Die Erde retten....

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      Wetterleuchten wrote:

      Äh nö, "herzlos" bist du nicht, du hättest nur gerne, dass andere für dich übernehmen, was du als einzig mögliche Lösung empfindest? So könnte man das glatt verstehen.


      Wo steht denn dass ich das gerne hätte? Ich stell keine Kristalle auf und bitte die Götter die Welt zu retten.
      Ich sitze auch nicht in irgendeinem Labor und entwickle, Gott spielend, irgendeinen Supervirus.

      Ich habe die Götter diesbezüglich noch nie um etwas gebeten außer dass sie den Menschen doch ein klitzekleines Bisschen mehr Verstand und Weitsicht schenken mögen...
      Diese Bitte wiederhole ich bereits seit etwa zwanzig Jahren ohne jemals erhört worden zu sein. Ich glaube auch nicht dass sich daran jemals etwas ändern wird. Mensch ist wie er ist und ich muss mich damit abfinden.

      Heißt aber noch lange nicht dass ich jemals damit aufhören werde den Menschen ihr Verhalten unter die Nase zu reiben und ihnen immer wieder den Spiegel vors Gesicht zu halten. Wenn ich auch nur einen Einzigen dazu bewegen kann sein Verhalten zu hinterfragen und womöglich zu ändern habe ich die Welt zu einem besseren Ort gemacht und meine "Arbeit" war nicht umsonst...
      Natürlich hoffe ich dass ich das bei mehr als nur einem schaffe ;)

      Und wenn ich Milchmädchenrechnungen dazu instrumentalisiere Menschen zum Nachdenken zu bewegen hab ich da schon so meinen Grund für.
      Wenn ich ein hundertseitiges Rechenexperiment hier vorlege mit allen berücksichtigten "Wenn und Aber's" wird niemand mehr zuhören, weil vor Langeweile und Desinteresse alle wegschauen, einschlafen oder was auch immer tun. Ganz gleich es wird niemand bis zum Endergebnis abwarten.

      Auch meine oftmals recht flapsigen und polarisierenden Kommentare haben nur den einen Grund, damit will ich auffallen. Wenn ich all das hier nett, höflich und zurückhaltend formuliere wird mir niemand zuhören, dann werd ich genauso ausgeblendet wie der Klimagipfel, das Abschmelzen der Polkappen, das Ozonloch, die Müllinseln in den Ozeanen, die Hungerkatastrophen in allen möglichen Teilen der Welt oder die Kriege, Konflikte und Terroranschläge allüberall. Dann verschwinde ich in einer Art undefiniertem Hintergrundrauschen.

      Wenn ich euch allen diese unschönen Themen aber gallebitter gewürzt vor die Füße speie und euch damit in eurem Lauf aufhalte und ihr euch möglicherweise dadurch auch ein klitzekleines bisschen persönlich angegriffen fühlt, hört ihr mir aber zu... Wenn auch nur kurz. Aber ihr hört zu und macht euch zu den Themen eure eigenen Gedanken.
      Mehr will ich gar nicht.
      Ich kann euch aber nur in eurem rasanten Tempo anhalten (oder zumindest abbremsen) und zum Nachdenken anregen wenn ich euch knallhart an den Kopf werfe was gesagt werden muss. Und das gelingt mir seit Jahren auf diese flapsige und polarisierende Art am Besten.
      Wenn ich nett und immer brav flauschig bin werde ich ignoriert, schlage ich aber auf die Tischplatte und brülle meine Themen förmlich heraus nimmt man mich wenigstens zur Kenntnis.

      Ehrlich gesagt geht die Rolle des "Motz-Meri" mir gewaltig auf die Nerven, und ich würd meine Themen lieber ruhiger und dafür um ein vielfaches sachlicher ansprechen, allerdings könnte ich dann auch gleich Valium unters Volk werfen, hätte in etwa den gleichen Effekt.
      Also wenn ich Leute erreichen will muss ich, ganz gleich ob es mir gefällt oder nicht, ebendiesen Leuten patzig und stur in den Weg treten und ihnen knallhart direkt aufs Gesicht zusagen was ich loswerden will. Sonst hört niemand zu...

      Tut mir leid wenn ich damit mancherleuts gutaufgeräumte Komfortzone mit dem Schmutz der Welt besudel und den Hausfrieden etwas in Schieflage bringe. Aber meine 20 Jahre Arbeit mit und für Menschen hat mich nun mal gelehrt dass meine spitze Zunge und meine scharfen Worte das beste Werkzeug sind um die Ohren der Menschen zu öffnen.
      :dirol:
      "Das ist die Seuche dieser Zeit,
      Verrückte führen Blinde"


      King Lear, W. Shakespeare 1606

      Erstmal danke für diesen inspirierenden Thread, bei dem ich zwischen Widerspruch und Zustimmung schwankte. Ich komme etwas später, mag aber trotzdem meine Gedanken dazu mitteilen.

