gedeihen des menschlichen Lebens und dessen, was dazu gehört, wie Feldfrüchte, Gartenpflanzen, Haustiere) mit dem Wachsen und Schwinden des Mondes verknüpft erscheint. Mit zunehmendem Mond begonnen wächst und blüht mein Tun; abnehmender Mond schädigt, hemmt, ja vernichtet sogar. Daraus ergibt sich mit Abwandlung ins Moralische: Wenn Menschen etwas zur Förderung des Guten tun, geschieht es am besten bei zunehmendem Mond; soll dagegen etwas vernichtet werden, so tut man es bei abnehmendem Mond.
      [...]
      Der deutsche Sympathieglaube, der an den zunehmenden und abnehmenden Mond anschließt, bezieht sich auf alle Gebiete des Landlebens. Das physische Leben von Mensch und Tier, Einnahme und Verdienst, Besorgung von Haus und Hof, Garten, Feld und Wald und noch vieles andere begegnet in seiner Abhängigkeit vom Mond in den hunderten von Regeln, die aus allen Teilen Deutschlands mitgeteilt sind.

      HDA schrieb:

      Geistererscheinung bei Mondschein wird mehrfach erwähnt.
      [...]
      Mitternacht ist Geisterstunde; Mondschein lockt die Geister aus den Gräbern zum Tanz. Sein Einfluß ist unabweisbar. Es sind ganz volkstümliche Empfindungen, die Goethe im Totentanz so dramatisch gesteigert gestaltet hat, wenn er das Gerippe des Geistes bei verschwindendem Mondschein mit dem Glockenschlag Eins vom Turm stürzen und zerschellen läßt.

      HDA schrieb:

      Ebenfalls weisen die Anschauungen dem Mond rein dämonischen Charakter zu, in denen magische Künste oder irgendwelche Bewegungen, Worte u.ä., dem Menschen die Kraft des Mondes dienstbar werden lassen [...]. So wird in Waldeck von einem Heilungszauber gesprochen, [...]
      Ferner spielt der Mond als Dämon im Liebeszauber eine hervorragende Rolle. Tänzer und Gunst werden gerade durch an den Mond gerichtete Zaubersprüche gewonnen

      HDA schrieb:

      Man hat nicht nur die Phasen des Mondes oder, wie in der Astrologie, den Mond als Planeten in Verbindung mit den Tierkreisbildern interpretiert, sondern auch Beziehungen zwischen den Phasen des Gestirns und den Wochentagen angenommen derart, daß ein bestimmtes Ereignis bei ab- oder zunehmendem Mond in Verbindung etwa mit einem hohen Festtag, einem Mittwoch oder Freitag usw. einen ganz besonders guten Ablauf haben werde

      HDA schrieb:

      Caesar erwähnt nur Mondverehrung – Anbetung des Mondes wird aus Deutschland immer wieder sporadisch berichtet –, Tacitus führt die Abhaltung des Thing mit zunehmendem oder vollem Mond an

      HDA schrieb:

      Nachdem 692 die 2.trullanische Synode verboten hatte, an den Neumonden vor den Wohnungen und Werkstätten Feuer anzuzünden und darüber zu springen, wie es der gottlose Manasse getan habe (unter reichlich abwegiger Beziehung auf IV. Reg. 21), greifen einzelne Geistliche den Aberglauben energisch an. Für das 8./9. Jh. sei auf Hrabanus Maurus' Predigten gegen den Finsternisaberglauben verwiesen (s. Finsternisse Sp. 1516); eine Stelle schildert in ausgezeichneter Lebendigkeit, wie ihn das Geschrei, mit dem eine aufgeregte Bevölkerung dem Mond in seinen (Finsternis-)Nöten zu Hilfe kommt, in seinem theologischen Denken stört, so daß er gegen solche Sünde sich vorzugehen veranlaßt sieht. Im 11. Jh. werden solche Verbote, in seinem Tun sich prinzipiell nach dem Mond zu richten, wiederholt erlassen; Bußbücher machen das deutlich in dem Verbot, die Übernahme von Geschäften nicht nach dem Mondwechsel vorzunehmen oder bei diesem aus Gesundheitsrücksichten zu fasten.

      HDA schrieb:

      In diesem Falle hat die Aufklärung nicht in dem Maße mit dem Aberglauben in Deutschland aufräumen können, wie man ihre Einwirkung etwa in dem Rückgang des Finsternis- und Kometenaberglaubens erkennen kann. In der ständigen Wiederkehr des Mondes im Laufe von 28 Tagen ist natürlich eine ganz andere ständige Verbundenheit der Bauern mit dem Mond begründet als etwa mit dem Phänomen der Kometen; hier leistete die Seltenheit der Erscheinung der Aufklärungsarbeit über das Wesen dieses Gestirns und die falschen volkstümlichen Ansichten ganz anders Vorschub. Freilich hat sich auch im Mondglauben in vielen Gewohnheiten der ursprüngliche Sinn nicht mehr lebendig erhalten.

