Literaturempfehlungen für Germanen, Wikinger, Friesen, Asatru und Co.

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      Literaturempfehlungen für Germanen, Wikinger, Friesen, Asatru und Co.

      Ich habe zwar im Edda-Thread schon dazu geschrieben, aber ich glaube, hier passt es besser.
      Ich interessiere mich gerade für oben genannte Themen und suche dazu gute Bücher. Also Sachbücher, die möglichst gut recherchiert sind und wissenschaftlich möglichst fundiert sind oder aber auch Bücher, die euch persönlich gut auf dem Weg zum Asatru geholfen haben, die euch erst dahin gebracht haben oder sonst wie einen besonderen Stellenwert bei euch einnehmen.
      Da beim großen A jede Menge Bücher genannt werden, ich aber jetzt so auf Anhieb nicht beurteilen kann, was davon wirklich empfehlenswert ist, ich ehrlich eingestanden, jetzt auch zu faul bin auf ewige Recherche und mögliche Fehlkäufe vermeiden will, dachte ich, frage ich hier doch mal nach. Gibt ja hier so einige, die sich schon deutlich länger mit der Thematik auseinandersetzen.
      Also immer her mit euren Empfehlungen.
      Hi Bücherhexe,

      ich bin grade ein wenig hilflos. Um was geht's dir denn jetzt konkret: wissenschaftlich fundierte Werke über Kultur, Alltag und Religion historischer germanischer Stämme (wie der Titel vermuten lässt) oder modernes Asatru o.ä.? Letzteres ist ja eher weniger wissenschaftlich fundiert sondern mehr persönliche Erlebens- und Glaubensache, wenn auch mitunter an wissenschaftlich-historischen Erkenntnissen orientiert.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.
      Alles zum Thema, also sowohl als auch.

      Zum einen interessieren mich fundierte Bücher über die Völker, Volksstämme.

      Zum anderen interessieren mich Bücher, die Menschen bewegt haben, auf den Weg gebracht haben, sie auf ihrem Weg halten und begleiten. Das können und dürfen auch Bücher sein, die vielleicht nicht so wirklich fundiert sind, aber eben eine Wirkung hatten.

      Hm, als Beispiel fällt mir da jetzt nur, bzgl. Wicca und/oder Celtoi "Die Neben von Avalon", von Marion Zimmer Bradley ein. Ein fiktionaler Roman, der aber wohl bei vielen (damals auch mir) überhaupt erst den Stein ins Rollen gebracht hat. Erst nach dieser Lektüre habe ich begonnen, mich mit den Themen des Heidentums generell und der Ur-und Frühgeschichte im allgemeinen auseinander zu setzen und habe, damals zunächst, ganz viel darüber gelesen, in der Stadbücherei, ich nur gar nicht mehr was. Von da bin ich dann über Wicca gestolpert und habe diesbtgl. alles inhaliert, was es so gab. Von da ging mein Weg immer mehr wieder in die Richtung Celtoi, bzw. Naturreligion allgemein. Ich bin eine Leseratte und ich liebe diese Themen, suche ich doch noch immer meinen stimmigen Weg. Und auch wenn ich schon einiges gelesen habe, bin ich sicher, dass es da noch viel mehr gibt und so suche ich weiter nach Input, wie ein Schwamm. Allerdings jetzt eben zu den obengenannten Themen.

      Ich hoffe, es ist nicht zu wirr und missverständlich.
      Ah ok.
      Der ganz persönliche Weg und die Fakten dazu, das sind ja schon verschiedene Paare Schuhe.
      Also dann ganz persönlich. Gepackt haben mich schon ziemlich früh Namen und eine ganz bestimmte Rune. Ich habe das lange nicht weiter ergründet, weil ich dachte, das wäre für mein persönliches Leben und die Welt, in der ich lebe, nicht so besonders wichtig weil's ja lange vorbei ist.

      Die Initialzündung war tatsächlich American Gods von Neil Gaiman. Ich war ja schon immer ziemlich angetan von der Gattung des magischen Realismus, aber dieser Roman war tatsächlich eine Schnittstelle zwischen abstrakten "lange vorbei, theoretischer Bildungsinhalt" und "Realität". Auch wenn die Realität im Roman natürlich eine fiktive ist, das war mir schon klar, trotzdem erlebte ich dieses Buch als Grenzüberschreitung, "eindringen" in mein Leben.
      Dann kam so die übliche rumleserei. Da fand ich vieles erschreckend und nicht so wirklich inhaltstark. Inspirierend fand ich Voenix zum Beispiel. Und ganz fürchterlich inspirierend die Begegnung mit Germanenreenactors. Ich bin ja ein Fan von alten Gegenständen und "den Geistern" die ich da *wirken* zu spüren vermeine. Also auf mich haben sie jedenfalls Wirkung :mrgreen:
      Also treibe ich mich gerne in Museen rum und lese "gerne" Archäologiebücher. Gerne deswegen in Anführungszeichen, weil die meist "trocken" sind, halt Fakten auswerten. Bücher, die zum Weiterlesen anregen, fundiert im wissenschaftlichen Sinn sind und anschauliche Hintergründe oder Überblicke bieten, sind z.B. die Kataloge von Ausstellungen, wenn sie Fachaufsätze und Literaturhinweise enthalten.
      Beispielhaft finde ich hier "Wikinger, Waräger und Normannen", Else Roesdahl u.a. 1993 (im Handel vergriffe, aber über Fernleihe erhältlich) oder "Imperium Romanum", Archäologisches Landesmuseum Suttgart. Das sind inspirierende und fundierte Leckerlis für sinnlich-haptisch veranlagte.
      Auch informativ, aber mehr für den groben Überblick: "Im Schmelztiegel der Religionen - Göttertausch bei Kelten, Römern und Germanen" von Roland Gschlössl.

