Göttin Isis ~ Jungfrau Maria

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      Göttin Isis ~ Jungfrau Maria

      Hallo,

      ich habe mal eine Frage (oder eigentlich derer zwei) zum Verhältnis Isisdienst ~ Marienverehrung.

      Zur Zeit der Spätantike hatte sich die kemetische Göttin Aset unter ihrem griechischen Namen Isis zum "Gegenstand" sage ich jetzt mal eines recht verbreiteten Mysterienkults entwickelt (scheinbar teilweise auch mit der stoischen Philosophie verbunden, doch das lasse ich mal außen vor), der sich in Griechenland, Rom und den römischen Provinzen einer nicht unbeachtlichen Beliebtheit erfreute. Beispielsweise sei der Tempel zu Mainz erwähnt, den sich die Ägypterin mit der Phrygierin Kybele teilte.

      Beim römischen Schriftsteller Apuleius wird sie als liebende und gütige Mutter beschrieben, was ja sehr an die liebliche Jungfrau-Mutter Maria des katholischen Christentums erinnert. Und indertat liest man immer wieder auf Websites (sowohl göttinnenspiritueller wie nicht-katholisch-christlicher Natur) sowie in Büchern zum Thema, dass der spätantike Isiskult großen Einfluss auf die spätere Marienverehrung gehabt haben soll. Neben dem mütterlichen Aspekt finde ich persönlich auch sehr auffällig, dass beide als Beschützerinnen der Schifffahrt auftraten. Isis war gewiss eine super Mutter, doch die Darstellung der Maria mit dem Jesuskind könnte genauso gut von Darstellungen der Tyche oder Demeter mit dem Ploutoskind stammen oder von anderen Muttergöttinnen herrühren, oder gar gänzlich von den Christen selbst erdacht worden sein. Denn eine Mutter stillt nunmal ihr Kind :^). Doch das mit der Schifffahrt ist schon weniger "zufällig"... wie dem auch sei: seht ihr das auch so ähnlich, dass es gerade zwischen dem Isiskult der Spätantike und der Marienverehrung des Katholizismus große Ähnlichkeiten bestehen?

      Zu meiner zweiten Frage... die ist etwas heikler... ich traue mich kaum, sie zu stellen. Kurz und schmerzlos: In eine kath. Kirche vor einem Marienbild eine Kerze als Opfer anzünden, weil man in ihr Isis erblickt: kann man das machen oder geht man damit zu weit?

      Ich freue mich auf eure Meinung.

      LG,
      Max

      P.S.: Ich habe dieses Thema nicht im Kemetismusthread eröffnet, weil die Isis, die ich meine, doch schon eher zu einer Art Göttinnenspiritualität avant la lettre gehörte. Zwar soll auch im Mysterienkult um Isis das Land Ägypten noch eine sehr wichtige Rolle gespielt haben (auch wenn der Dienst in einem Tempel in London oder Mainz stattfand), trotzdem ist es wohl kein "reiner" Kemetismus mehr. Wenn ich da falsch liege, kann man den Thread auch gerne verschieben, doch wahrscheinlich würden dann zunächst solche Antworten kommen, in denen auf den Unterschied zwischen Aset und Isis hingewiesen wird...

      Maximillian wrote:

      seht ihr das auch so ähnlich, dass es gerade zwischen dem Isiskult der Spätantike und der Marienverehrung des Katholizismus große Ähnlichkeiten bestehen?


