Kemetismus außerhalb Ägyptens

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      Kemetismus außerhalb Ägyptens

      Hey Heidenfreunde,
      ds ich mich Momentan mit dem Kemetismus auseinandersetze, sind besonders die Kemeten unter euch gefragt (aber natürlich auch alle anderen).

      Viele fühlen sich mit ihren Göttern ja durch gemeinsame Erlebnisse, ihrer Herkunft, die heidnischen Wurzeln ihrer Heimat oder lokale Kulte verbunden. Der Kemetismus hat seine Wurzeln aber in Ägypten und war dem entsprechenden auch auf das Gebiet, den Nil und den Schöpfungszyklus aus ägyptischer Sicht ausgelegt. Diese Regionen sind mit ihren dichten Wäldern, vielen Flüssen und gänzlich anderen Tieren, sowie eine vollkommen andere geographische Lage vollkommen unterschiedlich zu Ägypten. Fühlt man sich seinen Göttern dadurch nicht fern? Worin seht ihr sie in ihrer ägyptischen Ausprägung und ihre Mythen, die Feste und die ägyptische Ausprägung? Ich stelle mir das zu Weilen sehr schwierig vor? So ist Hapi z.B. eine Nilgottheit.
      LG
      Ja, das ist in der Tat schwierig.
      Ich wäre vermutlich keine Kemetin wenn ich nicht mehrfach schon in Ägypten gewesen wäre.

      Als Jugendliche war ich Christin mit ein paar Ausflügen in die Verehrung der heimischen Wälder und des Mondes - ich bin mit bürgerlichem Namen nach einer Mondgöttin benannt, irgendwie erschien das naheliegend.
      Das Ägyptenfieber hatte mich dann zunächst auf einer eher intellektuellen Ebene gepackt... nach meiner ersten Reise nach Ägypten habe ich begonnen, an der Universität Mittelägyptisch zu lernen und schließlich auch das Studienfach gewechselt. Die spirituelle Entwicklung kam etwas später und ging parallel dazu weiter.

      Eine entscheidende Komponente waren und sind für mich die altägyptischen Texte. Hier habe ich theologische und ethische Konzepte gefunden, die für mich im tiefsten Herzen überzeugend sind und die sich durchaus verallgemeinern und übertragen lassen. Aber trotzdem kann und will ich nicht verleugnen, dass ich ein Kind des 20. Jahrhunderts bin und dass ich in einer anderen Klimazone lebe, daher habe ich die altägyptischen Konzepte selbstverständlich verändert und angepasst.

      Heute habe ich ein gewisses Stückwerk an Praktiken.
      Zum Beispiel feiere ich das Neujahrsfest Anfang August nach seiner astronomischen Berechnung (heliakaler Frühaufgang der Sothis). Andererseits feiere ich die Sonnenwenden und Tag- und Nachtgleichen: Als Teil des Sonnenjahres sind sie mit meiner Verehrung für Re und die Sonnenaugen durchaus vereinbar, und durch meinen Wohnort in Europa haben sie für meinen konkreten Jahreslauf und die Abfolge der Jahreszeiten eine praktische Bedeutung.
      Dann habe ich einen Ahnenschrein, an dem ich das ägyptische Totengebet bete, aber als jährlichen besonderen Gedenktag wähle ich der Samhain/Allerheiligen anstelle z.B. des Opetfestes.
      Eine Gabe für Hapi habe ich durchaus auch schon im Rhein und im Mississippi hinterlassen.

