Indische Gottheiten im Buddhismus

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      Indische Gottheiten im Buddhismus

      Buddhismus in Sri-Lanka


      Außenansicht des Zahntempels in Kandy. (Bildquelle hier)

      Ein überaus interessanter Synkretismus von hinduistischen Göttern mit dem traditionellen Theravada-Buddhismus als auch Inhalten der Mahayana-Tradition (Bodhisattven-Glaube) findet sich im heute ältesten buddhistischen Land der Welt Sri-Lanka, dem nach Indien zweiten Land in dem sich der Buddhismus verbreitete. Buddhismus und Hinduismus führen in Sri Lanka in den Tempeln eine friedliche Koexistenz.

      „Die hinduistischen Götter werden [.] nicht verleugnet, sondern sind als in das buddhistische Pantheon integriert angesehen, da sie auf Grund ihrer übernatürlichen Mächte das menschliche Schicksal bestimmen können. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, dass buddhistische Tempel neben dem Buddhaschrein (viharage) und der Reliquien-Stupa (dagoba oder chetiya) auch hindustischen Göttern gewidmete Tempel (devalaya oder devale) einschließen, die aber von den rein hindustischen Tempeln (kovil in Tamil) der Tamilen unterschieden werden müssen. Die Beziehung der Gläubigen zu diesen Göttern ist oft sehr persönlich und zweckgebunden und aus diesem Grund kann ihre Popularität schwanken.“ (Zitat von hier)

      „Das ist kein Widerspruch zum Buddhismus, die Götter sind etwas höher angesiedelt als die Menschen, haben ein angenehmes Leben und müssen nicht in das Nirwana eingehen.“ (Zitat von hier)

      Die vier Schutzgottheiten

      Insbesondere vier Schutzgottheiten erfahren von den buddhistischen Singhalesen landesweit hohe Verehrung:

      Natha – ein nicht-hinduistischer, einheimischer Gott. Gilt als die Verkörperung des Bodhisattvas Avalokiteshvara und wird tw. auch als der Buddha Maitreya der Zukunft angesehen.
      Legenden zufolge beschützt Natha den Buddhismus indem er Götter auf die Erde entsendet und gegen Mara kämpft.
      (Quelle hier)

      Kataragama, Murugan oder Skanda, ein 12-armiger Kriegsgott mit sechs Gesichtern, sein Reittier ist ein Pfau. Er soll Kraft im Kampf schenken.
      Wird u.a. zur Überwindung von Hindernissen und Erfolg in persönlichen und beruflichen Vorhaben angerufen.
      Wird tw. auch als Bodhisattva angesehen.
      (Quellen hier und hier)

      Upulvan oder auch eine Verkörperung von Vishnu
      Vishnu gilt als Schutzgottheit des Landes und somit auch als Schützer der Landesreligion Buddhismus.
      Seine blaue Bildgestalt fehlt in keinem Tempel. Vishnu hat verschiedene Schutzfunktionen übernommen.
      Auch Vishnu wird tw. als Buddha Maitreya angesehen. (siehe hier)

      Pattini, sie entspricht der südindischen Göttin Kannagi und wird für ihre heilenden Fähigkeiten verehrt. Bedeutendste weibliche Gestalt im Pantheon der Singhalesen.
      „Sie ist die Beschützerin der Ehe und für die Fruchtbarkeit der Reisfelder zuständig. Außerdem wird sie angerufen, um Seuchen zu verhindern.“ (siehe hier)
      (Quelle hier)

      Gemahlinnen der Schutzgötter

      Neben den genannten vier Schutzgottheiten finden auch manchmal die Gemahlinnen der Götter ihre Darstellung in Tempeln:

      Lakshmi, die Gemahlin Vishnus wird als Göttin der Schönheit und des Reichtums verehrt. (siehe hier)