      Ich weiß nicht ob "wir", die Forumsmitglieder das so sehen, ich weiß aber, dass die Kirchenväter das schon seit Anbeginn des Christentums schon sahen und entsprechend zu agieren versuchten. (Einmal waren da die Vertreter, die die Ähnlichkeit nicht zu groß werden lassen wollten, damit das Christentum nicht mit irgendeiner beliebigen heidnischen Religion verwechselt werden konnte, anderseits war da die Fraktion, die es als nützlich sahen, wenn Bekehrungswillige auch im Christentum die Gottesmutter fanden, nach der offensichtlich eine Sehnsucht vorhanden war.
      (Sicher nicht von ungefähr wurde ja ausgerechnet auf dem Konzil zu Ephesus (<- dem bedeutendsten antiken Kultzentrum der Artemis) beschlossen, dass sie zur göttinnen-gleichen Gottesmutter wurde.)
      Den Theologen war das immer bewusst, und die christlichen Kirchen(-strömungen), die die Marienverehrung ablehnten, taten das eben vor allem aus genau dem Grund.

      Spätestens seit Dan Browns "Sakrileg" ist es auch wieder den Gläubigen, die sich nicht für antike Religionen interessieren, kurz ins Gedächtnis gebracht worden. ;)

      Ansonsten ist es aber eines der liebsten Spielzeuge derjenigen Verschwörungstheoretiker, die die katholische Kirche in Verruf bringen wollen und alles mögliche auflisten, um zu zeigen, dass die katholische Kirche heidnisch-satanistisch ist: Eben Maria als heidnische Göttin, die Papstmitra als die Kopfbedeckung Dagons/Nimrod/Poseidons, der eine genauso aussehende Mütze trug, Petrus als Janus, weil der ikonographisch auch mit Schlüssel dargestellt wird, und so weiter und so fort. (Mischlingskind kann dir dazu sicher mit unzähligen You-Tube-Videos den Thread zukleistern.)

      Maximillian wrote:


      Zu meiner zweiten Frage... die ist etwas heikler... ich traue mich kaum, sie zu stellen. Kurz und schmerzlos: In eine kath. Kirche vor einem Marienbild eine Kerze als Opfer anzünden, weil man in ihr Isis erblickt: kann man das machen oder geht man damit zu weit?


      Wer sollte etwas dagegen haben, solange du in der Kirche nicht anfängst, laut irgendwelche Hymnen zu Isis Ehren zu singen? :D
      Ob es Isis oder Maria selbst nicht gefällt, kann dir kaum ein anderer Mensch beantworten.
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!
      Ein paar nächtliche Assoziationen hierzu:

      Ob die Zuordnung Mariens zum Meer tatsächlich ursprünglich ist, oder aus einer pur zufälligen Namensähnlichkeit zu Mare entstand, ist wohl nicht geklärt:
      ZiItat aus Wiki:
      "Herkunft:

      Zum Ursprung des Namens Maria gibt es mehrere Ansätze:
      1. Maria könnte vom hebräischen Namen מִרְיָם (Mirjam) mit der Bedeutung geliebt abgeleitet sein. Daraus bildete sich im Griechischen die Form Μαριάμ (Mariam). Deren lateinische Abwandlung lautet Maria.[1]2. Bei Maria könnte es sich um eine weibliche Form von Marius handeln.3. Möglich ist auch eine Herleitung über den hebräischen Stamm מרא (mästen). Die Bedeutung von Maria wäre dementsprechend die Wohlgenährte.[2]4. Auch denkbar ist, dass Maria vom lateinischen Wort mare → la „Meer“ abstammt. Die Bedeutung des Namens wäre dann die dem Meer Entsprossene."
      aus:
      de.wiktionary.org/wiki/Maria
      lyricstranslate.com/en/salva-nos-save-us.html

      Rein gefühlsmäßig besteht für mich hier kein Zusammenhang:
      images.duckduckgo.com/iu/?u=ht…US%2BMARY%2BJESUS.jpg&f=1
      Bei der Darstellung Maria/Jesus überwiegt das innige Element, bei der Darstellung Isis/Horus ist das dargestellte Verhältnis deutlich kühler, was darin begründet sein mag, das er schon recht großgewachsen ist und durch übermäßiges Kuscheln vom überfälligen Abstillen abgehalten werden könnte.
      ACHTUNG ! Total persönliche Spekulation !