      Und trotz aller "Anpassungsschwierigkeiten" passt doch der Kemetismus besser zu mir als alles andere, was ich ausprobiert habe.
      Eine der entscheidenden Erkenntnisse, die ich über die Jahre gemacht habe, war zum Beispiel die Sache mit der Sonne.
      Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber für mich war das wichtig:
      Ich wurde als Feministin erzogen, und die Weiblichkeit wird in Europa ja gemeinhin mit dem Mond verbunden. Ich habe mit dem Mond genau wie mit meiner Weiblichkeit aber lange gehadert, auf spiritueller Ebene... bis ich erkannt habe, dass viele Göttinnen Ägyptens solare Göttinnen sind, während der Mond fast ausschließlich mit männlichen Göttern assoziiert ist. Irgendwann fiel mir auch auf, dass mein Menstruationsrhytmus nicht dem Mondzyklus folgt, sondern etwas länger ist und mit 1/12 des Sonnenjahres übereinstimmt. Und dass meine Stimmung und meine Energie viel mehr an der Position im Sonnenjahr und der Sonneneinstrahlung hängt als an den Mondphasen.
      Auf einer spirituellen Ebene war das eine wirklich befreiende Erkenntnis... denn vorher war da immer dieses dumpfe Gefühl, dass ich als "echte Frau" doch so eine Mondverbindung haben "müsste". Im Kemetismus ist die Kombination von Weiblichkeit und solarem Aspekt dagegen vollkommen natürlich.

      So, ich gehe jetzt dann mal schlafen... und jetzt habe ich wieder Sehnsucht nach Waset. (Luxor). Nach dem Sonnenaufgang auf der Dehenet, nach dem Brüllen der Esel am Nilufer und dem Ipet-Sut in der Mittagshitze...


      liebe Grüße

      Ma'en
      Mir sind die Götter immer gleich nah oder gleich fern, egal wo ich mich befinde. Es liegt an mir Verbindung aufzunehmen, mich an sie zu wenden, mich ihnen zu öffnen, sie an mich heranzulassen. Gottheiten sind nicht an geografische Gegebenheiten gebunden. Aber natürlich kann ich nachvollziehen, dass man sich regionalen Gottheiten am passenden Ort besonders verbunden fühlt. Dafür kann man sich aber leider nicht aller Wochen auf Reisen begeben. Aber wenn man dann an dem richtigen Ort weilt, ist das ein ganz besonderer Moment.

      Oftmals helfen göttliche Symbole, auf die Götter weisende Insignien oder ein Bild oder eine Statue, um eine räumliche Distanz zu überwinden.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.

      Agnosco wrote:

      Gottheiten sind nicht an geografische Gegebenheiten gebunden. Aber natürlich kann ich nachvollziehen, dass man sich regionalen Gottheiten am passenden Ort besonders verbunden fühlt.


      Das bringt mich tatsächlich gerade ins Grübeln... was du schreibst: dass Gottheiten nicht an einen materiellen Ort gebunden sind, das denke ich auch.
      Andererseits gibt es "regionale" Gottheiten - ist das nicht ein Widerspruch?

      Vielleicht lässt sich dieser Widerspruch lösen, wenn man sich die Cheperu ansieht.
      "Cheper", geschrieben mit der Skarabäus-Hieroglyphe, bedeutet "werden, entstehen". Als Substantiv gebraucht findet sich das Wort oft im Bezug auf Gottheiten und wird in der Ägyptologie gerne mit "Erscheinungsform" übersetzt.
      Eine Gottheit kann verschiedene Erscheinungsformen haben... eigentlich klar. Horus kann als Kind, als Falke, als Falkenköpfiger Mann oder als geflügelte Sonnenscheibe dargestellt werden: Selbe Gottheit, verschiedene Formen.
      Nun sind diese Formen aber oft regional verankert. Re ist der Sonnengott von Iunu (Heliopolis), aber in Theben erscheint er als Amun-Re. Hathor ist die Herrin von Dendera, die menschengestaltige Schönheit mit den Kuhohren. Außer in Theben, da ist sie die "Herrin des Westens" und die Kuh, die aus dem Gebirge hervortritt. Und noch weiter südlich ist sie die Herrin von Gebelein.

      Warum sollte man also dieses Prinzip nicht weiterspinnen? Die Gottheiten können ihre regionale Bindung und Besonderheit behalten, und können uns an anderen Orten dennoch - in subtil anderer Gestalt - wieder begegnen.
      Ich kann Hapi am Nil verehren, aber vielleicht kann ich ihn in Köln auch als "Hapi, Vater Rhein" ansprechen.
      Ich kann Hathor als wilde Kuh der Papyrusmarschen begegnen, wobei das Rascheln des Schilfs im Klappern des Sistrum nachempfunden wird, welches die Göttin besänftigen soll. Aber kann ich das Sistrum nicht auch in den raschelnden Blättern eines europäischen Waldes heraushören?