      Die zwei Frauen des Skanda - Valli Amma und Thevani Amma:
      „What's remarkable is that the shrine has no image of the god Skanda — only a painting of him on his peacock mount, and his two wives, Valli Amma and Thevani Amma, on a curtain in the Maha Devale (Great Temple) which, together with six other curtains, shrouds the sacred relic, or yantra, of the god.“ (siehe hier)

      Weitere Hindu-Gottheiten

      „Auch andere Hindu-Götter findet man in den buddhistischen Tempeln: den Affengott Hanuman und Ganesha mit seinem Elefantenkopf sieht man des öfteren.“ (siehe hier)

      „Ganesha stellt eine der bedeutendsten Gottheiten im Buddhismus und Hinduismus dar. Um seinen Elefantenkopf ranken sich zahlreiche Legenden, welche ihm die Bedeutungen als Gott der Weisheit und Beseitiger aller Hindernisse zukommen ließen. Der Elefantengott gilt als wichtiger Glücksbringer und gewährt nach indischem Glauben sowohl im spirituellen als auch im weltlichen Sinne Erfolg. Oft wird er mit den für ihn typischen Attributen und seinem Reittier der Ratte dargestellt.“ (siehe hier)

      Über Ganesha konnte ich Informationen (u.a. in Form von Bildern) zu dessen buddhistischer Verehrung in Sri-Lanka im Internet finden. Eine Verehrung Hanumans in buddhistischen Tempeln jedoch bislang nicht.



      Ein schönes Beispiel für den Synkretismus findet sich im weltberühmten buddhistischen Pilgerort Sri Dalada Maligawa (Zahntempel), wo gemäß der Überlieferung der linke Eckzahn des historischen Buddha Siddhartha Gautama als Reliquie aufbewahrt wird und dem dort alljährlich stattfindenden Fest „ Esala Perahera“.

      Also mich fasziniert Sri-Lanka und die dort friedlich miteinander koexistierenden Religionen. Ich würde glatt mal da Urlaub machen.

      Was haltet ihr davon?
      Hat jemand weitere interessante Infos bzgl. der geschilderten Thematik?
      Ist vielleicht mal jemand in Sri-Lanka gewesen?

      TripTrop wrote:

      Lakshmi, die Gemahlin Vishnus wird als Göttin der Schönheit und des Reichtums verehrt. (siehe hier)


      Frau Lakshmi muss mit Frau Berchta und Frau Holle (Venus) aus unseren Gefilden identisch sein, denn genauso, wie Frau Berchta und Frau Holle und auch Frau Harke und Frau Gode in unseren Breiten zur Rauhnachtszeit - also gerade jetzt - umgehen und die Häuser der Menschen inspizieren, so geht Frau Lakshmi auch während des indischen Lichterfests namens "Diwali" um.
      @Maximilian: Sehr interessant.. danke dafür!

      Den Gott Murugan/Skanda würde ich mit dem germanischen Gott Vidar assoziieren.
      Beides sind kriegerische Söhne von Haupt- und Schöpfungsgöttern.
      Beide sind jung.
      Im tamilischen Murugan haben sich ja Aspekte des ehemaligen einheimischen Murugan mit dem indischen Skanda vermischt.
      Hier ist Skanda daher auch Bergbewohner und Jäger, was ebenfalls zu Vidar als zurückgezogenem Natur- und Waldbewohner und somit notgedrungen auch Jäger passt.
      Für Vishnu scheint mir Wodan plus Donar mit einem Schuss Hönir am passendsten ;)
      Am ehesten passt mir da noch Wodan wenn ich mich für einen Favoriten entscheiden müsste.
      Hier wäre es auch interessant zu wissen inwiefern der singhalesische Upulvan/Vishnu sich vom indischen unterscheidet.

      Pattini/Kannagi - Eira (wegen der Heilung), Freya (wegen Fruchtbarkeit, Liebe/Ehe und Magie/Heilung).. am passendsten vielleicht Freya in ihrer Ausstrahlung als Menglöd/Menglada. Allerdings hat Pattini meines Wissens keine kriegerischen Züge. Frigga´s Dienerinnen Sione, Lofn, Wara passen auch als Schutzgöttinnen der Ehe.

