Evangelische Kirche

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      Evangelische Kirche

      Hallo ihr Heiden,

      ich wusste jetzt nicht genau, in welchen Bereich ich diese meine Frage stellen sollte... Falls falsch: Einfach in den richtigen Bereich verfrachten. Danke!

      Hat hier jemand Ahnung von der evangelischen Kirche und von evangelischen Kirchengemeinden? Nach 25 Jahren inmitten von Flamen halten meine Angehörigen und ich es nicht mehr länger aus, wir sehnen uns nach Deutschsprachigen und vorerst sehe ich da keine andere Möglichkeit als die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde A********s. Es gibt zwar auch das Deutschcafé, doch das ist mehr etwas für Intellektuelle.

      Jemand also Erfahrung mit dem evangelischen Christentum und dessen Gemeinden? Sie verehren keine Statuen wie die katholischen Christen, mehr weiß ich nicht.


      Schonmal danke!

      LG,
      Maximillian
      Hi Maximillian,

      ich nicht aber meine Mum ist sehr in der Kirche verankert. Es gibt ne Menge gute sites über die evangelische Kirche doch entscheidend ist immer noch was für Leute in die einzelne Gemeinde gehen, da ist das dann sehr individuell... ich suche Dir mal morgen eine Site und dann kannst Du Dir mal ein Bild machen.

      Eine Sache war, da war ich schon nicht mehr in der Landeskirche sondern in einer Freikirche, bin ich zu dem Pfarrer in der Landeskirche damals hin und ich war ja schon nicht mehr in der normalen Kirche gewesen lange Zeit da hab ich den dann gefragt wie das
      mit dem Abendmahl sei meinte er wenn ich Bedenken hätte würde er mich mal zum Abendessen zu sich und seiner Familie einladen...es war ein sehr netter Pfarrer wurde später der Ausländerbeauftragte der evangelischen Kirche ...

      ja es gibt halt unterschiedliche Pfarrer, sie dürfen ja heiraten und leben mit ihren Familien meist in diesen grossen alten Pfarrhäusern...wenn Du zu einem gehst kannst Du die alles fragen...hm ich verdanke einem von ihnen, dass ich noch lebe.
      Also such ich die eine oder andere site und meld mich morgen oder so.

      Liebe grüssle fee
      >nunNUN(°>
      Hallo Maximilian,

      also ich selbst wurde katholisch und nicht evangelisch erzogen, aber meine Angehörigen väterlicherseits sind evangelisch, so dass ich bereits einige ev. Gottesdienste, Konfirmationen, Bestattungen miterleben konnte.
      Mir als katholisch erzogenem Menschen kamen diese Feierlichkeiten recht "unheilig" vor sag ich jetzt mal absichtlich überspitzt.
      Ich meine damit es fehlten mir Weihrauch, Heiligenstatuen und das ganze rituelle Drumrum. Kam mir sehr modern und nüchtern vor.
      Auch die Pfarrer kamen mir eher "normalredend" vor im Gegensatz zu kath. Priestern. Mir hat da was gefehlt.
      Ein Unterschied den ich bemerkte ist auch das im ev. neben Hostien auch Wein und Traubensaft gereicht werden, während es im kath. nur Hostien ohne Getränke gibt.
      Und natürlich der Unterschied das man im kath. erst Kommunion und dann Firmung hat, während man im ev. einmal Konfirmation hat.
      So waren jedenfalls meine Erlebnisse.
      Grob und oberflächlich gesagt:
      Evangelisch: Muss man alles net so ernst nehme.
      Katholisch: Jetzt wirds aber ernst.

      Gruss,
      TT
      @fee und TripTrop: Danke für eure Antworten, auf die versprochene Site würde ich mich freuen. Einmal war ich schon bei einem solchen Gottesdienst, bis auf das Christliche hatte mir da eigentlich alles sehr gut gefallen. Mal schauen und der Sache eine Chance geben. Flandern ist zwar katholisch (gewesen), doch meine Familie war vor der DDR evangelisch, daher würde es schon passen.
      ecunet.de/ecunet/bewegung.navy/bew.iku/index.html



      Also hier noch die Kirche von unten ...

      ich schau mal ob ich noch was Nettes für Dich finde wobei es möglich wäre da es sich bei der Dir nahen Gemeinde um eine Minderheit gegenüber einer Mehrheit von Katholen handelt dass die etwas chrischtlicher oder im Gegenteil bisschen offener sind oder bissle deutscher weil man ja eine Enklave bildet?

      Kann ich von hier aus net sehen...


