15. 03. 15 - Editorial

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      15. 03. 15 - Editorial





      Hallo zusammen,

      heute bereits auf der Schwelle zum nächsten Tag, doch noch das Editorial. ;)

      Seit 2011 ruft der Verein Sternenkreis am 15. 03. jeden Jahres zum Hypatia-Gedenktag auf, um den Opfern durch die Heidenverfolgungen und der Hexenverbrennungen zu gedenken.
      Dieses Jahr stand er im Zeichen der ganz aktueller Geschehnisse in Syrien und Irak.

      Eine weitere sehr traurige Mitteilung kam, als bekannt wurde, dass Terry Pratchett, der Autor der wundervollen Scheibenweltromane, in denen er so viel Magie legte und beschrieb, dass manche (mit einem Augenzwinkern) auch gut als Lehrwerk für Junghexen geeignet erscheinen ;-), im Alter von 66 Jahren verstorben war.
      Nun hat er seinen letzte Reise angetreten und wird sicherlich erst einmal mit dem Tod bei einer Tasse Tee Schach spielen.
      Er wird durch seine Bücher nie vergessen sein.
      Ruhe in Frieden, lieber Sir.

      In unserem heutigen Update findet Ihr den zweiten Teil von Merienptahs Artikelreihe "Vom Wesen ägyptischer Tempel".
      Und ich habe mir, ebenfalls im Zeichen des Hypatia-Gedenktages, ein paar "Gedanken über Zerstörung und Terror im Namen Gottes" gemacht.


      Wir wünschen Euch auch diesmal viel Vergnügen beim Lesen, den einen oder anderen interessanten Gedankenimpuls und freuen uns natürlich wieder auf Eure Kommentare, Gedanken oder vielleicht sogar den einen oder anderen Beitrag von Euch.


      LG
      Siat



      Von den Hohen erschaffen
      zu lernen, zu lehren, zu wachen
      Geboren in der Sterne Welten
      Wandern und wandeln sie
      Die Drachen
      ©Siat



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      ANB´s
      Tolle Artikel, habe beide gerade durchgelesen.Danke an Merienptah und dich, Siat! Dein Artikel spiegelt genau das wieder, was ich auch schon lange denke.Nicht erst seit dem IS-Terror, sondern schon seit den Anschlägen vom elften September.Es ist schon tragisch, dass Religion immer wieder als Anlass zur Gewalt genommen wird.Und auch wenn viele nicht-radikale Christen und Moslems behaupten, dass ihr Gott so etwas nie gewollt hätte und sich davon distanzieren, so frage ich mich, WAS Gott überhaupt gewollt hat. Beziehungsweise, was noch übrig bleibt, wenn man sagt, dass all das was heute schlechtes im Zuge von Religion passiert ist, menschengemacht ist (auch das, was in der Bibel steht) und mit dem "wirklichen" Christentum nichts zu tun hat.Christentum und Islam waren von Anfang an keine friedlichen Religionen.Da kann ich ehrlichgesagt nicht verstehen, wie man diesem Glauben heutzutage noch angehören wollen kann.Und wenn ja, warum.

      Ich will hier nichts pauschal verteufeln, denn es kommt auf jeden Einzelnen an, und kein Mensch ist gleich.Aber nachdem was im Zuge der Christianisierung und Ausbreitung des Islam schon alles angerichtet wurde, könnte ich nicht mehr guten Gewissens Christ sein und hinter dem Christentum als solches stehen.

      LG,

      Kejoro
      "可愛さ余って憎さ百倍" - "Kawaisa amatte nikusa hyaku bai."
      Warum nicht? Das gröbste an Zerstörung durch Christen ist Jahrhunderte her. Seh ich heute kein Problem damit, die wenigsten Asatru würden wohl bedenken haben wegen der Greueltaten die ihre Vorgänger so angerichtet haben. Das ist Vergangenheit.