      Habe zur Frage einer Assoziation mit Pattini/Kannagi gerade erst englische Wiki-Artikel entdeckt: Pattini, Kannagi, Kannaki Amman, Bhagavathi
      Vielleicht ergeben sich ja nach Studium der Artikel neue Inspirationen.
      Nach Studium der o.a. Wiki-Artikel ergibt sich ein deutlicheres Bild der Göttin Pattini:

      Pattini wird in Sri-Lanka sowohl von Hinduisten als auch Buddhisten als Göttin der Jungfräulichkeit, Heilung, Fruchtbarkeit und des Regens verehrt.
      In den Mythen wird sie als Bodhisattva angesehen, die als Kannagi inkarnierte um das Pandya-Königreich von seinem bösen dreiäugigen König zu befreien.
      Diese Geschichte basiert auf der Legende aus dem tamilischen Epos Silapathikaram aus dem 1.-3. Jh n.d.Z.
      Geboren wurde sie dem Mythos nach aus einer Mango-Frucht im Garten des Königs von Pandya, welche der Gott Sakra mit einem Pfeil vom Baum schoss.
      Sie wurde vom König in einem Boot auf dem Meer ausgestossen und wuchs auf in Choli-Land(?). Sie erfüllte ihre Bestimmung indem sie den König tötete und schließlich als eine der Wächergottheiten des Buddha in Sri-Lanka anheuerte.

      Auch bzgl. Upulvan/Vishnu konnte ich zusätzliche Infos finden:

      Ende des 15.Jhdts wurde Gott Upulvan mit Vishnu gleichgesetzt. In den folgenden Jahrhunderten wurde Vishnu zunehmend als identisch mit Upulvan von der Bevölkerung angesehen und der ehemalige Name Upulvan fand immer weniger Verwendung im Volksmund.
      Heute werden die beiden Götter von der Allgemeinheit als identisch angesehen. Es existiert aber auch aufgrund unterschiedlicher historischer Quellen die Ansicht das es sich bei Upulvan, dem Beschützer der Insel Sri-Lanka, um den vedischen Gott Varuna als Schutzgott und Herrn des Meeres handelt.
      Hallo zusammen,
      nur mal am Rand: Euch ist aber schon klar, das eh der Buddhismus aus dem Hinduismus entstanden ist, oder? ;)

      Daher ist es m.E. eigentlich eher keine Frage von Synkretismus von Hinduismus (und ggf. anderen heimischen Religionen/Weltanschauungen) und Buddhismus, sondern viel mehr davon, wie "rein" der Buddhismus in entsprechenden Ländern, in die er TATSÄCHLICH exportiert wurde, praktiziert wird!

      Vishnu mit Wotan/Odin gleich zu setzen... Halte ich für sehr gewagt! Allerdings gibt es wohl tatsächlich Ansätze in eher Shiva und Wotan/Odin wesensgleiche, wenn nicht die gleiche Gottheit zu sehen. Ich muss mal gucken, ob ich da noch die Quelle zu finde.

      Ansonsten Lakshmiji und Holle/Percht... Hmmm... Da bekomm ich ehrlich gesagt recht große Magenschmerzen, wenn gleich ich nicht abstreiten mag, dass die Idee interessant erscheint.
      Wobei mich dann doch sehr interessieren würde, worauf Du die Ähnlichkeit denn noch begründen würdest, Maximilian.
      Deepavali/Diwali ist ja an sich schon allein von der (spirituellen) Bedeutung her völlig anders gelagert, als die Rauhnächte, und das "Umhergehen" als alleinige Ähnlichkeit herzunehmen, finde ich jetzt nicht ganz plausibel oder gar als ein tatsächliches Argument.