      Zu Gaia. Vorweg, wenn ich von/zu Mutter Erde spreche, dann meine ich die belebte Erde, bewohnt von auf Nuklein- und Aminosäuren basierenden Lebensformen. Wenn diese ausgestorben sind, fehlte das Entscheidende, es wäre dann nurmehr eine Stein/Magmakugel wie Planet Merkur. Ich verstehe da Gaia wie James Lovelock, der gerade der Biosphäre die erstaunlichen Eigenschaften zuschrieb, die z.B. das Klima ausgleichen. Ich teile nicht die Gewissheit, dass Gaia uns in jedem Falle überleben wird wie sie auch andere Katastrophen überlebte. Es gab da das Massensterben vor 65 Mio Jahren, über das wir immerhin eine gut erhärtete Hypothese der Ursache haben, den Meteoriten im Chicxulub, ein Gesteinsbrocken von 10-15km. Das ist nicht viel bei einem Erddurchmesser von 12800km, d.h. etwa ein Milliardstel des Gewichts der ganzen Erde. Eigentlich ein lokales Ereignis, da ist es erstaunlich, dass die Hälfte aller Spezies ausstarben, darunter alle großen Tiere, vor allem durch die Folgewirkungen. Ich finde die Biosphäre ganz schön fragil.
      Ich bin sicher, theoretisch könnte die Menschheit es schaffen, sämtliches Leben auszurotten, wenn sie dieses Ziel hat, und sogar auf verschiedenen Wegen. Viele Nuklearwaffen gerichtet gezündet, könnten die Erdbahn um die Sonne so stören, dass sie zeitweise oder dauerhaft der Sonne so nahe kommt, dass alles Wasser verdampft, und selbst Bakterien und Archae nicht überleben. Oder, die Erdrotation stoppen, dass eine Seite immer Tag, die andere Nacht hat. Oder, die Erdrotation so beschleunigen, dass die Atmosphäre sich ins All verabschiedet. Oder, soviel potente Treibhausgase wie FCKW freigeben, dass das Modell Venus entsteht, wo auch kein Wasser flüssig bleibt. Oder chemisch, automatische Fabriken, die kontinuierlich den Globus mit starker Säure oder Base überziehen. Oder biologisch, starke Peptidasen, Lipasen, RNAasen würden jede Zelle vernichten, weil sie alle im Grunde den selben Bauplan haben. Oder mit radioaktiver Strahlung.
      Derzeit sehe ich bei der Menschheit einen Konsens, die Erde zu erhalten, und die Frage ist eher, ob der Exodus aus Versehen passieren könnte. Aber noch geht es den Menschen gut - wie sieht es aber aus, wenn der Mensch tatsächlich kurz vor seiner Ausrottung steht, gebeutelt von Hunger, Durst, Seuchen, Hitze, Kälte, hätte er Skrupel, alle anderen Spezies mit in den Untergang zu reißen? Theoretisch könnte die Erde mit allen Spezies außer Mensch weiterexistieren, nur, praktisch wird der Mensch die Erde nicht so geräuschlos verlassen wie (vermeintlich) die Dinosaurier, weil er in seinem Überlebenskampf noch mehr Reserven mobilisieren kann.
      Wie die Antwort auch aussieht, ich finde "die Erde retten" ein absolut legitimes Ziel/Ideal, weder unnötig, noch unmöglich - ich würde mich nicht darüber lustig machen oder es abwerten. Die Frage ist natürlich, welche Mittel nützlich und realistisch sind. Da geht es um die Spezies Mensch, der aber in großem Maße abhängig von anderen Spezies ist, von Biotopen, von Ressourcen. Darum ist das ein vernünftiges Konzept: die Erde retten, um die Menschen zu retten.
      @Merienptah:
      Ich reihe mich ein und sehe Vieles, das du geschrieben hast, identisch.

      Das Aufrufen zur Weltverbesserung und installieren von Kristallen (wie auch immer), hat für mich einen esoterischen Beigeschmack.
      Und man sollte sich fragen: Welche Motivation steckt wirklich dahinter?
      Jeder sollte und kann vor seiner Tür anfangen, etwas zu verändern, ich kann mich verändern.
      Ist es heutzutage nötig, sich unbedingt zu vermehren? Die Überpopulation bringt sehr viele Probleme mit sich und schadet Mutter Erde.
      Auch sollte man sein Konsumverhalten überdenken, samt Müllproduktion. Ist es nötig, überall mit dem Auto hinzufahren? Könnte man eventuell auf ein Auto ganz verzichten?
      Ist es nötig Fleisch zu essen? Denn der Fleischkonsum verschleudert dermaßen viele Ressourcen.
      Usw. und so fort...
      Man könnte erstmal dort anfangen, wo die Wurzel des Übels beginnt und überlegen, wie sehr man Mutter Natur wirklich schadet, damit man daran ggf. etwas ändern kann.

