(Schmanisches) Reisen-In eine (selbst) aufgebaute (konstruierte) Welt oder in das "Nebenan" der materiellen Welt?

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      Wissenschaftlicher Ansatz:

      Unser Hirn arbeitet "selbstreferentiell". D.h., da das Hirn selbst keine eigenen Sinnesorgane hat und nur elektrische Impulse der Sinnesorgane über die Nervenleiter empfängt, konstruiert es sich die Wirklichkeit selbst.

      Wir haben uns als Menschen eine "intersubjektive Wirklichkeit" geschaffen - die sich von "subjektiv" (persönliche Wirklichkeit) und "objektiv", (logische Wahrheiten, die über subjektiv und intersubjektiv hinaus gehen - also immer wahr sind - egal in welchem Kontext), abgrenzt.

      Ein selbstreferentielles System erschafft und repariert sich selbst. Es funktioniert sogar dann, wenn es wissenschaftlich/logisch völlig falsch ist, was man in der Soziologie und Psychologie sehr häufig beobachten kann. Wer sich dafür interessiert, der sollte sich mal Luhmans Systemtheorie ansehen. Danach darf man sein Weltbild völlig neu aufbauen :D
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      Ich habe vor Jahren einige Experimente mit anderen Leuten gemacht, in denen wir gemeinsam gereist sind und dann unsere Wahrnehmungen miteinander abgeglichen haben. Die Übereinstimmung der Wahrnehmung kann erstaunlich hoch sein. Oft ist aber nur die "Rahmenhandlung" identisch und es gibt massive Abweichungen in den Details. Interessant ist aber auch, wo die Abweichungen beginnen und jeder wieder in sein persönliches (teils sehr abstraktes) Wahrnehmungssystem/Symbolsystem rutscht.

      Die NAW entsteht erst mal im eigenen Kopf (basierend auf den Erfahrungen und Prägungen der AW/3D-Welt) und verändert sich mit Zeit und Übung. Die NAW ist für die meisten Leute erst mal "Ausland". Man kennt weder die Örtlichkeiten, noch die Sprache, noch die Gebräuche. Mit Praxis und Gewohnheit ändert sich das. Man lernt die "Sprache" und weiß, wie man sich zu benehmen hat. Aber wie bei jedem, der eine neue Sprache lernt, setzt man die gehörten/gesehenen Dinge erst mal in die eigene, vertraute Sprache um, und da kann es zu interessanten Missverständnissen und Fehlinterpretationen kommen. (Fremdsprachler kennen das, wenn man das erste mal in einer Sprache, die nicht die Muttersprache ist, träumt und das für ganz selbstverständlich hält. Dann erst hat man wirklich einen echten Zugang zu dieser Sprache).

      Früher habe ich mir meine Start- und Ankerpunkte selbst geschaffen (visualisiert). Ich habe die NAW nach meinen Vorstellungen verändert. Das ist so, wie wenn man im Ausland ein Zimmer nimmt und sich erst mal die vertrauten Bilder an die Wand hängt, obwohl es außerhalb des Zimmers doch ganz anders aussehen kann. Wenn man rausgeht, setzt man sich erst mal eine Sonnenbrille (Filter) auf. Man kann erst mal nicht alles verstehen oder erklären, was man ohne die Filter sieht. Deshalb sperrt man es erst mal aus. Manche Leute schamanisieren ihr ganzes Leben lang so (durchaus mit Erfolg - es gibt z.B. komplette japanische Gemeinwesen in Deutschland, die kaum Berührungspunkte mit dem deutschen Alltag haben). Andere Menschen tauchen in die fremdvertraute Welt ein und öffnen sich dafür. Dazwischen gibt's wiederum unzählige Abstufungen, die einem meist überhaupt nicht bewusst sind.

      Das ist aber alles nur ein Ausschnitt aus der "Realität". Fast jeder, den ich kenne hat einen anderen Zugang, eine andere Methodik, eine andere Wahrnehmung. Jeder bringt anfangs sein eigenes Symbolsystem, seine eigene Interpretation, seine eigene Sprache mit. Bei traditionellen Schamanen ist die Wahrnehmung meist an deren Kultur und Tradition gebunden. Es gibt tradierte, größtenteils feststehende Symbole, Muster und Formensprachen. Schamanisierende Menschen müssen sich das im Allgemeinen erst erarbeiten und da gibt es im Laufe der Zeit mitunter große - nicht selten sprunghafte - Veränderungen.

      Meine persönliche Erkenntnis:
      Jeder von uns lebt ein einem Taschenuniversum, das das Taschenuniversum seiner "Mit-Wesenheiten" durchdringt, tangiert, aber auch trennt. Es gibt zahllose Berührungspunkte, aber auch Unterschiede. Man kann sich durch Abgleich (Intersubjektivität) eine gemeinsame Realität aufbauen (so funktionieren soziale Gesellschaften) und nicht viel anders läuft das mMn auch in der NAW ab.
      Handle, ehe es da ist | Lenk es ehe es wirr wird | Der Weise geht zurück den Weg, den die Menschen gingen | um den Dingen zurückzuhelfen zu ihrer Natur | und wagt nur eines nicht: wider die Natur zu handeln.