      (Quelle aller Zitate: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens Bd. 6, S. 477 ff.)

      Festhalten lässt sich zumindest das es bei den Germanen eine Mondverehrung gab, die mit einsetzender Christianisierung bekämpft, verboten und verteufelt wurde.
      Zunehmend verbreitete angsterzeugende Geschichten um den Voll- oder Neumond sollten die Menschen von diesem "Aberglauben" abbringen. Man wollte die Menschen dazu erziehen sich vom Mond ab- statt sich ihm zuzuwenden.
      Ich entnehme den zahlreichen vorhandenen Geschichten im deutschen Volksglauben das man insbesondere Voll- und Neumondtage als besonders wirkmächtig erachtete, was sich ja auch mit modernen astrologischen Vorstellungen deckt und angesichts der von Jedermann/frau wahrnehmbaren optischen Kraft dieser Mondphasen logisch erklärt.
      Auch exisitieren zahlreiche Vorstellungen im Volksglauben von unterschiedlichen Kräften zunehmender oder abnehmender Mondphasen.

      Es müsste schon sehr verwundern wenn die manigfaltigen Geschichten um besondere Kräfte insbesondere von Voll- und Neumonden im dt. Volksglauben unter Berücksichtigung der bereits von Cäsar und Tacitus erwähnten Mondverehrung der Germanen und der später durch die chr. Kirche im MA erlassenen Verbote und Bekämpfungen von Mondritualen nicht auf eine Bedeutung dieser Phasen bei den heidnischen Germanen hinweisen sollten.

      Der Artikel wurde ausdrücklich "unter Ausschluß des astrologischen Mondaberglaubens (s. Planeten) und des Finsternisglaubens (s. Finsternisse)" verfasst.
      Es wäre daher interessant zu erfahren was die gen. Artikel an Informationen zum Thema liefern. Leider liegen mir diese nicht vor.

      Möchte an dieser Stelle nochmal erwähnen das mir die weiter vorne von mir geschilderte Theorie vom Ring Draupnir als Symbol für die Mondphasen, wenn auch nicht "beweisbar", verdammt gut gefällt!


      TripTrop schrieb:

      Trotz Umo´s Einwand bzgl. des Zitates der ersten Zeilen des Eintrages "Mond" im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens muss ich nach Studium des kompletten Artikels sagen, dass es einiges an interessanten Info´s zum Thema dort zu finden gibt.


      Das klingt so, als seist du der Ansicht, ich hätte dir etwas wichtiges vorenthalten.

      TripTrop schrieb:


      Festhalten lässt sich zumindest das es bei den Germanen eine Mondverehrung gab, die mit einsetzender Christianisierung bekämpft, verboten und verteufelt wurde.


      Das schließt du aus Caesars Anmerkungen, dass die Germanen die Sonne und den Mond verehren? Dir ist klar, auf welche Stelle sich das bezieht?

      De Bello Gallico 6. Buch: "Unter die Götter zählen sie nur die, die sie wahrnehmen und deren Wirken ihnen augenscheinlich zu Hilfe kommt, die Sonne, den Mond und Vulkan. Den Glauben an die übrigen kennen sie nicht einmal vom Hörensagen."

      Wie wahrscheinlich es ist, das Caesars Aussage stimmt, kann sich jeder denken, der die Vielzahl der germanischen Götternamen von synkretistischen Weihesteinen kennt.
      Und Tacitus Aussage ist ja wohl eher wieder eine Kalendarische, als eine des Kultes.

      Den Gestirnen eine besondere Wirkmächtigkeit zuzusprechen heißt nicht, das es einen Kult um diese gegeben hat. (Ich schätze mal, es war eher so, dass man in der Natur beobachtet hat, das Pflanzen bei bestimmten Mondphasen gut gedeihen, der Mond Einfluss auf Gewässer und Menstruation hat und das dann auch auf anderes - wie Geschäfte - übertragen hat.

      Dass Menschen glaubten, sie müssen bei Sonnen- oder Mondfinsternis mit Lärm und Gebrüll verhindern, ist übrigens nichts germanisches, sondern bei allen Ethnien weltweit festzustellen.
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
      Anm.: Versehentlicher Doppelpost durch nachträgliche Bearbeitung! --- Daher gelöscht!

      Info: Bei mir hängts im PanPagan-Forum regelmäßig.. es lädt und lädt und lädt.. erst nach klick "Abbrechen" und anschließend "Neu Laden" klappts wieder.
      Hierdurch ist mir auch der Fehler mit dem Doppelpost entstanden. Ist das nur bei mir so?

      Umo schrieb:

      Das klingt so, als seist du der Ansicht, ich hätte dir etwas wichtiges vorenthalten.