      Meine einzige Sorge ist, dass ich mit einer solchen Übertragung den Göttinnen und Geistern des anderen Ortes auf die Füße trete. Wo wir wieder beim Thema der "einheimischen" Götter wären und der Frage, ob die Verehrung ägyptischer Gottheiten in Europa überhaupt "funktioniert".
      Ich meine, ist Vater Rhein beleidigt, wenn ich ihn Hapi nenne? Ist es arrogant, die Gottheiten einer entfernten Kultur hier einzuführen, obwohl es doch schon einheimische Göttinnen und Götter hier gibt? (aber gibt es die denn wirklich? Die Menschen der Eiszeit haben in Deutschland eine anderen Religion gehabt als die frühen Kelten und später die eingewanderten germanischen Stämme... )
      Oder haben die Griechen doch Recht, und es ist den Gottheiten relativ egal, bei welchem Namen ein Volk sie nennt, denn es sind doch im Kern dieselben Wesenheiten?
      Naja, das empfinde ich eigentlich nicht so. Hathor ist für mich eine grundverschieden andere "Person" als Aphrodite.

      Irgendwie wird das jetzt konfus... lasst es mich bündeln.

      These 1: Es sind immer dieselben Gottheiten, in jeder Region der Erde, und mit welchen Namen wir sie ansprechen ist der Gottheit relativ egal.

      These 2: Jede Region hat ihre eigenen regionalen Geister und Wesenheiten. Wir sollten sie als Herrinnen und Herren ihres Ortes respektieren und "fremde" Gottheiten nur als Gäste betrachten.

      These 3: Eine Gottheit kann an einem bestimmten Ort eine Bindung und eine bestimmte Erscheinungsform haben, aber das hält sie nicht davon ab, auch an anderen Orten aufzutauchen oder sich dort niederzulassen. Ob der Ort von anderen Gottheiten schon besetzt ist, ist dabei egal. Götter teilen sich den Platz einfach oder verschmelzen miteinander.

      These 4: Gottheiten sind an Menschen gebunden, nicht an Orte. Darum ist es nur wichtig, welcher Mensch und welches Volk gerade den Kult ausübt... und nicht, wo sie das auf der Erde tun.


      Ich tendiere ja zu 3... aber was meint ihr?


      Liebe Grüße

      Ma'en

      Ma'en wrote:

      Das bringt mich tatsächlich gerade ins Grübeln... was du schreibst: dass Gottheiten nicht an einen materiellen Ort gebunden sind, das denke ich auch.
      Andererseits gibt es "regionale" Gottheiten - ist das nicht ein Widerspruch?


      Ich sehe keinen Widerspruch. Die Götter sind Götter und unterliegen keinesfalls den Beschränkungen, die wir als Menschen kennen. Die Römer glaubten, dass überall Gottheiten zugegen wahren, in Hainen, Quellen, an Flüssen oder in Grotten. Dort hatten sie ihre Heimstatt, was aber nicht bedeutete, dass sie für immer an diesem Ort verweilen mussten. Daher denke ich, dass wer sich an diese regionalen Gottheiten wenden möchte, dies guten Gewissens tun kann.

      Deine anderen Vorschläge sind interessant, lass mir bitte noch etwas Zeit, darüber nachzudenken.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.
      Ich persönlich sehe die Götter als Wesenheiten, die sich ähnlich wie die Menschen wandeln. Nur mit dem Unterschied das die Götter ihr "alte Form" nicht gänzlich ablegen, sondern diese an anderen Orten, in anderen Situationen auftritt. Meiner Ansicht nach sind Götter wie Atum, Isis, Thot ebenso real wie Belenos, Mercurius, Mars. Ebenso sind auch die Mythen für mich keine Gegensätze. In Ägypten wirken die Kräfte der Natur anders als in Deutschland, aber die Götter sind dadurch nicht fremd. Der menschliche Geist ist nicht in der Lage die Natur und die Formen des Göttlichen vollkommen zu begreifen. Nach dem selben Prinzip verwende ich auch die Interpretatio Romana. Ob Minerva, Belissima, Seschat oder Andraste, es ist die selbe Gottheit. Natürlich ist die Präsenz von Belissima hier stärker wahrzunehmen als die von Seschat, doch Seschat kann mit der gleichen Kraft über uns wachen. Es kommt darauf an, zu wem wir sprechen, wem wir uns öffnen und wem wir uns nähern. Ebenso denke ich nicht, dass die Götter in Menschengestalt wirklich "sind". Sie können dies physische Form annehmen und für uns sind sie so leichter zu erfassen, doch daran sind sie nicht gebunden. Sie befinden sich in beiden Welten, in einem höheren Bewusstsein, einem Kosmischen Gefüge, dass wir nicht gänzlich erfassen können.

