Steinmauer und Kultplatz der Kelten entdeckt

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      Steinmauer und Kultplatz der Kelten entdeckt

      Neues gibt´s von der Schwäbischen Alb bei Langenenslingen:
      Dort glauben Archäologen, eine Befestigungsmauer und einen Kultplatz gefunden zu haben.
      Bei den Ausgrubungen kamen neben Tierknochen außerdem auch Menschenknochen in einem Opferschacht zu Tage.


      swr.de/landesschau-aktuell/bw/…d=1542/15di3cx/index.html
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      ©Siat



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      ANB´s
      Spannend!

      Wie immer werden im Artikel die Klischees abgerufen: "rätselhafter" Kultplatz ... liegt ja wohl keine genaue Bedienungsanleitung dabei. Es gibt aber keine archäologische Grabung, die nicht irgend ein Rätsel offen lässt. "Opferschacht" ... klar, da wurden Menschen geopfert und nicht vielleicht Tote begraben - waren ja schließlich Kelten.
      Jup! Ist ja leider so, wenn die Medien irgendetwas berichten... :rolleyes:
      Es muss halt "reißerisch" sein, damit die Meinung "der Leser" auch gut gebildet werden kann ;) .
      Aber das geht ja mit vielen Dingen so. Egal ob es sich um einen Zeitungsartikel handelt oder populärwissenschaftliche Bücher.


      Nichts desto trotz: Ein sehr spannender Fund und mal gucken, was dabei noch so ans Tageslicht kommt.


      LG
      Siat


      PS: Psssssssssst!!! Du kannst doch nicht so einfach sagen, dass es bei den Kelten Menschenopfer gab!
      Die waren doch alle soooooo naturverbunden und so lieb zu einander.
      :schmetterlinge: :schmetterlinge: :schmetterlinge:


      Vorsicht ironie ;)
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      ANB´s
      Also wir haben eigentlich kein Problem mit dem "Opferschacht", die Fundlage lässt nur wenig Interpretationsspielraum wenn man den Ort im Fundzusammenhang und geostrategischen Zusammenhang mal auch selbst gesehen hat. Der Bericht orientiert sich weitgehend an der Presserklärung, die schon vor Monaten an die Printmedien gegangen ist.
      Diese Presseerklärung würde mich jetzt schon interessieren.

      Zumindest wenn man das Ganze in Zusammenhang mit der Heuneburg-Siedlung betrachtet, wird's etwas stimmiger. swp.de/ulm/nachrichten/suedwes…er-Kelten;art4319,3202341

      Auf der Heuneburg selbst wird ja auch nach wie vor gegraben und geforscht. Rein zufällig waren wir da letztes WE (u.a.). Und ich hatte so den Eindruck, dass je mehr man findet, desto mehr Fragen tun sich auf, auf jeden Fall entsteht ein ziemlich komplexes Bild einer früheisenzeitlichen Hochkultur.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold
      Wie gewünscht
      > Pressemitteilungen Von: Regierungspräsidium Stuttgart
      Ausgrabung keltische Befestigungsmauer Langenenslingen

      Sehr geehrte Damen und Herren,

      Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten sogenannten Langfristprojekts führen Archäologen des Regierungspräsidiums Stuttgart unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Krausse und Dr. Leif Hansen seit 2014 Ausgrabungen im Bereich der oberen Donau durch. Bereits im ersten Jahr ist den Forschern eine Aufsehen erregende Entdeckung von überregionaler Bedeutung gelungen: Auf der „Alte Burg“, einem plateauartigen Ausläufer der Schwäbischen Alb oberhalb von Langenenslingen, stießen sie im Oktober 2014 überraschend auf eine mindestens vier Meter hoch erhaltene monumentale Steinmauer. Dies ist für den Raum nördlich der Alpen einzigartig. Auf Grund ihrer guten obertägigen Erhaltung kann die Mauer als ältestes Baudenkmal im gesamten süddeutschen Raum gelten.

      Die Steinmauer begrenzt einen gut zwei Hektar großen Bergsporn, der vor ca. 2500 Jahren durch die frühkeltischen Erbauer vollkommen überformt und umgestaltet wurde. Wie die Entdeckung eines Opferschachts mit menschlichen Skelettresten zeigt, diente dieses gigantische Bauwerk bis ins 3. Jahrhundert vor Christus als Kultplatz.

      Die aus Kalksteinen gesetzte Trockenmauer konnte bei den laufenden Ausgrabungen bisher nur im Randbereich freigelegt werden. Die oberen Partien sind noch im Steinschutt verborgen, so dass die Mauer an einigen Stellen wahrscheinlich noch sechs oder sieben Meter hoch senkrecht steht. Naturwissenschaftliche Untersuchungen an Tierknochen aus dem Mauerbereich sprechen für eine Errichtung der Mauer im 7. bis 5. Jahrhundert vor Christus.