      Meine Grüße

      Lohe
      Ist es nicht erst einmal egal, was ich tue, um die Welt zu retten?
      Klar, Kristalle hört sich nach Esoterik an, na und?
      Schadet es denn etwa? Ich denke, nein.
      Und die Götter werden es sicher sehen und wohl auch wahrnehmen.
      Leider kann ich so nicht die Plastikstrudel auflösen, leider.
      de.wikipedia.org/wiki/Plastikm%C3%BCll_in_den_Ozeanen

      Dabei wäre es ziemlich einfach, da mit nur etwas Technik schon eine Menge zu bewirken, aber irgendwie wird das Geld lieber in Rüstung und Raumfahrt usw. investiert.

      Merienptah wrote:

      Dieses selbstgefällige und großspurige "Ich bin der Herr der Welt"- Gerede und "Ich kann tun und lassen was ich will, einfach weil ich es kann" hängt mir echt zum Hals raus.
      [/quote]

      wir sollten bedenken, dass "Die Erde retten" ein durchaus sehr eigennütziges Ziel ist . Ist ja auch o. k. so.
      Menschen sind Teil der Erde, nur ist es so, dass die Erde auch ganz gut ohne Menschen zurechtkäme ... sie würde sich halt anders entwickeln. Die Menschen kommen aber ohne die Erde nicht zurecht.
      Damit hat das " tun und lassen was ich will ..." sehr enge Grenzen. Fatal ist, dass dies Etliche nicht erkennen.
      Selbst wenn es manchmal deutlich vor Augen geführt wird. Fukujima , Klimawandel , Ökokatastrophen ...
      ... und manche haben nix dazugelernt.,
      Ich kann sehr gut verstehen, dass es Dir zum Hals raushängt ... die Erde geht für das, was alles durch den Menschen passiert noch sehr pfleglich mit uns als Bewohnern um . Ich hoffe mal wirklich, dass der Selberhaltungstrieb stärker ist als die Gier, bevor es zu spät ist.
      Wenn jemand die Erde mit Kristallen retten möchte ist das Prima, der Gedanke zählt.
      Besonders wenn derjenige die Verpackung, in denen die Kristalle geliefert wurden nicht in die Botanik schmeisst.

      aramis, Erdenbewohner
      und manche haben nix dazugelernt...

      Das sagt es treffend. Na, der Spruch des alten Indianers, der passt dann schon.
      Kann man nur hoffen, dass sich die Erde von den Menschen erholt, aber da bin ich zuversichtlich.
      Selbst der blöde Atommüll ist irgendwann harmlos, dauert eben etwas länger.
      Kakerlaken überstehen sogar das, also, die nächste große Erdbevölkerung sind wohl Kakerlaken und Co.

      der Nachtfalke, Weltenbewohner (hihi)

      Aramis wrote:

      Merienptah wrote:


      Wenn jemand die Erde mit Kristallen retten möchte ist das Prima, der Gedanke zählt.
      aramis, Erdenbewohner


      Der Gedanke zählt ist richtig,
      aber eher gut gedacht und schlecht gemacht. Muss ich erst einen Teil Erde ausbeuten/zerstören (der Erde entrissen), wo sich andere wieder durch den Verkauf daran bereichern, der Gegenstand wird verpackt, was beim "Endverbraucher" wieder Müll verursacht, der Transport fällt an, etc. um diesen Kristall wieder an anderer Stelle in die Erde zu installieren... mir kommt das bizarr vor. Genauso bizarr, wie Bäume gefällt werden, Tieren dadurch Lebensraum entzogen wird, um daraus Vogelhäuschen zu bauen...

      Meine Grüße

      Lohe
      Trotzdem noch eine kleine Anmerkung zum Vogelhäuschen, die man ja nicht unbedingt aus billiger Massenproduktion erwerben muss, sondern auch aus "Abfallholz", das heißt, Holz, das beim bauen, schreinern durch Speditionsverpackungen etcpp eh anfällt, relativ leicht selbst bauen kann. Man kann natürlich unterscheiden in Futterhäuschen und Nisthilfen. Beides macht Sinn, obwohl es auch jeweils andere Lösungen gibt (siehe z.B. Vogelfutter-thread hier im Forum).
      Kritiker wenden jeweils ein, dass beide Maßnahmen eher unnötig wären, würden Gärten und Grünanlagen naturgerechter gestaltet und natürliche Lebensräume besser geschützt. Im Prinzip ist das auch völlig richtig. Eine Hecke aus geeigneten einheimischen Hölzern und Wildkräuter pflanzen, einen hohlen Baum und abgeblühte Stauden stehen lassen und schon ist viel zum Schutz von Insekten und Vögeln getan (und ein Stück Erde gerettet).
      Nur kann man halt keinen zwingen, diese Maßnahmen zu ergreifen. Man kann das natürlich selbst tun, wenn man die Möglichkeit (z.B. das Grundstück dazu) hat. Oder o.g. "Ausgleichsmaßnahmen" wie Nisthilfe und Winterfutter(häuschen).
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis genannt sein wollen." Philip Meinhold