Politische Religionen - eine wünschenwerte Zukunft?

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      Agnosco wrote:


      Doch die Geister scheiden sich an dem Punkt, wo Politik für eine Religion gemacht, diese hervorgehoben werden soll oder eine Dominanz angestrebt wird. Weltliche Macht, sollte keine Religion ausüben und das sollte auch nicht ihr Ziel sein.


      Das stimmt. Religionsfreiheit sollte auf jeden Fall die Grundlage sein und keine Religion darf mit politischen Mitteln eine dominante Position anstreben.
      Aber wo ist die Grenze zwischen Religion und weltlicher Macht? Wie öffentlich sichtbar sollte eine Religion dann überhaupt sein?
      - Darf eine Religion an staatlichen Schulen ihre Ideologie verbreiten? Eigentlich doch wohl nicht, dennoch werden wir den christlichen Religionsunterricht irgendwie nicht los...
      - Darf eine Religionsgemeinschaft sich in das gesellschaftliche Leben einmischen? Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser betreiben und in diesen Institutionen die eigenen religiösen Symbole und Inhalte zur Schau stellen? Schwierig... denn es ist ja niemand gezwungen, diese religiös geführten Institute in Anspruch zu nehmen... oder?
      - Darf eine Religionsgemeinschaft die eigenen Symbole in der Öffentlichkeit weithin sichtbar und hörbar verbreiten?
      Ich denke da an Kirchtürme, Minnarette, große Kruzifixe am Wegesrand...
      - Darf eine Religion die Hilfe des Staates für ihre Aktivitäten in Anspruch nehmen? Also z.B. die Polizei die Straße sperren lassen, wenn eine Prozession stattfindet.

      Was meint ihr, wie stellt ihr euch die Rolle von Religionsgemeinschaften idealerweise vor?


      liebe Grüße

      Ma'en

      Ma wrote:

      Darf eine Religion an staatlichen Schulen ihre Ideologie verbreiten? Eigentlich doch wohl nicht, dennoch werden wir den christlichen Religionsunterricht irgendwie nicht los...


      Nicht nur, denn immerhin kann man zwischen dem Religionsunterricht und Ethik wählen. Außerdem gibt es da und dort auch schon den Islamunterricht. Kleinere Religionen fallen freilich hinten runter.

      Um ehrlich zu sein, es würde zu erheblichen Problemen kommen, wenn die christlichen Krankenhäuser oder Kindergärten von heute auf morgen geschlossen werden. Von daher, und da der Zug immer weiter rollt, ist diese Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Die Kirchen unterhalten beste Beziehungen zur Politik und haben da ihre bewährten Kanäle. Der Islam hat die Islamkonferenz und viel Lobbyarbeit. Auch die Juden sind über den Zentralrat ganz gut organisiert. Das in Deutschland eine Regelung kommt, wie in Frankreich, darf man ganz beruhigt abschreiben.

      Daher wären alle anderen Religionen gut beraten, sich selber zu positionieren, denn keine Stimme zu haben, dürfte auf lange Sicht keine wirklich gute Option sein.

      Für die paganen Kulte habe ich diesbezüglich keine Hoffnung. Zu eitel, zu zerstritten, zu rechthaberisch, zu egozentrisch.
      Gnothi seauton ... und Du erkennst die Götter, und deinen Platz im Universum.