Kraftort finden in Ballungsräumen

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      Kraftort finden in Ballungsräumen

      Hallo!

      Schon als Kind und Jugendliche war ich oft auf der Suche nach Stille und Abgeschiedenheit in der Natur. Wenn man in einer Großstadt wie Berlin aufgewachsen ist, ist das nur gar nicht so einfach! Ich erinnere mich noch, wie ich stundenlang durch den Grunewald oder am Mauerstreifen entlang gelaufen bin, auf der Suche nach einem Platz, der zum Verweilen einläd und an dem nicht alle paar Minuten lautstark quasselnde Spaziergänger vorbei kamen oder irgendein Hund an mir schnüffelte. Im Grunewald wurde ich sogar fündig, aber leider war dieser Platz nicht gerade um die Ecke.

      Heute lebe ich mit meiner Familie etwas außerhalb von Berlin. Aber leider noch nicht weit genug außerhalb, denn das Problem einen ruhigen Ort in der Natur zu finden, der als Kraftort in Frage käme, besteht weiterhin.

      Wie machen das andere Heiden in Ballungsräumen? Wo sind eure Kraftorte? Fahrt ihr mit dem Auto ins Grüne, um diese Orte zu finden? Oder bin ich einfach zu empfindlich, was Störungen angeht?
      Ich bin gespannt!

      liebe Grüße,
      Blätterrascheln
      Wichtigster Indikator ist mein gutes Gefühl. Oft sind das Plätze, die die Natur sich zurückerobert hat, aber auch Innnenräume können "ganz" sein. Alte christliche Kirchen sind oft auch Kraftplätzen, besonders das Areal vor dem Altar. Läßt man sich beim Betreten dieses Heiligen Raumes erwischen, riskiert man dann evtl. Hausverbot. Ist ein zwieschneidiges Schwert, gebe ich zu, habe ich Respekt vor denen, die das Gebäude pflegen, oder erobere ich den Raum zurück, der verbaut wurde ?:saint:
      Autolärm und Abgase stören schon, aber auch an dicht befahrenen Straßen, habe ich schon Elfen auf dem Grünstreifen tanzen sehen.
      Und Ameisen und geomantische Zeigerpflanzen, wie Linden und Angelika helfen mir bei der Standortsuche.
      Parkfriedhöfe haben auch oft ruhige abgeschiedene Plätze, die schlecht eingesehen werden können und dort "tobt das Leben" der Pflanzen und Tiere und Wasser in kleinen Teichen gibt's dort auch.
      Blöd ist, dass irgendwann die Tore geschlossen werden und eingesperrt sein auf dem Friedhof ist nicht soooo toll.

      Mein Ritualplätzchen (ein kleines Gehölz am Krückauwanderweg) und ich haben uns gegenseitig über Jahre angenähert, es fing damit an, dass ich mich mit einem Baum dort angefreundet habe. Allerdings wohne ich auch in einer Kleinstadt und bin zu Fuß in einer Stunde dort.

      Post was edited 1 time, last by “TerraM” ().

      @

      vor x Jahren habe ich bei meiner Suche nach dem ultimativen Kraftort und der Enttäuschung, dass es keinen Platz gab, der sich so ganz richtig angefühlt hat, Freundschaft mit einem Kastanienbaum geschlossen, na gut es ist ein bisschen mehr als Freundschaft geworden und geblieben denn den besuche ich meist nicht in Real sondern eben in "Bildern" und erlebe seine Präsenz immer auf s Neue als belebend.

      In der Realität fühle ich mich immer dann an einem Platz gut und gekräftigt wenn ich mit mir, meinem Innen und Aussen, im Einklang bin. Da kann es dann auch mal ein Ort sein wo das Leben um mich herumtobt zumal auch das eine gewisse Abgeschiedenheit birgt sich in einer grossen Menge Mensch zu befinden und dennoch allein zu sein.

      Ganz besonders vermisse ich zur Zeit das Meer, denn sobald ich ins Meer eintauche bin ich sowas von gestärkt das ist unbeschreiblich.

      liebe Grüsse, fee
      >nunNUN(°>
      Hallo ihr Lieben,

      Ich hatte heute ein paar Stunden kinderfrei und habe mich mal wieder auf die Suche begeben.

      In einem ansonsten recht eintönigen Kiefernforst fand ich dann an einer etwas abgelegenen Stelle einen kleinen Buchenhain mit tief herab hängenden Ästen. Das kräftige, frische Grün des Blätterdachs und die geschütze, ruhige Atmosphäre dieses Ortes haben mich verzaubert! Ich habe lange dort gesessen, um die Schönheit dieses Ortes mit allen Sinnen zu genießen.

      Ob mehr daraus wird? Keine Ahnung! Aber ich werde auf jeden Fall wieder kommen! :)
      Ich würde mich nach Plätzen umschauen, die irgendwie von Menschen gemieden oder ignoriert werden. Es gibt Orte in Städten, in denen man komischerweise kaum Menschen sieht. Das kann in Parks, Friedhöfen, oder in alten verlassenen Häusern und Industriegeländen sein. Oftmals sind solche Orte auch ganz einfach gruselig.
      Es gibt in Städten sehr viele Kraftorte, auch wenn sie oft etwas anders erscheinen als in der Natur. In Parkanlagen kann man oft schöne Orte und Bäume finden, ebenso sind Friedhöfe oft besonders friedliche Orte. Die meisten Kirchen sind Kraftorte, Marktplätze sind ebenfalls oft sehr lebenslustige wenn auch laute Kraftorte, alte Stadtmauern als Grenzen, insbesondere in Parkanlagen, sind oft etwas besonderes, Brunnnen können ebenfalls sehr spannend sein. Flussufer. Als Schamane in einer Stadt nehme ich gerne zum Stadtgeist selbst Kontakt auf. Gründungs- und anderen Legenden nachzugehen lohnt sich oft um besondere Kraftorte zu finden.