      LG und Euch ein gutes und erfolgreiches neues Jahr!
      Siat
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      Hallo Siat,

      Dir auch ein gutes neues Jahr :)

      Siat wrote:

      Allerdings gibt es wohl tatsächlich Ansätze in eher Shiva und Wotan/Odin wesensgleiche, wenn nicht die gleiche Gottheit zu sehen. Ich muss mal gucken, ob ich da noch die Quelle zu finde.

      Ja! Bitte finden!
      Buddhismus in Nepal /Newar-Buddhismus im Kathmandutal


      (Bildquellen hier, hier und hier)

      Die wohl interessanteste Mischform aus Hinduismus und Buddhismus findet sich bei den Newar im Kathmandutal in Nepal. Es handelt sich dabei vorwiegend um den Vajrayana Buddhismus und den Tantrischen Hinduismus. Bei den Newar liegt ein in etwa ausgeglichener Bevölkerungsanteil von Hinduisten und Buddhisten vor und bei der ausgeübten Religion handelt es sich zumeist um eine komplexe Synthese beider Glaubensrichtungen. „Die Vermischung im Kathmandutal geht so weit, dass man den Glauben des Einzelnen oft nur daran erkennen kann, ob er einen hinduistischen oder buddhistischen Hauspriester beschäftigt.“ (Zitat von hier)
      Die Rituale und Feste werden meist von Hinduisten und Buddhisten besucht, wobei oft ein und dieselbe Götterfigur unter verschiedenen Namen von Anhängern beider Religionen verehrt wird. Die Puja, ein wichtiger Bestandteil des religiösen Alltags beider Religionen, wird in einigen der Hauptheiligtümer gemeinsam besucht.
      Im Newar-Buddhismus sind noch einige der ältesten indisch-buddhistischen Traditionen erhalten. Nepal besitzt einen eigenen Kanon aus alten Sanskrit-Texten und kann als das Übergangsland vom indischen zum tibetischen Buddhismus betrachtet werden. Zur Lebenszeit des Buddha Gautama war Nepal ein Teil Nordindiens, wo er in Lumbini (heute Rummindai) geboren wurde.
      Nepal kann also zurecht als das Land mit der ältesten noch gelebten buddhistischen Tradition betrachtet werden.
      (Quellen hier, hier und hier)


      Die Gottheiten:

      Pancaraksa:

      Eine Gruppe von fünf Schutzgöttinnen die Menschen vor allen Formen des Unglücks bewahren. Die Gruppe steht mit den fünf Dhyani-Buddhas in Verbindung und wird entweder als deren Partnerinnen oder an deren Stelle dargestellt. Jede der Göttinnen ist mit einem der Dhyani-Buddhas verbunden und übernimmt dessen Ikonographie. Es existiert das Manuskript „Pancaraksa“, in dem verschiedene Zaubersprüche enthalten sind, welches in fast jedem buddhistischen Newar-Haushalt zu finden ist. Die Göttinnen stellen
      Personifikationen bestimmter Zaubersprüche dar.

      Pratisara (wird mit Buddha Vairocana assoziiert)
      Ihre Attribut ist u.a. eine Scheibe. Sie wird weiss und auf Löwen stehend dargestellt.

      Sahasrapramardini (wird mit Buddha Akshobia assoziiert)
      Der Name bedeutet „Grosse Zerstörerin von tausend Feinden“.
      Hat eine dämonische Erscheinungsform.

      Mantranusarani (wird mit Buddha Amithaba assoziiert)

      Mahamayuri (wird mit Buddha Ratnasambhava assoziiert)
      „Pfauen-Weisheits-Königin“. Wird auf einem Pfau reitend mit Pfauenfedern in der Hand dargestellt. Hat ein friedvolles Erscheinungsbild.
      Repräsentiert den „großen Pfauen-Spruch“. Der Pfau gilt als natürlicher Feind von Schlangen gegen deren Bisse sie schützt.
      Sie beschützt sowohl physisch als auch spirituell vor Vergiftung.
      (Quelle hier)

      Sitavati (wird mit Buddha Amoghashiddhi assoziiert)

      Saptavara:

      Eine Gruppe von sieben Schutzgöttinnen die für die sieben Wochentage stehen. Jede Göttin steht für einen Wochentag und einen Planeten.
      In den Dharanisamgrahas (Manuskript) stehen die Zaubersprüche für welche diese Göttinnen als Personifizierung gelten. Die Göttinnen sind aus indischen Schriften und Skulpturen bekannt. Nur Vajravidarani, Ganapatihrdaya und Grahamatrka kommen ausschließlich in nepalesischen Quellen vor.

