"Heimische" Göttin des Zornes

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

      Hi Siat,

      Siat schrieb:

      Hallo
      Dh. die "mittelalterliche Skadi" wäre für Dich demnach eine andere Person als die "ältere" ?

      Nö, nicht konkret ;)
      Ich habe das nur als grundsätzliche Möglichkeit im Hinterkopf, weil sich Götter, Wahrnehmung derselben und "Zuständigkeiten" im Laufe der Zeiten oder Kulturen, Gegenden usw. gerne mal ändern, erweitern, an kulturelle Gegebenheiten "anpassen" usw. Und in Skadis Fall lässt die riesische Abstammung und die Namensetymologie ja schon auf einen wilden, unbeherrschbaren, chaotischen, thursisch eben, Ursprung schließen (hast Recht, das wäre auch ein eigenes Thema wert).
      Und dann wäre noch die berüchtigte Bruchstückhaftigkeit der Überlieferung. Also sowohl Raum für Veränderung und Entwcklung als auch für Spekulatius darüber.
      Und, was ich eben auch bemerkenswert und interessant finde, bei aller Bruchstückhaftigkeit, scheint sich der Wert, kriegerische und gewaltsame Auseinandersetzungen durch Verhandlung oder Richterspruch zu verhindern bzw. zu beenden, doch konsequent durchzuziehen. Waren halt auch Pragmatiker, die ollen Germanen. ;)
      Aber um die Kurve zurück und zu deiner Aussage "Find das generell "schwierig", solche "Reinformen" zu finden... *grübl* zu kriegen:
      Das ist eben Leben, mit "Reinformen" kommst du auf Dauer nicht klar, eine Ausgangsposition, die mal "gut und angemessen" war, kann sich in der Entwicklung der Dinge überholen. Skadis Zorn z.B. über den Tod ihres Vaters und ihr waffenstarrender Auftritt war gut und richtig, aber aus dieser Position heraus zu verhandeln war jetzt ja auch kein Fehler. Hat ne Menge Blut und weiteres Leid gespart. Dinge und Umstände ändern sich halt mal und Menschen und Götter mit ihnen.

      Und die Rage, der "Zorn" und das entsprechend selbstbewusste Auftreten ist für viele antiken Göttininnen und Götter charakteristisch. Wenn man etwas weiter ausholt, würde auch Freyja ins Raster passen. Und zwar, wenn man mal von diesem "Liebesgöttin-Image" etwas weg geht und betrachtet, dass sie immerhin "oberste Walküre" ist und die erste Wahl unter den Gefallenen hat. Und mangels entsprechend germanischsprachiger (eddischer) Überlieferung zu Freyja und dem Komplex Walküre mal ihre keltischen "Schwestern" anschaut, da kann man leicht an furienhaften Horror denken. Gut das ist jetzt ziemlich weit konstruiert, gebe ich zu.
      Wir können das auch gerne in ein eigenes Thema verlagern,, ja.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold
      Naja, es kommt halt auch darauf an, was man unter "Zorn" versteht. Für mich ist Zorn das Gefühl eines Wesens. Wenn ich davon ausgehe, dass es auch Wesen gibt, die nicht im empathischen Sinn fühlen sondern einfach pures Sein sind, ohne Maßstäbe, dann ist Zorn vielleicht das falsche Wort?

      Und wenn es um's reine "Zerstörungspotential" in Bezug auf die Existenz der Welt oder der Dinge geht, könnte man sich ja die Járnviðjur, die Trollfrauen aus dem Eisenwald anschauen, die die Wölfe zeugen, u. a. auch Managarm, den Weltverschlinger oder auch Angrboda, die Angstbringende, Kummerbereitende, Mutter des Fenriswolfes.

      Wenn der Wolf jagen geht, tut er das weil er zornig ist oder weil er Hunger hat?
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold

      Wetterleuchten schrieb:

      oder auch Angrboda, die Angstbringende, Kummerbereitende,

      Grundsätzlich kann ich Dir zustimmen. Zu Angrboda möchte ich allerdings etwas zu bedenken geben, sie erzeugt nicht die Umstände, die Angst und Sorgen bereiten, sondern lediglich diese Gefühle, wenn solche Umstände vorhanden sind. Andersherum: wäre der Mensch frei von angesammelten Ängsten (einmal im Fahrstuhl stecken geblieben, immer ein blödes Gefühl), würde sie als fürsorgliche Mutter wahrgenommen werden. Sie ist gerade nicht zerstörend, sie ist der Aspekt des Eisens, der uns schützt.
      Auf mich. Geschrieben steht nicht viel über sie.

      Es ist aber auch gedanklich nachvollziehbar, Angst ist eigentlich eine Warnfunktion (das äußerste die Panikreaktion, die Kräfte verleihen kann und das Denken sinnvollerweise überspringt, wenn sie im richtigen Moment erfolgt), Sorgen ein Denkanreiz. Erst unsere Lebensprägungen können mitunter den Sinn von Angst und Sorgen unterlaufen (mein Fahrstuhlbeispiel, was natürlich noch harmlos ist).
      Du hast aber schon gelesen um was es geht?
      Und bei allem was recht ist, eine Riesin von der nur überliefert ist, dass sie mit Loki zusammen u.a. den Fenriswolf zu "verantworten" hat, die nehme ich ganz bestimmt nicht als fürsorgliche Mutter wahr. Zumal ihr Name durchaus als Charakterisierung ihrer Natur gesehen werden kann.
      Und bei aller Liebe :sarcastic: wenn ein Fels auf mich drauf fällt bin ich futsch, egal wie ich das finde und egal wie der Fels das eventuell gemeint haben könnte. Ich denke, ein Fels meint gar nix, er ist halt schwerer und härter als die meisten Lebenden und so ist es vielleicht mit Angrboda auch.
      Schatz fahr vorsichtig, hinter uns is Stau.

      "Die Nazis haben den Ruf der Nazis so versaut, dass nicht mal mehr Nazis Nazis sein wollen." Philip Meinhold
      Zumindest in der nordischen Mythologie gäbe es noch die riesischen Mühlenmägde Fenja und Menja. Sie vernichten Frodhi und zerstören den sagenhaften Frodhifrieden. Allerdings sind sie trotzdem nicht nur zerstörerisch, anfangs mahlen sie gute Dinge.

      Wie viel einer Urzerstörungskraft in ihrer Geschichte aufgegriffen wurde, lässt sich nicht sagen. Ich denke mir, dass sie eigentlich zu Fenris passen, eine der Kräfte, die den Göttern entgegenstehen, dafür gibt es aber keine Belege.