rauhnächte

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      rauhnächte

      Die zwölf rauhnächte (25.12.-5.1.) waren bei unseren vorfahren heilige nächte. In ihnen wurde so wenig wie möglich gearbeitet, aber dafür gefeiert, gegessen, getrunken, orakelt und geredet. die rauhnächte gelten als eine art „niemandszeit“, eine zeit zwischen den jahren, sie sind auch die differenz der tage des sonnenjahres (365 tage) und des mondjahres (354 tage). Es ist auch eine zeit der stille und der innenschau.

      Der name „rauhnacht“ wird von „rau“ abgeleitet, was früher auch mit haarig, fellbekleidet, wild gleichgesetzt wurde. ---> siehe thread perchtenumzügen

      um sich vor den umgehenden geistern, hexen, dämonen, verstorbenen und wilden tieren zu schützen, zeichneteten die leute früher das andreaskreuz oder den drudenfuß an türen und fenster und räucherten hof und haus mit geweihten kräutern aus.
      Es sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass die leute damals keine elektrizität hatten und deshalb der dunklen jahreszeit mit angst gegenüber standen und die wiederkehr der sonne und des frühlings ersehnten.
      Verboten war es, draußen wäsche aufzuhängen, da sich die umgehenden geister, dämonen, hexen, verstorbenen und wilden tiere drin verfangen konnten, auch sollten bis zu beginn der rauhnächte schulden zurückgezahlt, versprechen eingelöst, geputzt und genug vorräte angehäuft werden.

      Es wurde auch genau darauf geachtet, was einem an jedem einzelnen dieser zwölf tage wiederfuhr und was man träumte, denn diese zwölf tage sollen stellvertretend für die kommenden zwölf monate stehen. deshalb wurde außerdem orakelt, z.b. blei gießen an silvester.

      Weitere bräuche der rauhnächte sind füttern der bäume mit brot, kleine münzen unter die baumrinde stecken, aufstellen/aufhängen von körben, die mit brot, gebäck,
      obst und nüssen gefüllt sind als kleine aufmerksamkeit für die draußen umgehenden wesenheiten, geldmünzen in die wasserschale tun, in der man sich wäscht, der umzug der sternsinger, welche die dreikönigskerze und den weihnachtsstern von haus zu haus tragen sowie auftragen mit geweihter kreide auf die haustür c+m+b mit der jeweiligen jahreszahl. Es ist übrigens ein irrglaube, dass c+m+b auf caspar, melchior, balthasar zurückgeht, es soll in wirklichkeit „christus mansionem benedicat“ heißen (christus segne dieses haus). Manchmal wird anstelle eines „c“ ein „k“ geschrieben, das geht dann auf „kyrios“ zurück (griechisch für „herr“).
      Erst einmal ein frohes neues Kalenderjahr allerseits.

      Ich möchte nur darauf hinweisen, wenn hier geschrieben wird, dass "unsere Vorfahren" schon die Rauhnächte gefeiert haben, ein genauerer Zeitpunkt werden sollte.
      Zu schnell entsteht nämlich der Eindruck, dass Kelten oder Germanen schon die Rauhnächte gefeiert haben könnten.

      Was nicht der Fall ist.

      Die Rauhnächte, wie auch wilde Jagd und dergleichen, entstanden erst in der bereits christianisierten nordwesteuropäischen Bevölkerung und sind maximal von einem Hauch früherer heidnischer Vorstellungen gestreift worden. Zwar jenseits kirchlicher Offizialien, aber ohne christliche Vorstellungen wie den angsteinflößenden Dämonenjagden und -austreibungen wären sie so in der Form nicht entstanden.

      Auch die Länge der Rauhnächte variierte regional sehr stark, manchmal wurden sie nur 3 Tage lang beschrieben.

      Die Entstehung der Rauhnächte an sich enstand aus den Mondjahren, die nicht in das Kalenderjahr passten. Die Rauhnächte waren die Zeit, die übrigblieb und wurden daher auch die "toten" Nächte genannt. Sie waren gewissermaßen die "Schalttage" des Kalenderjahres.
      @ Hi Vailos,

      erstmal ein Gutes Neues und ja,-
      Zu schnell entsteht nämlich der Eindruck, dass Kelten oder Germanen schon die Rauhnächte gefeiert haben könnten.

      Was nicht der Fall ist.


      Ja, Danke für den Hinweis.

      grüssles fee
      >nunNUN(°>

      Vailos wrote:

      E

      1) Die Rauhnächte, wie auch wilde Jagd und dergleichen, entstanden erst in der bereits christianisierten nordwesteuropäischen Bevölkerung und sind maximal von einem Hauch früherer heidnischer Vorstellungen gestreift worden.
      -----------
      2) Die Entstehung der Rauhnächte an sich enstand aus den Mondjahren, die nicht in das Kalenderjahr passten. Die Rauhnächte waren die Zeit, die übrigblieb und wurden daher auch die "toten" Nächte genannt. Sie waren gewissermaßen die "Schalttage" des Kalenderjahres.



      Und wie lösen wir dieses Paradox jetzt auf ?
      @ hi

      ich liebe die Zeit *zwischen den Jahren* ob die nun alt hergebracht sind oder niegelnagelneu...das ist doch eine Frage mit der sich Brauchtumforscher beschäftigen sollen.
      Teilweise übe ich igendwelche Bräuche die mir ins Konzept passen und teilweise leb ich grad so wie wann anders auch.

      Ich hatte mir mal so ein Büchlein über die Rauhnächte zugelegt und fand die Geschichten sehr nett oder auch anregend zu lesen. Wahrscheinlich hatten unsre Altvorderen genauso viel zu tun wenn nicht mehr um den Alltag zu bewältigen... Ju und wieviel Zeit werden sie wohl zum feiern gehabt haben ? so durch die Jahrtausende betrachtet?

      Lg fee
      >nunNUN(°>
      Was immer seit altersher jetzt ist, interessieren würden mich deine Erkenntnisse und Ideen dazu schon, @artjulain



      artjulain wrote:

      Und wie lösen wir dieses Paradox jetzt auf ?

      Edith will noch einen Lösungsvorschlag für das Paradox nachliefern:
      1) bezieht sich auf das im Eröffnungsbeitrag erwähnte Brauchtum und den dämonenlastigen Inhalt.
      2) bezieht sich auf die Schaltfunktion, die erst mal völlig unabhängig von sämtlichen möglichen Inhalten ist.

      Und jetzt halt ich die Pfötchen still und bin auf weitere Erläuterungen gespannt.







      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold

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