      Es ist oft eine Herausforderung sich durch das Laute Treiben um einen herum nicht ablenken zu lassen. Gleichzeitig IST das Laute Treiben das, was eine Stadt ausmacht, und es kann sich lohnen das bewusst als Kraft wahrzunehmen, die Masse an Menschen, das Treiben um einen Herum. Den Frieden im Lärm zu finden, wonach man ihn auch leichter ausblenden kann.
      Ich denke man muss erstmal für sich definieren was denn ein Ort ist der einem Kraft gibt und welche Art von Kraft man braucht. Ich lebe zwar nicht in einer Großstadt doch hier ist es auch sehr belebt und Ruhe in Form von unberührter, menschenleerer Natur findet man selten. Ich sehe mehr Rehe Abends beim Heimfahren am Straßenrand als im Wald. ;)

      Da ich die Ruhe, die ich mir wünsche, hier nicht bekommen kann, schaue ich jetzt nach Orten an denen sich das einstellt, was ich "Balance" nenne. Orte an denen alles im Einklang ist mit sich selbst und den Dingen drumherum. Diese Balance ist für mich wichtig und sie zu fühlen gibt mir Kraft. Es gibt hier z.B. einen Weg am Waldrand entlang auf dem man auf der einen Seite den Wald hört (Blätter rauschen, Wind, Vögel, etc.) auf der anderen Seite aber auch das "Rauschen" der Autobahn und den Zügen auf den Gleisen, die Laute der Menschen (inkl. Geschrei, Gehämmere, etc.) und die Autos, die durchs Ort rasen. Am Anfang fand ich das schlimm weil mir die lauten Geräusche der Menschen die schönen Geräusche des Waldes verdarben. Dann zeigten mir die Geister dass gerade an diesem Ort alles im Einklang war. Menschenwelt und Natur trafen sich, waren beide da, hatten ihre Berechtigung und leben zusammen. Die Harmonie dieses Ortes wurde mir erst da bewusst. Alles war in Balance. Seither mag ich diesen Ort. Ich sitze oft da auf einer Bank, den Wald im Rücken und sehe auf die Siedlungen der Menschen. Hinter mir der schützende Berg, der Wald mit all seinen Lebewesen, vor mir die weite Ebene und die kleinen und großen Siedlungen der Menschen. Mein Geist kann sich da öffnen und dorthin fliegen wo er möchte.

      Wenn wir nicht bekommen können was wir haben wollen dann müssen wir uns das nehmen was wir bekommen können und daraus das Beste machen um Kraft tanken zu können.

      Liebe Grüße
      Wölfin
      Es gibt mehr Ding im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.

      Hamlet (I, 5)
      Die Suche nach Ruhe und "Kraft".
      Nun, zum Thema "die (alten) Kirchen und vor dem Altar", wenn die Kirche geöffnet ist, sehe ich darin kein Problem, mein Partner (Ok er ist Christ) hat das einige Zeit bei sich in seiner alten Heimat gemacht, man kannte ihn und man lies die Gemeinde geöffnet.
      Als er in die Großstadt zog, fand er sich häufig in einer dunklen Ecke einer großen Kirche wieder, eine Ecke in der es des nachts recht ruhig war.
      Oder um Kraft zu tanken, lief er einfach nur, stundenlang durch den abend, schaltete die Menschen um sich herrum aus und beruhigte so seine Seele und tankte Kraft für sich.
      Auch das empfinde ich als gute Option, er führte bei all diesen Dingen übrigens Unterhaltungen mit seinem Gott.

      Ich selber bin aktuell in der Situation, das ich den Großstadtlärm, die Hektik und den Druck nicht mehr wirklich stand halten kann, ich versuche am Tag während langer Spaziergänge mit meinem Sohn, die Natur zu umfassen, indem ich einfach unter Bäumen verweile, die irgendwo rum stehen. Die Leute schauen zwar immer etwas eigenartig, aber was solls.
      Vormittags ist hier in der Stadt dafür eine sehr gute Zeit.
      Nachmittags sind die Parks überfüllt mit Kindern und Menschen, wer natürlich gern diese Kraft nutzen will....warum nicht.

      "Verwahrloste Grundstücke", sucht man langsam vergebens hier, die meisten werden erneuert und damals wo sie noch nicht erneuert waren, waren ständig Hundehalter unterwegs, oder Pilzsammler.
      Sogar der Friedhof ist hier sehr gern besucht...

      Das ist eben eine Stadt, wer keinen Hinterhof hat und kein kleines Häusle am Rande, der muss mit der pulsierenden Ader arbeiten und Leben.
      Wobei die pulsierende Ader selbst ja auch ein gewaltiger Kraftort sein kann... Es ist dort oft nur ein zuviel an Kraft bzw. zermürbender Kraft unterwegs auf Dauer....Ich bin immer gerne mit dem Fahrrad in die Natur geflüchtet, um wieder ein wenig Bodenhaftung zu bekommen, wenns bei mir soweit war...