Das negative Sündenbekenntnis und die heutige Zeit

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      Ma schrieb:

      Hilft das irgendwie weiter?


      Das war nochmal gut erklärt.. Danke... Das Konzept um die Maat habe ich mir auch so ähnlich vorgestellt...Das was mich bewegt, ist die Übertragung auf eine Gesellschaft... Wer legt fest was "gut" bzw. Maatgerecht für eine Gesellschaft ist....und was nicht? Und vorallem woher nimmt er sich das Recht bzw. das Wissen was die Maat genau will/ist ? Darauf bezog sich im Prinzip auch meine Frage, ob dieses Wissen aus dem " ureigenen Gewissen" der jeweiligen Menschen entsteht. Neferure hat ja geschrieben, dass im Prinzip jeder durch sein Gewissen schon weiß, ob er maatgerecht handelt, oder nicht.... Wer kann also beurteilen außer der Betroffene selbst, ob jemand maatgerecht gehandelt hat oder nicht...Man kann ja nicht in die Menschen hineinschauen....Staufenberg wurde im dritten Reich ja auch als ein gesellschaftsfeindlicher Hochveräter angesehen.... Für unsere Gesellschaft ist er das nicht... Die Ordnung einer anderen Gesellschaft hat er aber verletzt....

      Baboy schrieb:

      Staufenberg wurde im dritten Reich ja auch als ein gesellschaftsfeindlicher Hochveräter angesehen.... Für unsere Gesellschaft ist er das nicht... Die Ordnung einer anderen Gesellschaft hat er aber verletzt....

      Naja, also eigentlich hätte er damit dass er der bestehenden "Ordnung" widersprach die Maat gebrochen, ja.
      Aber da diese damalige Gesellschaftsordnung nun allen Regeln der Vernunft und des gesunden Menschenverstanden, also der Maat, selbst widersprach hat Graf Stauffenberg dennoch maatgerecht gehandelt. Die heutige westliche Gesellschaftsordnung ist ja auch nicht wirklich maatgerecht, aber in einigen Punkten doch schon definitiv um ein vielfaches näher dran als der kranke Nationalsozialismus. Deshalb ist das schwer miteinander zu vergleichen mit dem Blick von heute.

      Baboy schrieb:

      Wer legt fest was "gut" bzw. Maatgerecht für eine Gesellschaft ist....und was nicht? Und vorallem woher nimmt er sich das Recht bzw. das Wissen was die Maat genau will/ist ?

      Da die Maat an sich ein kemetisches Ordnungsprinzip ist, ist für mich ganz klar wer definiert was für uns Kemeten die Maat ist und was nicht. Der Nisut und die Priesterschaft lehren uns was maatgerecht ist. Das Wissen darum haben sie von den Göttern.
      Und genau dieses Wissen ist es, was ihnen das Recht gibt den Maatbegriff für uns zu definieren. Das Vertrauen auf dieses von den Göttern eingegebene Wissen ist ein ganz wesentlicher Bestandteil meines Glaubens. Wenn es dieses Vertrauen nicht gäbe wäre die ganze Institution unserer Priesterschaft obsolet.
      Huhu :-)))

      Paseba@

      Ja das ist es was ich damit sagen will, Kemeten sind eine Gemeinschaft, die für sich zuRecht in Anspruch nehmen den Begriff Maat und den Inhalt Maat für sich zu deuten.

      Wie gesagt ist das völlig okee solange mir da nix übergestülpt wird und ich als Nicht Kemetin nehme natürlich andere Worte und andere Ansichten für mich / da ich keiner Gemeinschaft angehöre ausser einen Chor..,* g*
      In Anspruch.

      Und vor allem hab ich ziemlich konträre Ansichten über Gewissen und zelluläre Gegebenheiten ich meine um s mal noch deutlicher zu formulieren dass Gewissen immer eine kulturelle
      Angelegenheit ist und keine angeborene Sache.

      Damit haben ganz automatisch richtig und falsch und gut und böse für mich eine andere Bedeutung.

