Mein Ogham-Set aus Mistel-"Holz"

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      Siat wrote:


      Hmm... Ist "Holz" eigentlich gleich "Holz" oder gibt es da ggf. auch Unterschiede je nach "Pflanzenart"? Mistel ist ja eher ein Kraut, als ein Gehölz oder Baum. *grübel*

      Natürlich ist jedes Holz anders, aber in diesem Fall ist es glaub ich recht egal ;)
      Also, Mistel ist in diesem Sinne schon Holz, weil die Äste ja verholzen, also einen ganz spezifisch zellulosebasierenden "holzigen" Aufbau und Zusammensetzung haben. Das Verfahren, das zum "färben", besser: anstreichen angewandt wird, basiert ja darauf, dass feinste Körnchen, nämlich das Pigment mittels eines Löse-, Bindemittels zwischen die Holzzellen oberflächlich eingebracht und "befestigt" werden. Von daher ist die individuelle chemische Zusammensetzung der Holzart relativ egal. Bei lasierenden Anstrichen gilt allerdings, dass die Farbe des Malgrunds die Färbung der Malerei mitbeeinflusst. Aber bei einem dunklen Rot und dem sehr hellen Mistelholz ist das eher vernachlässigbar.
      Muss mal sehen, ob ich irgendwo noch mal ein paar Stückchen Mistel-"Holz" zum experimentieren finde... Von gefärbten Blättern kann man ja sicherlich keine Rückschlüsse ziehen, oder?


      Für die Vorversuche: da gings mir eher um die Technik an sich, das Mischungsverhältnis, wie lässt sich das am geschicktesten und haltbarsten in die doch ziemlich feinen Ritzungen einbringen, nochmal drüber schleifen, einlassen, das ganze Prozedere halt. Ich würde das austesten, bevor ich damit an die ernste Arbeit gehe. Dafür kannst du auch ein x-beliebiges anderes Hölzchen mit ähnlicher Farbe und Struktur nehmen, denk ich.


      Tris wrote:

      Baboy wrote:

      der Klassiker zum Runenfärben

      Die Germanen benutzen zum Röten der Runen, sowie zum Färben von Stoffen eher den Färberkrapp. Dieser war leicht zugänglich, einfach in der Verarbeitung und lieferte mehrere Farbnuancen von Braun über Braunrot und Rot bis hin zu Pink.

      Offtopic am Rande, Jain. Woher willst du wissen, dass "die Germanen" Runen mit Krapp gerötet hätten? Und "Orakelrunen" wie unsere modernen Runensets kannten die vermutlich gar nicht. Färberkrapp war übrigens in Germanien teure Importware (einheimische Rötegewächse wie Labkräuter oder Waldmeister sind lange nicht so farbstoffhaltig wie der speziell gezüchtete und aus dem Mittelmeerraum importierte Krapp). Die Runen auf dem berühmten Stein von Jelling wurden mW mit mineralischen Pigmenten gefärbt und das Bildmotiv auch. In Frage kommen verschiedene Ocker. Ich denke mal, das gilt so für die meisten Runensteine, die allerdings eine eher nordgermanische Erscheinung sind. Während andererseits der überdimensionierte Prachtschild des Fürsten von Gommern (heutiges Sachsen, röm. Kaiserzeit) vollflächig mit teurem Importzinnober bemalt war. Von krappgeröteten Runen weiss ich nix. Richtig ist allerdings, dass in antiken römischen Wandmalereien Pflanzenpigmente von Krapp und Reseda nachgewiesen wurden, aber das Verfahren zur Gewinnung ist recht kompliziert. Richtig ist auch, dass wohlhabende Germanen mit Krapp gefärbte Wollstoffe trugen. Aber Wolle ist eine Eiweissfaser und da geht das mit Krapp, auf Zellulose (also Pflanzenfasern wie Lein oder Holz(?)) zieht Krapp fast gar nicht auf und wird eklig babyrosa.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold

      Wetterleuchten wrote:

      Und "Orakelrunen" wie unsere modernen Runensets kannten die vermutlich gar nicht.

      Das stimmt. Runenstäbe waren "Einmal- bzw Wegwerfware". Sie wurde mehr oder weniger für einen Wurf hergestellt und dann entsorgt. Rein von der logischer Denke, ist es anzunehmen, dass man dazu nicht unbedingt aufwändige Pigmente hergenommen hat. Das Fixieren eines anorganischen Stoffes ist meist schwieriger und im alltäglichen Leben wurden eher organische Verbindungen verwendet - wie heute auch.

      Wetterleuchten wrote:

      das Verfahren zur Gewinnung ist recht kompliziert

      Ja, nun, "kompliziert" ist hier relativ. Für mich, als Chemiestudenten, ist das eher nicht so arg kompliziert.
      Is it the sea you hear in me? Its dissatisfactions? Or the voice of nothing, that was your madness?
      - Sylvia Plath

      Tris wrote:

      Das stimmt. Runenstäbe waren "Einmal- bzw Wegwerfware". Sie wurde mehr oder weniger für einen Wurf hergestellt und dann entsorgt

      Jo klar und zwar mit Krappwurzel gerötet :rolleyes:
      Rein von der logischen Denke her müsste ich jetzt nach der Quelle dieses erstaunlichen Wissens fragen, aber das wäre hier gnadenlos offtopic

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      B oha, ich wollte wollte jetzt nicht indem ich unüberlegt behauptete " das Rötel Quasi das original sei" eine Diskussion darüber entfachen... Auch wenn die durchaus interessant sein kann....
      Fakt ist nur das roter Ocker schon in der Steinzeit verwendet wurde zwecks Höhlenmalerei....wahrscheinlich auch mit Tierfett, einem Emulgator ( zb. Milch, oder eben Eigelb) und Wasser vermischt.( natürlich wurden aber auch dort schon Pflanzen zum färben verwendet) Es war auch je nach gegend bei uns ganz gut verfügbar...Roter Ocker wird auch heute noch von zb. Naturvölker in Afrika rituell verwendet....Es geht dabei häufig um die Darstellung von Blut.... DaruM nannte ich es einen Klassiker... besonders wenn es um die rituelle Darstellung von Blut geht.... Ich glaube als Germane hätte ich eben das genommen, was gerade da war...und falls die Stäbchen dann sowieso nur einmal benutzt wurden( wenn überhaupt) , musste es noch nichtmal sonderlich haltbar sein....auch zb. echtes Blut wäre dann denkbar... Eitempera hält aber recht gut...Wie man zb. An Jahrhunderte alten Ikonenmalereien sehen kann....und ist auch nicht sonderlich kompliziert herzustellen