Rauhnachtsbräuche

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      Rauhnachtsbräuche

      Hallo zusammen,
      die Rauhnachtszeit ist da.
      Mich würde interessieren, wie Ihr diese Zeit begeht.
      Wann beginnen für Euch die Rauhnächte? Was ist für Euch in dieser Zeit wichtig?
      Habt Ihr bestimmte Rituale für diese Zeit?

      Liebe Grüße
      Siat
      Von den Hohen erschaffen
      zu lernen, zu lehren, zu wachen
      Geboren in der Sterne Welten
      Wandern und wandeln sie
      Die Drachen
      ©Siat



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      ANB´s
      Erstmal wünsche euch allen frohe Weihnachten!

      Schönes Thema, leider kann ich nichts Spannendes beisteuern. Ich überlege mir Jahr um Jahr zwar irgendwelche spannende Bräuche,* doch meist verläufen die Endjahresfeierlichkeiten doch ziemlich traditionell-bürgerlich, was auch nicht schlecht ist. Außer das Übliche mit Weihnachtsbaum, Adventskranz, Kartenschreiben, Bescherung, Festessen usw. achte ich bloß darauf, dass eben während dieser Zeit Schwein (und sei's aus Marzipan) auf dem Menü steht und Erbsen eben nicht, und das keine Wäsche aufgehängt wird.

      Für mich laufen die Rauhnächte von Heiligabend bis zum Dreikönigstag. Im Übrigen ist es bei mir eher so, dass ich die bestehenden Weihnachtsbräuche eher aus heidnischem Blickwinkel betrachte, wobei ich dann nicht weiß, ob das dann wirklich authentisch heidnisch ist oder nur bauchgefühlsmäßig heidnisch. Der Weihnachtsbaum und der Adventskranz beispielsweise, das sind so Bräuche, die erst in christlicher Zeit entstanden sind, und trotzdem würden sie genauso gut in einem heidnischen Umfeld passen. Aber ist bloß meine Meinung.

      Ich fasse mich kurz: Ich feiere zu Weihnachten zusammen mit meiner Familie und Freunden die Rückkehr des Sonnenlichts.
      Da Heute mit Sonnenuntergang die Alemannischen Rauhnächte beginnen, will ich den Thread zunächst mal nutzen, um dem Forum ein paar besinnliche Tage und Nächte zu wünschen. Ja und dann habe ich nun auch die nötige Muse um ein wenig auf die Frage einzugehen.

      Gerade die vergangenen 4 Tage sind bei mir traditionell besonderst ritualisiert.
      Das beginnt am 21. mit der eigentlichen WSW - dem Aufstellen und schmücken des Lichterbaums, dem herrichten des Rauhnachts-Altars. Oben am Baum erscheint Lioht-Sunna (Das "Licht der Sonne") als Verheißung auf die längeren Tage. Unten schläft Lioht-Hertha, die "Ruhende" ihren Traum von der künftigen Welt, bewacht vom Kleinen Volk.

      Dann vergehen 22. und 23. mit ersten einzelnen Gästen zum "Baumloben" , Zwiegespräche bei lecker Essen und Musik.

      Der 24. ist Familientag nach christlichem Ritus, wobei die Mütternacht für mich zugleich die letzte Nacht des Alten Jahres bildet - Das Jahr wird "verabschiedet - "hinausgekehrt".

      Der 25. ist Tag Sol Invictus (Dem siegreichen Licht), dem Tag an dem seit Ende des 3. Jahrh. die römische WSW proklamiert wurde, und deren Datum von den Alamannen übernommen wurde. Daher beginnen für uns heute Nacht auch die Rauhnächte.
      Die Welt steht Still - hällt den Athem an. Die Grenzen von Diesseits und Jenseits werden durchlässig, und für empfängliche Seelen geradezu transparent.

      Frija Peratha (Perchta) übernimmt nun den Schutz über Herd und Feuerstelle. Da wir heutzutage ja meist keinen offenen Herdfeuer mehr haben, an denen an diesem Tag alle Feuer gelöscht wurden, um duch die Heilige Flamme des Altarlichtes neu entzündet zu werden, behelfen wir uns mit einem kleinen symbolischen Ritual, indem wir das Abendessen bei schummrigem Zimmer und Kerzenschein am Herd auf Spiritus-Stöffchen aufkochen, dessen Feuer von der Altarkerze kommt. ( Na-ja, mit einem kleinen Lausbuben ist das mit dem schummrigen Zimmer natürlich nicht ganz so durchzuhalten. :) )

      Es sind die Nächte Wodans des Totenführers und damit auch die Nächte der Ahnenschaft. Die Rauhnächte stehen also sehrt stark im Zeichen der Hamingja, der Gemeinschaft von Lebenden und Toten der Sippe /Familie - ihnen allnächtlich einen Kerze zu entzünden ist ebenso Brauch bei uns, wie die Grabpflege mit ewigem Licht und abwehrenden (apotropäischen) Naturstoffen (Bestimmte Grabpflanzen, die Verwenúng von Weiß etc.).

      Sich die Wut des Alten und der Ahnenschaft vom Hals zu halten (mit Alpträumen, Ängsten, Aggressionen und Streit im Haus) und zugleich deren Weisheit /Wissen für sich in den Orakelnächten zu nutzen ist die Voraussetzung für glückliches Handeln in den Orakelnächten.

      In den Rauhnächten gibt es einzelnen Los- und Schwendtage - d.h glückliche und unheilvolle Orakeltage. Ursprünglich gehen die Rauhnachtsverbote auf die Schwendtage zurück.

      Jeder der 12 Nächte steht für einen der Monate des kommenden Jahres. Wer die Orakel - sei es beim Runenwurf oder beim Bleigießen etc. beherrscht, der kann Stimmungen, Energien, glückliche oder unglückliche Tendenzen erkennen - ob diese dann so deutlich eintreffen wie vermutet, erweist sich dann von selbst.

      Götter und Ahnengeister sind also unter uns. Man feiert und Festet also ausgiebig zu bestimmten Zeiten in deren Gegenwart - in den Tagen 24. - 26. 12. ; 31. 12 - 02.01 (Berchtoldsfest) , 05./06. 01. Perchtentag und Hochneujahr und opfert ihnen Wein, Salz und Brot. - Es sind sogenannte Ahnengelage, in denen die Familie das kommende Jahr bespricht, Träume austauscht, alte Geschichten erzählt.

      In der Nacht vom 05. auf den 06. Januar, erscheint die "Perchta" bei uns und bringt meinem Sohn nochmals Geschenke. Oft tun dies auch geladenen Gäste, denn Hochneujahr am 06.01. zählt bei mir zu den höchsten Feiertagen, es ist der alte alemannische Neujahrstag- es werden Gäste geladen, von denen z.B. die heidnischen Paten meinem Kleinen dann auch nochmals kleine Geschenke bringen - die "Perchtengeschenke". Da dieser aber zugleich in der Nacht des 4. Januar geboren wurde (in der Gebnacht), legen wir Geburtstag und Perchtenfest neuerdings zusammen, feiern also auf Hochneujahr hinein.

      An Hochneujahr erfolgt ein kleiner Flurumgang im Garten mit Räucherwerk um den Schutzkreis neu zu festigen. Die Kräutersträußchen, die am 15. 08. dem "Frauentag" gebunden wurden, werden nun an den Ecken des Gartens befestigt. Dann wird über der Türe mit weißer Kreide das Schutzzeichen angebracht und das letzte Sträußchen befestigt.

      Ja - und dann kann es kommen - das Neue Jahr.

      Euch wünsche ich dazu ein glückliches Geschick.
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