      Manche leben allerdings noch in jener Vergangenheit...das macht mir ehrlich gesagt viel mehr angst.
      “All utopias are dystopias. The term "dystopia" was coined by fools that believed a "utopia" can be functional.” ― A.E. Samaan
      Genau das meine ich ja.Dieses in der Vergangenheit leben.So gesehen geht es im Hier und Jetzt quasi weiter....das ist nichts anderes als die Kreuzzüge von vor hunderten von Jahren.Was mich daran halt so erschreckt ist, dass diese radikalen Christen oder Islamisten so mittelalterlich denken, und genau wie damals blindwütig irgendetwas zerstören und Menschen töten, um anderen ihren Glauben auf zu zwingen. Als ob sich seit damals in den Köpfen der Menschen nichts getan hätte.Daran sind meiner Meinung nach die Religionsmodelle Christentum und Islam Schuld.Das kann nicht von den Menschen allein ausgehen, und lediglich Auslegungssache sein. Und etwas so auslegen dass es Rechtfertigung und Anlass zur Gewalt bietet kann man auch nur, wenn entsprechende Vorlagen da sind.Wenn du verstehst, worauf ich hinaus will.
      "可愛さ余って憎さ百倍" - "Kawaisa amatte nikusa hyaku bai."
      Ich denke, dass es nicht so sehr um ein Aufrechnen geht, was Christen, Heiden, Moslems antike Juden, wer auch immer, jeweils auf dem Kerbholz haben.
      Es geht eher um die fatale Mischung aus Totalitarismus und Terror. Genau das ist es nämlich: Herrschaft durch Terrorismus im Wortsinn, Etablierung einer Schreckensherrschaft durch Vernichtung von Menschen, die nicht ins eigene Schema passen, deren Kultur(güter) und materielle Lebensgrundlagen (IS wie Kreuzritter). Dafür braucht's nicht mal eine Religion, die man vorschieben kann. "Die große proletarische Kulturrevolution" unter Mao, oder hier de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_verbrannten_B%C3%BCcher_1933 oder die stalinistische Sowjetunion usw. sind "weltliche" Beispiele für diese Art Terror.
      Die teuflische Mischung zu behaupten, das Wissen um das "Heil der Menschheit", wahlweise auch "des eigenen Volkes" für sich gepachtet zu haben und dafür über Leichen gehen, menschliche wie kulturelle, das unterscheidet diese Art von Terror von "einfachen Plünderungen".

      Damit sind die Wikinger, die plündenden Kelten in Delphi und andere historische "Heiden" übrigens raus. :P weil es denen nie um "Wahre Religion" oder "gerechte Politik" ging sondern ums raffen und kaputtmachen. Was anderes ist vielleicht die totale, auch rituelle Vernichtung Karthagos durch die Römer. Damals war das auch schon Terror, aber kein Kriegsverbrechen nach der Genfer Konvention. Zur Zeit der Kreuzritter oder der mosaischen Juden gab's die Genfer Konvention auch noch nicht. Aber heute gibt es sie und das kommt für den IS-Terror noch erschwerend hinzu. Damit will ich Wikinger- oder Germanenplünderzüge keinesfalls schönreden, aber es ist eine ganz andere Liga.

      Gewalt im Namen der "einzig wahren" Religion, des "einzig wahren Gottes" ist den abrahamitischen Religionen quasi "systemimmanent", das sie ja auf in Besitz sein der "einzigen Wahrheit" bestehen. Konsquenterweise ist alles andere "falsch". Ob man daraus auch einen Freibrief zur Vernichtung ableitet, ist eine Frage der gültigen Moral. Die einzige Chance mit verschiedenen Religionen friedlich zu leben, ist, Diversität als Wert an sich zu begreifen, das andersein der Anderen zu akzeptieren und als hohes Gut einer freien Gesellschaft zu schützen.
      Und da können wir uns am antiken Heidentum und dem damals üblichen nebeneinander Existieren teilweise völlig verschiedener Kulte und Weltvorstellungen durchaus ein Beispiel nehmen.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold