Mythen der Archäologie ....

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      Danke für den Hinweis, Alvara.

      "Archäologische Geschlechtsbestimmung" bzw. die Irrtümer und Fehlschlüsse die sich durch kulturelle Schablonen und Prägungen teilweise ergeben, sind ja schon länger Thema in der Forschung. Vor einigen Jahren widmete sich eine Ausstellund des historischen Museum in Speyer dem ebenfalls sehr klischeebeladenen Themas, allerdings ging es da um Frauen als Gründerinnen, Kulturheroinen, Kriegerinnen (Amazonen). Auch dort wurde eine archäologische Fehleinordnung aufgrund von Beigaben präsentiert.
      Spätestens wenn man sich mit Mythen von einflussreichen Seherinnen und Schicksal webenden Frauen oder kulturheroischen Göttinnen beschäftigt, oder dem haltlosen Geeier, das sich mit schöner Regelmäßigkeit bei esoterischen männlich-weiblich-Diskussionen ergibt, müsste einem klar werden, dass mit der Geschlechterindentifikation aus den Anfangszeiten der modernen Archäologie (18./19. Jhd) was nicht stimmen kann.

      Eine Ausstellung zum Thema welche Thesen belegbar und welche lediglich (durch die eigene Brille gefärbte) Deutung sind, war also schon geradezu überfällig.

      Freiburg ist von mir aus nur ein Tagesausflug. Mal schauen, wann ich mir das einplane. Anschauen werd ich's mir auf jeden Fall.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold
      Sehr interessant! Das ist auch ein großes Problem in der Ägyptologie. Viele Quellen, die sich beispielsweise auf Sexualisiertes beziehen sind in den Zeiten der Prüderie um die Jahrhundertwende oder den 50ern entweder verfälscht oder ganz verbannt worden (z.B. ityphallische Mumien, die nachträglich "entmannt" wurden, was kultisch gesehen eine mittlere Katastrophe darstellt). Ich nenne das gern "Ärmelschoner-Ägyptologie" :D .
      *hehe* das passt ja wie die Faust aufs Auge. "Primitive" Kulturen haben ""freizügig" zu sein, "Hochkulturen" "gesittet". Das sagt schon ne Menge über die Interpreten aus.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold
      *lol* ja, die Mähr von der Hochkultur... Es gibt Hinweise, dass es neben der schillernden gesitteten altägyptischen Gesellschaft Bevölkerungsschichten gab, die in etwa eine Unterkaste darstellten und aus dem sozialen Netz völlig herausfielen. Die hat man natürlich gern unter den Tisch gekehrt in den historischen Aufzeichnungen. Tatsächlich lebten die meisten Altägypter in Elend und Armut, während die hohen Beamten, Priester und Pharaonen es recht nett hatten.

      Ka-Sethi schrieb:

      Tatsächlich lebten die meisten Altägypter in Elend und Armut, während die hohen Beamten, Priester und Pharaonen es recht nett hatten.


      Wo hast du denn diese Behauptung her?
      Sicherlich gab es auch ärmere Bevölkerungsschichten in Ägypten, die nicht ansatzweise mit dem Reichtum der Könige konkurrieren konnten, klar. Aber zu behaupten dass die meisten Ägypter in Elend und Armut lebten ist doch etwas weit hergeholt.

      Okay, wenn du jetzt sagst dass ein Leben als Bauer auf dem Lande ein Leben in Elend und Armut ist, dann hast du wohl Recht, denn etwa 80% der ägyptischen Bevölkerung lebte in diesem Agrarland tatsächlich als Bauern auf dem Land.

      Mir ist allerdings noch keine Gesellschaft begegnet in denen die Bauern die ärmsten und elendesten waren. Kommt es beispielsweise zu Nahrungsknappheit und Hungersnöten sind die Städter die ersten, die es erwischt. Die Bauern sind davon als letzte betroffen.

      Schau doch hierzulande nur mal drei Generationen zurück, wen hat denn der Hungerwinter 1945/46 direkt nach dem Krieg am härtesten erwischt? Die Städter sind verhungert, nicht die Bauern.
      "Das ist die Seuche dieser Zeit,
      Verrückte führen Blinde"


      King Lear, W. Shakespeare 1606

      Ach echt?

      Hm..ich kann mich noch an Erzählungen meiner Großmutter erinnern..die lebte in einem Dorf auf dem platten Land (Selfkant)...da sind auch die Bauern hungrig gewesen. Meine Mutter ist von ihrer Mutter Kartoffeln hamstern geschickt worden, damit überhaupt was essbares da war...

      na ja...

      Morag
      Ich bin was ich war
      ich war was ich werde
      ich werde was ich bin

      https://daspuppenkontor.wordpress.com/
      Ich hab nicht behauptet dass die Bauern zu dieser Zeit in Völlerei leben konnten, ich hab nur gesagt dass es ihnen besser ging als den Städtern, die nix zu "hamstern" hatten weils in der Stadt einfach nix zu "hamstern" gab.

      :/
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      King Lear, W. Shakespeare 1606

      Das Leben von Bauern und Hirten in der nordafrikanischen Wüste vor 4000 Jahren wird man schwerlich mit dem Leben der ländlichen Bevölkerung im grünen Mitteleuropa um 1945 vergleichen können. ;)

      Und das ist inzwischen recht gut belegt, dass es in Altägypten und Mesopotamien eine recht markante Zweiklassengesellschaft bestehend aus einer winzigen Elite und einer großen, aber besitzlosen Unterschicht gab. Oft war sogar Leibeigenschaft (also sich freiwillig in die Sklaverei zu begeben) die angenehmere Wahl.