      Für mich paßt die Interpretation Heiligenschein=strahlendes 7. Chakra
      sehr gut, aber ob die Sonnenscheibe auch so gedeutet werden kann ? Von
      der Plazierung her, wäre das eher das 8. oder 9. Chakra, was zu einer nicht inkarnieren Gottheit m.E. auch besster passen würde.


      Maximillian wrote:

      Die Marienverehrung als Teil der Göttinnenspiritualität: geht das?


      Nachdem "Göttinenspiritualität" ja sehr breit gefächert ist, für mich schon, aber nicht über eine Nähe zu Isis, sondern Kraft Ihres Wirkens. "Empfängnis des Göttlichen Kindes durch Energie, ohne daß sich diese zuvor in männlichem Samen manifestiert hätte."

      hi,

      nach meinem dafürhalten ist dem eher nicht so.

      Im römischen Imperium war die Mutter durchaus als Vorsteherin des haushalts zu sehen, di sich liebevoll um die Familie kümmert.

      Die "christliche Sekte" oder abspaltung des Judentums war von vornherein Monotheistisch.
      Die Abspaltung geschah nach dem großen Vaterländischen Krieg (66 - 74 n. Chr.), weil die chirstlichen Teile nicht am Krieg teilnahmen.

      Damit waren die Christen ziemlich isoliert dargestellt.

      Apuleius, sein größtes Werk ist der goldene esel, hat in der ersten hälfte des 2. Jh. gelebt und war bestimmt kein Christ.

      Wie ich schon in meinem Adventskalender schrieb, fand eine Vergöttlichung von Jesus im ersten Konzil von Nicäa (325) statt. also fast 200 Jahre nach Apuleius.
      Die Jungfrau Maria hat es dann im Jahr 431 erwischt, beim Konzil von Ephesos.
      Wobei die Jungfräulichkeit einer der großen Punkte von Origenes war, der später von hl. Augustinus aufgegriffen wurde.

      Man sollte allerdigns auch bedenken, das Jungfräulichkeit im nahen und mittleren Osten immer einen viel größeren Stellenwert, als im römischen Imperium hatte. Da ging es eher um politische Hochzeiten.

      Außer dem Papst Siricius (der war Römer), waren auch alle, die sich an der Jungfräulichkeit so ereiferten, aus dem Bereich der heutigen Türkei, Syrien und Israel stammten.

      Eine Allgemeinverträglichkeit der christlichen Lehre wurde durch Aufgabe des Verschneidungsgebotes.

      Eine Duldung des christlichen Glaubens erfolgte mit der Mailänder Vereinbarung im Jahr 313.
      wird schon werden

      isarkiesel wrote:


      Bei der Darstellung Maria/Jesus überwiegt das innige Element, bei der Darstellung Isis/Horus ist das dargestellte Verhältnis deutlich kühler, was darin begründet sein mag, das er schon recht großgewachsen ist und durch übermäßiges Kuscheln vom überfälligen Abstillen abgehalten werden könnte.
      ACHTUNG ! Total persönliche Spekulation !


      Vielleicht liegt das Gefühl auch an dem beliebig gewählten Marienbild und dessen kuscheligem Kunststil? Es gibt unzählige Darstellungen, auf denen das Jesuskindlein ebenso "fremdelt" wie Horus. (Klein Jesus von ihr abgewandt, wird vor allem von dem Künstler dann so dargestellt, wenn der zeigen will, das Maria ihren Sohn nicht ewig vor allem Unbill schützen kann und es schon seit seiner Geburt angelegt ist, dass er irgendwann den Opfertod sterben wird. Oder eben, wenn Kleinjesus eine belehrende oder segnende Geste macht.)

      foto.szymanski.co.at/ebay/Madonna mit Jesuskind und Reichsapfel/P7252081.JPG
      betet.info/Maria_Jesus-Kind_Lilien.jpg
      volkswagenstiftung.de/uploads/…with_Child_and_saints.jpg
      images.zeno.org/Kunstwerke/I/big/06m0009a.jpg


      isarkiesel wrote:


      Für mich paßt die Interpretation Heiligenschein=strahlendes 7. Chakra sehr gut, aber ob die Sonnenscheibe auch so gedeutet werden kann ? Von der Plazierung her, wäre das eher das 8. oder 9. Chakra, was zu einer nicht inkarnieren Gottheit m.E. auch besster passen würde.