      Liebe Grüssle Findefee^^
      >nunNUN(°>
      Ich bin als Kind evangelisch erzogen worden - mitten im tiefkatholischen ländlichen Rheinland, meine Eltern waren halt als ich 2 Jahre alt war aus einer traditionell evangelischen Gegend zugezogen.

      Ich hatte immerhin einen evangelischen kindergarten besucht - den katholischen wollten meine Eltern bewusst nicht, weil ihnen dieses katholische Heiligengedöns, und auch Dinge wie stundenlang Rosenkränze beten, Beichte etc doch ziemlich suspekt war.

      Für sie (und auch mich) war das befremdliche bei den Katholen dass da teilweise mit unglaublichem Trara und Gedöns eine Religion praktiziert wurde, dass Sünden gegen das Rezitieren von soundsovielen Vaterunser, Rosenkränzen, Ave Marias, wasauchimmer vergeben wurden - und spätestens als ich bei katholischen Mitschülerinnen mit irgendwas zwischen 10 und 15 das tatsächlich miterlebte, wie diese Mädels von ihren Familien einmal wöchentlich in die Messe geschickt wurden, auch wenn sie dazu keine Lust hatten, dann möglichst auch noch zur Beichte gingen, und wie pseudo- ernst und wichtig dieses ganze Theater war,, war ich froh dass ich eben nicht katholisch war.

      Ich verstehe bis heute nicht, dass diese Mädels dann teilweise mühselig die typische Teenager-Bocklosigkeit wenn die Eltern Haushaltshilfe einforderten zur Sünde gegen "Du sollst Vater und Mutter ehren" hochstilisierten, um in der Beichte was erzählen zu können. wurde Unwillen gegenüber den Eltern geäußert, gegen die Arbeitsaufforderung protestiert, oder gar sich vor der lästigen Pflicht gedrückt, dann war es natürlich eine schlimmere Sünde als wenns nur das übliche herummeckern "Meine blöde Mutter hat mich 2 Stunden lang Wäsche zusammenlegen lassen, deshalb konnte ich gestern nicht zur Verabredeten Zeit kommen" (meine hat mich durchaus auch, und nicht grad selten als Haushaltshilfe shanghait, genau genommen hat gerade die Freundin an die ich mich da speziell erinnere sehr viel weniger zuhause helfen müssen als ich, weil ihre Mutter ganztags zuhause war, während meine jeden Vormittag arbeiten ging) bei den Freundinnen war. Also galt es dann entsprechend dieses schrecklichen Vergehens die aufgetragene Zahl Gebete zu sprechen. Zu meinem Erschrecken wurde das dann ohne Sinn und Verstand, so schnell wie möglich heruntergeleiert, man hätte sich genausogut eine Bandansage anhören können.

      Für mich war das kein Ausdruck von Religiosität, das war einfach nur eine Show. ich hatte beten, selbst sowas immer wieder genommenes wie das Vaterunser als etwas kennengelernt, das man bewusst tat, entweder überlegte man eigene Worte, die man an "den lieben Gott" richtete in denen man um Hilfe bat (das konnte durchaus mal sowas sein wie "Mach dass die Mathearbeit bei der ich so ein mieses Gefühl habe gut gelaufen ist", oder man nahm halt das Vaterunser (ist bei den evangelisch-lutherischen Gemeinden wie meiner damals bis auf ein paar Umstellungen im Satzbau die weniger "geschraubt" klangen und einen Halbsatz der komplett auch im Sinn verändert war fast wie die katholische Version gewesen) - aber das leierte man nicht runter, sondern betete es richtig mit Hingabe, mit Betonung, als ob man eine reale Person vor sich hat, der man diese Bitten/Wünsche vorbringet.

      Auch die Sache mit der Marienverehrung und sonstigen Heiligenverehrung war für mich befremdlich - in meinem Christentum gab es nur Gott Vater und Jesus, seinen Sohn, der eben auf die Erde geschickt worden war, um die Lehren seines Vaters "live" den Leuten vorzuleben. Keine Schnörkel drumrum, keine Show mit großen Gesten, Weihrauch, wasweißich.

      Abendmahl: Bei den Katholen war es vielfach üblich dass die Priester die Hostien den Gläubigen direkt in den Mund schoben, während diese vor ihnen knieten. Es schien als ob entweder die Priester die Gläubigen für zu unselbständig dafür hielten, oder als ob sie so sündig, schlecht, unrein waren, dass sie die Hostie nicht berühren durften/wollten. Da war der Priester ganz weit weg von den Gläubigen, die im Gegensatz dazu irgendwie "unwürdig" zu sein schienen. In meiner Kirche ging man nach vorne, und erhielt keine Hostie, sondern ein Stück richtiges Weißbrot, zusammen mit einem kleinen Schluck Wein überreicht - mit den Worten "Der Leib Christi" bzw "Das Blut Christi". Trinken/essen durfte man selber, meist trat man einen Schritt zur Seite, vergegenwärtigte sich nochmal die Vorstellung "Mein Gott ernährt mich geistig und auch körperlich, indem er seinen Sohn hierher schickt, der sorgt für mich, wenn ich das brauche.". Es hatte mehr Substanz, im wahrsten Sinne. Es war weit eher als eine Mahlzeit zu betrachten als diese seltsamen Oblaten.

