Kemet zuhause, oder mein Kind und Kemet

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      Kemet zuhause, oder mein Kind und Kemet

      Also, meine Tochter ist noch recht jung, aber sie fühlt sich ganz stark vom alten Ägypten angezogen, mal grob gefasst. Sie hatten vor bereits längerer Zeit eine Projektwoche über dieses Thema. Seitdem lässt es sie nicht mehr los. Zunächst dachte ich, es sei vorübergehend, weil es gerade frisch und neu war. Aber ihr Interesse wurde nicht weniger. Ich habe dann erstmal allgemeine Literatur besorgt. (Was ist Was - Bücher, etc.), aus Lexika vorgelesen, Dokus mit ihr angeschaut usw.
      Sie saugt immer noch alles in sich auf wie ein Schwamm. Heute wollte sie wissen, was den Altägyptischen Göttern wohl gefallen könnte. Sie hat ihnen sogar Opfer in den Garten gestellt und ich habe mittlerweile immer mehr das Gefühl, dass es ihr damit wirklich ernst ist.
      Da musste ich an die Kemeten hier denken. Ich weiß darüber nicht allzu viel, aber wenn es ihr ernst ist, möchte ich sie auch unterstützen. Nur wie? Habt ihr Ideen?
      Also wenn ihr das wirklich ernst ist und sie ein In Interesse daran hat, kann sie sich gerne an uns wenden. Wir erklären das dann gern mal alles, auch wie sie so für sich zu Hause mit den Göttern umgeht, wie das mit den Festen ist und was an Opfern den Göttern so gefällt. Wie alt ist denn deine Tochter?
      "Das ist die Seuche dieser Zeit,
      Verrückte führen Blinde"


      King Lear, W. Shakespeare 1606

      Meine Tochter ist acht, also noch sehr jung, aber ich glaube schon, dass es ihr ernst ist. Sie hat sich mittlerweile in ihrem Zimmer einen kleinen Altar gebastelt und wir haben eine Götterecke im Garten, die sie pflegt. Die hat sie dort eingerichtet. Im Moment verwendet sie vor allem Dinge, von denen sie weiß, dass es diese im alten Ägypten gab. Wir kennen eine Archäologin, die dort forscht.
      Die Frage, die für mich noch im Raum steht, ist, gibt es Hausgötter, bzw. welche, bzw. wie geht das überhaupt von statten? Inwieweit kann ein Kind in ihren jungen Jahren hier schon in irgendeiner Weise selbst etwas praktizieren? Und wie?

      Sie wartet tatsächlich sehnsüchtig auf eine Antwort von euch. Im Urlaub (deshalb habe ich mich die ganze Zeit nicht gemeldet) hat sie das Thema (altes Ägypten) auch immer wieder angesprochen.
      Wenn ich das grad so richtig beobachte hat Meri diese Frage hier grad völlig aus den Augen verloren. Nicht bös sein buecherhexe.
      Irgendwie isser seit gestern dabei und versucht sich aus'm Stnd durch die Bodenplatte zu schmelzen.

      Acht Jahre ist noch relativ jung, aber nicht zu jung.
      Irgendwie scheint deine Tochter ja bereits einen Draht zu den kemetischen Göttern gefunden zu haben.
      Hat sie denn eine bestimmte Gottheit für sich entdeckt oder ist es erst mal ein allgemeines Interesse?

      Ja es gibt so was wie Hausgötter und auch Götter die in erster Linie Kinder behüten. Allerdings darfst du dir diese Rollenverteilung nicht so schön sortiert vorstellen wie bei Griechens und Römers o.ä., eine so klare Gliederung der göttlichen Aufgabenbereiche gibt's in Kemet nicht.

      Selbst praktizieren könnte sie in ihrem Alter beispielsweise die Trankopfer. Eigentlich sinds vier alle sechs Stunden, aber bei Kindern würd ich sagen dass drei, also morgens beim Aufstehen, mittags und vorm Zubettgehen schon mal eine Annäherung ermöglichen und auch bereits eine gewisse Ritualroutine erlernen lassen. Dafür muss sie nur vor ihrem Schrein oder ihrer Götterecke jeweils drei Wasserbescher abstellen und diese den Göttern darbieten.
      Wenn dass dann schön klappt kann man das auf Speiseopfer ausdehnen und später, ggf. nicht unbedingt alleine, auch schon das Räuchern...