      Vasudhara
      „Strom von Juwelen“
      Buddhistische Bodhisattva für Wohlstand, Überfluss, Erfolg, Stabilität.
      Wird mit Kornähren in ihrer Hand dargestellt.
      Von den Newar u.a als Göttin des Haushaltes verehrt.
      Wird auch mit der Göttin Lakshmi assoziiert. (Quelle hier)

      Vajravidarani
      „Außeinanderreissen“
      Symbolisiert die zerstörerische Kraft des Vajra.

      Ganapatihrdaya
      Eine weibliche Form von Ganapati (Ganesha) mit gleicher Ikonographie.
      Ganapatihrdaya ist auch der Name eines Mahayana-Sutras welches im tib. Buddhismus die Rolle des Ganesha als Mediator zwischen buddh. Und nicht-buddh. Traditionen zum Ausdruck bringt. Bei Nutzung des Mantras werden nicht-buddh. Rituale zu buddh. Ritualen transformiert. (Quelle hier)

      Usnisavijaya

      „Siegreiches Kronen-Ornament“
      Wird neben Buddha Amitayus und der Weissen Tara zur Gruppe der Langlebigkeits-Gottheiten gezählt.
      „Ushnishvijaya, die durch den Schädelwulst des Buddha Siegreiche, gilt als die Hüterin der Buddhaweisheit, die im Schädelauswulst ushnîsha des Buddha ihren Sitz hat. Sie wird daher auch als Mutter aller Buddhas bezeichnet.“ (Zitat von hier)

      Parnasabari (wird manchmal durch Prajnaparamita ersetzt)
      „blatt-bekleidete Göttin“
      Wald und Berggöttin des altindischen Shavari-Stammes.
      Wird mit Rock und Kette aus Blättern und medizinischen Heilpflanzen in der Hand dargestellt. Tritt gleichzeitig friedvoll und zornig in Erscheinung.
      Wird als Göttin der Heilkunst und Behandlung ansteckender Krankheiten sowie zur Verteibung von Ignoranz verehrt.
      Wird im Vajrayana u.a. vor längeren Lehrunterweisungen angerufen um Krankheiten abzuwenden.
      Gehört zur Familie des Buddha Amoghasiddhi und wird mit der 20. der 21 Tara-Ausstrahlungen identifiziert.
      (Quellen hier und hier)
      Es exisitiert auch eine aktuelle Studie in der die Gleichsetzung mit der Shavari-Göttin verworfen wird: „Buddhist Goddess Parnasabari and Hindu Goddess Sitala (A Comparative Study of Remedial Deities by Saheli Das and Paramita Roy (2014)“ (Quelle hier)

      Marici
      Bodhisattva von Licht und Sonne.
      Wird auf einem Lotus sitzend oder stehend auf einem oder sieben Schweinen dargestellt.
      Ihr Ursprünge sind unklar. Es scheint sich um eine in einem Zeitraum von ca. 1500 Jahren aus indischen, iranischen und nicht indo-iranischen Vorgängern vollzogene Verschmelzung zu handeln.(Quelle hier)

      Grahamatrka
      „Dämonen-Mutter“ (Quelle hier)

      Astral-Gottheiten:

      Planeten und Mondphasen werden sowohl von Hinduisten als auch Buddhisten verehrt. In den Gruppen Navagraha und Naksatra werden diese personifiziert dargestellt. Man findet die Gruppen u.a. in Reliefs und Malereien.