      In allen Dingen des Alltags. Das Gute oder das Böse sind Nicht Angeboren ebenso wenig wie richtig und falsch...

      zoo aber das ist schon offtopic winke fee
      *runtergekommene Meisterin*
      Hallo fee,

      keine Sorge, ich dich bestimmt nicht missionieren. Ich glaube auch nicht, dass ich in meiner Sicht auf die Ma'at die einzige und absolute Wahrheit gefunden haben.... es ist nur dass, was in meinem Leben und Glauben irgendwie am besten funktioniert.
      Aber andere Menschen können herzlich gerne andere Ansichten haben - solange sie ihrerseits damit niemand anderen einschränken oder verletzen.

      liebe grüße

      Ma'en

      fee schrieb:

      Und vor allem hab ich ziemlich konträre Ansichten über Gewissen und zelluläre Gegebenheiten ich meine um s mal noch deutlicher zu formulieren dass Gewissen immer eine kulturelle
      Angelegenheit ist und keine angeborene Sache.

      Damit haben ganz automatisch richtig und falsch und gut und böse für mich eine andere Bedeutung.


      Ich habe nicht ganz diese Ansicht, weil ich glaube dass es neben den kulturellen, hausgemachte Einfluss auf das Gewissen auch eine Art naturgegebenes Gewissen gibt ( wenn man es überhaupt Gewissen mag). Z.B. erscheint es mir natürlich, dass es unter den verschiedenen Spezies im allgemeinen eine Hemmschwelle gibt die eigene Spezies zu töten... Da mag es Ausnahmen und Ausnahmesituationen geben...Aber es wäre insgesamt wohl eher kontraproduktiv für das überleben, wenn es das nicht gäbe... So gesehen stellt sich für mich nun aber immer wieder die Frage, ob es überhaupt etwas außerhalb dieser "Natürlichkeit" gibt, schließlich ist unsere Hirn und somit unsere Vorstellung bzw. Kultur auch ein Produkt dieser Ordnung....die ohne die Unordnung die wir zum Teil selber anrichten gar nicht existieren könnte... Somit hätte eben alles was existiert auch seine Berechtigung zu existieren...
      Ich glaub nicht dass hier irgendwer irgendwen missionieren will...

      Also ich möchte diese ganze Gewissensschiene für mich etwas entindividualisieren. Klar entscheidet jeder für sich was gut und böse ist. Allerdings innerhalb eines bereits bestehenden Rahmens. Der eine ist etwas strenger bei der Bewertung, der andre etwas lockerer. Sicher gibt's auch kulturelle Einflüsse, die sich auf diese Bewertung auswirken.
      Aber dennoch gibt's nen Grundwertekatalog, der unabhängig von Kultur, Religion, Ort, Status und individueller Ansicht allgemeingültig ist.
      Beispielsweise "Mord = Böse"
      Das Wissen haben sogar die Tiere.

      Selbst wenn Tiere ihre eigenen Artgenossen töten, morden sie sie ja nicht. Das sind Tötungen aus Revierkämpfen, Paarungstrieb oder sonstwas. Also Mord aus niederen Beweggründen wie Gier, Eifersucht o. ä. kommt mWn im Tierreich außerhalb der Familie der Primaten, zu der wir ja unbestreitbar gehören nicht vor.

      Ich bin felsenfest davon überzeugt dass es dieses Grundwertekonzept gibt, völlig unabhängig davon ob unsere Kultur es nun Maat nennt oder nicht.

      fee schrieb:

      Ja das ist es was ich damit sagen will, Kemeten sind eine Gemeinschaft, die für sich zuRecht in Anspruch nehmen den Begriff Maat und den Inhalt Maat für sich zu deuten.

      Ja, der Maatbegriff ist ja was kemetisches, auch wenn dieses Grundgewissen was hier angesprochen wurde allen innewohnt, und weil Maat ein kemetisches Konzept ist deutet Kemet auch den Inhalt.
      Da wir ja nicht missionieren und niemanden überzeugen wollen dürfte es auch kein Problem mit dieser Deutungshoheit geben. Denk ich mal ;)