Chinesisches Neujahr ~ deutsche Rauhnächte

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      Chinesisches Neujahr ~ deutsche Rauhnächte

      Hoi hoi,

      Weihnachten, Sylvester, die Rauhnächte und auch das chinesische Neujahrsfest liegen zwar schon eine Weile hinter uns, und in den Supermärkten und beim Bäcker macht der Osterhase schon seine Aufwartung (jedenfalls bei uns), aber anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes (19. Februar im diesen Jahr) hatte ich mir den Wikipediaartikel (geht ja immer schnell) dazu mal durchgelesen und da bin ich doch auf eine ganz niedliche Parallele gestoßen: mitunter gehört zu den Gebräuchen dieser Zeit, dass der Küchengott einer jeden Familie dem Jadekaiser (dem obersten Gott, vermute ich) Bericht über seine Leute erstattet. Damit dieses Urteil möglichst gnädig ausfällt, wird besagtem Küchengott Süßes geopfert oder sogar um die Lippen (seines Idols) geschmiert (dieser Brauch wird auch als eine der Herkunftsmöglichkeiten der Redensart "Jemandem Honig um den Bart schmieren" angeführt in Georg Schwedts "Wenn das Gelbe vom Ei blau macht" (2008, offenbar hat das Buch keine Seiten, einfach 'Küchengott' als Suchbegriff eingeben: books.google.be/books?id=82r7T…onig%20ums%20maul&f=false).)

      Interessant dabei finde ich, dass in unserem Volksglauben ja zu den Rauhnächten, welche ja auch eine Art Neujahr sind oder vielmehr zwischen dem alten und neuen Jahr liegen, Ähnliches geschieht: Unsere Hauswirtschaft wird ja dann auch der Kontrolle eines Übernatürlichen (je nach Region Frau Holle, Frau Berchta, Frau Harke, der Wode usw.) unterzogen, nur mit dem Unterschied, dass die Gottheit in unserem Falle unsere Häuser besucht, und wir nicht unseren Hausgeist zu ihr schicken. (Und was den Hausgeist selbst angeht: das verhält sich ja auch von Region zu Region verschieden, doch manchmal heißt es, er lebe das ganze Jahr unterm Dach oder in seinem Baum und geselle sich nur zu Weihnachten (und Neujahr?) zu seinen menschlichen Mitbewohnern (und Schutzbefohlenen). Doch das trifft nicht auf alle Traditionen zu, da der Hausgott zumeist auch Herdgott ist und demnach im Herd lebt und waltet.)

      Viel Diskussionstoff liefert dieser Beitrag nicht, ich weiß, und zudem ist er auch out of season. Darf auch gerne wieder gelöscht werden, mir war einfach danach, dies mitzuteilen.

      Gruess
      Zornowski
      Hallo Zornowski,
      gewisse Ähnlichkeiten findet man ja auch in anderen Regionen.
      Ich bin z.B. (neben dem keltischen und kemetischen) sehr stark dem Hinduistischen zugeneigt, und da findet man auch sehr, sehr viele interessante Dinge.
      Z.B. ist der religiöse Kalender ein vorwiegender Mond-Kalender, nach dem die Festzeiten bestimmt werden. Eines der höchsten Feste, das Lichterfest Divali/Dipavali, ist z.T. ein Neujahrsfest und wiederum auch ein Fest der Toten... und es wird z.B. am Neu-bzw. Schwarzmond im Oktober/November gefeiert.
      Die Verwandtschaft mit Samhain ist da sehr deutlich (und würde mich auch aufgrund der indoeuropäischen Verwandtschaftslinie eh nicht sonderlich aus den Puschen hauen ;) ) .
      Auch geht man davon aus, dass in dieser Zeit Lakshmi, die Göttin der Fülle und des Reichtums die Häuser und die Menschen besucht, wobei Sie zuerst bei denen einkehrt, die ihr Haus besonders sauber, gereinigt und geschmückt haben ;) .

      Das Problem bei der Parallele zumindest mit den Rauhnächten hier zu Lande dürfte halt allerdings sein, dass eben Divali, wie gesagt, im Oktober/November liegt ;) .


      LG
      Siat
      Von den Hohen erschaffen
      zu lernen, zu lehren, zu wachen
      Geboren in der Sterne Welten
      Wandern und wandeln sie
      Die Drachen
      ©Siat



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      ANB´s
      Oh, danke für diese Info, ich bin entzückt! Von diesem indischen Lichterfeste hatte ich schon gehört und hatte vor Jahren sogar schon daran teilgenommen in einem örtlichen Lord Vischnu-Schrein. Das Frau Lakschmi eine zentrale Rolle spielte, konnte ich mich noch erinnern, doch dass sie ebenso wie Frau Holle/Berchta/Harke/... umgeht, das wusste ich nicht, finde ich ja toll. Ein Kind würde es nun wahrscheinlich so erklären, dass die gute Frau/Göttin eben etwas braucht, bevor sie von Indien Deutschland und Europa erreicht.

      Gibt es einen natürlichen Anlass, für dieses indische/hinduistische Lichterfest? (Natürlich im Sinne wie die Wintersonnenwende für die Rauhnächte und für das chinesische Neujahr (soll am 2. Vollmond nach der Wintersonnenwende stattfinden)).

      Gruß
      Polytheist
      :) Gern.
      Ein natürlicher Anlass war (und ist heute vor allen in den ländlicheren Gegenden Indiens) das Ende der Erntezeit.
      Es hat hat also seinen Ursprung in einem Erntefest. Und nicht zu vergessen eben die Tatsache, dass Amavasya (Nicht-Mond, dh. der Schwarzmond/Neumond) des Monats Kartika (also nach Gregorianischem Kalender etwa Mitte Oktober bis Mitte November) dazu noch mythologisch mit diversen Ereignissen verbunden ist ("Geburt" Lakshmis aus dem Milchozean, Ramas Rückkehr nach Ayodha, Krishnas Sieg über den Dämon Narakasur), die alle auch mit dem Thema des "Sieges des Lichtes gegen die Dunkelheit" (bzw. des Wissens (und der Weisheit) gegen die Unwissenheit) verbunden sind.

      Ist reichlich komplex ;) . Aber für unser Forumsblog steht Divali dies´ Jahr eh auf meinem Plan ;) .


      LG
      Siat

      PS: Willst Du eine Namensänderung? :sarcastic:
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