      (Bildquelle hier)

      Navagraha:

      Die Navagraha dienen zusammen mit Shiva als Schutzgottheiten der heiligen Sphäre der obersten Region.

      Surya (Sonne)
      Chandra (Mond)
      Mangala (Mars)
      Budha (Merkur)
      Brihaspati (Jupiter)
      Shukra (Venus)
      Shani (Saturn)
      Rahu (Kopf des Schlangendämons) aufsteigender Mondknoten
      Ketu (Schwanz des Schlangendämons) absteigender Mondknoten
      (Quelle hier)

      Naksatra:
      28 personifizierte Mondphasen

      (Die meisten der bislang beschriebenen Informationen habe ich dem Werk „Religion in Nepal“ – K. R. Van Kooij 1978 ISBN 90 04 05827 3, Seite 25-27 entnommen)


      (Bildquelle hier)

      Lokesvaras:

      In der Newar-Tradition existieren 108 Manifestationen des Bodhisattva Avalokiteshvara, welcher im Kathmandutal als Karunamaya („Verkörpertes Mitgefühl“) bezeichnet wird. Vier dieser Manifestationen erfahren von den Newar in bedeutenden Schreinen und im Rahmen von Festlichkeiten besondere Verehrung. (Quelle hier)

      Roter Padmapani Lokanath/ Rato Machhendranath/ Bungadyo/ Lokanath von Patan
      „In Nepal wird Nath Siddha Matsyendra mit dem buddhistischen Boddhisattva des Mitgefühls, Avalokiteshvara, identifiziert, der mit Shiva als Lokanath, Herr der Welt, gleichgesetzt wird. Nath Siddha Matsyendranath ist die Schutzgottheit Nepals.“
      „Das Fest des Roten Machhendranath [Rato Machhendranath Jatra], das in Patan zwei Monate lang [Mai/Juni] gefeiert wird, gehört zu einem der größten Feste des Landes.
      Während des Festes wird ein Wagen mit dem Bildnis Machhendranaths, das von Hindus und Buddhisten gleichermaßen verehrt wird, durch die Straßen gezogen. Die Buddhisten glauben, dass er die Gottheit als Verkörperung von Avalokiteshvara ist und die Hindus verehren ihn als eine Inkarnation Shivas.“ (Zitat von hier)

      Roter Anandadi/ Adinath Lokeshvara/ Adinath von Chovar
      Steht für die Vertreibung von Krankheiten und Förderung von Glück.
      Für die Newar ist Adinath Lokeshvara ein Name des Gottes Chovahadyo, der seine Verehrer mit göttlicher Gesundheit und seelischem Frieden segnet.
      (Quellen hier und hier)

      Weisser Arya Avalokiteshvara/Seto Machendranath/ Argyaavalokitesvara von Janbaha/ Janabahadyo
      Der wichtigste der vier nepalesischen Karunamayas.
      Steht für die Befreiung aller mitfühlenden Wesen und die Verlängerung der Lebenszeit. (Quelle hier)
      „Die Verehrung von Machhendranath, dem Hindus und Buddhisten gleichermaßen huldigen, stellt eine der ältesten kultischen Traditionen im Kathmandutal dar. Die nepalischen Hindus sehen in ihm eine der vielen Erscheinungsformen Shivas.“ (Quelle hier → schöne Beschreibung des Festes!)

      Sristhikanta Lokeshvara
      Gilt als Schöpfer der Welt.
      Wird im Gunakarandavyuha Sutra aus dem 3./4. Jh n.d.Z. beschrieben. (Quelle hier und hier → Legende zu lesen!)

      Weiterer Bodhisattva:


      Bhodisattva Manjusri
      und seine Partnerin (prajna)
      Eng mit den Legenden um die Entstehungsgeschichte Nepals verknüpft.

      Ashtamatrikas:

      „Es sind aber vor allem die acht Mütter, die Asthamatrikas, die die Menschen Nepals behüten. Sie geben ihnen liebevolle, weibliche Fürsorge, sind aber auch eng mit dem Sterben und der Wiedergeburt verbunden. Der männliche Begleiter, der schrecklich anzusehende Bhairava, übernimmt mit Waffen den Schutz gegen das Böse und gegen
      Dämonen. Bhairava ist der zerstörerische Teil Shivas. Der Gott des Rausches und des Wahnsinns und der Schutzgott Nepals. Die meisten Tempel sind ihm und den Matrikas gemeinsam gewidmet.“ (Zitat von hier)
      Die Matrikas werden sowohl von Hinduisten als auch Buddhisten verehrt und gelten als Schützerinnen der Städte als auch des Individuums. Sie können als Ajimas (Großmuttergöttinnen) sowohl Krankheit und Unglück bringen als auch als Beschützerinnen auftreten. (Quelle hier)

      Brahmani

      Vaishnavi
      Maheshvari
      Indrani
      Kaumari
      Varahi
      Chamunda
      Lakshmi
      Bhairava

      Vierzehn Gottheiten:

      Entstehung zu lesen in der Schöpfungsgeschichte des Gunakarandavyuha-sutra

      Moon (Chandra)
      Sun (Aditya)
      Mahadeva (Shiva)
      Sarasvati
      Brahma
      Vishnu
      Agni (Feuer)
      Vayu (Wind)
      Varuna (Wasser)
      Kubera (Wohlstand)
      Mahalakshmi (gutes Schicksal)
      Prithvi (Erde)
      Indra
      Yama

      plus Ganga und Yamuna (Flussgottheiten)

      Dasa-dikpalas:

      „Wächter der Himmelsrichtungen“ (Quelle: hier). 10 dasa-digpalas beschützen unsere Welt vor dämonischen Einflüssen.

      Indra (Osten)
      Agni (Südosten)
      Yama (Süden)
      Nairrti or Rakshasa (Südwesten)
      Varuna (Westen)
      Vayu (Nordwesten)
      Kubera (Norden)
      Mahadeva (Nordosten)
      Brahma (Zenith)
      Prithvi (nadir)

      Krodhas:

      Vier furchterregende Gottheiten (krodha) beschützen die äußeren Bereiche der heiligen Sphäre.
      (Quelle: „Religion in Nepal“ – K. R. Van Kooij 1978 ISBN 90 04 05827 3, Seite 25-27)


      Weitere Gottheiten:


      Durga/Taleju
      „Ein Bestandteil des religiösen Verständnisses der Newari ist die Kindgöttin Kumari („Mädchen“), die als Inkarnation der hinduistischen Göttin Durga („die schwer
      Zugängliche/zu Begreifende“) verehrt wird. Sie wird aus der Shakya-Kaste der buddhistischen Newar ausgewählt und gilt bis zu ihrer ersten Menstruation einigen Hindus und den nepalischen (nicht aber den tibetischen) Buddhisten, als „lebende Göttin“. In Nepal gibt es mehrere Kumaris, die bekannteste in Kathmandu.“ (Zitat von hier)
      „Die Kumari [..] gilt in Nepal seit dem 16. Jahrhundert als eine Inkarnation der furchterregenden hinduistischen Göttin Taleju, die in Nepal eine Form der Durga darstellt.“ (Zitat von hier)
      Sie wird insbesondere im zehntägigen nepalesischen Staatsfest Dashain im Herbst verehrt.


      Kumari Devi, Kathmandu, März 2007 (Bildquelle hier)

      Ganesha
      Ganesha wird sowohl von Hinduisten als auch Buddhisten als erstes in jedem Ritual verehrt. Jede Örtlichkeit besitzt eigene lokale Ganesha-Schreine. Der beliebte Gott wird häufig in dem Glauben angerufen, Hindernisse jedweder Art beseitigen zu können. (Quellen hier und hier)

      Shiva
      Der bereits weiter oben erwähnte Matsyendra wird mit Shiva gleichgesetzt und gilt als Schutzgottheit Nepals.
      Shiva beschützt zusammen mit den Navagraha die heilige Sphäre der obersten Region.




      Eine schöne Übersicht über viele der genannten Gottheiten erhält man im Gemälde „Tausendarmiger Sristhikanta Lokeshvara“ von Newar Künstler Raju Shakya. Auf der Seite hier werden in einem Text über das Gemälde von Robert Beer auch die Schöpfungsgeschichte von Nepal und zahlreiche der Gottheiten näher beschrieben.




      Ich halte den Newar-Buddhismus für so ziemlich die interessanteste und tiefgehendste Form eines Synkretismus von indischen Gottheiten mit Buddhismus.
      Es gäbe noch weitaus mehr über diese faszinierende Religion, die Bräuche und zahlreichen vorhandenen Tempelanlagen, Skulpturen, Gemälde, Manuskripte.. etc zu berichten und es lassen sich bei tiefgehenderem Studium mit Sicherheit noch viele weitere interessante Infos zum Thema finden.

      Auch in Nepal würde ich neben Sri-Lanka gerne mal Urlaub machen :!:

      Siat wrote:

      Vishnu mit Wotan/Odin gleich zu setzen... Halte ich für sehr gewagt!

      "Gleichsetzung" ist denke ich ein unglückliches und leicht misszuverstehendes Wort. Ich denke "assoziieren" ist vielleicht besser. Ich setze nicht gleich sondern erkenne zahlreiche Aspekte von Wodan in Vishnu wieder.. keine Ahnung wie man das am unmissverständlichsten formulieren könnte.

      Ich habe mich bei meiner Assoziation Wodans mit Vishnu von folgenden Gedanken leiten lassen:

      Vishnu ist als erhaltende Kraft Teil der Trimurti, während Shiva die zerstörerische Kraft dieser ist.
      --> Wodan sorgt sich um den Erhalt der kosmischen Ordnung während Loki die zerstörerische Kraft personifiziert.

      Vishnu wird im Rigveda als Gott der Opfer und Rituale sowie als Säule des Universums verehrt.
      --> Wodan ist Zauberer/Schamane, aber auch Hönir kann als Ritualgott angesehen werden.. er regt sich bei der Störung eines Rituales durch Thjazi auf und übernimmt nach dem Ragnarök den Losstab (Priesterstab) in der neuen Welt (Siehe hier). Daher auch meine Aussage "und einen Schuss Hönir"
      Wodan wird in einigen Theorien mit Yggdrasil (Säule des Universums) gleichgesetzt

      Er machte die Welt für die Menschen bewohnbar.
      --> Macht Wodan auch

      Er verwandelt sich u.a. in einen Zwerg, einen Riesen, einen Fisch, eine Schildkröte...
      --> Wodan verwandelt sich ebenfalls des öfteren

      Er inkarniert auf die Erde.
      --> Macht auch Wodan als Wanderer

      Im Hinduismus übernahm er den Aufgabenbereich Indras.
      --> Daher meine Aussage "Wodan plus Donar"

      Außerhalb der Trimurti vereinen Vishnu als auch Shiva alle drei Aspekte in sich.
      --> So gesehen könnte Wodan Vishnu und auch Shiva sein. Hängt vielleicht auch davon ab ob man vom shivaitischen oder vishnuitischen Gottesbild ausgeht.

      Vishnu wird mit Wurfscheibe, Schneckenhorn (Blashorn), Keule und Lotos dargestellt.
      --> Diese Attribute erinnern mich eher an Heimdall, der ja vermutlich auch ein Schöpfergott, Sonnengott und Erhalter ist.

      Er hat viele verschiedene Avatare bzw Namen
      --> Passt zu Wodan

      Letztlich ist es die Rolle Vishnus in der Trimurti die für mich den entscheidenen Unterschied macht. Ich kann Wodan auf keinen Fall als Zerstörer ansehen.