      Und dann natürlich Basics wie Simeks "Götter und Kulte der Germanen" und "Religion und Mythologie der Germanen" oder Krauses "Die Geschichte der Germanen".

      Klaus Düwels "Runenkunde" gibt einen guten Überblick über historische Runendenkmäler und den Forschungsstand, gänzlich unesoterisch aber interessant.

      Eine ziemlich quellenfundierte Sichtweise modernen wie historischen Polytheismus gibt Andreas Mangs "Aufgeklärtes Heidentum".

      Das mal für den Anfang mit der Schrotkanone ;)
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.
      Meine Oma hatte "Germanische Götter- und Heldensagen" und diverse andere alte Schinken im Schrank stehen. Ich habe mir als kleiner Junge extra das lesen von Fraktur-Schrift beigebracht, damit ich die alten Wälzer lesen konnte. Vorher hatte ich nur in den romantischen Illustrationen schwelgen können. Mit den Interpretationen und den oft auch mal verworrenen Geschichten könnt ich allerdings nicht immer was anfangen.

      Aus heutiger Sicht furchtbar romantisierend und jenseits von Wissenschaftlichkeit. Aber für mich war es ein Einstieg.
      Handle, ehe es da ist | Lenk es ehe es wirr wird | Der Weise geht zurück den Weg, den die Menschen gingen | um den Dingen zurückzuhelfen zu ihrer Natur | und wagt nur eines nicht: wider die Natur zu handeln.
      Na, das ist doch schon mal was. Danke. American Gods liegt schon länger hier und wartet darauf, gelesen zu werden. Germanische Götter- und Heldensagen habe ich auch hier. Dann werde ich mal schauen, dass ich jetzt an das Lesefutter rankomme.

      Mein Interesse wurde ja erst so richtig geweckt, als ich in Haitabu und dem dort ebenfalls angegiederten Museum war. Fand ich total spannend und werde sicherlich mal wieder hinfahren.
      Oh, Haithabu ist toll. (Ich war da aber auch erst einmal, weils von mir aus am falschen Ende des Landes ist. Die haben übrigens auch Bücher im Shop ;) ) Wenn du nochmal in Schleswig bist, plane einen Extratag für Schloss Gottorf ein. Das lohnt sich auf jeden Fall auch.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.
      Okay, das merke ich mir. Ich wohne ja zum Glück etwas näher dran, wenn es auch nicht direkt um die Ecke ist, aber für einen Tagesausflug lohnt es sich immer.
      Ich habe mir damals, besser gesagt mir und meiner Lütten auch gleich zwei Bücher mitgenommen. Ich weiß noch, ich hätte, wenn ich das Geld gehabt hätte, den halben Laden aufkaufen können. Leider habe ich mir nicht die ganzen Titel merken können. Klar.

      Was ich auch empfehlen kann, wenn auch nicht Wikinger oder so, ist das Freilichtmuseum Cloppenburg! Da wollen wir auch auf jeden Fall noch mal hin. Die haben auch eine Menge toller Lektüre und anderer Dinge. Allerdings ist dort keine Kartenzahlung möglich. Man sollte also auf jeden Fall ein bisschen mehr Geld dabei haben. Es lohnt sich auf jeden Fall.

      Ich liebe Museen, die sich mit Natur- und/oder Völkerkunde beschäftigen.

      Krampus ist vorgemerkt. Bislang habe ich nur den Kinderdieb von Brom, kann ich aber noch nichts zu sagen, weil, liegt auch noch auf dem SuB.
      Hallo Buecherhexe,

      Zu den Germanen kann ich das Reclam Buch von Rudolf Simek empfehlen: "Die Germanen".
      Ansonsten fällt mir grade noch GEO Epoche "Die Germanen" und das Karfunkel Heft "Germanen" ein.
      Aus all den dreien habe ich viel Infos bekommen.
      Bzgl. Museen: Dieses Jahr war ich auch noch im Wikingermuseum in Ribe / DK: ganz toll gemacht!
      Bieten auch an auf dem Gelände seinen Urlaub zu verbringen (falls man ein echter Germane oder Wikinger oder so was ist). Habe dort auch einen Schmied kennengelernt, der um sein Eisen zu bekommen noch Rennöfen betreibt.

      viele Grüße

      blacksmith

      P.S. Und dann kann ich auch noch das LOFOTR Museum (lofotr.no) empfehlen. Ist leider etwas weit weg.