      Ma'en wrote:

      These 1: Es sind immer dieselben Gottheiten, in jeder Region der Erde, und mit welchen Namen wir sie ansprechen ist der Gottheit relativ egal.

      These 2: Jede Region hat ihre eigenen regionalen Geister und Wesenheiten. Wir sollten sie als Herrinnen und Herren ihres Ortes respektieren und "fremde" Gottheiten nur als Gäste betrachten.

      These 3: Eine Gottheit kann an einem bestimmten Ort eine Bindung und eine bestimmte Erscheinungsform haben, aber das hält sie nicht davon ab, auch an anderen Orten aufzutauchen oder sich dort niederzulassen. Ob der Ort von anderen Gottheiten schon besetzt ist, ist dabei egal. Götter teilen sich den Platz einfach oder verschmelzen miteinander.

      These 4: Gottheiten sind an Menschen gebunden, nicht an Orte. Darum ist es nur wichtig, welcher Mensch und welches Volk gerade den Kult ausübt... und nicht, wo sie das auf der Erde tun.


      Ich tendiere ja zu 3... aber was meint ihr?


      Darüber lohnt es sich auch noch mal zu sprechen, finde ich:

      Für mich wäre eine Art Synthese schlüssig. In meinem Verständnis bezeichnet das Wort "Gott" eine Wesenheit, die wiederum eine Gesamtheit vieler Wesensteile darstellt. Die allumfassende Wesenheit aus allen diesen Wesensteilen spreng vollkommen unsere menschliche Vorstellungskraft. Das ist wohl auch ein Grund dafür, warum im abrahamitischen Monotheismus ein Bildnisverbot besteht (Teil des 1. Gebots im Verständnis der großen Amtskirchen). Wenn ich diese Gesamtheit bezeichnen will, spreche ich lieber von "das Göttliche" oder gleich von "das Gott". In meinem Signaturtext geht es genau darum.

      Im Polytheismus besteht das Verbot nicht und man kann auf die Vorstellung vieler Göttinnen und Götter ausweichen. Ich gehe davon aus, dass kein Pantheon der Welt wirklich alle Aspekte des Göttlichen einschließt, aber die von uns vorgestellten Göttinnen und Götter können einzeln, als pars pro toto, für die Gesamtheit stehen. "Alle Göttinnen sind eine Göttin und alle Götter sind ein Gott" sagen die Wicca. Ich glaube auch, und am Ende "nur" die bipolare und dadurch begreifbare Vorstellung des ur-einen Göttlichen.

      Menschliche Gestalt und Geschlechtlichkeit schaffen die Möglichkeit eines unmittelbaren Zugangs zum Göttlichen, der im Monotheismus oft erst durch Stellvertreter, wie Heilige, Propheten o. ö. hergestellt werden kann. Die Göttervorstellungen der Menschen sind aber abhängig von ihrem kulturellen Hintergrund, und der wandelt sich mit zunehmender Entfernung in Raum und Zeit. Götter erscheinen höchstens deshalb ortsgebunden, weil die Täger der Kultur, die sie verehren, an ein Territorium gebunden sind.