      Was im kemetischen Kult ganz, ganz wichtig ist, ist die strenge Einhaltung der Rituale, also täglich immer alles absolut gleich zu gestalten. Die gleichen Handgriffe, die gleiche Reihenfolge und wenn's irgend geht auch die gleiche Zeit..
      Vielleicht kannst du ihr auch ein weißes Kleid nähen dass sie nur trägt wenn sie sich den Göttern nähert.

      Das dürfte für den Anfang erst mal reichen. Dann gilt es abzuwarten wie die Götter reagieren und wie die Erfahrungen deiner Tochter sind.

      Ansprechen kann sie die Götter übrigens wie sie mag, einfach von der Zunge weg. Sie ist keine Priesterin und muss keine Ritualtexte rezitieren.

      Und wenns Fragen gibt, immer her damit ;)
      Ja, mich macht es tatsächlich manchmal etwas sprachlos, eben weil sie noch so jung ist. Konkret bevorzugte Götter hat sie nicht. Ich musste mich aber schon man mit ihr zusammen durch einen Großteil durchgooglen, aber das war noch nicht so richtig erfolgreich.
      Sie hält das also eher alles allgemein.
      Vielen Dank Neferure. Und ich da auch gar nicht böse. Wir haben Geduld.
      Hallo buecherhexe,

      mach dir mal keine Sorgen. Es erstmal allgemein zu halten ist für den Anfang gar nicht schlimm und wenn deine Tochter irgendwann Bezug zu einer bestimmten Gottheit herstellen wird, passiert das von ganz alleine. Ich hab festgestellt was dabei helfen kann ist Bilder der Tempel und der Götter zu betrachten...
      Oder auch mal ins Museum gehen und den alten Statuen der Götter in die Augen schauen
      Irgendwann erwischts einen dann von selber.
      Habt ihr denn ein Museum mit ägyptischer Sammlung in der Nähe?

      Beispielsweise einer Sachmet aus schwarzem Basalt direkt in die Augen zu schauen ist mal ne ganz andere Erfahrung als ein Bild bei Google zu betrachten.

      Habt ihr das mit den Trankopfern denn schon mal ausprobiert?
      Hi,

      ja, wir haben hier in der Nähe ein Museum mit einem ägyptischen Teil. Da wollen wir auch noch einmal hin. Das letzte Mal, als wir dort waren, war ausgerechnet die Ausstellung geschlossen.

      Der Rest ist im Moment in den Hintergrund gerückt, also nein, wir haben das noch nicht ausprobiert. Meine Tochter hat sich ziemlich übel am Bein verletzt und da liegt der Fokus im Moment eher darauf wieder richtig Laufen zu können, und das alles wieder gut verheilt.

      Das nächste Ziel ist im Moment erstmal die Stadtbücherei und noch mehr Lesestoff zu finden. Ich lasse sie da auch ganz ihren Weg gehen, in ihrem Tempo, versuche ihr aber natürlich alles an Wissensfutter zukommen zu lassen, was geht.

      Aber auf jeden Fall schon mal Danke, für die nette Hilfe!
      Hallo buecherhexe,

      Ich habe mir diesen Thread durchgelesen und dachte mir, ich gebe auch einmal meinen Senf dazu.

      Ich selbst habe mich zwar als ich jünger war für relativ wenig interessiert, aber als ich so 12 war, setzte sich allmählich ein Interesse für Geschichte bei mir durch.
      Ich habe mich damals echt viel dafür interessiert und habe das Wissen über meine damalige Lieblingsepoche, die Zeit der Aufklärung, regelrecht aufgesagt. Das Verhalten deiner Tochter erinnert mich echt sehr daran, unterstütz' sie ruhig!
      Ich denke nicht, dass es bei Kemet anders ist. Denn Francis Bacon sagte schon damals, dass Wissen macht sei!

      Wie sieht es denn momentan aus, ist sie immernoch fleißig dabei?
      Hört auf diesem Fenrir Tyr und Thor zu öffnen!
      Mittlerweile ist es etwas abgeflaut, obwohl sie durchaus immer noch Interesse am alten Ägypten hat. Ich dränge sie auch nicht. Ihren kleinen Altar hat sie auch noch, auch wenn er nicht mehr so gepflegt wird, wie vorher. Ich finde es aber toll, dass ich hier Unterstützung fand und ihr dadurch auch helfen konnte und kann, selbst, wenn es, möglicherweise, im Sand verläuft, finde ich die Erfahrung, die sie machen konnte gut und wichtig.

      Wir schauen mal.