      Wo ist denn das 8. oder 9. Chakra? ?(

      peregrinus wrote:

      nach meinem dafürhalten ist dem eher nicht so.


      Was war nicht so?

      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!

      Umo wrote:

      Wo ist denn das 8. oder 9. Chakra?


      Ausgehend von 7 innerkörperlichen Hauptchakren :
      8.Chakra direkt über dem Scheitel
      9. Chakra etwa fünf fingerbreit über dem Scheitel

      Ich zitiere:
      Der Heiler und Lehrer Alberto Villoldo hat das Chakra-Modell der Inka im Westen bekannt gemacht. Das Inka-System besteht aus 9 Chakren, von denen die ersten 7 Chakren den Hauptchakren des Hindu- und Yogasystems entsprechen. Die beiden weiteren Chakren liegen oberhalb des Kopfes. Das 8. Chakra (wiracocha) liegt direkt oberhalb des Kopfes, wird als die „Quelle des Göttlichen“ bezeichnet und kann als Verbindung zu Gott durch die Seele verstanden werden. Das 9. Chakra (causay) liegt noch höher, und ist eins mit der gesamten Schöpfung als reiner Geist.
      Quelle:chakren.net/chakrenlehre/chakra-system/
      Im Rahmen einer Lichtarbeitsausbildung (CDM) habe ich vor vielen Jahren auch geübt außerkörperliche Chakren wahrzunehmen (und versucht sie zu harmonisieren), ich bin aber zu dem Schluß gekommen, das ich mit den Innerkörperlichen Chakren noch genug Arbeit vor mir habe.
      Aber es war sehr eindrucksvoll zu spüren, daß sich die Chakren (ähnlich einer Perlenkette) zum Erdmittelpunkt und nach oben fortsetzen.

      isarkiesel wrote:

      Aber es war sehr eindrucksvoll zu spüren, daß sich die Chakren (ähnlich einer Perlenkette) zum Erdmittelpunkt und nach oben fortsetzen.


      Ihre Ausstrahlung setzt sich weiter fort, oder eine weitere beliebige Anzahl von außerkörperlichen Chakren?
      Philosophie = Liebe zur Weisheit. Nicht: Ich gebe die mir gefälligen Bruchstücke der Erkenntnisse antiker Philosophen in eigenen Worten wieder. Sapere aude!

      Umo wrote:

      peregrinus schrieb:
      nach meinem dafürhalten ist dem eher nicht so.



      Was war nicht so?


      bezugnehmend auf die eingängliche Frage

      Maximillian wrote:

      wie dem auch sei: seht ihr das auch so ähnlich, dass es gerade zwischen dem Isiskult der Spätantike und der Marienverehrung des Katholizismus große Ähnlichkeiten bestehen?


      hatte ich meine eingehende Aussage getroffen.
      wird schon werden
      Lieber @Maximillian,

      Was ich an Info dazu beitragen könnte, findest Du bei Tante Wiki unter

      Isis- und Osirskult, Abschnitt Apulieus.

      Meine Meinung zu Deiner zweiten Frage: klar kannst Du Isis in der Maria verehren, wenn Du im Hinterkopf behältst, dass Maria nur einen ganz kleinen Teil der Kompetenzen der Isis verkörpert und der Rest verschwiegen wird. Unterweltherrscherin, Geisterherrscherin, usw.

      Aber wenn Du den Aspekt der liebevollen Mutter , die auch den großen Schmerz des Verlustes kennt, verehren willst, bist Du bei Maria richtig. Meine ganz persönliche Meinung !!

      Schönes Thema.