      Die bisherigen Forschungen zeigen, dass die Alte Burg in der frühkeltischen Zeit wahrscheinlich nicht nur unter fortifikatorischen Gesichtspunkten heraussticht, sondern auch eine sehr bedeutende Anlage mit Kultplatzfunktion dargestellt haben dürfte

      Zusatz für den Pressetermin mit Regierungspräsident Johannes Schmalzl am Dienstag, 05. Mai 2015, ab 10.30 Uhr im Tagungshaus Kloster Heiligkreuztal mit anschließender Besichtigung der Grabung.

      Archäologen des Regierungspräsidiums Stuttgart entdecken sensationell gut erhaltene keltische Befestigung bei Langenenslingen im Kreis Biberach.
      Im Namen von Regierungspräsident Johannes Schmalzl laden wir Sie herzlich zu einem Pressetermin ein, bei dem Sie mehr über die gut erhaltene keltische Befestigung bei Langenenslingen erfahren. Kommen Sie am Dienstag, 05. Mai 2015, um 10.30 Uhr

      Nach der Begrüßung durch Regierungspräsident Johannes Schmalzl und einer kurzen thematischen Einführung durch Prof. Dr. Krausse und Dr. Hansen geht es gegen 11 Uhr gemeinsam zur Ausgrabungsstätte. Dort besteht Gelegenheit für eindrucksvolle Bild- und Filmaufnahmen, unter anderem von der partiell freigelegten frühkeltischen Befestigungsmauer.

      Für Fragen und Diskussionen stehen Ihnen die Herren Schmalzl, Krausse und Hansen zur Verfügung.
      Wir freuen uns über Ihr Kommen.


      Pressemiteilung Ende
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      Termin war toll, voller Saal , mieses Wetter wenige haben sich wirkllich bis oben durchgekämpft - die meisten sind unten geblieben. Die Leute vom Förderverein waren ja eh schon zum Teil mehrfach oben
      *ot* am Dienstag hat's immer noch geregnet? Das muss ja inzwischen voll die schwäbische Seeenplatte sein da unten */ot*

      Danke Artjulain,

      ich bekomme das alles immer nur so sporadisch mit. Wenn ich jetzt aber Hochdorf mit dazunehme, ergibt sich ja schon das Bild eines relativ großen hallstattzeitlichen Kulturraums nördlich der Alpen. Gibts da irgendwo eine griffige Zusammenfassung der oder Übersicht über die bisherigen Erkenntnisse?
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

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      Siat schrieb:


      PS: Psssssssssst!!! Du kannst doch nicht so einfach sagen, dass es bei den Kelten Menschenopfer gab!

      Andersherum. Ich darf nicht einfach so sagen, dass nicht jede Sammlung menschlicher Skelette in der Nähe von großen Gebäuden die Überreste von Menschenopfern sein müssen.
      Ich will darauf hinaus, dass die Interpretation Menschenopfer, die bei manchen Fundstätten in Zusammenhang mit manchen Berichten der Römer/Griechen eine wahrscheinliche Hypothese ist, nun jedem Neufund aufgepfropft wird, schlicht und ergreifend durch die Benennung. Es geht um Wortmagie! Wenn das Ding Opferschacht genannt wird, ist das Menschenopfer im Kopf der meisten Beteiligten, und eine Alternativinterpretation ist nur noch schwer denkbar. Ich kritisiere die Verhinderung einer unvoreingenommenen Analyse durch die suggerierte vorauseilende Interpretation. Darum habe ich ein Problem mit dem Begriff Opferschacht (im Gegensatz zu z.B. Skelettschacht), der sich leider vor langer Zeit durchgesetzt hat, durch Gewohnheit und nicht durch Korrektheit.
      Die waren doch alle soooooo naturverbunden und so lieb zu einander.

      Äh ... Kelten waren doch grausame Krieger, die die Köpfe ihrer Feinde zur Abschreckung am Eingang aufgeschichtet haben.
      Jaja, "... Heuneburg, dem sagenhaften Pyrene des Herodot...", immer diese Gewissheiten. Auch wenn einiges dafür spricht, ist das auch nur eine Theorie.

      Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen Menschenopfer und ritueller Deponierung von Leichen(teilen)?
      Es gibt ja durchaus Berichte von Nichtkelten, "Kulturfremden" oder Kriegsgegnern und "passende" archäologische Hinweise. Und für möglich kann man viel halten. Die Frage ist halt, wieviel Interpretationsspielraum gibt es, wenn Funde eine wie auch immer geartete rituelle Deponierung nahelegen und wieviel zusätzliches Detailwissen kann man hinzuziehen, um Umstände und Ursache und/oder Zweck der Deponierung genauer herauszuarbeiten?
      Ich will ja Menschenopfer oder rituelle Deponierung Toter nicht leugnen. Die Bewohner der hallstattzeitlichen "Fürstensitze" waren zweifellos einflussreiche und "international" agierende Menschen auf technisch hohem Niveau (das zeigen die Funde und deren teilweise Herkunft, sowohl aus dem Mittelmeer- wie auch dem Ostseeraum). Aber was weiß man über ihre Wertvorstellungen und ihre Vorstellungen von Leben und Tod?
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