      Kurz und gut: Göttinnen und Götter sind aus meiner Sicht kulturgebunden. Sie Breiten sich mit einer Kultur aus, wandern mit ihr und vergehen ggf. mit ihr, in jedem Fall wandeln sie sich fortlaufend in raum und Zeit. Sie sind für mich aber immer Projektionen ein und derselben göttlichen Ur-Gesamtheit. Die Götter sind demnach alles: Sie sind alle eins, sie machen einander Platz, sie sind ortsgebunden und sie sind verbunden mit den sie verehrenden Menschen. Ich sehe keinen Widerspruch, was sagt ihr?

      Viele Grüße
      Raginharti
      Das Gott ist eine Vielheit.
      Es umfasst alles, es verbindet alles und es vereint alles.
      Ich habe einmal vor langer Zeit eine Doku darüber gesehen,wie der Glaube der Menschen sich mit ihrer Entwicklung geändert hat. Von den Anfängen der " Naturvölker " wo jeder Teil der Natur beseelt war. ....and so on. Für mich sind Götternamen der Versuch dem für uns Unfassbaren einen Namen zu geben.
      Der Mensch sucht stets nach Erklärungen für alles was ihm und auf der Welt passiert, und wie soll man sonst dieses wunderbare Geschehen überhaupt benennen.
      Wenn ich nachts in den Sternenhimmel schaue,oder im Wald spazieren gehe...wenn ich den Körper eines Lebewesens betrachte...da muss doch etwas Gigantisches zusammenarbeiten, oder ? Puh, habe ich jetzt das Thema verfehlt ?
      Ehrfurchtsvolle Grüße
      lillith
      zahme Vögel singen von Freiheit
      Wilde fliegen

      lillith13 wrote:

      Ich habe einmal vor langer Zeit eine Doku darüber gesehen,wie der Glaube der Menschen sich mit ihrer Entwicklung geändert hat. Von den Anfängen der " Naturvölker " wo jeder Teil der Natur beseelt war. ....and so on.

      Hi Lillith,
      dieser Geschichte von den Anfängen der Naturvölker... da wäre ich ein bisschen vorsichtig. Klar kann man es grob so einteilen und mit einer gewissen Logik davon ausgehen, dass die Idee einer beseelten Welt mit die älteste ist.
      Aber da gibt es auch ein Narrativ, das gerne von Missionaren und Kolonialmächten gebraucht - und missbraucht - wurde. Da wird es dann so dargestellt, als gäbe es in der Religion eine Art natürlich Evolution, von Animismus über Polytheismus zum Monotheismus, wobei dann mehr oder weniger explizit der Monotheismus als höchste und reinste Entwicklungsstufe dargestellt wird.

      lillith13 wrote:

      Für mich sind Götternamen der Versuch dem für uns Unfassbaren einen Namen zu geben.
      Der Mensch sucht stets nach Erklärungen für alles was ihm und auf der Welt passiert, und wie soll man sonst dieses wunderbare Geschehen überhaupt benennen.

      Ja, das kann ich genau so unterschreiben! So sehe ich es auch!

      lillith13 wrote:

      Wenn ich nachts in den Sternenhimmel schaue,oder im Wald spazieren gehe...wenn ich den Körper eines Lebewesens betrachte...da muss doch etwas Gigantisches zusammenarbeiten, oder ? Puh, habe ich jetzt das Thema verfehlt ?

      Thema verfehlt? Nein, bestimmt nicht.
      Um es zum Thema zurück zu bringen... welches ja lautet: "kann man eine Gottheit sinnvoll außerhalb ihrer Ursprungsregion verehren?" - dann wäre deine Antwort in etwa, dass jeder Name und jede Definition ja ohnehin nur ein Versuch ist, das Unfassbare zu benennen, ist das so?

      liebe Grüße

      Ma'en

      Ma wrote:

      Aber da gibt es auch ein Narrativ, das gerne von Missionaren und Kolonialmächten gebraucht - und missbraucht - wurde. Da wird es dann so dargestellt, als gäbe es in der Religion eine Art natürlich Evolution, von Animismus über Polytheismus zum Monotheismus, wobei dann mehr oder weniger explizit der Monotheismus als höchste und reinste Entwicklungsstufe dargestellt wird


      das ist für mich eher eine Verschimmbesserung
      zahme Vögel singen von Freiheit
      Wilde fliegen