      Auch an vielen anderen Stellen war das evangelisch-lutherische Christentum schnörkelloser, auf das wesentliche reduziert.

      Was mich (gerade als Kind) neidisch gemacht hat: Meine katholischen Freunde hatten schon mit 9 zur Kommunion erstmals richtig viel Geld und sonstige Geschenke bekommen, und bei der Firmung passierte das gleiche kaum abgeschwächt nochmals. Hätte ich auch gern gehabt. Für mich gabs dann halt "nur" die Konfirmation. Das gleiche in grün bei den Geburtstagen. Die katholischen Kids hatten nicht nur Geburtstag, sondern auch noch Namenstag - und es wurde beides gefeiert, der Namenstag meist etwas "kleiner" als der Geburtstag.

      Für mich entstand da recht eindeutig der Eindruck einer Religion für "Absahner die sich dauernd beschenken lassen wollen", für Leute die ohne Sinn und Verstand auswendig lernen und herbeten, für Leute die Show brauchen. Aber wenn man die Katholen fragte, wie die Bibel aufgebaut ist, oder wenn es darum ging, ob und wo etwas bestimmtes in der Bibel stand, hatten die nicht mal ansatzweise eine Ahnung anhand der Thematik, wo sie möglicherweise fündig werden können. Insofern war mein Eindruck dass bei den Katholen eher oberflächliche Show stattfand, und bei den Evangelen das ganze auf das wesentliche reduziert wurde. Die gesammelte Show, die Heiligen, die marienverehrung, die Beichte mit ihrem Do ut des - Prinzip - all das gibts bei den Evangelen nicht. Gott Vater, seinen Sohn Jesus, die Gebote, jede Menge Selbstreflektion, das wars. Selbst bei den Sakramenten beschränkt man sich auf das wesentliche, die Evangelen kennen nur zwei, nämlich taufe und Abendmahl, während die Katholen zusätzlich dazu 5 weitere (Ich kriege sie nicht alle zusammen, Beichte, Ehe, letzte Ölung weiß ich sicher) , also insgesamt 7 Sakramente haben.



      Ich habe manches Mal auf meinem Weg ins Heidentum festgestellt, dass dieses nüchterne, auf die zentralen Dinge reduzierte Christentum als "Vorgeschichte" es manchmal schwierig machte mich auf Dinge wie Rituale mit auswendig zu lernenden ewig langen Chants, Anrufungen etc einzulassen, und auch das "Do ut des" Prinzip das ich ja in seiner historischen Version als die von Luther abgelehnte Praxis von Beichte und Ablasshandel der mittelalterlichen katholischen Kirche kennengelernt hatte fand ich anfangs ziemlich schwierig.

      Der Vergleich hinkt ein bisschen, aber für mich war das Verhältnis Katholen - Evangelen ähnlich wie tibetischer Buddhismus mit seinen tausend Mysterien, Ritualen, Regeln, Geheimnissen etc zu den auf die zentrale Lehre reduzierten Varianten im Mahayana, besonders im Zen-Buddhismus.

      Was ich noch gefunden habe: Diese Liste von evangelischen Kirchengemeinden in Flandern - allerdings bin ich nicht sicher wo es Infos über weitere Kirchengemeinden gibt, die möglicherweise nicht genannt werden weil sie nicht zu den Verbänden gehören die in dieser Allianz mit drin sind.

      Und natürlich die Selbstdarstellung der Evangelischen Kirche in Deutschland - nicht dass das was zum Gemeindeleben aussagt (das richtet sich ziemlich stark nach den Menschen die da als Pfarrer, Diakone, sonstige "Gemeindefunktionäre" arbeiten) Auch die Frage ob es eine große Gemeinde auf recht engem Raum ist, also recht viele Mitglieder in einer überwiegend evangelischen Gegend, oder ob es wie die Gemeinde die ich als Kind/Jugendliche erlebt habe eben eine Diaspora-Gemeinde ist mit riesiger Fläche, wo schon aus Gründen der Praktikabilität beispielsweise der Konfirmationsunterricht zwar genau wie bei den Katholen zur Firmung 2 Jahre vor dem Event begann, aber eben nicht als wöchentliche 2 Stunden Sonntagsschule nach der Messe. Das wäre bei einem Einzugsgebiet mit bis zu 40km Landstraßenfahrt vom Gemeindehaus (wo der Unterricht zentral für alle Konfirmanden stattfand, Kirchen gab es mehrere über das Gebiet der Gemeinde verteilt, wo dann die Pfarrer hin fuhren um die Gottesdienste abzuhalten, aber eben nicht um in jeder Kirche jeden Sonntag 2 bis 5 Konfirmanden zu unterrichten) entfernt einfach nicht machbar gewesen - also fand dieser Unterricht als Blockunterricht einmal monatlich Freitag nachmittag und Samstag ganztags im Gemeindehaus statt.
      Was mir sonst noch an Alternativen einfällt:

      Deutsche Firmen mit größeren Niederlassungen in deiner Stadt finden, die womöglich auch Mitarbeiter aus Deutschland haben. Klappt zwar sehr wahrscheinlich in Brüssel mit den gesammelten Botschaften, internationalen/deutschen Schulen, EU-Behörden, EU-Parlament wo ja tatsächlich viele Deutsche arbeiten oder an den Standorten der NATO wo Deutschland als Mitglied eben auch deutsche Beamte, Militärs, Angestellte hinschickt leichter als in anderen Ecken. Denn diese Behördenstandorte wo die Fluktuation der dort lebenden und arbeitenden Deutschen durch Versetzung dahin von einer deutschen Behörde und Rückkehr nach Deutschland nach irgendwas zwischen 3 und 5 Jahren Einsatz eine Integration in die belgische Gesellschaft nicht gerade begünstigt, haben tatsächlich existierende deutsche bzw internationale Netzwerke von Menschen die sich zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten von Kaffeetrinken nach Feierabend bis zusammen Sport machen oder das gastland erkunden. Da baut halt oft genug die Arbeit für eine bestimmte Firma/Behörde bei der man sich berufsbedingt kennenlernt die Basis für gemeinsame private Aktivitäten auf. In dem Zusammenhang ist evtl auch das Goethe-Institut als "Auslandsvertretung für deutsche Kultur und Sprache" einen Blick wert, da deren Zielgruppe sowohl die im Ausland lebenden Deutschen die gelegentlich ein bisschen heimatliche Kultur und Kommunikation wollen, als auch an deutscher Kultur und Sprache Interessierte aus dem jeweiligen Gastland sind, bis hin zum Angebot von Sprachprüfungen in Deutsch für Ausländer. Evtl findest du über diesen Weg z.B. Deutsch-Muttersprachler in deiner Gegend die deutsche Kultur und Sprache vermitteln. Insofern würde ich mir durchaus Veranstaltungen des Deutschcafés sofern hinterher auch die Möglichkeit zu zwangloser Kommunikation mit anderen Besuchern besteht mal auf den Zettel schreiben - vielleicht ergibt sich daraus auch etwas das nicht ausschließlich auf intellektueller Ebene ist, sondern sowas simples wie gemeinsam Schlittschuh laufen gehen. Aber oft genug sind Veranstaltungen wie Ausstellungen deutscher Künstler, Vorträge deutscher Philosophen, Autorenlesungen, oder klassische Konzerte mit deutschen Musikern (ich meine sowas wie ein Konzert der Berliner Philharmoniker, oder wenn ein entsprechendes belgisches Orchester einen bekannten deutschen Solisten/Gastdirigenten (Anne-Sophie Mutter oder Justus Frantz sind die einzigen dir mir grad einfallen, aber ich denke du verstehst schon wie ich es meine) zu Gast hat, eben Gelegenheiten wo man andere Deutsche die ein bisschen "Heimatluft" brauchen finden kann, und dann eben schauen kann, ob sich daraus weiteres entwickeln lässt.

      Nach meiner Erfahrung mit Deutschen die aus beruflichen oder sonstigen Gründen ins Ausland gehen gelingt besonders dann wenn nicht ein Partner aus dem entsprechenden Land im Spiel ist, sondern ein Paar/eine Familie aus Deutschland befristet oder dauerhaft ins Ausland umsiedelt recht häufig nicht vollständig, bzw es kommt irgendwann das bedürfnis auch tatsächlich mal wieder Deutsche zu treffen, deutsch zu sprechen etc - insofern ist ein Kontakt gerade zu Leuten wie Lehrern, Botschaftsangehörigen etc häufig der Beginn des Zugriffs auf ein Netzwerk von Leuten, die alle in dieser Situation sind, und sich über Kontakte zu Deutschen die nicht gleichzeitig Vorgesetzte oder Kollegen sind meist sehr freuen.