      So war es nicht gemeint. Ich bin im Gegenteil dankbar das Du Dir die Mühe gemacht hast etwas aus dem HDA zu zitieren!
      Ich wollte nur sagen das man diese Zeilen des Anfangs nicht zwingendermaßen als Argument gegen brauchbare nachfolgende Infos zum Thema im Artikel betrachten sollte.

      Umo schrieb:

      Das schließt du aus Caesars Anmerkungen, dass die Germanen die Sonne und den Mond verehren? Dir ist klar, auf welche Stelle sich das bezieht?

      De Bello Gallico 6. Buch: "Unter die Götter zählen sie nur die, die sie wahrnehmen und deren Wirken ihnen augenscheinlich zu Hilfe kommt, die Sonne, den Mond und Vulkan. Den Glauben an die übrigen kennen sie nicht einmal vom Hörensagen."

      Wie wahrscheinlich es ist, das Caesars Aussage stimmt, kann sich jeder denken, der die Vielzahl der germanischen Götternamen von synkretistischen Weihesteinen kennt. Und Tacitus Aussage ist ja wohl eher wieder eine Kalendarische, als eine des Kultes.

      Ich kannte die Stelle nicht. Ja, jetzt wo Du das Zitat geliefert hast denke ich auch das es recht wenig zum Thema beiträgt.
      Eigentlich bezog ich mich bei meiner Argumentation hauptsächlich auf die geschilderten Bekämpfungen von Mondpraktiken durch Kirchenmänner, die mir überaus auffällig erscheinen.
      Woher kamen diese Bräuche und warum waren sie den Kirchenvätern ein Dorn im Auge?
      Für mich ein deutlicher Hinweis das es "heidnischer Kram" war, den man wie alles heidnische nicht mehr sehen und hören wollte.

      Solche Praktiken entstehen doch nicht aus dem Nichts in Jahren noch junger Christianisierung und werden dann von der Kirche bekämpft!

      Wenn Du den Artikel durchliest wirst Du feststellen das im MA zahlreiche furchterregende Geschichten um den "Mann im Mond" gesponnen wurden um die Menschen von Praktiken in Zusammenhang mit dem Mond abzuhalten. Das passt einfach ins gewohnte Schema wie zB auch die Verunklimpfungen der Frigga, die im MA zur furchterregenden Percht.. mutierte, die das Einhalten der Faste überwachte und ungetaufte Kinder zu sich nahm.

      Ursprüngliche Figuren, Gestirne.. hohen Ansehens wurde mit neuen verabscheuungswürdigen, gefährlichen, furchterregenden... Inhalten zu Leibe gerrückt.

      Umo schrieb:

      Dass Menschen glaubten, sie müssen bei Sonnen- oder Mondfinsternis mit Lärm und Gebrüll verhindern, ist übrigens nichts germanisches, sondern bei allen Ethnien weltweit festzustellen.

      Das wir uns nicht missverstehen: Ich suche nicht nach etwas "typisch germanischem", was einen Unterschied zu anderen Kulturen macht!
      Ich möchte einfach nur wissen wie es die heidn. Germanen mit dem Mond hatten. Wenn es keinen Unterschied zu anderen Ethnien macht.. Egal!

      TripTrop schrieb:


      Ich kannte die Stelle nicht. Ja, jetzt wo Du das Zitat geliefert hast denke ich auch das es recht wenig zum Thema beiträgt.


      Sie trägt nur nicht nichts zum Thema bei, sondern ich nehme an, dass Caesar da Blödsinn labert. Die Germanen kannten nur Sonne, Mond und Vulkan als Götter? Wie wahrscheinlich ist das? Wo kommt denn dann plötzlich die Vielzahl an germanischen Göttern her, deren Namen nur ein Jahrhundert später auf den synkretistischen Weihesteinen überliefert worden sind, oder von denen Tacitus berichtet?
      Ich habe da so meine Probleme mit, dass die Germanen plötzlich von der Verehrung nur dreier Naturkräfte zu einem Haufen anthropomorpher Götter gewechselt seien sollten.

      TripTrop schrieb:

      Woher kamen diese Bräuche und warum waren sie den Kirchenvätern ein Dorn im Auge?


      Das hilft dir aber allenfalls in der Hinsicht weiter, dass der Mond bei den Germanen als etwas positives gesehen wurde, nicht aber hinsichtlich der Frage, ob sie irgendwelche speziellen Rieten zu den Mondphasen gekannt hätten.
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!

      Umo schrieb:

      Das hilft dir aber allenfalls in der Hinsicht weiter, dass der Mond bei den Germanen als etwas positives gesehen wurde, nicht aber hinsichtlich der Frage, ob sie irgendwelche speziellen Rieten zu den Mondphasen gekannt hätten.

      Ich möchte nur wissen ob bestimmten Phasen bestimmte Kräfte zugeschrieben wurden ala "Zauberei klappt gut bei Vollmond/Neumond"